Coronavirus in Bayern: Aktuelle Infektionszahlen, Grüne fordern "Pfadwechsel"

München - Der Katastrophenfall wurde aufgehoben, es kehrt mehr Entspannung in den Freistaat zurück. Die bayerische Staatsregierung will nun Wege aus der Krise finden und die Einschränkungen nach und nach aufheben. Aktuelle Zahlen, Entwicklungen und Ausblicke in der Corona-Krise findet Ihr hier im TAG24-Live-Ticker zusammengefasst.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, desinfiziert sich zu Beginn einer Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei die Hände.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, desinfiziert sich zu Beginn einer Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei die Hände.  © Peter Kneffel/dpa
Bayernweit wurden mittlerweile 49.175* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 11. Juli, 9 Uhr). Davon gelten inzwischen 45.620 als genesen. 2609 Menschen sind am Virus gestorben. 

In München wurden 10 neue Fälle gemeldet (Stand 9. Juni, 23.59 Uhr).

Die Gesamtzahl der positiven Tests in der bayerischen Landeshauptstadt steigt somit auf 6964*. Darin enthalten sind 6352 Personen, die bereits genesen sind sowie 220 Todesfälle.

Infos zu den Lockerungen ab dem 8. Juli findet Ihr >>> hier.

Die deutschlandweiten Entwicklungen gibt es im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt übermitteln.

Update 11. Juli, 14.19 Uhr: Landesamt: 49.175 Coronavirus-Fälle in Bayern - 2609 Tote

In Bayern sind bisher 49.175 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Samstag auf seiner Website mit (Stand 9.00 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2609 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten 45.620 Menschen.

Update 11. Juli, 14.17 Uhr: Hofreiter: Zu wenig Corona-Hilfen für finanziell Schwache

Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter hat Lücken bei der Unterstützung finanziell schwacher Bevölkerungsgruppen in der Corona-Krisenpolitik der Bundesregierung beklagt. 

«Wir geben über 200 Milliarden Euro zusätzlich aus, und für Hartz-IV-Empfänger, für Grundsicherungsempfänger war noch nicht einmal ein temporärer Aufschlag drin. Das finde ich, ehrlich gesagt, wirklich beschämend von Seiten der Bundesregierung», sagte Hofreiter am Samstag beim ersten digitalen kleinen Parteitag der Bayern-Grünen. Ebenso seien generell Kulturschaffende, Soloselbstständige und Familien mit Kindern bislang zu wenig unterstützt worden.

Insgesamt sei Deutschland zwar bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen, sagte Hofreiter. Dennoch habe die Krise bereits vorher bestehende Probleme deutlich aufgezeigt. 

Als Beispiel nannte er die teilweise schlechten Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie, die durch den Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt seien.

Update 11. Juli, 13.51 Uhr: Bayerns Grüne fordern politischen "Pfadwechsel" nach der Corona-Krise

Die bayerischen Grünen fordern nach der Corona-Krise einen Richtungswechsel in der Sozial-, Klima- und Wirtschaftspolitik. Krisenschocks könnten helfen, Reformwiderstände zu überwinden und notwendige «Pfadwechsel» einzuleiten, sagte Landeschef Eike Hallitzky am Samstag bei einem Internet-Parteitag.

«Mit der Corona-Pandemie endet eine Epoche viel zu sorglosen Umgangs mit unseren Lebensgrundlagen und mit den sozialen Widersprüchen in unserem Land», sagte Hallitzky. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern müsse man nun neu verhandeln, was den Wohlstand von morgen und übermorgen ausmache. Man wolle dafür kämpfen, «dass jetzt die notwendigen politischen Schritte in eine soziale und ökologische Zukunft unseres Landes schnell und kraftvoll eingeleitet werden».

Hallitzky forderte einen starken, gerechten Sozialstaat, mit mehr sozialer Gerechtigkeit, mehr Bildungsgerechtigkeit und mehr Frauen in allen Entscheidungsebenen. Die Wirtschaft und das Wirtschaftssystem müssten nachhaltig und ökologisch umgebaut werden. Und es brauche mehr demokratische Teilhabe - man müsse alle Bürger mitnehmen.

Update 11. Juli, 8.08 Uhr: Mehr Überstunden für Kontrollbehörden in Großstädten wegen Corona

Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollieren in einem Park. (Symbolbild)
Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollieren in einem Park. (Symbolbild)  © Marius Becker/dpa

Wegen der Corona-Krise haben die Kontrollbehörden in Bayerns Großstädten deutlich mehr Überstunden geleistet als üblich.

 Die Mehrarbeit entstand aber nicht nur bei der Kontrolle von Ausgangsbeschränkungen und Hygieneverordnungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Auch Bürgeranfragen, das Bearbeiten von Ausnahmegenehmigungen und die Arbeit in Krisenstäben beschäftigten die Mitarbeiter zusätzlich.

Besonders stark stieg die Zahl der Überstunden in Regensburg: Nach Angaben der Stadtverwaltung arbeiteten die Mitarbeiter dort von März bis Mai 1537 Stunden länger als vertraglich vorgesehen - im Vorjahreszeitraum waren es 213 Stunden.

Die höchste absolute Zahl meldete das Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt: Die Leitung geht dort von mehr als 16.000 Überstunden zwischen Mitte März und Ende April aus. In Nürnberg hatten die Mitarbeiter des Gesundheitsamts ebenfalls alle Hände voll zu tun: Von März bis Mai waren dort 15 statt üblicherweise fünf Vollzeitstellen zur Beantwortung von Bürgerfragen nötig, im Ordnungsamt stieg die Zahl der Überstunden den Angaben nach um 15 Prozent.

Der städtische Ordnungsdienst in Augsburg sammelte von März bis Mai 2300 Überstunden, besonders oft ahndeten die Mitarbeiter dort das Verlassen der Wohnung ohne triftigen Grund. Auch Landshut, Würzburg und Bayreuth meldeten eine deutliche Zunahme oder eine Verdoppelung der Überstunden gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Obwohl die Staatsregierung die Corona-Auflagen gelockert hat, machen die Regelungen in einigen Bereichen weiterhin zusätzlich Arbeit. Mit jedem Schritt seien neue Fragestellungen abzuarbeiten, sagt ein Sprecher der Stadt Nürnberg. Daher sei es in keiner Dienststelle möglich gewesen, Überstunden abzubauen. Als Beispiel nennt das Münchner Kreisverwaltungsreferat die Freischankflächen für Gastwirte: Nach der Wiedereröffnung durften viele Restaurants ihre Außenbestuhlung erweitern, durch die zahlreichen Anträge hatten die städtischen Behörden wieder mehr zu tun.

Damit die Mitarbeiter trotzdem nicht auf ihren Überstunden sitzen bleiben, setzen die Städte auf unterschiedliche Modelle. München zahlt einen Großteil der Arbeit aus, um den Dienstbetrieb aufrecht zu erhalten. In Augsburg können Mitarbeiter die Überstunden auf einem Langzeitkonto ansparen. Die Stadt Landshut hat ihrerseits die Kappung der Überstunden für manche Mitarbeiter komplett ausgesetzt.

Update 10. Juli, 17.59 Uhr: Corona: Privatfeiern und Kultur in Kneipen erlaubt

Ein kleiner Hoffnungsschimmer für Disco-Besitzer besteht tatsächlich auch in Bayern. (Symbolbild)
Ein kleiner Hoffnungsschimmer für Disco-Besitzer besteht tatsächlich auch in Bayern. (Symbolbild)  © Sophia Kembowski/dpa

Die von coronabedingtem Öffnungsverbot getroffenen Wirte von Bars und Tanzlokalen sehen eine kleine Erleichterung. 

Schankwirtschaften und Diskotheken dürfen ihre Räume für private und kulturelle Veranstaltungen vermieten, wie das Wirtschaftsministerium in München den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga informiert hat. 

Das gilt auch für Livemusik und Konzerte. Allerdings liegt der Teufel im Detail. Nicht jede Form von Livemusik ist laut ministeriellem Schreiben eine kulturelle Veranstaltung. 

Den vollständigen Beitrag findest du >>> hier.

Update 10. Juli, 15.15 Uhr: Landesamt: 49.097 Coronavirus-Fälle in Bayern - 2608 Tote

In Bayern sind bisher 49.097 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. 

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Freitag auf seiner Website mit (Stand 14.45 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2608 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. 

Als genesen galten 45.550 Menschen.

Update 10. Juli, 14.45 Uhr: Corona-Fälle bei Caterer: Ursache unklar - Lüftung unwahrscheinlich

Unter den Infizierten sind auch 13 Bewohner einer Asylunterkunft. (Archiv)
Unter den Infizierten sind auch 13 Bewohner einer Asylunterkunft. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Nach dem Corona-Ausbruch Ende Juni bei einem Cateringunternehmen im Landkreis Starnbergschließen die Behörden die Lüftungsanlage als Verbreitungsweg weitestgehend aus. 

Die Gründe für die Ausbreitung des Virus sind weiter unklar.

Es sei unwahrscheinlich, dass in diesem Fall die Lüftung für das Infektionsgeschehen verantwortlich sei, teilte das Landratsamt Starnberg am Freitag als Ergebnis einer Betriebsbesichtigung mit Vertretern der betroffenen Firma Apetito und Fachleuten mit.

Den vollständigen Beitrag findest du >>> hier.

Update 10. Juli, 13.14 Uhr: Software-Anbieter Datev wächst trotz Corona

Wachstum trotz Corona: Das Nürnberger Software-Unternehmen Datev hat seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 4,3 Prozent gesteigert. 

Zur Jahreshälfte seien Erlöse von 569,3 Millionen Euro erzielt worden, im Vergleich zu 546,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilte Datev am Freitag in Nürnberg mit. "Wir sind zwar bis hierhin vergleichsweise gut durch die Krise gekommen", sagte Vorstandsvorsitzender Robert Mayr. "Dennoch bleibt die große Frage, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den nächsten Monaten verändern werden."

Das Unternehmen, das vor allem auf Software für Steuerberater spezialisiert ist, habe im März und April wöchentlich Lösungen für mehr als 10.000 Arbeitsplätze in den Home Offices seiner Kunden geschaffen, sagte Mayr. Ebenso gefragt sei die von Datev geschaffene Plattform für Lernvideos namens Leon gewesen - die Zahl der Nutzer habe sich innerhalb kürzester Zeit vervielfacht. "Mit der Corona-Erfahrung können wir heute sagen, dass die getroffenen Maßnahmen im Rahmen unserer Transformation nicht nur funktionieren, sondern unsere Krisenresilienz gesteigert haben", sagte Mayr. D

atev hatte unter anderem zum 1. Juli auch eine Software-Lösung zur Bearbeitung der temporär geänderten Mehrwertsteuersätze bereitgestellt.

Datev habe im ersten Halbjahr - anders als die meisten anderen Betriebe - sogar Mitarbeiter eingestellt. Die Gesamtzahl sei um 86 auf 8013 gestiegen. Auch die Zahl der Kunden des genossenschaftlich organisierten Unternehmens - vor allem Steuerberater und deren mittelständische Klienten - sei im Jahresvergleich deutlich gewachsen.

Im Gesamtjahr 2019 sei ein Umsatz von 1,1 Milliarden Euro erzielt worden, 6,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Genossenschafter erhielten eine Gewinnausschüttung von insgesamt 45,4 Millionen Euro, nach 43 Millionen Euro im Jahr 2018.

 Das Betriebsergebnis gab Datev für 2019 mit 60,6 Millionen Euro an. Wegen erheblicher Investitionsaufwendungen habe es um 14 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert gelegen.

Update 10. Juli, 10.51 Uhr: Kardinal Marx warnt vor größeren Ungleichheiten durch Corona

Kardinal Reinhard Marx warnt vor einer Verschärfung sozialer Spannungen in der Gesellschaft durch die Corona-Krise. 

"Die Ungleichheiten werden nicht kleiner werden, sie werden größer werden - sie waren vorher schon groß", sagte der Erzbischof von München und Freising laut Mitteilung vom Freitag am Vorabend bei einer Veranstaltung in München.

Ihm bereite Sorgen, dass Chancen zunehmend ungleich verteilt seien. "Im Bildungsbereich ist das ja offensichtlich", betonte der Erzbischof: "Die Unterschiede werden größer zwischen den Kindern, die zuhause Hilfe haben, und sei es nur, was die technischen Dinge angeht, und denen, bei denen das so nicht der Fall ist, durch die sozialen Verhältnisse oder die Bildungssituation."

"Ich bin froh, dass Populisten aktuell nicht so en vogue sind, weil jetzt Politiker gefragt sind, die die Probleme tatsächlich auch lösen", betonte Marx - warnte jedoch zugleich: "Aber nach der Krise, wenn die Ungleichheit sichtbar wird, wenn deutlich wird, dass manche ihren Job für immer verloren haben, ihre Zukunftsidee, dass ihre Lebenspläne endgültig hinüber sind - dann wird die Spannung vielleicht größer." 

Dies gelte auch weltweit: So werde Afrika "wahrscheinlich um Jahrzehnte zurückgeworfen, und dann steigt die Ungleichheit dramatisch an".

Update 10. Juli, 6.16 Uhr: Huml: Corona-Infektionsgefahr auf Reisen nicht vergessen

Auch wenn viele Reisebeschränkungen gefallen sind: Reiselustige aus Bayern sollten die Corona-Infektionsgefahr im Urlaub nicht unterschätzen. 

"Genießen Sie Ihre freien Tage, aber bleiben Sie bitte vorsichtig - und vor allem gesund", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) laut Mitteilung. Besonders bei Reisen in andere Länder seien vorab das dortige Infektionsgeschehen, spezielle Einreiseregeln und mögliche Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes genau zu verfolgen.

"Auch am Strand oder im Gebirge sollte ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu fremden Menschen eingehalten werden", riet Huml. Zur Sicherheit solle auch im Urlaub der Mund-Nasen-Schutz stets griffbereit sein.

Bei der Einreise nach Bayern aus einem Risikogebiet gelte weiterhin die Pflicht zu einer zweiwöchigen Quarantäne und zum Melden beim zuständigen Gesundheitsamt. Generell könnten sich verunsicherte Urlaubsrückkehrer auch ohne Symptome in Bayern kostenlos auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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