Coronavirus in Baden-Württemberg: Land beendet Beschaffung von Schutzausrüstung

Stuttgart - Das Coronavirus hält Baden-Württemberg seit Monaten in Atem.

Das Coronavirus hält die Medizin weiterhin auf Trab. (Symbolbild)
Das Coronavirus hält die Medizin weiterhin auf Trab. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Über 35.000 Menschen infizierten sich mit dem heimtückischen Erreger, mehr als 1800 Tote sind im Südwesten zu beklagen.

Doch nach monatelanger Ausnahmesituation - etwa was Abstandsregeln und Maskenpflicht angeht - kehrt langsam auch wieder so etwas wie Normalität in den Alltag der Bürger zurück.

So sind etwa Restaurantbesuche mit Freunden wieder möglich, Kinos haben wieder geöffnet und auch Schwimm-Fans kommen auf ihre Kosten: Die Freibäder in Baden-Württemberg haben geöffnet.

Auch dürfen nun wieder mehr Menschen in die Geschäfte als bislang. Der Verwaltungsgerichtshof hatte zuvor die Zutrittsbegrenzung von einer Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche gekippt.

Alle Corona-News vom 3. Mai bis zum 11. Juni findet Ihr in diesem Artikel. Für aktuelle Nachrichten zur Pandemie in Baden-Württemberg klickt bitte HIER, um in unseren aktuellen Live-Ticker zu gelangen.

Update, 11. Juni, 7 Uhr: Land beendet Beschaffung von Corona-Schutzausrüstung

Das Land Baden-Württemberg zieht sich aus der Beschaffung von medizinischer Schutzkleidung gegen das Coronavirus wieder zurück. Die Situation habe sich in den vergangenen Wochen entspannt. 

Das Land habe ausreichend Material beschaffen können, und die Lager seien gefüllt, erklärte das Sozialministerium in Stuttgart auf eine Anfrage des FDP-Politikers Jochen Haußmann: "Zudem öffnen sich die weltweiten Handelswege zusehends, so dass aktuell auch der Nachschub gesichert ist." 

Das Ministerium verwies darauf, dass die Notfallversorgung nur so lange übernommen werden sollte, bis eine Versorgung auf dem üblichen Wege wieder möglich sei.

In den vergangenen Wochen wurden mehr als 53 Millionen Schutzmasken, Schutzanzüge, Brillen, Handschuhe und Gebinde von Desinfektionsmitteln beschafft und verteilt, wie ein Sprecher ergänzend mitteilte. 

Im Südwesten gebe es eine Reserve bei den Masken von rund 200 Tagen, auch in den Alten- und Pflegeheimen. "Es gab zuletzt noch ein Defizit bei den Schutzkitteln, aber insgesamt stehen wir auch hier gut da."

Haußmann, der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, sagte: "Wenn das Land aus der Beschaffung aussteigt und auf einen Notfallvorrat umsteigen möchte, dann bedarf das der Abstimmung mit den Stadt- und Landkreisen." 

Dazu sei es notwendig, den Pandemieplan des Landes zu überarbeiten, damit für künftige Fälle vorgesorgt werde. "Wichtig ist dabei auch, dass wir künftig bei der Schutzausstattung nicht mehr von chinesischen Lieferungen abhängig sind."

Die Ausrüstungslager sind derzeit gefüllt, das Land konnte genug Ausrüstung beschaffen. (Symbolbild)
Die Ausrüstungslager sind derzeit gefüllt, das Land konnte genug Ausrüstung beschaffen. (Symbolbild)  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Juni, 18.41 Uhr: 35.004 Infizierte, 1801 Todesfälle

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium teilte mit, dass 30 weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert wurden (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 35.004 an. Davon sind ungefähr 32.617 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 586 Menschen im Land mit SARS-CoV-2 infiziert.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,81 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Darüber hinaus wurden ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Durch eine nachträglich vom Landesgesundheitsamt vorgenommene Fallkorrektur wird die Gesamtzahl der Todesfälle jedoch unverändert mit insgesamt 1.801 angegeben. Unter den Verstorbenen waren 1017 Männer und 784 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

In Baden-Württemberg haben sich mindestens 35.004 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1801 starben.
In Baden-Württemberg haben sich mindestens 35.004 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1801 starben.  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 10. Juni, 17.14 Uhr: Restaurantbesuche mit Freunden wieder erlaubt

Gute Nachrichten für die Gastronomen und die Stammtische im Land: Ab sofort können wieder Gruppen zu zehnt eine Gaststätte besuchen, auch wenn die Beteiligten aus unterschiedlichen Haushalten kommen. Das ergibt sich aus den jüngsten Änderungen der Corona-Verordnung des Landes, wie das Sozialministerium am Mittwoch bestätigte.

Den Branchenverband Dehoga freut es. Die Gastronomen erhoffen sich durch die Lockerungen wieder bessere Umsätze. Bisher hätten lediglich Menschen aus zwei Haushalten gemeinsam ohne Mindestabstand an einem Tisch sitzen können, nun seien gesellige Runden wieder erlaubt, teilte der Verband in Stuttgart mit.

Das Sozialministerium mahnt jedoch zur Vorsicht: Abstand halten sei nach wie vor wichtig, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. "Wir appellieren deshalb an die Eigenverantwortung der Menschen, auch bei den jetzt in Kraft getretenen Lockerungen weiterhin vorsichtig zu sein", sagte ein Sprecher.

Ab sofort dürfen wieder Gruppen zu zehnt eine Gaststätte besuchen, auch wenn die Beteiligten aus unterschiedlichen Haushalten kommen.
Ab sofort dürfen wieder Gruppen zu zehnt eine Gaststätte besuchen, auch wenn die Beteiligten aus unterschiedlichen Haushalten kommen.  © Thierry Roge/BELGA/dpa

Update, 10. Juni, 15.08 Uhr: Thomas Strobl begrüßt Seehofers geplante Änderungen an den Grenzen

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU) begrüßt die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (70, CSU) geplanten Änderungen an den Grenzen. "Nun kommt wieder zusammen, was zusammen gehört! Und hoffentlich bleibt das Infektionsgeschehen diesseits und jenseits so, dass das genau so bleibt", wird Strobl in einer Mitteilung des Innenministeriums zitiert.

Er betonte aber auch die Wichtigkeit des Grenzschutzes bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie: "Offensichtlich leiden einige an Amnesie und haben vergessen, welche prekäre Lage wir im Grenzgebiet zu Frankreich etwa in der Freiburger Gegend hatten."

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 10. Juni, 14.51 Uhr: Polizei Stuttgart richtet Präventionshotline ein

Die Stuttgarter Polizei bietet ab dem 15. Juni eine Beratungshotline an, unter der sie für alle Fragen rund um das Thema Prävention kostenlos zur Verfügung stehen wird. Die Nummer lautet: 0711 - 8990 1241 (Montag bis Freitag von 8.30 bis 11.30 Uhr).

Die Beamtinnen und Beamten möchte in der Corona-Krise mit ihren vielfältigen Einschränkungen neue Wege finden, um die Menschen zu erreichen. Die Prävention bildet eines der Fundamente erfolgreicher Polizeiarbeit: Straftaten entstehen gar nicht erst, Risiken im Straßenverkehr werden reduziert und die Bürgerinnen und Bürger für neue Kriminalitätsphänomene sensibilisiert.

Update, 10. Juni, 12.31 Uhr: Airlines nehmen Flugbetrieb von Stuttgart nach Mallorca wieder auf

Ab kommender Woche sollen vom Flughafen Stuttgart aus wieder in größerem Umfang Flieger nach Mallorca starten. Das bestätigte der Flughafen am Mittwoch. Hintergrund ist die teilweise Aufhebung der weltweiten Reisewarnung an diesem Wochenende. Ein paar Flüge auf die spanische Insel seien bereits von Eurowings durchgeführt worden, außerdem sollen TUIfly und Laudamotion hinzukommen. Zuerst hatten "Heilbronner Stimme" und "Mannheimer Morgen" (Mittwoch) berichtet.

Nach dem Abflauen der Corona-Krise sollen deutsche Touristen als erste ausländische Urlauber ab Montag wieder nach Spanien einreisen dürfen - zunächst nur 10.900 von ihnen und auch nur nach Mallorca und auf andere Baleareninseln. In Deutschland sei die Lage bei der Bekämpfung von Covid-19 ähnlich positiv wie auf den Balearen, hieß es bei den spanischen Behörden zur Begründung.

Der Stuttgarter Flughafen von oben.
Der Stuttgarter Flughafen von oben.  © Bernd Weißbrod dpa

Update, 10. Juni, 11.17 Uhr: Erste Folgen im Handwerk - Corona-Krise trifft besonders Friseure

Die Corona-Krise hat erste Spuren im Handwerk hinterlassen. Zwar stiegen die Erlöse von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,1 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Doch die Entwicklung in den einzelnen Bereichen, für die ein Meistertitel notwendig ist, war im ersten Quartal recht unterschiedlich. Während der Umsatz im Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe noch deutlich mit 10,2 und 6,1 Prozent zulegte, verzeichneten andere Berufsgruppen teils massive Rückgänge. Im Kraftfahrzeuggewerbe etwa betrug das Minus 2,3 Prozent.

Den größten Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es mit einem Rückgang von 5,7 Prozent in der Gewerbegruppe Handwerke für den privaten Bedarf. Da stellen die Friseure die Mehrheit. Sie mussten infolge der Pandemie ab dem 22. März ihre Geschäfte schließen. Der Zahl der Beschäftigten in allen Gewerben sei insgesamt um 0,3 Prozent zurückgegangen, hieß es vom Statistikamt.

Update, 10. Juni, 08.16 Uhr: Stiftung finanziert erstes Corona-Testlabor auf Rädern

Die Baden-Württemberg-Stiftung finanziert das nach ihren Angaben bundesweit erste mobile Corona-Testlabor mit einem Millionenbetrag. In dem Truck sollen von Ende Juli an Proben unterwegs entnommen und sofort vor Ort getestet werden können. 

Die mobile Corona-Testversion "CoVLAB" soll an Brennpunkten wie Pflegeheimen und Haftanstalten mit schnellen Tests für Entlastung sorgen, wie die Stiftung am Mittwoch mitteilte. Betrieben wird der Truck von der Universitätsmedizin Mannheim. Nach den Vorstellungen der Stiftung könnte das mobile Labor später auch für Impfkampagnen eingesetzt werden.

Die Baden-Württemberg-Stiftung verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen von 2,3 Milliarden Euro und zählt damit zu den größten Stiftungen in Deutschland.

Ein Test auf das Coronavirus wird durchgeführt.
Ein Test auf das Coronavirus wird durchgeführt.  © Oliver Berg/dpa

Update, 10. Juni, 06.18 Uhr: Musikhochschule lässt Bewerber mit ferngesteuertem Klavier vorspielen

Es ist ein Novum: Weil die coronabedingten Reisebeschränkungen derzeit eine Anreise für internationale Bewerber erschweren, dürfen Klavier-Anwärter in Asien erstmals über ein ferngesteuertes Piano in Freiburg vorspielen. 

Zum ersten Mal veranstaltet die Hochschule für Musik in Freiburg am Mittwoch (9.30 Uhr) eine Aufnahmeprüfung, bei der Studienbewerber aus dem Ausland per ferngesteuertem Klavier vorspielen. Vor einer Jury dürfen drei Pianisten in Tokio und Shanghai auf einem sogenannten Reproduktionsklavier ihre Aufnahmeprüfung absolvieren, wie die Hochschule mitteilte. Das erste Vorspiel komme aus China mit einem Stück von Johann Sebastian Bach.

Ein Mann spielt an einem Klavier.
Ein Mann spielt an einem Klavier.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 9. Juni, 18.50 Uhr: Jetzt 1801 Tote und 34.974 Infizierte

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Corona-Toten am Dienstag um sechs Menschen auf insgesamt 1801 gestiegen.

Wie das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilt, wurden bis 16 Uhr 25 weitere Infektionsfälle gemeldet. Somit steigt der Zahl der Infizierten auf mindestens 34.974 an. 

"Davon sind ungefähr 32.547 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen", heißt es weiter. Derzeit sind geschätzt noch 626 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert. Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,81 angegeben.

Erneut ist die Zahl der Toten in Baden-Württemberg leicht gestiegen. (Symbolbild)
Erneut ist die Zahl der Toten in Baden-Württemberg leicht gestiegen. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 9. Juni, 16.23 Uhr: Neue Regel für Einzelhandel "wichtige Erleichterung"

Das Wirtschaftsministerium und das Sozialministerium haben am gestrigen Montag kurzfristig eine Änderung der Corona-Verordnung Einzelhandel veranlasst, wie es in einer Mitteilung am Dienstag heißt. 

Durch die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (TAG24 berichtete) sei die bisherige Richtgröße zur Flächenbegrenzung der Einzelhandels-Verordnung vorläufig mit sofortiger Wirkung außer Vollzug gesetzt worden. 

"Wir überprüfen fortlaufend, inwieweit die Vorgaben in der Hygieneverordnung vor dem Hintergrund des aktuellen Infektionsverlaufs angepasst und gelockert werden können", zitiert das Schreiben Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

Und weiter: "Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs haben wir zum Anlass genommen, direkt die ohnehin der Infektionslage angemessenen Änderungen vorzunehmen."

Der Einzelhandel sei durch die Einschränkungen, die aufgrund der Corona-Pandemie entstanden sind, in besonderem Maße betroffen. "Die nun verbindliche Mindestfläche von zehn Quadratmetern ist eine wichtige Erleichterung für diese Betriebe. Ich hatte mich bereits vor dieser Entscheidung für eine Überprüfung der Hygieneverordnung und insbesondere eine Absenkung eingesetzt", so Hoffmeister-Kraut weiter.

Update, 9. Juni, 15.40 Uhr: Neun weitere Corona-Fälle

Die Zahl der Corona-Infizierten ist in Baden-Württemberg bis Dienstagnachmittag (Stand: 15.30 Uhr) um neun Personen auf insgesamt 34.958 gestiegen.

Die Gesamtzahl der Infizierten ist erneut leicht gestiegen.
Die Gesamtzahl der Infizierten ist erneut leicht gestiegen.  © TAG24

Update, 9. Juni, 13.49 Uhr: Bordelle müssen geschlossen bleiben

Bordelle bleiben nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs in Baden-Württemberg coronabedingt weiter geschlossen. Die Mannheimer Richter wiesen einen Eilantrag zurück. 

Zwei Betreiberinnen von Bordellen in Konstanz, Baden-Baden und Heidelberg hatten beantragt, sexuelle Massagen unter scharfen Hygieneregeln zuzulassen. Der Eingriff in die Berufsfreiheit der Antragsstellerinnen durch die Corona-Verordnung des Landes sei gerechtfertigt, teilte das Gericht am Dienstag mit. 

Es bestehe nach wie vor die Gefahr der schnellen Verbreitung des Coronavirus. Die 1,5-Meter-Abstandsregelung sei bei Massagen nicht einzuhalten.

Die Entscheidung ist unanfechtbar.

Bordelle müssen in Baden-Württemberg weiterhin geschlossen bleiben.
Bordelle müssen in Baden-Württemberg weiterhin geschlossen bleiben.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 9. Juni, 13.32 Uhr: Kommunen bekommen 517 Millionen Euro Liquiditätshilfe

Das Land Baden-Württemberg wird den Kommunen für das erste Halbjahr 2020 über den kommunalen Finanzausgleich und die kommunale Investitionspauschale insgesamt 517 Millionen Euro mehr überweisen als nach der aktuellen Steuerschätzung vorgesehen wäre. Das hat die Landesregierung heute beschlossen, wie das Finanzministerium mitteilte.

"Wir stehen an der Seite unserer Kommunen. Das gilt in dieser schwierigen Zeit der Corona-Pandemie genauso, wie es in der Vergangenheit galt. Das Miteinander von Land und Kommunen hat Baden-Württemberg stets stark gemacht. Gemeinsam tun wir alles, um diese Herausforderung mit ihren enormen finanziellen Auswirkungen zu bewältigen", sagte Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).

Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).
Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).  © Tom Weller/dpa

Update, 9. Juni, 13.00 Uhr: Unbekannte klauen 400.000 Masken

Am Montagnachmittag haben Unbekannte einen Transporter mit 400.000 auf dem Parkplatz des Autohofes an der A3 bei Wertheim-Bettingen geklaut. Der Fahrer war in einem Fast-Food-Restaurant und als er wieder raus kam, war der Transporter weg. 

Am Nachmittag wurde der Transporter auf dem Parkplatz eines Restaurants in der Straße "Almosenberg" gefunden, allerdings ohne Masken. 

Update, 9. Juni, 12.06 Uhr: Spargelbauern bewältigen Ernte "trotz Corona-Chaos"

Trotz widriger Umstände in der Corona-Krise haben die Spargel- und Beerenanbauer im Land die Saison besser bewältigt als zunächst angenommen. 

Es hätten in der Saison rund 28 Prozent Erntehelfer gefehlt, die wegen der Corona-Maßnahmen nicht hätten anreisen können, hat der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer in einer Umfrage ermittelt. So hätten bis zu 30 Prozent der Ernte nicht eingeholt werden können, sagte Vorstandschef Simon Schumacher am Dienstag. Hinzu sei der Absatzverlust durch die Schließung der Gastronomie gekommen, der jedoch "von einer sehr guten Nachfrage in der Direktvermarktung teilweise aufgefangen" wurde.

Die Saison habe somit auch ihre positiven Seiten gehabt, unter anderem die Witterung mit kühleren Phasen, die für einen gleichmäßigen Ernteverlauf ohne hohe Erntespitzen gesorgt habe. Aber auch die große Bereitschaft der inländischen Bevölkerung, bei der Ernte mitzuhelfen, habe geholfen, hieß es beim Verband.

Ein Arbeiter erntet auf einem Spargelfeld in Hockenheim Spargel.
Ein Arbeiter erntet auf einem Spargelfeld in Hockenheim Spargel.  © Silas Stein/dpa

Update, 9. Juni, 11.25 Uhr: Voith erwartet spürbar negative Effekte durch Corona-Krise

Der Technologiekonzern Voith hat den Auswirkungen der Corona-Pandemie bisher noch weitgehend entkommen können. Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres erwarte man aber spürbare negative Effekte, teilte der Konzern mit. 

Bei Voith beginnt das Geschäftsjahr immer im Oktober. Auch in der Halbjahresbilanz zum Stichtag Ende März zeigten sich erste Corona-Folgen vor allem im wichtigen Markt China, aber auch schon darüber hinaus, hieß es. Trotzdem habe der Umsatz mit 2,08 Milliarden Euro leicht über dem des Vorjahres gelegen, der Gewinn legte sogar deutlich auf 23 Millionen Euro zu.

Während sich das Geschäft mit Papiermaschinen als Motor des Wachstums erwiesen habe, hätten die beiden übrigen Kernsparten Antriebstechnik und Wasserkraft Einbußen bei Umsatz, Auftragseingang und operativem Ergebnis verzeichnet, hieß es. Alle drei lieferten jedoch schwarze Zahlen, das noch vergleichsweise neue Digitalgeschäft hingegen wie erwartet weiterhin nicht.

An seinem Wachstumsziel hält Voith fest, traut sich angesichts der Corona-Krise derzeit aber keine Prognose zu. Man gehe davon aus, dass alle wesentlichen Kennzahlen im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2019/20 spürbar negativ von den Corona-Effekten beeinflusst würden, hieß es. Voith beschäftigt weltweit mehr als 19.000 Menschen.

Ein Voith-Mitarbeiter reinigt am Stammsitz in Heidenheim einen Kugelschieber eines Wasserkraftwerks.
Ein Voith-Mitarbeiter reinigt am Stammsitz in Heidenheim einen Kugelschieber eines Wasserkraftwerks.  © Stefan Puchner/dpa

Update, 9. Juni, 6.20 Uhr: Händlern im Grenzgebiet fehlt Umsatz mit Schweizer Einkäufern

Wegen der Corona-Krise können Schweizer Einkaufstouristen derzeit nicht mehr so einfach im Nachbarland Deutschland shoppen - das trifft vor allem Einzelhändler in der Grenzregion hart. Eine Umfrage unter Händlern im Südwesten habe ergeben, dass 23 Prozent aller Antwortenden einen Umsatzrückgang bis zu 80 Prozent verzeichneten, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Baden-Württemberg, Utz Geiselhart. 

Besonders betroffen seien Grenzstädte wie Konstanz, Waldshut oder Rheinfelden. "Wenn ein Standbein, auf dem ich stehe, plötzlich nicht mehr da ist, tut das weh." Einreisen nach Deutschland sind seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie nur noch sehr eingeschränkt möglich.

Zudem sei die Region Tourismusgebiet. "Und auch der war nicht existent", sagte Geiselhart. "Beides in Summe hat die Grenzregion natürlich mehr getroffen als Regionen, die weder Tourismus noch den Zufluss aus der Schweiz in größerem Maße haben. Was früher ein Vorteil war, ist jetzt ein Nachteil." 

Die Händler setzten nun auf eine hohe Nachfrage, wenn die Grenze zur Schweiz vom 15. Juni an wieder geöffnet sei. Die Hoffnung sei groß, dass die Einkäufe der Eidgenossen dann schnell wieder auf ein ordentliches Niveau steigen.

Ein Ausfuhrschein samt Rechnung liegt auf einem Einkaufswagen. Wegen der Corona-Krise können Schweizer Einkaufstouristen seit März 2020 nicht mehr so einfach in der deutschen Grenzregion einkaufen.
Ein Ausfuhrschein samt Rechnung liegt auf einem Einkaufswagen. Wegen der Corona-Krise können Schweizer Einkaufstouristen seit März 2020 nicht mehr so einfach in der deutschen Grenzregion einkaufen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 8. Juni, 18.59 Uhr: Zahl der Infizierten steigt auf 34.949

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.949 gestiegen. Das sind 19 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um vier auf 1795. Etwa 32.506 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 648 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,79 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Das Coronavirus.
Das Coronavirus.  © CDC/Zuma Press/dpa

Update, 8. Juni, 15.41 Uhr: Porsche plant zusätzliche Corona-Nachholschichten an Samstagen

Mit zusätzlichen Schichten am Samstag will der Autobauer Porsche einen Teil der in der Corona-Zwangspause ausgefallenen Produktion wieder aufholen. Im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen gehe es um etwa ein Dutzend Samstage in diesem Jahr sowie um den bevorstehenden Brückentag an diesem Freitag, sagte ein Sprecher am Montag.

Update, 8. Juni, 14 Uhr: Über 2,2 Milliarden Euro Soforthilfe ausgezahlt

Rund 241.500 Selbstständige und kleine Firmen in Baden-Württemberg haben Geld aus der Corona-Soforthilfe erhalten. Insgesamt seien mehr als 2,2 Milliarden Euro ausgezahlt worden, teilte das Wirtschaftsministerium am Montag als vorläufige Bilanz mit. Anträge konnten bis Ende Mai gestellt werden.

Den größten Teil machten sogenannte Soloselbstständige und Betriebe mit bis zu fünf Beschäftigten aus. Hier gab es den Angaben zufolge knapp 210.000 Auszahlungen. Außerdem bekamen knapp 18.000 Firmen mit sechs bis zehn Beschäftigten und knapp 14.000 Betriebe mit maximal 50 Beschäftigten Unterstützung. 

Rund 31.000 Anträge wurden abgelehnt. Das Land zahlt aus eigener Tasche rund 408 Millionen Euro, der Rest kommt vom Bund.

Die enorme Nachfrage habe gezeigt, dass das Programm den akuten Bedarf in der schwierigen Zeit getroffen habe, betonte das Ministerium. "Wir konnten so die direkten Folgen des Shutdowns abdämpfen und bedrohte Existenzen sichern", sagte Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). 

Die Krise sei allerdings noch längst nicht überstanden, deswegen werde nun in Abstimmung mit dem Bund an Nachfolgeprogrammen gearbeitet.

Über 2,2 Milliarden Euro sind geflossen. (Symbolbild)
Über 2,2 Milliarden Euro sind geflossen. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/ZB/dpa

Update, 8. Juni, 12.13 Uhr: VGH hebt Zutrittsbegrenzung im Einzelhandel auf

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat die coronabedingte Zutrittsbegrenzung im Einzelhandel für unwirksam erklärt. 

Die Richtgröße von 20 Quadratmetern Verkaufsfläche je Person im Laden ist damit vorläufig außer Vollzug gesetzt. Dies teilte der VGH am Montag in Mannheim mit. 

Er gab einem Eilantrag der Tchibo GmbH gegen die entsprechende Bestimmung in der Corona-Verordnung der Landesregierung statt.

Update, 8. Juni, 11.30 Uhr: 34.937 Infektionen

Bis Montag, 11.30 Uhr, ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vortag um sieben Fälle auf 34.937 gestiegen.

Insgesamt 32.500 Menschen sind Stand Montagmittag von ihrer Corona-Infektion genesen.
Insgesamt 32.500 Menschen sind Stand Montagmittag von ihrer Corona-Infektion genesen.  © TAG24

Update, 7. Juni, 19.06 Uhr: Keine neuen Corona-Toten in Baden-Württemberg

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg innerhalb eines Tages um 24 Personen gestiegen. Mindestens 34.930 Corona-Fälle wurden seit Beginn der Pandemie gezählt, wie das Sozialministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb bei 1791. Etwa 32.462 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 677 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, was ein weiterer Rückgang im Vergleich zum Vortag ist.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,79 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Update, 7. Juni, 14.25 Uhr: Ansturm auf Fahrschulen

Nach der wochenlangen Schließung wegen der Corona-Pandemie gibt es einem Zeitungsbericht zufolge eine hohe Nachfrage bei den Fahrschulen im Land. 

"Der Ansturm ist groß", sagte der Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg, Jochen Klima, den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag). Wer während der Zeit der Schließung weder Fahrstunden nehmen noch eine Prüfung machen konnte, werde das in aller Regel jetzt tun.

Die hohe Nachfrage bringe aber auch Probleme mit sich, sagte er dem Blatt. So könnten Fahrschulen wegen der Coronakrise nicht wie gewohnt arbeiten: Wegen der vorgeschriebenen Abstandsregeln könnten nicht so viele Fahrschüler wie sonst am Theorieunterricht teilnehmen. Außerdem fehle es an Fahrlehrern. 

Die Zwangspause habe der Branche aber nicht allzusehr geschadet. "Wir haben es gerade noch so geschafft, dass keine größere Zahl von Betrieben aufgeben musste", sagte Klima.

Die Fahrschulen im Land sind unter Auflagen seit dem 11. Mai wieder geöffnet. Schüler und Lehrer müssen eine Maske tragen und die Fahrzeuge regelmäßig gelüftet und desinfiziert werden.

Update, 7. Juni, 7.30 Uhr: Regierung stockt in Gesundheitsämtern auf

Um Kontaktpersonen von Corona-Infizierten besser ermitteln zu können, hat die Landesregierung in den vergangenen Wochen die entsprechenden Teams in den Gesundheitsämtern aufgestockt. Rund 2200 Vollzeitstellen sind laut Sozialministerium seit Anfang März in der Kontaktpersonen-Nachverfolgung dazugekommen. Insgesamt arbeiten dort mittlerweile rund 3000 Menschen.

Die Teams werden aktiv, wenn jemand positiv auf das Coronavirus getestet wird. Die Mitarbeiter machen die Menschen aus, die die Infizierten als Kontaktpersonen angeben. Mit denen treten sie in Kontakt, informieren sie und helfen bei Nachfragen. Infizierte und Kontaktpersonen müssen für zwei Wochen in Quarantäne.

Anfang März gab es bei den 38 Gesundheitsämtern im Land 461 Vollzeitstellen für diese Aufgabe. Stand 25. Mai ist man bei 2681 Stellen und rund 3000 Kräften angekommen.

Nach Angaben der Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises Esslingen, Dominique Scheuermann, war die bisher heißeste Phase für die Teams Mitte April. In der Zeit halfen zusätzlich Mitarbeiter aus dem Landratsamt aus. 

Die sind jetzt vorerst wieder weg - wegen der Corona-Beschränkungen gibt es weit weniger Meldungen. "Wir können das aber auch ganz schnell wieder hochfahren, falls die Zahlen wieder steigen würden", sagte sie.

Jasmin Schneider, Gesundheitswissenschaftlerin und Koordinatorin des Kontaktpersonenmanagement im Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen.
Jasmin Schneider, Gesundheitswissenschaftlerin und Koordinatorin des Kontaktpersonenmanagement im Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen.  © Marijan Murat/dpa

Update, 6. Juni, 18.10 Uhr: Nur noch 719 Menschen in Baden-Württemberg infiziert

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, wurden weitere 14 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Damit stieg die Gesamtanzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 34.906. Davon sind 32.396 genesen. Derzeit sind noch 719 Menschen in Baden-Württemberg infiziert. Ein weiterer Mensch starb an den Folgen von Covid-19, sodass insgesamt 1791 Personen nach einer Coronavirus-Infektion ihr Leben verloren. 

Update, 6. Juni, 13.49 Uhr: 130 Millionen Euro für Schüler-Laptops und -Tablets

Die angekündigte Anschaffung von 300.000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg nimmt konkrete Gestalt an. Am Dienstag soll sich das grün-schwarze Kabinett mit einer Vorlage aus dem Kultusministerium befassen, die das Ziel hat, für insgesamt 130 Millionen Euro Geräte kaufen zu können. 

Die Summe teilen sich Bund und Land. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: "Das bedeutet, dass für etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg Leihgeräte zur Verfügung stehen werden."

In der Kabinettsvorlage heißt es: "Zwar ist in den Schulen der Unterricht wieder schrittweise gestartet, an einen normalen Regelbetrieb mit Präsenzunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern ist wegen der Abstands- und Hygieneregeln infolge der Corona-Pandemie aber derzeit noch nicht zu denken." 

Daher sollen die Bedingungen für den Fernunterricht verbessert werden. Es dürfe nicht sein, dass ein Kind sein Schulziel nicht oder nur schwer erreiche, weil es nicht die nötige technische Ausstattung habe. Geplant sei, dass die Schulträger, also die Kommunen, "zügig" in die Geräte investieren könnten, um sie dann an Schüler verleihen zu können.

Davon sollen sowohl die Schüler an öffentlichen wie auch an privaten Schulen profitieren. Das Geld soll den Schulträgern einmalig zur Verfügung gestellt werden. Für Folgekosten wie Reparaturen und Wartungen kommt das Land aber ausdrücklich nicht auf.

Bildungsexperten und Lehrerverbände hatten seit der Schulschließungen wegen des Coronavirus Mitte März davor gewarnt, dass bestimmte Schüler abgehängt werden könnten, wenn zu Hause keine Geräte wie Laptops oder Tablets vorhanden seien oder wenn Eltern sie nicht genügend in der außergewöhnlichen Lernsituation unterstützten.

Für Folgekosten, wie etwa Reparaturen kommt das Land Baden-Württemberg nicht auf. (Symbolbild)
Für Folgekosten, wie etwa Reparaturen kommt das Land Baden-Württemberg nicht auf. (Symbolbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 6. Juni, 13.27 Uhr: Schwimmer trotzen Kälte in Freibädern

Kälte und Regen zum Trotz: Eine Reihe von Schwimmern haben am Samstag am ersten Tag der Öffnung der vier Karlsruher Freibäder nach der Corona-Krise wieder ihre Runden gezogen. 

"Die Hardcore-Schwimmer kommen immer", freute sich der Geschäftsführer der Karlsruher Bäder, Oliver Sternagel. Und das auch von weiter her: So war die erste Kundin im Sonnenbad eine Frau aus Stuttgart, berichtete er. 

Das einzige Karlsruher Warmbad im Freien zog schon am Morgen rund 30 Menschen an. "Die Stimmung ist super, die Leute freuen und bedanken sich, dass wir wieder aufmachen."

Dass am ersten Tag nur wenige kamen, war für den Karlsruher Bäderchef eine Erleichterung. "Wir müssen noch einige Abläufe üben. Das ist learning by doing." So standen im Internet zwar alle Badeampeln auf Grün. Erreichbar für Interessierte war zunächst aber nur das Turmbergbad, wo ebenfalls bis mittags schon rund 30 Badegäste gezählt wurden. Normalerweise fasst das Bad rund 2400 Gäste, wegen Corona dürfen dort jetzt höchstens 480 Menschen rein, so Sternagel. Ins Rüppurrer Bad verirrten sich nur eine Handvoll Menschen.

Die Badegäste müssen sich auf neue Regeln einstellen. Eine "Besucher-Ampel" informiert online über die Auslastung. Mund- und Nasenschutz sind beim Betreten der Bäder Pflicht, ebenso das Ausfüllen eines Formulars. Es wird in Einbahnstraßen geschwommen, Duschen und Umkleiden geht nur außen. "Mindestens 1,50 Meter Abstand gilt auch im Wasser", betonte Sternagel.

Die vier Karlsruher Freibäder gehören zu den wenigen im Südwesten, die bereits öffnen. Um die Hygieneauflagen des Landes zu erfüllen, brauchen einige Betreiber in Städten und Gemeinden mehr Zeit und nehmen den Betrieb erst kommende Woche oder später auf, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. 

Die Landesregierung hatte Ende Mai den Saisonstart für den 6. Juni freigegeben und einige Betreiber damit kalt erwischt.

Update, 6. Juni, 7.10 Uhr: Kirchen rechnen mit Millionenverlusten

Wegen der Corona-Krise rechnen die Kirchen in Baden-Württemberg mit finanziellen Einbußen in Millionenhöhe. 

Die Erzdiözese Freiburg geht von einem Rückgang der Einnahmen aus Kirchensteuern zwischen 23 und 63 Millionen Euro in diesem Jahr aus. Das Erzbischöfliche Ordinariat habe deshalb eine vorläufige Haushaltssperre erlassen, teilte ein Sprecher mit. 

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart will mit externen Experten eine Finanzstrategie für die kommenden Jahre erarbeiten.

Die Kirchensteuer ist einkommensgebunden und die wichtigste Einnahmequelle der Kirchen. Wegen der Corona-Verordnungen wurden zudem kirchliche Tagungshäuser und Bildungsstätten geschlossen. Weil die öffentlichen Gottesdienste ausfielen, gab es auch keine Kollekten. 

Der Evangelischen Landeskirche in Baden brachen dadurch nach Angaben eines Sprechers im April und Mai jeden Sonntag zwischen 40.000 und 60.000 Euro weg.

Die Coronakrise bedeutet für die Kirche handfeste finanzielle Einbußen. (Symbolbild)
Die Coronakrise bedeutet für die Kirche handfeste finanzielle Einbußen. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update, 5. Juni, 18.16 Uhr: 34.892 Infizierte, 1790 Tote

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium teilte mit, dass 49 weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert wurden (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 34.892 an. Davon sind ungefähr 32.326 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 776 Menschen im Land mit SARS-CoV-2 infiziert.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,64 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Darüber hinaus wurden zwölf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1.790 an. Unter den Verstorbenen waren 1010 Männer und 780 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Mindestens 34.892 Menschen haben sich in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert, 1790 starben.
Mindestens 34.892 Menschen haben sich in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert, 1790 starben.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 5. Juni, 15.58 Uhr: Bislang 27 weitere Infektionen, kein neuer Todesfall

Nachdem am Donnerstag nur neun nachgewiesene neue Corona-Fälle im Vergleich zum Vortag registriert wurden, sind am Freitag bislang (Stand: 15 Uhr) 27 weitere hinzugekommen. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich in Baden-Württemberg nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, auf 34.870 an.

Außerdem ist bislang am Freitag kein weiterer neuer Todesfall gemeldet worden.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Baden-Württemberg.
Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Baden-Württemberg.  © TAG24

Update, 5. Juni, 14.17 Uhr: Weitere Lockerungen beim Tanzsport und Tennis

Wie das baden-württembergische Kultusministerium mitteilt, werden ab dem morgigen Samstag weitere Änderungen in der Corona-Verordnungen hinsichtlich des Sports in Kraft treten. Demnach müssen beim Tanzsport Trainings- und Übungseinheiten mit Raumwegen individuell, in Gruppen von maximal zehn Personen oder bis zu zehn festen Paaren auf einer Fläche stattfinden, die so bemessen ist, dass pro Person oder pro Tanzpaar mindestens 25 Quadratmeter zur Verfügung stehen (statt bisher 40 Quadratmeter pro Person oder Paar). 

Beim Ballett müssen Trainings- und Übungseinheiten an der Stange so ausgeführt werden, dass ein Mindestabstand von 2,5 Metern eingehalten wird. Ferner gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln, auch die Dokumentation der teilnehmenden Personen muss weiterhin erfolgen. Diese Regelungen werden auch für den Tanzunterricht an Musik- und Jugendkunstschulen in der für diese Schulen geltenden Verordnung getroffen.

"Baden-Württemberg ist auch eine Hochburg des Tanzsports und Balletts. Wir haben Tanzen und Ballett deshalb als gesonderten Punkt in die Verordnung aufgenommen und die Regeln so gestaltet, dass sie den Vereinen sowie Tanz- und Ballettschulen eine klare Orientierung bieten und praktikabel sind", sagt Kultus- und Sportministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).

Neu ist außerdem, dass das Tennisspiel im Doppel in Baden-Württemberg ab sofort wieder zulässig ist. Seit dem 11. Mai 2020 ist das Tennisspielen im Einzel unter entsprechenden Auflagen bereits erlaubt gewesen. Die positive Entwicklung beim Infektionsgeschehen ermöglicht nun den Schritt, auch Doppelpartien zu ermöglichen."Es freut mich sehr, dass die Tennisbegeisterten in Baden-Württemberg diesen schönen Sport nun auch wieder im Doppel ausüben können", so Ministerin Eisenmann. 

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).  © Marijan Murat/dpa

Update, 5. Juni, 14.05 Uhr: Bürgermeister ruft zur Zurückhaltung beim Feiern auf

Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, hat dazu sich weiterhin an die Corona-Ordnung zu halten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Da am vergangenen Pfingstwochenende viele Verstöße gegen die Corona-Verordnung auf dem Kleinen Schlossplatz gab. 

Schairer sagte: "Wir haben beim Kampf gegen die Corona-Pandemie bereits einige Erfolge erzielt. Die Infektionszahlen in Stuttgart sind rückläufig, deshalb konnten viele Einschränkungen aufgehoben werden, die zur Eindämmung des Coronavirus notwendig waren. Es ist verständlich, dass die Bürgerinnen und Bürger nach den harten Einschnitten der vergangenen Wochen zurück wollen zur Normalität. Dabei dürfen wir aber nicht leichtsinnig werden".

Update, 5. Juni, 12.35 Uhr: Kinos dürfen wieder Filme zeigen - aber nicht überall großer Ansturm

Seit dieser Woche dürfen Filmfans nach langer Corona-Pause wieder ins Kino gehen - doch der große Ansturm blieb zumindest in Ravensburg bisher aus. "Wir hatten am Vorabend 60 bis 70 Besucher bei 22 Vorführungen", sagte Gallion Anastassiades vom Kino CineParC am Freitag. "Normalerweise sind es unter der Woche zwischen 300 und 400 Zuschauer." Viele Menschen hätten noch ein wenig Angst, ins Kino zu gehen, bei anderen sei durch die Corona-Krise auch das Geld knapp.

"Dazu kommt, dass es kaum neue Filme gibt", sagte Anastassiades. Wegen der Schließungen mussten Filmstarts verschoben werden, zudem warten viele Verleiher noch ab, da es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen zum Start der Kinos gibt. Er hoffe nun, dass die Zahlen in der nächsten Zeit wieder anziehen, sagte der Kinobetreiber. "Über das Wochenende sollte es langsam anlaufen."

In Baden-Württemberg sind seit dem 1. Juni wieder öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen für weniger als 100 Menschen erlaubt. Voraussetzung dafür ist, dass die Hygiene- und Abstandsvorgaben wegen des Coronavirus eingehalten werden. Von der Lockerung profitierten neben den Kinos auch Theater.

Viele Kinos blieben leer.
Viele Kinos blieben leer.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 5. Juni, 11.40 Uhr: IG Metall: Folgen der Corona-Krise nicht auf Beschäftigte abwälzen

Die IG Metall fürchtet in der Corona-Krise einen "sozialen Kahlschlag" in vielen Unternehmen. "Es verstärkt sich bei uns der Eindruck, dass die Krise überproportional auf den Schultern der Beschäftigten abgeladen werden soll", sagte Bezirkschef Roman Zitzelsberger am Freitag in Stuttgart. 

Ankündigungen von Sparplänen und Stellenabbau nähmen zu. Zugleich seien die Gespräche mit den Arbeitgebern über Möglichkeiten zur Bewältigung der Krise "äußerst schwierig", sagte Zitzelsberger. Die IG Metall habe eine Kampagne mit zehn Forderungen ins Leben gerufen, um der Entwicklung entgegenzuwirken. Kernpunkte sind die Sicherung von Arbeitsplätzen und Einkommen, aber auch der Gesundheitsschutz der Beschäftigten.

Update, 5. Juni, 10.24 Uhr: CDU-Fraktion will rasch weitere Lockerung der Auflagen für den Handel

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Claus Paal, fordert rasch weitere Erleichterungen für den Südwest-Einzelhandel. Paal sagte am Freitag in Stuttgart: "Der aktuelle Pandemieverlauf würde es beispielsweise ohne weiteres zulassen, die Zutrittsbegrenzung von 20 Quadratmeter Verkaufsfläche je Person auf zehn Quadratmeter zu senken." Baden-Württemberg sei eines der wenigen Länder, die diese Lockerung noch nicht vollzogen haben. Mit dieser einfachen und kostenfreien Maßnahme könne man den Handel unterstützen, ohne leichtsinnig zu werden. "Denn die Maskenpflicht, Abstandsregelungen und andere Hygienevorschriften blieben davon selbstverständlich unberührt."

Zugleich sprach sich Paal für eine Lockerung der Regelung bei verkaufsoffenen Sonntagen aus. Gemeinden im Südwesten dürfen derzeit maximal drei solcher Sonntage im Jahr erlauben. Es muss zudem einen bestimmten Anlass geben, um die Läden an einem Sonntag zu öffnen. Das soll nach Vorstellungen Paals ausgesetzt werden. "Mindestens für das restliche Jahr 2020 sollten Kommunen unbürokratisch selbst entscheiden können, was ihr Handel vor Ort benötigt, um bald wieder auskömmliche Umsätze zu erzielen."

Update, 5. Juni, 06.10 Uhr: Erste Freibäder in Baden-Württemberg öffnen

An diesem Samstag werden die ersten Freibäder in Baden-Württemberg geöffnet. Um die Hygieneauflagen des Landes zu erfüllen, brauchen einige Betreiber in Städten und Gemeinden mehr Zeit und nehmen den Betrieb erst kommende Woche oder später auf, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Landesregierung hatte Ende Mai den Saisonstart für den 6. Juni freigegeben.

Auf die genauen Vorgaben der Landesregierung für Schwimmbäder und Badeseen mussten die Betreiber bis Donnerstag warten. Für viele sei dies für eine Öffnung schon am Samstag zu kurzfristig, hieß es von Städten und Gemeinden. "Die Badegewohnheiten werden sich durch die Corona-Pandemie deutlich verändern", sagte der Vorsitzende des Landesverbands Deutscher Schwimmmeister, Edgar Koslowski.

Die Freibadsaison dauert in der Regel von Mai bis September. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Bäder im Südwesten vorerst geschlossen bleiben. Manche Freibäder bleiben in diesem Jahr komplett zu.

Update, 5. Juni, 06.08 Uhr: Nur neun neue Corona-Infektionen

Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg auf einen Tiefstand gesunken. Das Sozialministerium in Stuttgart meldete am Donnerstag nur neun nachgewiesene neue Fälle im Vergleich zum Vortag (Stand: 16.00 Uhr). Vor zwei Monaten, am 4. April, lag die Zahl noch bei 1335.

Seit Beginn der Pandemie wurden mindestens 34.843 Menschen im Land nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 6 auf 1778. Etwa 32 209 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen, hieß es. Geschätzt seien noch 856 Menschen im Land mit dem Virus infiziert.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,70 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Update, 4. Juni, 14.50 Uhr: Kretschmann: Konjunkturpaket des Bundes ist mutig

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält das von der Bundesregierung angekündigte milliardenschwere Konjunkturpaket für "ambitioniert und mutig". "Es hat wichtige Komponenten, die die Wirtschaft fördern können und die Zukunft gestalten. Auch in sozialer Hinsicht scheint es ausgewogen", teilte Kretschmann am Donnerstag in Stuttgart mit. Die Innovationsprämien für Elektroautos und Hybride seien ein zusätzlicher Kaufanreiz.

Kretschmann hatte sich zuvor für Kaufprämien auch für Autos mit den neuesten und schadstoffärmsten Verbrennermotoren ausgesprochen. Die kommen nach der Berliner Entscheidung von Schwarz-Rot jetzt aber nicht. Der Grünen-Politiker meinte, über die geplante Senkung der Mehrwertsteuer würden nun alle Autokäufe gefördert - auch wenn es um ältere Fahrzeuge gehe. Das sehe er kritisch. Die Senkung der Mehrwertsteuer sei eine teure "Gießkanne". "Und es steht noch aus, ob die Senkung tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben wird."

Hingegen sei die ökologische Umgestaltung der KfZ-Steuer längst fällig gewesen. "Ich freue mich, dass diese wichtigen Forderungen, die wir erhoben haben, übernommen wurden." Das gelte auch für das angekündigte Engagement des Bundes beim Ausbau der Ladesäulen für Elektroautos. Auch der geplante Familienbonus sei ein gutes Signal. "Wichtig ist, dass hier eine soziale Abstufung vorgenommen wird."

Vizeregierungschef Thomas Strobl (CDU) bezeichnete das Konjunkturpaket als einen großen Wurf. So helfe die Senkung der Mehrwertsteuer umsatzstarken Branchen in Baden-Württemberg, auch der Automobilwirtschaft. Die große Koalition in Berlin hatte sich auf ein Konjunkturpaket zur Stützung der Wirtschaft in der Corona-Krise geeinigt. Es hat einen Gesamtumfang von 130 Milliarden Euro.

Update, 4. Juni, 14.24 Uhr: Daimler: Konjunkturpaket ist ein guter Kompromiss

Der Autobauer Daimler sieht in dem Konjunkturpaket der Bundesregierung einen "guten, überparteilichen Kompromiss". Es sei wichtig, dass es nun schnell ein wirksames Programm zur Stützung der Konjunktur gebe, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das begrüße man sehr. "Die Absenkung der Mehrwertsteuer ist aus unserer Sicht ein wichtiges Signal zur Stärkung der Binnennachfrage", hieß es zudem. "Die im Zukunftspaket enthaltenen Maßnahmen für klimafreundliche Mobilität von Nutzfahrzeugen und Pkw sind sinnvoll und unterstützen unsere zentralen Aufgaben der Transformation der Automobilindustrie: Digitalisierung und CO2-Neutralität."

Die große Koalition in Berlin hatte sich zuvor auf ein Konjunkturpaket zur Stützung der Wirtschaft in der Corona-Krise geeinigt. Es hat einen Gesamtumfang von 130 Milliarden Euro. Neben einer generellen Mehrwertsteuersenkung wurden darin auch eine Erhöhung der Kaufprämien für reine Elektro- sowie für Hybridautos und die Förderung von Investitionen und Forschung und Entwicklung im Bereich von Zukunftstechnologien vereinbart. Eine Kaufprämie für Autos auch mit modernen Verbrennungsmotoren, für die sich neben anderen auch Daimler-Chef Ola Källenius ausgesprochen hatte, gibt es dagegen nicht.

Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht zeigte sich nicht glücklich mit dem Konjunkturpaket. "Ich bin enttäuscht darüber, dass die Kaufprämie für Neufahrzeuge mit der neuesten Technologie für Verbrenner nicht kommt", sagte er der "Automobilwoche". Wie stark der Corona-Schock den Konzern treffe, werde die Bilanz des zweiten Quartals schonungslos offenlegen. "Wir werden Arbeitsplätze dauerhaft verlieren. Nun geht es darum, diese Zahl so gering wie möglich zu halten", sagte Brecht.

Update, 4. Juni, 14.07 Uhr: Ab 6. Juni können Bäder unter Auflagen wieder öffnen

Mit beschränkter Gästezahl, Mindestabstand und anderen Hygienemaßnahmen kann am Samstag die Badesaison im Südwesten beginnen. Das geht aus den Regelungen für Schwimmbäder und Badeseen hervor, die die Landesregierung am Donnerstag veröffentlichte. Dass für Wasserratten und Sonnenanbeter die Corona-Zwangspause endet, war bereits bekannt. Nicht aber, an welche Regeln sich die Betreiber halten müssen.

Die Zahl der zugelassenen Badegäste hängt demnach von der Wasserfläche ab: Pro zehn Quadratmeter Fläche darf eine Person ins Schwimmerbecken. Im Nichtschwimmerbecken gelten vier Quadratmeter pro Person. Im denkmalgeschützten Hallenbad Heslach in Stuttgart dürften nach dieser Rechnung rund 30 Gäste gleichzeitig in dem 25 mal 12,5 Meter großen Schwimmerbecken planschen.

Alternativ können Bäder die einzelnen Schwimmbahnen unterteilen. Pro 50-Meter-Bahn sind laut Landesregierung zehn Schwimmer zugelassen. "Innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen", teilte das Sozialministerium mit. Auch die Zahl der Sonnenanbeter auf den Liegewiesen sowie die der Gäste insgesamt im Freibad sind beschränkt.

Außerdem muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Körperkontakt soll vermieden werden. Toiletten und Umkleiden sollen so eingerichtet werden, dass wenige Menschen miteinander in Kontakt kommen. Wie in Restaurants müssen Gäste ihre Kontaktdaten hinterlegen, damit Infektionsketten nachvollzogen werden können. Die Regeln gelten für Frei-, Hallen-, Thermal- und Spaßbäder sowie für Badeseen.

Schwimmbäder dürfen wieder öffnen.
Schwimmbäder dürfen wieder öffnen.  © Photo by Marc-Antoine Roy on Unsplash

Update, 4. Juni, 13.07 Uhr: Neues Formular erleichtert Übertritt an deutsch-französischer Grenze

Eine neues Formular soll den Übertritt für Grenzgänger zwischen Deutschland und Frankreich erleichtern. Mit Frankreich sei eine gemeinsame Selbsterklärung für Grenzgänger mit Wohnsitz im Bereich der französischen Départements Bas-Rhin, Haut-Rhin oder Moselle sowie der deutschen Bundesländer
Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erarbeitet worden, teilte die Bundespolizei in Koblenz am Donnerstag mit. Den Vordruck könne man sich im Internet auf der Seite der Bundespolizei herunterladen, das Formular solle man ausgefüllt mit sich führen.

Nach wie vor gelte: Zur Einreise nach Deutschland brauche es einen triftigen Grund. Einreisen aus touristischen Gründen oder zum Einkaufen seien auch für die Bevölkerung im Grenzraum weiterhin nicht gestattet, teilte die Bundespolizei mit. Mit der Selbstdeklaration können Grenzgänger berufliche, familiäre, medizinische sowie schul-, ausbildungs- oder studiumsspezifische Gründe als triftige Gründe erklären. Auf beiden Seiten der Grenzen gibt es noch bis zu 15. Juni Stichproben-Kontrollen, ob die Regeln eingehalten werden.

Vom 16. März bis 16. Mai hatte es systematische Kontrollen an der Grenze zu Frankreich an überwachten Übergängen gegeben. Mit den Grenzkontrollen sollte die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Auch zur Einreise nach Frankreich braucht man einen triftigen Grund.

Update, 4. Juni, 13.01 Uhr: Mehrere Verstöße in Kneipe

In einer Kneipe in Freiburg wurden am Mittwoch mehrere Verstöße gegen die Corona-Verordnung begangen. Wie die Polizei mitteilt, hielten sich in der Kneipe rund 40 bis 50 Leute auf, die vorgeschriebene Abstände nicht einhielten. 

Mehr Infos dazu hier

Update, 4. Juni, 12.10 Uhr: Keine Quarantäne mehr nach Einreisen aus Ländern außerhalb Europas

 Die grün-schwarze Landesregierung hat weitere Lockerungen von Corona-Maßnahmen angekündigt. Wer aus Staaten außerhalb des Schengenraums, also außerhalb Europas, nach Baden-Württemberg einreist, muss nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne. Das erklärte die Corona-Lenkungsgruppe am Mittwochabend in Stuttgart. Nach Angaben eines Regierungssprechers soll dies ab diesem Freitag gelten. Die Quarantäne soll es nur noch dann geben, wenn ein Mensch aus einem Land einreist, das mehr als 50 Infektionen mit Corona pro 100 000 Einwohner aufweist.

Ausnahmen seien aber auch dann für bestimmte Berufsgruppen möglich, zum Beispiel für Lastwagenfahrer, erklärte die Lenkungsgruppe. Für Einreisen aus den EU-Ländern sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Großbritannien nach Baden-Württemberg war die zweiwöchige Quarantäne bereits Mitte Mai aufgehoben worden.

Zudem kündigte die Lenkungsgruppe intensivere Kontrollen der Behörden von Sammelunterkünften an, in denen Baustellenarbeiter untergebracht sind. Ziel sei es, dort Infektionsherde zu vermeiden.

Reisebusse sollen ab dem 15. Juni wieder fahren dürfen. Dazu erarbeiteten das Verkehrs- und das Sozialministerium ein Hygienekonzept. In anderen Bundesländern sind Busreisen unter Einhaltung der Hygieneregeln bereits wieder erlaubt - etwa im Saarland oder in Nordrhein-Westfalen.

Update, 4. Juni, 11.48 Uhr: FDP sieht Kretschmann als Verlierer bei Konjunkturpaket

Die oppositionelle FDP sieht das Konjunkturpaket der Bundesregierung als Schlappe für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Kretschmann sei mit seiner Forderung nach Kaufprämien für Verbrennungsmotoren nicht durchgedrungen, sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke am Donnerstag in Stuttgart. Der Ministerpräsident sei zweifelsohne der große Verlierer. Kretschmann hatte sich für eine allgemeine Kaufprämie für Autos ausgesprochen. Die große Koalition hingegen hatte sich in den Verhandlungen um Konjunkturhilfen in der Corona-Krise gegen eine Kaufprämie für abgasarme Benziner und Dieselautos entschieden.

Die Spitzen von Union und SPD beschlossen am Mittwoch allerdings deutlich höhere Prämien für Elektroautos bis Ende 2021 "im bestehenden System" - dabei werden auch Plug-ins über einen "Umweltbonus" beim Kauf gefördert.

Nach Rülkes Auffassung wird Baden-Württemberg nicht im besonderen Maße von dem gesamten Konjunkturpaket profitieren. Die Schlüsselindustrien wie Maschinenbau, Fahrzeugbau und Zulieferer seien nicht berücksichtigt worden.

Update, 4. Juni, 11.05 Uhr: Corona-Krise trifft Maschinenbauer besonders hart

Die Corona-Krise hat die baden-württembergischen Maschinenbauer im April mit voller Wucht getroffen. Die Bestellungen brachen gegenüber dem Vorjahresmonat bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 41 Prozent ein, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Das sei der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise 2008/2009, sagte Geschäftsführer Dietrich Birk. Die Inlandsorders sanken um 24 Prozent. Die Auslandsbestellungen brachen um 48 Prozent ein.

Die Maschinenbauer im Südwesten sind von der Corona-Krise heftiger betroffen als die gesamte Branche in Deutschland, die ein Gesamtminus von 31 Prozent verzeichnete. "Der April lässt uns die Auswirkungen des internationalen Lockdowns deutlich erkennen. Die Frage ist, wie lange der dramatische Auftragseinbruch andauern wird", sagte Birk weiter. Die Unternehmen und die gesamte Wirtschaft müssten schnell wieder in Tritt kommen, um Arbeitsplätze zu sichern.

Im statistisch stabileren Drei-Monats-Zeitraum Februar bis April 2020 zeigt sich die Entwicklung nicht ganz so dramatisch. Insgesamt gingen die Bestellungen um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück.

Ein Arbeiter eines Maschinen- und Anlagenbauers arbeitet an einer Wasserturbine.
Ein Arbeiter eines Maschinen- und Anlagenbauers arbeitet an einer Wasserturbine.  © Stefan Puchner/dpa

Update, 4. Juni, 8.15 Uhr: Vollversammlung des Weltkirchenrats wird verschoben

Die Vollversammlung des Weltkirchenrats, die 2021 in Karlsruhe stattfinden sollte, wird verschoben. Grund seien insbesondere die "unkalkulierbaren globalen Risiken im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie", teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwochabend mit. Die Versammlung soll nun in der zweiten Jahreshälfte von 2022 stattfinden, der Standort Karlsruhe bleibe bestehen.

Das alle acht Jahre stattfindende Treffen wird erstmals in Deutschland abgehalten. Der Weltkirchenrat vereint fast 350 Kirchen aus mehr als 120 Ländern. Er repräsentiert mehr als 500 Millionen Christen. Die katholische Kirche gehört dem Rat nicht an.

Update, 4. Juni, 8.12 Uhr: Staatstheater startet mit Parcours

Fast ist das Aufatmen zu spüren, das in diesen Tagen durch das Stuttgarter Staatstheater zieht. Monatelang musste das Dreispartenhaus seine Türen für Kulturfreunde geschlossen halten, nun öffnet es sich nach der Corona-Zwangspause wieder. Zaghaft zwar, um die nach wie vor strengen Auflagen zu beachten. Aber dafür mit einem eindrucksvollen, enorm aufwendigen und gemeinsamen Kraftakt von Theater, Oper und Ballett. "Das ist ein Befreiungsschlag für uns, der zeigt, dass man auch aus einer Not eine Tugend machen kann", sagt Schauspielintendant Burkhard Kosminski vor dem Premierenabend (Freitag/ab 18 Uhr).

Unter dem Titel "Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind" will das Staatstheater an sieben Abenden kleine Besuchergruppen auf einem Parcours durch das Gebäude leiten. Ein Rundgang, der auch den Mangel der vergangenen Monate verdeutlichen soll: Es wird endlich wieder getanzt, gespielt und zitiert, musiziert und gesungen - in einem Lastenaufzug ebenso wie im Orchestergraben, in der Hofeinfahrt und in der Lobby, in den Windfängen der Eingangstüren und in der Wandelhalle der Oper, in der Garderobe und auf der Bühne.

Unter Leitung von Kosminski, Ballettintendant Tamas Detrich und Generalmusikdirektor Cornelius Meister wollen die Tänzer, Sänger, Schauspieler und Orchestermusiker die Schlupfwinkel des gesamten Hauses ausnutzen und das Gebäude in ein poetisches Labyrinth verwandeln. Ein Erlebnis für Augen und Ohren - wenngleich nur für wenige. An den wenigen Abenden sollen jeweils 16 kleinere Gruppen durch das Haus geführt werden.

Tänzerin Anna Osadcenko tanzt während einer Probe zu dem Theaterparcours.
Tänzerin Anna Osadcenko tanzt während einer Probe zu dem Theaterparcours.  © Bernhard Weis/Staatstheater Stuttgart/dpa

Update, 3. Juni, 22.16 Uhr: Antikörper-Tests in Stuttgart

In Zusammenarbeit mit dem Tübinger Diagnostiklabor CeGaT könnt Ihr Euch jetzt in Stuttgart auf Corona-Antikörper testen lassen. 

Wie es in einer Mitteilung heißt, finden die Tests in der Büchsenstraße 20 statt, direkt an der S-Bahn-Station Stadtmitte. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob Ihr bereits eine Corona-Infektion durchlaufen habt, könnt Ihr Euch dort montags bis freitags (9 bis 18 Uhr) Gewissheit verschaffen. Kosten für die Kontrolle: 45 Euro.

Alles dazu könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 3. Juni, 19.30 Uhr: Reisebusse fahren wieder

In Baden-Württemberg sollen nach den Plänen der Landesregierung ab dem 15. Juni wieder Reisebusse fahren dürfen. Das teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Es werde eine Verordnung angestrebt, die Busreiseunternehmen ermögliche, ihr Geschäft wieder aufzunehmen. Sozial-, Verkehrs- und Justizministerium sollen in der kommenden Woche eine entsprechende Hygieneverordnung erarbeiten.

In anderen Bundesländern sind Busreisen unter Einhaltung der Hygieneregeln bereits wieder erlaubt - etwa im Saarland oder in Nordrhein-Westfalen. In Hamburg dürfen bei Busreisen allerdings höchstens 50 Prozent der Plätze besetzt werden, zudem müssen Reisende eine Maske tragen. 

In Bayern startete der touristische Busverkehr bereits Ende Mai - allerdings sind Gruppenreisen bisher ausgenommen. In Rheinland-Pfalz sollen Busreisen ab 10. Juni wieder möglich sein.

Update, 3. Juni, 17.50 Uhr: Jetzt 1772 Tote und 34.834 Infizierte

Die Zahl der Corona-Toten ist am Mittwoch um zwölf auf insgesamt 1772 gestiegen.

Zudem wurden dem Gesundheitsministerium bis 16 Uhr weitere 47 bestätigte Infektionen gemeldet, damit steigt die Zahl der Infektionsfälle auf nunmehr mindestens 34.834. "Davon sind ungefähr 32.096 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 966 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert", so das Ministerium weiter. 

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,79 angegeben.

In Baden-Württemberg gibt es noch 966 aktive Infektionsfälle. (Symbolbild)
In Baden-Württemberg gibt es noch 966 aktive Infektionsfälle. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. Juni, 15.40 Uhr: Sorgen um Ausbildungsplätze

In Industrie und Handel sind die Zahlen alarmierend: Jeder dritte Ausbildungsbetrieb sieht sich wegen der Corona-Krise gezwungen, die Ausbildung ganz oder teilweise auszusetzen. 

Das ergab eine Umfrage des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) bei rund 3300 Ausbildungsbetrieben im Land. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) will gegensteuern: Von Kurzarbeit betroffene Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten sollen eine Ausbildungsprämie von 3000 Euro erhalten - insgesamt rund 17 Millionen Euro im Land.

Es sei klar, dass die bisherigen Maßnahmen im Bereich Ausbildung angesichts der Wucht der Pandemie nicht ausreichten, sagte Hoffmeister-Kraut am Mittwoch beim Besuch eines Ausbildungszentrums in Stuttgart. Auch der Handwerkstag fordert Hilfen - etwa für jene Betriebe, die weiterhin genauso viel oder sogar noch mehr junge Menschen ausbilden als bisher.

Die Agentur für Arbeit sieht die Lage noch nicht ganz so dramatisch. Schon vor Corona habe man einen Rückgang beim Lehrstellenangebot um sechs Prozent ermittelt - das sei aber in erster Linie konjunkturbedingt gewesen, hieß es von der Behörde. Nach aktueller Erhebung hätten lediglich zwei bis drei Prozent der Betriebe angegeben, nicht ausbilden zu wollen, darunter vor allem Hotellerie und Gastronomie.

Der Unterschied in der Wahrnehmung liegt vor allem daran, dass die Arbeitsagentur alle Firmen nach ihren Ausbildungsplänen befragt, die Kammern hingegen jene Betriebe abfragen, die ohnehin schon ausbilden. Dann sind auch die Zahlen höher - wie beim BWIHK: Laut dessen aktueller Umfrage könnten fast 8600 von insgesamt rund 26.000 ausbildenden Unternehmen die Ausbildung ganz oder in Teilen aufgeben.

"Die Folgen der Corona-Pandemie kommen nun mit voller Wucht am Ausbildungsmarkt an", erklärte Marjoke Breuning, Chefin der IHK Stuttgart. "All jene, die heute nicht ausgebildet werden, fehlen in den Betrieben als qualifizierte Fachkräfte, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt." 

BWIHK-Chef Wolfgang Grenke forderte Anreize für die Ausbildung: Das Land solle die Hälfte der Ausbildungsvergütung jener Azubis übernehmen, die im Herbst starten.

Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold sieht das ähnlich: Die geplante Prämie sei ein wichtiger Baustein. "Wir brauchen jedoch zusätzlich einen Bonus als Entlastung und Anreiz für alle Betriebe, die weiter oder sogar verstärkt ausbilden wollen." Dies ließe sich etwa über eine Beteiligung des Staates an den Ausbildungskosten bewerkstelligen.

Update, 3. Juni, 15.16 Uhr: Grafik mit aktuellen Zahlen

Grafik mit aktuellen Zahlen.
Grafik mit aktuellen Zahlen.  © TAG24

Update, 3. Juni, 13.45 Uhr: Umweltminister: "Masken und Einweghandschuhe haben im Altkleider-Container nichts verloren"

Durch die Corona-Krise hat sich auch die bereits zuvor angespannte Situation bei Alttextilien verschärft - unter anderem durch Einbrüche beim Export und dem Vertrieb von Recyclingprodukten. Wie das baden-württembergische Umweltministerium jetzt mitteilte, sei darüber hinaus die Qualität des Sammelguts in den vergangenen Monaten deutlich schlechter geworden.

So würde immer mehr Restmüll seinen Weg in Altkleider-Container finden, inklusive gebrauchter Schutzmasken und Einweghandschuhen. Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne) ist entsetzt: "Masken und Einweghandschuhe haben im Altkleider-Container nichts verloren."

Er appelliere an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Menschen. Masken und Handschuhe sind über den Restmüll zu entsorgen.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne).
Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne).  © Edith Geuppert/dpa

Update, 3. Juni, 13.24 Uhr: "Tango-Petition" vor dem Stuttgarter Rathaus

Zeitgleich mit über vierzig Städten in Deutschland nimmt auch Stuttgart an der Übergabe der Petition "Weltkulturerbe Tango Argentino in Deutschland retten" teil. Da der argentinische Tango ein "berührungsintensiver" Tanz ist und deshalb besonders von den Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Verordnungen betroffen ist, braucht es finanzielle Hilfen und konkrete Unterstützung für alle Tangeschaffenden, schreiben die Initiatoren der Kampagne in einer Pressemitteilung. 

Vor dem Stuttgarter Rathaus tanzten mehrere Paare, die sich jeweils in sicherem Abstand zueinander befanden, Tango, um auf die Situation der Tango-Szene in Stuttgart und deutschlandweit aufmerksam zu machen. 

Tango-Paare tanzen vor dem Stuttgarter Rathaus.
Tango-Paare tanzen vor dem Stuttgarter Rathaus.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Update, 3. Juni, 13.02 Uhr: Aufträge und Umsätze der Industrie eingebrochen

Die Corona-Pandemie hat die Aufträge in der baden-württembergischen Industrie massiv einbrechen lassen. Im Vergleich zum April 2019 betrug das Minus im April 2020 mehr als 43 Prozent. Der Produktionsrückgang betrug im selben Monat fast 36 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Die Umsätze der Industriebetriebe gingen um gut 35 Prozent zurück. Gleichzeitig werde bereits den vierten Monat in Folge ein Abbau der Beschäftigung verzeichnet.

Der massive Rückgang der Aufträge übertreffe selbst die stärksten Einbrüche der Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009, teilten die Statistiker mit. Die Bestellungen aus dem Ausland seien mit 47 Prozent noch stärker zurückgegangen als die Inlandsaufträge (minus 38 Prozent).

Update, 3. Juni, 12.28 Uhr: Land fördert Projekte zur medizinischen Primärversorgung

Die Primärversorgung ist für Patientinnen und Patienten zumeist die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Bislang erfüllt diese Funktion vor allem der Hausarzt.

Das baden-württembergische Sozialministerium hat bereits im vergangenen Jahr einen Förderaufruf zu sogenannten Primärversorgungszentren veröffentlicht, in denen Angehörige unterschiedlichster Gesundheitsberufe eng zusammenarbeiten und Bürgerinnen und Bürgern eine umfassende Betreuung bieten. 

Jetzt unterstützt das Land weitere Projekte mit jeweils bis zu 300.000 Euro, wie das Sozialministerium mitteilte. "Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir bislang strikt getrennte, einzelne Sektoren der medizinischen Versorgung noch enger miteinander verknüpfen müssen", wird Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne) in der Mitteilung zitiert.

"Primärversorgungszentren bieten neben einer Erstberatung und medizinischen Grundversorgung, auch präventive, gesundheitsfördernde, kurative, pflegerische, rehabilitative oder palliative Angebote. Unser Ziel ist es, dass jede und jeder künftig möglichst nah am Wohnort ein passendes Angebot finden kann", fügte Lucha hinzu.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne).
Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 3. Juni, 10.43 Uhr: Schülervertreter: An den Schulen geht es drunter und drüber

Schülervertreter fordern klarere Regeln für den Unterricht in Corona-Zeiten. Momentan gehe es an den Schulen drunter und drüber, sagte der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, Leandro Cerqueira Karst, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. 

Teilweise würden Schüler benotet, teilweise auch nicht. "Schüler und Lehrer fühlen sich etwas alleingelassen." Zwar müssten Schulen gewisse Freiheiten haben, um je nach eigener Lage handeln zu können. Wenn die Situation wegen Corona aber andauere, müsse es Konzepte vom Kultusministerium geben.

Wenn nach den Sommerferien noch Lernen zu Hause über moderne Medien nötig sei, müsse man sich auch Gedanken über die Bewertung der Leistungen machen. Alle Schüler bräuchten dafür allerdings die nötige technische Ausstattung, sagte Cerqueira Karst. 

Er pflichtete damit im Grundsatz dem Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz bei, der klare Regeln für das Lernen zu Hause in Corona-Zeiten gefordert hat. "Wenn das Klassenzimmer ins Netz verlegt wird, müssen dieselben Regeln gelten wie in der Schule", sagte Schwarz. Bislang gibt es für die seit Wochen anhaltenden Heimlernphasen der Schüler keine Noten.

Leandro Cerqueira-Karst, Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg.
Leandro Cerqueira-Karst, Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg.  © Oliver Willikonsky/dpa

Update, 3. Juni, 6.44 Uhr: Azubi-Sorgen wegen Corona - Wirtschaftsministerin besucht Ausbildungszentrum

Welche Folgen die Corona-Pandemie im Bereich Ausbildung hat, steht noch nicht fest - doch Sorgen gibt es längst. Durch die Auswirkungen der Pandemie drohe zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres im Herbst ein Rückgang freier Plätze, heißt es beim Wirtschaftsministerium. 

Ressortchefin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU) will deshalb um 10 Uhr dem Elektrotechnologiezentrum in Stuttgart, einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum, einen Förderbescheid in Höhe von knapp 400.000 Euro überreichen. Damit sollen Lehrgänge für Azubis im Elektrohandwerk unterstützt werden.

Der baden-württembergische Handwerkstag hatte auf die Problematik bereits hingewiesen; einer Umfrage der Organisation zufolge zog bereits Anfang Mai gut ein Viertel der Handwerksbetriebe im Land in Erwägung, wegen Corona an Azubi-Stellen zu sparen. Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold forderte daraufhin vom Land Ausbildungsboni für neue oder zusätzliche Lehrstellen.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU).
Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU).  © Marijan Murat/dpa

Update, 2. Juni, 18.12 Uhr: Zahl der Infizierten steigt auf 34.787

Die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg ist auf 34.787 angestiegen. Davon sind 31.996 Personen wieder genesen. Aktuell sind 1031 Menschen noch infiziert. Verstorben sind 1760 Menschen.

Das Coronavirus in der Detailaufnahme.
Das Coronavirus in der Detailaufnahme.  © CDC/Zuma Press/dpa

Update, 2. Juni, 17.24 Uhr: Noch 16 Corona-positive Mitarbeiter in Fleischfabrik

Birkenfeld - In einer stark vom Coronavirus betroffenen Fleischfabrik in Birkenfeld bei Pforzheim wurden zuletzt nur noch wenige Infizierte festgestellt. In einer dritten Testrunde seien noch 16 der 750 Beschäftigten positiv auf das Virus getestet worden, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Brigitte Joggerst, am Dienstag. "Das entspricht nur etwa zwei Prozent." Beim zweiten Testlauf Mitte Mai war noch bei zehn Prozent der Mitarbeiter das Virus nachgewiesen worden.

In der Fleischfabrik hatte es etwa 400 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Viele Mitarbeiter mussten in häusliche Quarantäne. Auch andernorts hatte es in Schlachthöfen hohe Zahlen von Corona-Infektionen gegeben. Neben Birkenfeld waren Belegschaften in Coesfeld und Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) sowie in Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein betroffen.

Update, 2. Juni, 14.34 Uhr: Vorzeitiges Spielzeitende sorgt für Streit in Konstanzer Kulturszene

Die Corona-Pandemie hat die aktuelle Spielzeit in Konstanz vorzeitig beendet und sorgt nun für einen heftigen Streit in der städtischen Kulturszene. Der Intendant des Konstanzer Theaters, Christoph Nix, beschuldigt seine Kollegin der Südwestdeutschen Philharmonie, Insa Pijanka, ihn in einem Schreiben an die Orchestermitglieder diffamiert zu haben. "Es ist schade, dass nun auch im Kulturbereich unter Leitungspersonen der persönliche Umgang in dieser Weise verroht", teilte Nix am Dienstag mit.

Hintergrund des Zwists sind unterschiedliche Haltungen zum frühzeitigen Ende der Spielzeit 2019/2020. Nix kritisierte die Entscheidung des Konstanzer Gemeinderats von Anfang Mai; bei der Philharmonie findet sie dagegen Zustimmung.

In der E-Mail an ihre Mitarbeiter schrieb die Orchesterintendantin: "Und es bringt auch nichts, sich wie Christoph Nix öffentlich mit den Trägern anzulegen und Forderungen zu stellen, das Ende der Saison wieder aufzuheben! Eine derart konfrontative Haltung schadet uns nur in der Zukunft und ist nicht mehr als ein persönliches Kettenrasseln von einer Person, die sich nicht mehr darum kümmern muss, was nach der Sommerpause passiert."

Pijanka sagte am Dienstag, es sei traurig, eine Saison auf diese Weise beenden zu müssen. Die Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ließen jedoch keine andere Wahl. In dem Schreiben sei es darum gegangen, ob und unter welchen Bedingungen die Philharmonie vor der Sommerpause und im Herbst wieder spielen könne. "Herr Nix und ich haben hierzu unterschiedliche Meinungen und Vorgehensweisen."

Zudem gebe es erhebliche Unterschiede bei den Vorgaben für einen Spielbetrieb an Theater und Orchester, sagte Pijanka weiter. "Da es sich um eine intern geäußerte Kritik handelt und ich seine Vorgehensweise nicht öffentlich kritisiert habe, hätte ich eine persönliche Kontaktaufnahme erwartet und keine Pressemeldung."

Update, 2. Juni, 14.29 Uhr: Stadt gibt Bolzplätze wieder frei

Die Stadt Stuttgart hat begonnen, Absperrungen wieder zu räumen. Zudem werden Schilder mit Verhaltensregeln angebracht. 

Update, 2. Juni, 14.01 Uhr: Schwerer Neustart für Hotels an Pfingsten

Viele Hotels in Baden-Württemberg kommen nur sehr mühsam aus der Zwangspause. Die Wiedereröffnung nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen am Pfingstwochenende lief verhalten. Das zeigt eine Umfrage des Branchenverbands Dehoga, an der sich knapp 800 Betriebe beteiligten. 

Nur jeder fünfte Hotelbetrieb konnte demnach übers Pfingstwochenende mehr als die Hälfte des Umsatzes vom Pfingstwochenende 2019 erreichen. Zwei Drittel der Betriebe erlebten einen kompletten Einbruch: Bei ihnen lagen die Umsätze bei weniger als einem Viertel des Vorjahreswerts.

"Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, wie schwer der Weg ist, der noch vor den Betrieben unserer Branche liegt", sagte der Dehoga-Landesvorsitzende Fritz Engelhardt am Dienstag. Die Öffnung der Hotels sei erfreulich, aber sie bedeute für die meisten Betreiber nicht das Ende der Krise.

Ein wichtiger Grund dafür seien die bestehenden Corona-Einschränkungen nicht nur im Restaurantbereich, sondern auch bei Bädern und Wellness. "Die Einschränkungen, die es dort gibt, lassen viele Gäste mit ihren Buchungen zögern."

Laut Umfrage sind die Umsätze der Hotels seit Beginn der Corona-Krise um 83 Prozent eingebrochen. Aufs gesamte Jahr 2020 bezogen, rechnen die Hoteliers mit einem Umsatzrückgang von fast zwei Dritteln. Für den Branchenverband ein Alarmzeichen: "Wenn wir eine große Pleitewelle im Gastgewerbe noch abwenden wollen, müssen von Land und Bund zusätzliche Hilfen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen kommen", sagte Engelhardt.

Veronika Liegl, Mitarbeiterin des Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, bereitet ein Hotelzimmer vor.
Veronika Liegl, Mitarbeiterin des Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, bereitet ein Hotelzimmer vor.  © Uli Deck/dpa

Update, 2. Juni, 12.41 Uhr: SPD fordert Konzepte für Schulunterricht nach den Sommerferien

Die oppositionelle SPD fordert vom Kultusministerium Konzepte für den Schulunterricht nach den Sommerferien unter den Bedingungen der Coronakrise. "Wir wollen einen Schulbetrieb, der so gut funktioniert, wie es unter Infektionsgesichtspunkten nur irgendwie geht, und zwar verantwortbar", sagte SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch am Dienstag in Stuttgart. 

"Wir können das Ganze nicht weitertreiben lassen und im nächsten Schuljahr wieder quasi nur auf Sicht fahren." Stoch warf Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor, sich weniger den fachlichen Notwendigkeiten zu widmen, sondern vor allem parteipolitisch als Spitzenkandidatin der CDU zur Landtagswahl 2021 zu handeln. "Das halten wir für nicht verantwortbar."

Update, 2. Juni, 11.39 Uhr: Tragen von Schutzmasken in Arztpraxen jetzt Pflicht

Das baden-württembergische Sozialministerium teilte mit, dass aufgrund der zahlreichen Bitten von Ärztinnen und Ärzten die Maskenpflicht ab sofort auch beim Aufenthalt in Arztpraxen gilt. Für Behandlungen am oder im Gesicht sowie über die Mund- oder Nasenöffnung gelten erhöhte Hygieneanforderungen (z.B. FFP2-Maske).

Update, 2. Juni, 6.17 Uhr: Experten prophezeien langfristigen Aufschwung für Telemedizin

Die Corona-Krise könnte der Telemedizin aus Sicht von Experten einen entscheidenden Schub nach vorne geben. "Man kann davon ausgehen, dass Anfang April über 3000 der niedergelassenen Haus- und Kinderärzte die Genehmigung von den Krankenkassen für Videosprechstunden hatten", sagte der Präsident der Landesärztekammer, Wolfgang Miller. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) sind es sogar rund 3800. Das heiße zwar nicht, dass alle diese Möglichkeit bereits nutzten. Es zeige aber, dass die Mediziner vorbereitet seien.

"Es ist keine Revolution, die jetzt stattfindet, aber eine stetige Entwicklung, die durch die Corona-Krise Schwung bekommen hat", sagt Miller. Auch die KVBW rechnet mit einem langfristigen Aufschwung für die Telemedizin. "Vor der Corona-Krise waren es nicht viele Ärzte, die die Telemedizin in ihren regulären Praxisbetrieb integriert hatten", sagte eine Sprecherin. Jetzt seien es deutlich mehr, und viele nutzen die Möglichkeit, um schnellen Kontakt mit ihren Patienten zu bekommen.

"Das alles wird nach Überwindung der Corona-Krise nicht wieder einschlafen", betonte auch Miller. Mit all ihren Bausteinen werde die Telemedizin langfristig die Versorgungsrealität verändern.

Der Arzt Michael Thomas Becker führt in seiner Praxis eine Telemedizinberatung per Videokonferenz durch.
Der Arzt Michael Thomas Becker führt in seiner Praxis eine Telemedizinberatung per Videokonferenz durch.  © Uli Deck/dpa

Update, 1. Juni, 18.26 Uhr: Jetzt 1758 Tote und 34.769 Infizierte

In Baden-Württemberg sind sechs weitere Menschen am Coronavirus gestorben, somit steigt die Gesamtzahl der Opfer auf 1758.

Zudem wurden dem Gesundheitsministerium bis 16 Uhr weitere 14 bestätigte Infektionsfälle gemeldet. "Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 34.769 an", heißt es weiter.

Davon sind ungefähr 31.912 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1.099 Menschen im Land mit dem Erreger infiziert. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,13 angegeben.

Auch am Pfingstmontag ist die Zahl der Toten und Infizierten weiter gestiegen. (Symbolbild)
Auch am Pfingstmontag ist die Zahl der Toten und Infizierten weiter gestiegen. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 1. Juni, 17 Uhr: Strobl blickt auf Pfingstwochenende zurück

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat ein erstes Fazit des langen Pfingstwochenendes gezogen.

"Wahr ist freilich, die Realität ist auf absehbare Zeit ein Leben mit Corona, nicht eines ohne Corona. Aber an diesem Pfingstwochenende können wir sehen und spüren: Die Menschen genießen das gute Wetter. Es gilt aber glasklar: achtsam bleiben und mit den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen den Weg zu einer neuen Normalität finden", zitiert eine Mitteilung Strobl.

Auch am Samstag und Pfingstsonntag legte die Polizei laut Ministerium einen Schwerpunkt auf die Überwachung der Regelungen der Corona-Verordnung - "und im Vergleich der vergangenen Wochenenden ist die Zahl der Verstöße insgesamt kontinuierlich rückläufig". 

An den beiden Tagen kontrollierte die Polizei demnach landesweit insgesamt 7306 Personen. 237 Personen hielten sich nicht an die Regeln und sehen einer Ordnungswidrigkeitenanzeige entgegen: "Der Schwerpunkt der Verstöße liegt dabei weiterhin auf dem 'Aufenthalt im öffentlichen Raum' in Gruppen mit zu vielen Personen."

Strobl mahnte: "Je mehr wir weiter die gebotenen Regeln beachten, umso schneller kommen wir gemeinsam ans Ziel. Das gilt für alle Lebenslagen." 

Dass es bei der Lockerung der einschränkenden Maßnahmen dem ein oder anderen nicht schnell genug gehen könne, sei nachvollziehbar. Sich für eine schnellere Rückkehr einzusetzen, dafür zu demonstrieren, sei auch in Ordnung. 

"Aber man muss sich dabei an die Regeln und Auflagen halten - wie alle anderen an allen anderen Orten eben auch", so der Innenminister.

Innenminister Thomas Strobl.
Innenminister Thomas Strobl.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 1. Juni, 13.53 Uhr: Ab dem Wochenende öffnen Wellnessbereiche

Die Schwimmbäder und Wellnessbereiche der Hotels in Baden-Württemberg sollen vom kommenden Wochenende an wieder öffnen dürfen. Das sagte Tourismusminister Guido Wolf (CDU) der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Karlsruhe. "Die Hotellerie wartet sehnlichst auf die Möglichkeit, ihre Hotelbäder und -wellnessbereiche öffnen zu können."

Das werde den Unternehmen einen enormen Auftrieb geben. "Das ist ganz entscheidend für das Buchungsverhalten der Gäste", sagte Wolf. Der Verordnungsentwurf liege bereits vor. Hotels durften bereits am 29. Mai wieder öffnen.

Die Hotelbranche warte auf die Öffnung.
Die Hotelbranche warte auf die Öffnung.  © Photo by Denny Müller on Unsplash

Update, 1. Juni, 12.53 Uhr: Start in die Pfingstferien bringt wieder Gäste in die Hotels

Nach Wochen weitgehenden Stillstandes ist der Tourismus in Baden-Württemberg mit Beginn der Pfingstferien wieder auf Touren gekommen. Im ganzen Land füllten sich bei frühsommerlichem Wetter Hotels und Campingplätze. Christian Willam, der einen Campingplatz in Allensbach am Bodensee betreibt, zog am Montag eine sehr positive Bilanz. "Wir sind ausgebucht." Die meisten Gäste hielten sich problemlos an die Regeln zur Vermeidung der Ausbreitung des Coronavirus.

Die Geschäftsführerin des See Hotels Off in Meersburg (Bodenseekreis), Elisabeth Off, hatte dagegen mit mehr Gästen gerechnet. Das Haus sei Pfingsten etwa zu einem Viertel belegt gewesen, überwiegend mit Stammgästen. "Es geht langsam los", sagte sie. In ein bis zwei Wochen rechne sie mit deutlich mehr Buchungen.

Auch im Hotel Meschenmoser in Langenargen (Bodenseekreis) lief das Geschäft erst langsam an. Besonders ältere Gäste seien mit Buchungen noch zurückhaltend, sagte Silvia Meschenmoser. Noch fehle auch die Möglichkeit, den Urlaub am Bodensee mit Ausflügen nach Österreich und in die Schweiz zu verbinden. Eine höhere Nachfrage zeichne sich für den Sommer ab, sagte sie.

Update, 1. Juni, 12.39 Uhr: VfB-Sportdirektor über Hygienekonzept: "Einfacher als man denkt"

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat hat ein positives Zwischenfazit über die Wiederaufnahme des Fußball-Spielbetriebs gezogen und sieht darin ein wichtiges Zeichen für die Gesellschaft. "Es ist wie so oft im Leben: Es wird vorher viel gerufen und hinterher ist es doch manchmal einfacher als man denkt", sagte der 47-Jährige vom Zweitligisten VfB Stuttgart am Montag. "Es sind sehr gute, durchdachte Konzepte, die sich bewähren. Ich glaube, es ist wichtig, den Menschen zu zeigen, dass wir auch in dieser Phase Sport machen können und weiter funktionieren können." Es sei für die Normalisierung in der Gesellschaft wichtig, dass der Fußball den Spielbetrieb bisher "so gut" hinbekomme.

Kein Spieler der Schwaben würde über die Einschränkungen in der Coronavirus-Krise klagen, sagte Mislintat. "Die sind ja eigentlich quasi weiter in Quarantäne. Sie sind zuhause, sie kommen zum Trainieren, sie spielen, sie fahren wieder nach Hause, das war es." Dynamo Dresden war wegen positiver Fälle erst verspätet wieder in den Spielbetrieb gestartet und hatte ohne Spielpraxis gegen den VfB Stuttgart am Sonntag 0:2 verloren.

Update, 1. Juni, 07.14 Uhr: Freizeitsport wieder erlaubt

Stuttgart - Von Dienstag an darf im Südwesten erstmals seit Beginn der Corona-Maßnahmen wieder getanzt, gekämpft und trainiert werden. "Die weiteren Lockerungen im Sport zum 2. Juni sind ein wichtiger Schritt für Sportvereine, Fitnessstudios, Tanzschulen und viele andere Menschen, die den Sport lieben und leben", sagte Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU). Doch sie ruft auch zu Rücksicht und Vorsicht auf: "Es kommt jetzt darauf an, dass wir alle aufeinander achten und die Regeln auch beim Sport einhalten, um den Virus weiter einzudämmen."

Hielten sich die Menschen an die Vorgaben, seien auch weitere Lockerungen denkbar, sagte Eisenmann der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende. "Allerdings wird es - solange die Abstandsregelungen bestehen - auch beim Sport keine Rückkehr zur vollständigen Normalität geben."

Neben Indoor-Sport, der von Dienstag an unter Auflagen wieder möglich sein wird, soll auch der Betrieb von Schwimmbädern für Schwimmkurse und für Schwimmunterricht sowie für das Training im Vereinssport erlaubt sein.

Eine Frau trainiert im Fitnessstudio.
Eine Frau trainiert im Fitnessstudio.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 31. Mai, 19.10 Uhr: 34.755 Infizierte, 1752 Todesfälle

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium teilte mit, dass 19 weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert wurden (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 34.755 an. Davon sind ungefähr 31.858 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1.155 Menschen im Land mit SARS-CoV-2 infiziert.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,85 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Darüber hinaus wurde ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1.752 an. Unter den Verstorbenen waren 995 Männer und 757 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

In Baden-Württemberg haben sich mindestens 34.755 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1752 starben.
In Baden-Württemberg haben sich mindestens 34.755 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1752 starben.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 31. Mai, 16.22 Uhr: "Querdenken 711"-Kundgebung in der Stuttgarter Innenstadt

In der Stuttgarter Innenstadt findet derzeit die "9. Mahnwache für das Grundgesetz" der Initiative "Querdenken 711" im Bereich der Theodor-Heuss-Straße statt. Die Kundgebung wurde auf 5000 Teilnehmer beschränkt und hat zur Folge, dass Autos und Busse in beiden Richtungen zwischen dem Rotebühlplatz und Arnulf-Klett-Platz nicht fahren können. Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Teilnehmer der "Querdenken 711"-Mahnwache vor dem Friedrichsbau in Stuttgart.
Teilnehmer der "Querdenken 711"-Mahnwache vor dem Friedrichsbau in Stuttgart.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Update, 31. Mai, 11.04 Uhr: Kunstministerin: Wichtig, dass Kultur Schritt für Schritt zurückkommt

Mehr Kultur ab 1. Juni: Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) hält es für schön und wichtig, dass die Kultur im Südwesten Schritt für Schritt zurückkommen dürfe. Viele Menschen hätten die Kultur in den vergangenen Wochen stark vermisst, teilte die Ministerin am Sonntag mit. Von Montag an sind Kulturveranstaltungen wie Theatervorstellungen, Konzerte oder Kinoaufführungen mit weniger als 100 Besuchern in Baden-Württemberg wieder erlaubt. Dabei müssen wegen der Corona-Pandemie Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.

Bauer verwies auf ein Förderprogramm des Landes in Höhe von 2,5 Millionen Euro, mit dem kleinere Veranstaltungen in diesem Sommer gefördert werden. Das Geld soll eingesetzt werden, um Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz zu treffen. Ein weiteres Programm mit 7,5 Millionen Euro richtet sich an Formate, die eine längere Planung benötigen.

Kinos dürfen wieder öffnen. (Symbolbild)
Kinos dürfen wieder öffnen. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. Mai, 18.29 Uhr: Gesundheitsministerium gibt neue Fallzahlen bekannt

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium teilte mit, dass 28 weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert wurden (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 34.736 an. Davon sind ungefähr 31.803 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1.182 Menschen im Land mit SARS-CoV-2 infiziert.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,03 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Darüber hinaus wurden zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1.751 an. Unter den Verstorbenen waren 994 Männer und 757 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

In Baden-Württemberg haben sich mindestens 34.736 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1751 starben.
In Baden-Württemberg haben sich mindestens 34.736 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1751 starben.  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 30. Mai, 8.14 Uhr: Studie: Sterberisiko nach Operationen bei Infizierten erhöht

Eine Coronavirus-Infektion erhöht einer internationalen Studie zufolge das Sterberisiko von Patienten nach einer Operation. Vor planbaren Eingriffen sollte deshalb eine Infektion mit Sars-CoV-2 möglichst ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse wurden von dem Forschungsnetzwerk CovidSurg Collaborative im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht. Beteiligt war auch das Universitätsklinikum Tübingen, das in einer Mitteilung über die Untersuchung informierte.

Demnach haben die Forscher Daten von 1128 Patienten aus 235 Krankenhäusern in 24 Ländern untersucht. Das waren vor allem Krankenhäuser in Europa, aber auch in Afrika, Asien und Nordamerika. Mit dem Coronavirus Infizierte haben der Studie zufolge wesentlich schlechtere postoperative Ergebnisse als Patienten ohne die Infektion. Insgesamt betrug die Mortalität - also die Sterblichkeit - während der ersten 30 Tage nach der Operation 23,8 Prozent. Die Mortalität der Covid-19-Patienten war der Studie zufolge in allen Untergruppen erhöht, etwa bei Notfalleingriffen, bei kleineren OPs oder bei geplanten - elektiven - Eingriffen.

"Normalerweise erwarten wir, dass die Sterblichkeitsrate von Patienten, die sich elektiven Operation unterziehen, unter einem Prozent liegt", sagt der Tübinger Mitautor der Studie, Alfred Königsrainer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie laut Mitteilung. "Diese Studie zeigt nun aber, dass die Sterblichkeitsrate bei Patienten, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind, selbst bei Routineoperationen ganz wesentlich erhöht ist." Sie betrug in dieser Gruppe den Angaben zufolge fast 19 Prozent.

Ob sich diese Daten auch auf deutsche Krankenhäuser übertragen lassen, solle nun weiter untersucht werden. Zu den Risikofaktoren für die postoperative Mortalität zählen neben Alter und Geschlecht auch vorbestehende schwere Erkrankungen, wie etwa Krebs, große Eingriffe und Notfalloperationen.

Das Forschungsnetzwerk CovidSurg Collaborative untersucht den Angaben zufolge, wie sich die Coronavirus-Pandemie auf die chirurgische Versorgung auswirkt. Am Netzwerk sind viele Tausend Chirurgen und Forscher aus mehr als 120 Ländern beteiligt.

Sterberisiko ist nach Operationen bei Corona-Infizierten erhöht. (Symbolbild)
Sterberisiko ist nach Operationen bei Corona-Infizierten erhöht. (Symbolbild)  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. Mai, 8 Uhr: Kinos und Theater freuen sich auf Start im Juni

Kinobetreiber und Theaterleute stehen schon in den Startlöchern: Vom 1. Juni an sind in Baden-Württemberg unter Auflagen wieder Vorführungen möglich. Dabei sind weniger als 100 Menschen erlaubt, zudem müssen Hygiene- und Abstandsvorgaben wegen des Coronavirus eingehalten werden. Aus Sicht mancher Betreiber sind die Angaben aber noch zu ungenau. "Ich hätte mir klarere Regeln gewünscht", sagt Gallion Anastassiades vom Kino CineParC in Ravensburg. So sei beispielsweise nicht genau definiert, ob die begrenzte Personenanzahl von 100 Menschen pro Vorstellungsreihe oder pro Tag gelte. "Das würde sich für uns sonst gar nicht lohnen."

In die Säle seiner Kinos passen zum Teil bis zu 500 Menschen, zu normalen Zeiten kommen pro Woche rund 3500 bis 4000 Besucher. Das werde er mit den Auflagen derzeit kaum erreichen können, sagt Anastassiades. Viele Leute hätten wegen des Virus noch immer Angst und kämen nicht ins Kino. Zudem sei noch gar nicht ganz klar, welche Filme er in den Vorführungen zeigen könne. Neue Filme gebe es derzeit kaum, da wegen der coronabedingten Schließungen viele Filmstarts verschoben werden mussten. Zudem warteten viele Verleiher noch ab, da es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen zum Start in den Kinos gebe. "Geplant haben wir, dass wir am 4. Juni wieder anfangen, dann noch mit älteren Filmen."

Auch Christoph Nix vom Theater in Konstanz am Bodensee bleibt angesichts des möglichen Starts am 1. Juni erst einmal verhalten. Denn zumindest in seinem Theaterhaus seien keine Vorstellungen möglich, sagt der Intendant. "Die Stadt hat es untersagt." Zwar hätten er und sein Team schon früh ein Hygienekonzept mit einem epidemiologischen Institut in Freiburg entwickelt. Der Gemeinderat von Konstanz habe jedoch einen Beschluss gefasst, der die Spielzeit für beendet erklärt habe. Das sei auch in anderen Häusern passiert.

Update, 29. Mai, 22.10 Uhr: Corona-Lockerungen bei privaten Feiern

Die Maßgaben für private Feste werden stärker gelockert als ursprünglich geplant. Zu Hause sollen solche Feiern mit bis zu 20 Menschen erlaubt sein, wenn diese aus verschiedenen Wohnungen kommen.

Bei Familienmitgliedern solle es keine Begrenzung geben. Bei privaten Feiern in öffentlich angemieteten Räumen sollen bis zu 99 Menschen zusammenkommen dürfen.

Die Regelung soll zum 9. Juni gelten, wie das Staatsministerium nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses am Freitag mitteilte.

Über Details der Maßgaben für private Feste hatte es zuvor in der Regierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Krach geben. 

Update, 29. Mai, 17.42 Uhr: Jetzt 1749 Tote, 34.708 Infizierte

In Baden-Württemberg sind (Stand: 16 Uhr) sechs weitere Todesfälle gemeldet worden, damit starben insgesamt 1749 Menschen am Coronavirus.

Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, erhöhte sich die Zahl der Infizierten um 66 auf nunmehr 34.708. "Davon sind ungefähr 31.721 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen", heißt es weiter. Derzeit seien geschätzt noch 1238 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,76 angegeben.

Derzeit gibt es geschätzt noch 1238 aktive Infektionen in Baden-Württemberg. (Symbolbild)
Derzeit gibt es geschätzt noch 1238 aktive Infektionen in Baden-Württemberg. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Mai, 17.15 Uhr: GEW glaubt nicht an vollständige Grundschul-Öffnung

Die Gewerkschaft GEW glaubt nicht an die von der Landesregierung angekündigte vollständige Öffnung der Grundschulen bis Ende Juni. 

GEW-Landeschefin Doro Moritz bezweifelte am Freitag in Stuttgart, dass es dafür genug Lehrer gibt. "Wie soll die komplette Öffnung der Grundschulen mit 70 Prozent der Lehrkräfte funktionieren?" Moritz bezog sich dabei auf den Anteil der Lehrer, die in der Corona-Pandemie zur Risikogruppen zählen und darauf, dass die Grundschulen schon vor Corona zu wenig Lehrer gehabt hätten.

Moritz hielt dem Land Baden-Württemberg vor, es setze die Lehrer einem höheren Infektionsrisiko aus. "Warum soll eine Grundschullehrerin beim Einkauf im Supermarkt 1,50 Meter Abstand halten und einen Mundschutz tragen, aber im Klassenzimmer mit 28 Kindern ohne entsprechende Schutzmaßnahmen Unterricht halten?"

Moritz bemängelte auch die Informationspolitik von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). "Bei uns melden sich zahlreiche wütende Lehrkräfte und Schulleitungen, die erneut ihre Arbeitsaufträge für die nächsten Wochen aus den Medien erfahren und deren Kompetenz und Einschätzung der Situation ignoriert wird."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Eisenmann hatten am Dienstag eine vollständige Öffnung der Kitas und Grundschulen bis Ende Juni angekündigt. Sie stützten sich dabei auf Zwischenergebnisse einer Studie von Unikliniken im Südwesten zu Kindern und dem Coronavirus. Demnach spielten Kinder bis zehn Jahren als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle.

Eisenmann hatte bestätigt, dass die vollständige Öffnung der Grundschulen nur ohne Abstandsgebote geht. Gleichwohl soll verhindert werden, dass die Klassen sich untereinander vermischen.

Eine Stuttgarter Grundschule.
Eine Stuttgarter Grundschule.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 29. Mai, 16.16 Uhr: Mediziner unterbrechen Studie mit Medikament gegen Covid-19

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin unterbricht seine Studie mit dem Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen. 

Wie Institutsdirektor Peter Kremsner am Freitag mitteilte, soll bis zu zwei Wochen ausgesetzt werden, weil es Berichte über schwere Nebenwirkungen des Malaria-Mittels gegeben hat. In dieser Zeit solle ein unabhängiges Sicherheitsgremium die ersten Ergebnisse zur Patientensicherheit anschauen. 

Danach solle eine Entscheidung fallen, ob die Studie fortgesetzt werde. Zuerst hatte der SWR darüber berichtet.

Die Studie begann Ende März. Kremsner geht davon aus, dass die Sorgen um Nebenwirkungen übertrieben sind. Das Medikament sei seit Jahrzehnten bekannt und gut verträglich. Voraussetzung sei allerdings, dass es bei vielen Vorerkrankungen nicht eingesetzt werden dürfe. Ferner nicht mit vielen anderen Medikamenten.

Die Tübinger Tropenmediziner wollten früheren Angaben zufolge mit Chloroquin eine moderat an Covid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Im Augenblick gebe es nur sehr wenige Corona-Patienten in Tübingen, mit denen er seine Studie hätte fortsetzen können, sagte der Wissenschaftler dem SWR.

Update, 29. Mai, 13.10 Uhr: Stadt stellt Corona-Hotline ein

Am Freitag teilte die Stadt Stuttgart mit, dass die Corona-Hotline eingestellt wird. 

Dr. Fabian Mayer, Erster Bürgermeister, sagte: "Ich danke unseren ‚Hotlinern‘ für ihr großes Engagement. Über Wochen hinweg haben sie sich freundlich und verbindlich den Fragen und Anliegen der Anrufer angenommen und sich in den Dienst der Bürgerinnen und Bürger gestellt – auch an Wochenenden und Feiertagen." 

Update, 29. Mai, 12.47 Uhr: Neue Grafik mit aktuellen Zahlen

Die Grafik zeigt die aktuellen Fallzahlen.
Die Grafik zeigt die aktuellen Fallzahlen.  © TAG24

Update, 29. Mai, 12.37 Uhr: Bischof Fürst nennt Corona-Demonstranten unsolidarisch und egoistisch

Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hat die Teilnehmer an Demonstrationen gegen Freiheitsbeschränkungen in der Corona-Krise kritisiert. Die Demonstranten stellten ihr Bedürfnis nach Freiheit über den Schutz der besonders schwachen und verletzlichen Menschen, teilte Fürst in seiner Pfingstbotschaft am Freitag mit. "Das ist nicht nur unsolidarisch, sondern geradezu egoistisch und im höchsten Maße verletzend." Die Protestierer verstießen gegen das oberste Grundrecht der unantastbaren Menschenwürde, das zuallererst dem Schutz des Lebens diene.

Vielerorts sei aber auch ein neuer Geist spürbar, ist der Bischof überzeugt. Ein pfingstlicher Geist, der durch Gottes und der Menschen Handeln heilsam wirke. Auch das Virus und die Pandemie, "die uns an den Rand des Ertragbaren führen", hätten nicht das letzte Wort. "Sie werden irgendwann vorübergehen", sagte Fürst. Nach Corona werde sich die Welt verändert haben. "Wir werden mit den Folgen noch lange ringen. Doch schon jetzt, heute, scheinen Hoffnungszeichen auf."

Fürst feiert am Sonntag ein Pontifikalhochamt in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart.

Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst.
Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst.  © dpa, Felix Kästle

Update, 29. Mai, 10.57 Uhr: SWR sagt "New Pop Festival" in Baden-Baden ab

Das für September geplante 26. "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden fällt aus. Der SWR sagte die Veranstaltung am Freitag wegen der Corona-Pandemie ab. Das "SWR3 New Pop Festival" lebe davon, dass die ganze Stadt voller Musik und Menschen sei, dass jeder, der nicht das Glück habe, eine Karte zu ergattern, alle Konzerte und die besondere Stimmung des New Pops in der Stadt erleben könne, teilte Festivalchef Gregor Friedel mit. "Das kann das New Pop so gut wie kein anderes Festival und ein "SWR3 New Pop Festival" ohne diese Atmosphäre ist für uns nicht denkbar."

Großveranstaltungen sind in Baden-Württemberg zunächst bis Ende August verboten. Der SWR rechne aber nicht mit einer grundlegenden Veränderung der Situation bis zum ursprünglichen geplanten Termin vom 17. bis 19. September. Die Planungen für das Festival im Jahr 2021 laufen bereits. "Wir freuen uns darauf, alle im kommenden Jahr in Baden-Baden zu diesem einzigartigen Festival begrüßen zu können", teilte SWR3 Programmchef Thomas Jung mit.

Update, 29. Mai, 10 Uhr: Kundgebung am Sonntag beeinträchtigt Verkehr

Die Stadt Stuttgart teilte mit, dass für eine Kundgebung am kommenden Sonntag in der Innenstadt mehrere Straßen gesperrt werden müssen. Dies wird den Verkehr insbesondere im Bereich der B27 und des City-Rings beeinträchtigen.

Die Kundgebung ist Teil einer Reihe, die bislang auf dem Cannstatter Wasen stattfand. Die Stadt hat wie zuletzt auch aus Gründen des Infektionsschutzes die Teilnehmerzahl auf 5.000 begrenzt. Die Teilnehmer werden sich am späten Nachmittag in der Theodor-Heuss-Straße, der Friedrichstraße und auf dem Börsenplatz versammeln.

Nach Angaben der Verwaltung wird zwischen 7 und 20.30 Uhr die Theodor-Heuss- Straße und die Friedrichstraße im Abschnitt zwischen Rotebühlplatz und Arnulf-Klett- Platz in beiden Richtungen für den Auto- oder den Busverkehr nicht befahrbar sein. Die Stadt bittet die Verkehrsteilnehmer, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Diese Straßensperrungen sind nötig, weil die Kundgebung aufgrund der Abstandsregelungen nach der Corona-Verordnung der Landesregierung Baden- Württemberg mehr Platz in Anspruch nimmt.

Update, 29. Mai, 6.24 Uhr: Innenminister Strobl appelliert an Vernunft zu Pfingsten

Angesichts des bevorstehenden langen Pfingstwochenendes hat Innenminister Thomas Strobl (60, CDU) an die Bevölkerung appelliert, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. "Vernunft muss auch weiterhin das Handeln der Menschen bestimmen", sagte der CDU-Politiker in Stuttgart. Die unsichtbare Gefahr sei noch unter uns, das Virus sei nicht gebannt.

Die Einhaltung der Corona-Verordnung überwacht die Polizei seit dem 19. März. Bislang wurde mehr als 343.900 Menschen und über 70.300 Fahrzeuge (Stand: 27. Mai) kontrolliert. In 27.593 Fällen kam es zu Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten. 

Das Gros der Verstöße liegt nach Angaben der Statistik bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung samt Mindestabstand mit über 21.000 Fällen. In 452 Fällen kam es zu Verstößen bei der Maskenpflicht. Und in 726 Fällen wurden Einrichtungen geschlossen und 288 Betretungsverbote erteilt.

Strobl wies darauf hin, dass die Zahl der Verstöße kontinuierlich zurückgehe. Konkrete Einzelfälle wurden in der Statistik nicht genannt. In den Polizeiberichten der letzten Wochen waren aber immer wieder Beispiele enthalten, wie Verstöße während Anti-Corona-Demos oder illegale "Corona-Partys". 

Für all diese Verstöße gibt es einen Bußgeldkatalog. So kostet der Aufenthalt im öffentlichen Raum mit mehr als der zugelassenen Personenzahl je Beteiligtem zwischen 100 Euro bis 1000 Euro. Der Verstoß gegen die Maskenpflicht im Nahverkehr wird mit 15 Euro bis 30 Euro geahndet und der illegale Betrieb einer Diskothek kann bis zu 5000 Euro kosten.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).  © Uwe Anspach/dpa

Update, 28. Mai, 19.28 Uhr: 34.642 Infizierte, 1743 Todesfälle

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden weitere 67 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet, sodass mindestens 34.642 Menschen seit Beginn der Pandemie infiziert wurden. Davon sind allerdings 31.595 genesen und somit aktuell zirka 1304 Menschen in Baden-Württemberg infiziert. Allerdings starben weitere acht Personen, sodass die Anzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 auf insgesamt 1743 anstieg. 

Update, 28. Mai, 16 Uhr: Verkehrsminister freut sich über ÖPNV-Rettungsschirm

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann freut sich über die Beteiligung des Bundes an einem Rettungsschirm für den Öffentlichen Nahverkehr in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Er sehe dies als wichtigen Schritt zur Rettung der Branche, wie es in einer Pressemitteilung heißt. 

Dort wird er folgendermaßen zitiert: "Ich freue mich, dass diese auch von Baden-Württemberg eingebrachte Initiative erfolgreich war und sich alle meine Kolleginnen und Kollegen in den Ländern für eine solche Lösung einsetzen. Der Bund muss den ÖPNV-Rettungsschirm beim Koalitionsausschuss in der kommenden Woche in das große Konjunkturpaket aufnehmen."

Außerdem: "Baden-Württemberg ist bereits in Vorleistung getreten. Ich hoffe, dass auch die anderen Länder unserem Beispiel folgen werden."

Baden-Württemberg hatte zuletzt einen Rettungsschirm für den ÖPNV im Südwesten beschlossen. Man stellt 200 Millionen Euro für den öffentlichen Verkehr mit Bahnen und Bussen bereit, um die Auswirkungen des Corona-Pandemie zu kompensieren. 

Eine S-Bahn steht gegen halb acht am Morgen in der Haltestelle am Hauptbahnhof in Stuttgart.
Eine S-Bahn steht gegen halb acht am Morgen in der Haltestelle am Hauptbahnhof in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa

Update, 28. Mai, 15.46 Uhr: Die aktuellen Corona-Zahlen für Baden-Württemberg

Hier eine Übersicht der Corona-Fälle im Ländle.
Hier eine Übersicht der Corona-Fälle im Ländle.  © TAG24

Update, 28. Mai, 15.04 Uhr: Mehr Raum zum Spielen für Stuttgarter Kinder

Pünktlich zum Weltspieltag am heutigen Donnerstag startet die Stadt Stuttgart die Kampagne "Platz da! für Spiel und Bewegung". 

Wie das Rathaus mitteilt, will die Aktion Kindern und Jugendlichen gerade in Corona- Zeiten möglichst viel Raum für Spiel und Bewegung in der Stadt zur Verfügung stellen und dafür bei der Bevölkerung um Verständnis werben. 

"Bereits am Freitag, 29. Mai, gehen zum Auftakt der Pfingstferien die Mobifanten der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft auf Tour und verwandeln Plätze in Spielplätze", heißt e sin dem Schreiben weiter. 

Gleichzeitig würden in der ganzen Stadt Brückenbanner aufgehängt, die insbesondere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam machen sollen, dass vermehrt Kinder auf den Straßen, insbesondere in verkehrsberuhigten Zonen ("Spielstraßen") spielen und deshalb besondere Vorsicht geboten sei. 

"Auf diese Weise sollen Kinder und Jugendliche, die in diesem Frühjahr und Sommer nicht in Urlaub fahren können und nicht alle in Kitas und Schulen sind, freien Platz für Spiel und Bewegung finden – und das mitten in der Stadt", so das Rathaus.

Update, 28. Mai, 11.48 Uhr: Bischof July: Pfingsten zu Corona-Zeiten dringend notwendig

Die Botschaft des Pfingstfestes von Verständnis und Miteinander ist nach Ansicht des evangelischen Landesbischofs in Württemberg, Frank Otfried July, gerade zu Corona-Zeiten dringend notwendig. An Pfingsten treffe man in diesem Jahr auf eine Situation der gesellschaftlichen Verunsicherung und der Suche nach Orientierung und Wahrheit, teilte July am Donnerstag mit. Die Krise habe ein breites Spektrum von Meinungen und persönlichem Verhalten wie unter einem Brennglas ans Licht gebracht. "Da sehe ich große Solidarität und Gemeinsinn, aber auch Egoismus und Rücksichtslosigkeit."

Das Pfingstwunder, wie es in der Apostelgeschichte der Bibel beschrieben werde, habe es geschafft, dass sich plötzlich Menschen verstehen konnten, die sich vorher wegen ihrer verschiedenen Sprachen nicht verstanden hatten. "Nun können wir in unserer pluralen, von unterschiedlichen Einsichten und Interessen geleiteten Gesellschaft kein Pfingstwunder 'produzieren'", sagte July. "Aber wir können um "Geistesgegenwart" beten und versuchen, geistesgegenwärtig zu sprechen und zu handeln."

In diesem Sinne könne man denen deutlich widersprechen, die kein Interesse an Verständigung hätten, oder anderen, denen der Rest der Welt egal sei. "Genauso wie denen, die die Sprache der Menschenwürde und des Friedensstiftens als naive Dialekte abtun wollen. Und nicht zuletzt denen, die ihre eigene Freiheit auf Kosten anderer durchsetzen wollen."

Update, 28. Mai, 11.45 Uhr: Wirtschaftsministerin setzt sich für Baden-Württemberg bei der EU ein

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut diskutierte mit Vertretern der EU und den Spitzen der Südwest-Wirtschaftsverbände, wie der wirtschaftlichen Wiederaufbau in Europa und Baden-Württemberg gelingen kann. Der Wirtschaftsgipfel widmete sich dem Thema "Wege aus der Corona-Krise". 

"Wir brauchen eine Europäische Union, die jetzt die richtigen Weichen für unsere Unternehmen und den wirtschaftlichen Wiederaufbau stellt", erklärte die Wirtschaftsministerin.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.  © Bernd Weißbrod dpa

Update, 28. Mai, 10.25 Uhr: Nach Corona im Fleischwerk Erlass für Sammelunterkünfte geplant

Nach Corona-Fällen in Schlachthöfen plant das Land einen neuen Erlass für Sammelunterkünfte. Er solle in den nächsten Tagen an die Regierungspräsidien verschickt werden, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Nach SWR-Informationen werden den Baurechtsbehörden in dem Erlass konkrete Vorgaben gemacht. Ziel sei es, in Unterkünften für Beschäftigte mit mehr als zwölf Betten gesunde Wohnverhältnisse zu schaffen.

In einem Schlafraum sollen demnach höchstens acht Bewohner untergebracht werden, heißt es im Entwurf des Erlasses aus dem Wirtschaftsministerium, der dem SWR vorliegt. Unterkünfte für mehr als 50 Beschäftigte müssen einen Extra-Raum für Kranke haben, daneben sind Mindestgrößen für Nutzflächen und eine Mindestanzahl von Sanitäreinrichtungen vorgesehen.

Sammelunterkünfte sollen nach Angaben von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) künftig besser überwacht werden. Daher werde für bestehende Unterkünfte in Absprache mit dem Sozialministerium eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes geprüft.

Rund 400 Mitarbeiter einer Fleischfabrik in Birkenfeld im Enzkreis hatten sich vermutlich in ihren Unterkünften mit dem Corona-Virus infiziert. Auch bundesweit hatte es in mehreren Schlachthöfen hohe Zahlen an Infektionen gegeben.

Update, 28. Mai, 08.51 Uhr: Tourismusminister für Öffnung von Hotelbädern

Tourismusminister Guido Wolf: "Für die durch die Krise schwer getroffenen Hotels zählt jeder Tag, an dem sie ihre Hotels, wenn auch eingeschränkt, wieder öffnen können. Die Betreiber werden verantwortungsvoll mit den Öffnungen umgehen."

Tourismusminister Guido Wolf hat sich aufgrund des Beschlusses vom Mittwoch, wonach Bäderöffnungen ab 6. Juni wieder möglich sind, für eine Wiedereröffnung mindestens von Hotelschwimmbädern sowie Heil- und Thermalbädern direkt am 6. Juni ausgesprochen.

Mehr Infos dazu hier

Update, 28. Mai, 08.16 Uhr: Bertrandt ächzt unter Corona - Gewinn fast halbiert

Der Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Luftfahrtbranche Bertrandt hat im ersten Geschäftshalbjahr (bis Ende März) die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Der Gewinn unter dem Strich brach um knapp die Hälfte auf rund 12 Millionen Euro ein. Der Umsatz gab um 3,2 Prozent auf 508,2 Millionen Euro nach, wie das im SDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Ehningen mitteilte.

Bertrandt hatte Mitte März seine Jahresprognose zurückgezogen und gibt aktuell keine neue ab. Zudem hat Bertrandt mit Maßnahmen wie Kurzarbeit und einer "strikten Kostendisziplin" auf die wirtschaftlichen Verwerfungen durch das Coronavirus reagiert. "Erste Effekte aus den Sparmaßnahmen sind spürbar", hieß es in der Mitteilung. Das Unternehmen hatte Ende März nach eigenen Angaben über 13 000 Mitarbeiter.

Update, 28. Mai, 06.18 Uhr: Diesjähriger Wirtschaftsgipfel sucht "Wege aus der Corona-Krise"

Wie kann die Südwest-Wirtschaft sich in und nach Corona erholen - und welche Rolle spielt dabei die EU? Dies sind Fragen, die am Donnerstag beim diesjährigen Wirtschaftsgipfel des Landes behandelt werden.

Jedes Jahr kommen die Spitzen der baden-württembergischen Wirtschaftsinstitutionen zusammen, um über aktuelle wirtschaftspolitische Entwicklungen in der EU zu informieren und ihre Standpunkte zu artikulieren. Diesmal steht das Treffen am Donnerstag (11.30 Uhr) naturgemäß ganz im Zeichen der Corona-Krise. Es geht um Unterstützungsinitiativen der Europäischen Union für kleine und mittlere Unternehmen, um Grenzöffnungen im EU-Binnenmarkt, die Zukunft der Automobilindustrie und viele Themen mehr.

!Wege aus der Corona-Krise" lautet das Leitthema, teilnehmen werden neben Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und Vertretern der Europäischen Union die Chefs des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), des Handwerksverbands des Landes, des Genossenschafts- und des Sparkassenverbands.

Update, 28. Mai, 06.14 Uhr: Hotelbranche trotz Öffnung der Häuser voller Sorgen

Die Wiedereröffnung der Hotels und Pensionen in Baden-Württemberg am Freitag bedeutet nach Einschätzung des Branchenverbands Dehoga nicht das Ende der Sorgen. "Es gibt Unternehmen, die es nicht durch die Krise geschafft haben, die Situation ist sehr ernst", sagte der Pressesprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga in Baden-Württemberg, Daniel Ohl. "Sie wird sich nicht durch diese vorsichtige Öffnung schlagartig entspannen." 

In den Hotels sei zunächst mit einem reduzierten Buchungsaufkommen zu rechnen, da die Wellnessbereiche noch nicht genutzt werden könnten. Viele Betriebe befänden sich in Liquiditätsnot, sagte Ohl. "Die Öffnungen jetzt sind erfreulich, bedeuten aber mitnichten das Ende der Krise."

Eine Mitarbeiterin bereitet ein Hotelzimmer vor.
Eine Mitarbeiterin bereitet ein Hotelzimmer vor.  © Uli Deck/dpa

Update, 27. Mai, 21.59 Uhr: Keine positiven Tests mehr bei Flüchtlingen in Ellwangen

Keiner der Flüchtlinge in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) Ellwangen ist mehr am Coronavirus erkrankt. Das teilte das Regierungspräsidium Stuttgart am Mittwoch mit. Die Einrichtung war stark vom Coronavirus betroffen gewesen. Etwa zwei Drittel der - Stand Anfang April - rund 600 Bewohner infizierten sich seitdem mit dem Coronavirus.

Nach einem Krankheitsausbruch Anfang April herrschte für die Bewohner bis zum 10. Mai Ausgangssperre - egal ob sie positiv oder negativ auf das Coronavirus getestet waren. Schwerere Krankheitsverläufe gab es kaum. Drei Bewohner wurden stationär behandelt, allerdings keiner intensivmedizinisch.

Derzeit sind rund 50 Personen als Kontaktpersonen isoliert untergebracht. Sie sind noch einige Tage von den anderen Bewohnern getrennt.

Von der LEA Ellwangen in andere Einrichtungen gebracht wurden nur gesundete Bewohner, also solche, die eine Infektion hinter sich hatten und anschließend negativ getestet wurden. 

Im Mai kamen laut Regierungspräsidium 195 Bewohner in andere Einrichtungen. In Ellwangen leben derzeit demnach noch rund 300 Flüchtlinge.

Die LEA in Ellwangen.
Die LEA in Ellwangen.  © Stefan Puchner/dpa

Update, 27. Mai, 18.53 Uhr: Jetzt 1738 Tote und 34.575 Infizierte.

Erneut sind Menschen in Baden-Württemberg am Coronavirus gestorben, auch die Zahl der Infizierten steigt.

Wie das Gesundheitsministerium am Mittwochabend meldet, sind zwölf weitere Todesfälle gemeldet worden, damit steigt die Zahl der Corona-Toten auf insgesamt 1738.

Zudem wurden bis 16 Uhr 80 weitere Infektionen bekannt. Nunmehr haben sich insgesamt 34.575 Personen mit dem Erreger infiziert.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,33 angegeben.

Die Zahl der Corona-Toten und -Infizierten ist auch am Mittwoch gestiegen. (Illustration)
Die Zahl der Corona-Toten und -Infizierten ist auch am Mittwoch gestiegen. (Illustration)  © Cdc/ZUMA Wire/dpa

Update, 27. Mai, 15.46 Uhr: Verkehrsminister rät in den Pfingstferien zum Fahrrad

Für Ausflüge in den bevorstehenden Pfingstferien rät Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in diesem Jahr auch Alternativen zum regionalen Schienenverkehr zu finden.

"Der Wunsch nach Aktivität draußen ist nach den Corona-Monaten verständlich. Deshalb empfehlen wir die nähere Umgebung zu erkunden und mit Rad oder Wanderschuhen zu Ausflügen direkt von zuhause zu starten", wird Hermann in einer Mitteilung seines Ministeriums am Mittwoch zitiert.

Grund für den Appell sei der reduzierte Corona-Fahrplan des Landes, der noch während der gesamten Pfingstferien im Land gelte und erst von Mitte Juni an schrittweise in den Normalbetrieb zurückgeführt werde.

"Die Kapazitäten der Züge im Land sind noch beschränkt. Wenn die Züge durch Freizeitreisende überlastet sind, ist der Infektionsschutz trotz Gesichtsmaske schwerer zu gewährleisten", so Hermann. "Daher ist es dieses Jahr besser, an Pfingsten die nähere Umgebung zu erkunden und auf ÖPNV-Fahrten möglichst zu verzichten."

Update, 27. Mai, 14.31 Uhr: Fünf Corona-Fälle in städtischem Arbeiterwohnheim

Die Stadt Stuttgart hat am vergangenen Wochenende alle 80 Bewohner eines Stuttgarter Arbeiterwohnheims vorsorglich auf das neuartige Coronavirus getestet - nun liegen die Ergebnisse vor.

Laut Angaben des Rathauses wurden fünf Corona-Infektionen festgestellt. "Die Personen wurden unmittelbar nach Bekanntwerden in eine Schutz-Unterkunft verbracht, die für solche Quarantänefälle vorgesehen ist. Außerdem wurden weitere fünf Personen dorthin gebracht, die engen Kontakt zu den Infizierten hatten oder bei denen eine aktuelle Infektion vorliegen könnte", schreibt die Stadt. 

Die Infektionsketten konnten demnach nachvollzogen werden. Die Arbeiter seien auf unterschiedlichen Baustellen in Stuttgart aktiv gewesen. 

Das Arbeiterwohnheim könne unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln weiter betrieben werden. Im Juni werde das Gesundheitsamt erneut vorsorglich testen.

Bei Tests wurden fünf Fälle entdeckt. (Symbolbild)
Bei Tests wurden fünf Fälle entdeckt. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 27. Mai, 14.20 Uhr: Nun 34.500 Infizierte

Die Zahl der Corona-Infizierten ist in Baden-Württemberg erneut leicht gestiegen, auf nunmehr 34.500 (Stand: 14 Uhr).

Mittlerweile sind 34.500 Menschen mit dem Erreger infiziert worden.
Mittlerweile sind 34.500 Menschen mit dem Erreger infiziert worden.  © TAG24

Update, 27. Mai, 13.38 Uhr: Tropfsteinhöhlen auf der Alb öffnen wieder

Fast zwei Monate später als geplant beginnt in Sonnenbühl auf der Schwäbischen Alb die Höhlensaison. Von Freitag an sind die Bären- und Nebelhöhle wieder für Besucher geöffnet, teilte die Gemeinde im Kreis Reutlingen am Mittwoch mit. 

Weil die beiden Tropfsteingrotten jeweils einen separaten Ein- und Ausgang haben, ist ein den Corona-Hygieneauflagen entsprechender Publikumsverkehr möglich. Besucher müssen eine Schutzmaske tragen.

Update, 27. Mai, 12.58 Uhr: Immobilienfirmen fürchten Corona-Krise und fordern Rückendeckung

Private Immobilienfirmen im Südwesten fürchten die Auswirkungen der Corona-Krise auf ihr Geschäft und fordern rasche Weichenstellungen der Politik. Zwar laufe die Arbeit auf den Baustellen, und auch der Verkauf von Eigentumswohnungen sei noch nicht eingebrochen, betonte der Geschäftsführer des Landesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg, Gerald Lipka, am Mittwoch. "Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt weiterhin hoch", sagte er. Trotzdem gebe es erste Alarmzeichen. Ein großer Teil der Unternehmen berichte von Problemen bei der Vermarktung, Verzögerungen bei Baugenehmigungen und Schwierigkeiten bei der Finanzierung.

Der Verband legte einen Sechs-Punkte-Plan vor, in dem er unter anderem eine Senkung der Grunderwerbsteuer, den Abbau von Restriktionen und eine Vereinfachung der Verfahren fordert. Es gehe nicht um Hilfspakete, sondern darum, die Rolle der Immobilienbranche in der Krise zu stärken, sagte Lipka.

Update, 27. Mai, 12.50 Uhr: Schuldnerberatung spürt steigenden Beratungsbedarf durch Corona-Krise

Die Schuldnerberatung Stuttgart befürchtet, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise viele Menschen auf längere Sicht in starke finanzielle Schwierigkeiten bringt. "Im Herbst rechnen wir mit einem hohen Beratungsbedarf", sagte Reiner Saleth, Leiter der Schuldnerberatung Stuttgart, am Mittwoch. Manchmal gebe es noch Ersparnisse, die zuerst aufgebraucht würden. Oder das Girokonto könne noch einmal überzogen werden, bevor eine Beratungsstelle aufgesucht werde. Der Beratungsbedarf sei schon jetzt sehr hoch. Die Einrichtung mit rund 20 Beratern ist nach Saleths Angaben die größte im Südwesten. Zunächst hatte der SWR berichtet.

Saleth sagte im Radioprogramm "SWR Aktuell": "Die Leute, die zu uns kommen, sind an den Rand gedrängt. Sie stehen an der Wand und machen nichts mehr aktiv." Die Corona-Krise bedeute für viele Menschen ein sinkendes Einkommen. Die Beratungsstelle werde derzeit in Anspruch genommen, wenn es um Kurzarbeitergeld und den Wegfall befristeter Jobs und von Nebenverdiensten gehe. Gerade Nebenverdienste seien für viele Menschen aber wichtig, um die "Haushaltskasse quasi im Lot zu halten", erklärte Saleth. Vor allem in der Gastronomie sei für viele der Zusatzverdienst auf einmal weggefallen.

Dringend warnte Saleth im SWR vor einigen Angeboten an Hilfestellungen im Internet. "Wenn Sie jetzt "Schulden und Corona" in der Suchmaschine eingeben, dann würde ich die ersten fünf Anbieter, die da erscheinen, eher nicht wählen. Es ist da ein deutlich grauer Markt, der wenig hilfreich ist." Im Land gibt es rund 130 Schuldnerberatungsstellen.

Immer mehr Menschen suchen Rat bei Schuldenfragen.
Immer mehr Menschen suchen Rat bei Schuldenfragen.  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 27. Mai, 12.45 Uhr: Ansturm auf Campingplätze im Land

Die Campingplätze im Südwesten sind derzeit gefragt wie kaum zuvor: "Über Pfingsten werden die meisten Campingplätze in Baden-Württemberg ausgebucht sein", sagte am Mittwoch Kurt Bonath, Vorsitzender des Landesverbands der Campingunternehmer in Baden-Württemberg. Besonders gefragt sei der Bodensee. "Das ist das absolute Highlight." Ihm zufolge ist etwa die Insel Reichenau von Mai bis Oktober fast durchgehend ausgebucht. Nicht direkt am See gebe es jedoch noch Plätze. Bonath rät in jedem Fall, vorher zu buchen. "Wir rechnen mit einem Ansturm." Er verwies auch auf das Campingleitsystem von Ecocamping.

Beliebt sind zudem der Schwarzwald und die Schwäbische Alb. Doch auch Plätze mit Baggerseen wie Schuttern in Friesenheim (Ortenaukreis) sind begehrt: Zwei Drittel sind dort Dauercamper. Die 120 freien Plätze sind nach Angaben von Bonath schon lange ausgebucht. "Wir haben mindestens 30 bis 40 Absagen am Tag."

Autarke Camper mit Bad und WC im Wagen durften schon vom 18. Mai an wieder auf die Plätze. Ab dem 29. Mai, wenn die Sanitärgebäude öffnen, dürfen alle wieder campen. Nach Auskunft von Bonath ist auf den parzellierten Plätzen genügend Abstand. Schwieriger werde es in den Sanitär- und Gemeinschaftsgebäuden, wo Mund-Nasen-Schutz Pflicht ist. "Aber die Leute sind vorsichtig", ist er überzeugt.

Bonath rechnet für das ganze Jahr mit wirtschaftlichen Einbußen bei den rund 300 Campingplätzen im Land, von denen 138 im Verband zusammengeschlossen sind. Durch die Corona-Krise seien wichtige Monate weggefallen. Hinzu komme: "Die Leute sind noch sehr verunsichert." Grundsätzlich erlebe Camping aber seit zehn Jahren einen Boom. Wegen Corona wollten nun viele lieber Urlaub in Deutschland machen. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Update, 27. Mai, 6.09 Uhr: Experten: Kinder brauchen noch mehr Gehör in der Corona-Dauerkrise

Die Corona-Krise wird noch lange dauern - mit Blick auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen fordern Experten neue Ideen, bessere Finanzierung und mehr digitale Angebote. "Ich sehe großen Entwicklungsbedarf", sagte Jürgen Strohmaier, Leiter des Referates Hilfe zur Erziehung beim Landesjugendamt Stuttgart. 

"Die Krise wird zur Normalität werden. Dafür haben wir noch kein umfassendes Konzept", warnte er.

So müsse man verstärkt die Möglichkeit offener Jugendarbeit über digitale Medien nutzen. Einige der 46 Jugendämter im Südwesten hätten etwa in ihren Erziehungsberatungsstellen Kameras installiert: So könnten Familien oder Jugendliche in Not dort anrufen und den Berater sehen. Auf Wunsch könne der Anrufer auch selbst gesehen werden "und sich von Angesicht zu Angesicht beraten lassen", erklärte Strohmaier.

Man müsse sich auf mindestens sechs weitere Monate der Corona-Krise einstellen - und auf eine mögliche zweite Welle. "Ich will da gar nichts beschönigen. Wir haben viel zu tun", sagte er auch mit Blick auf die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) der Länder an diesem Mittwoch. Dabei wollen sich die Bundesländer per Videoschaltkonferenz in Pforzheim austauschen.

Kinder brauchen in der Corona-Krise mehr Gehöhr. (Symbolbild)
Kinder brauchen in der Corona-Krise mehr Gehöhr. (Symbolbild)  © DPA/ Felix Kästle

Update, 26. Mai, 20.02 Uhr: Neue Zahlen der Infizierten

Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden am Dienstag insgesamt 60 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 34.495 an, davon sind 31.345 Personen bereits wieder genesen. Geschätzt sind 1424 Menschen noch infiziert. 1726 Todesfälle sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus nachgewiesen. 

In Baden-Württemberg sind rund 35.000 Menschen infiziert worden.
In Baden-Württemberg sind rund 35.000 Menschen infiziert worden.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 26. Mai, 18.20 Uhr: Krach in Koalition wegen Details zur Corona-Lockerungen

In der Regierungskoalition gibt es Krach wegen Details der zum 1. Juni angekündigten Lockerungen von Corona-Auflagen für private Veranstaltungen. Die CDU-Fraktion bestreitet, dass es darüber eine Verständigung in der Regierung gibt. CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart kündigte am Dienstag an, das Thema im Koalitionsausschuss am Freitag aufrufen zu wollen. Auch CDU-Generalsekretär Manuel Hagel sagte: "Das, was da die Grünen da heute als Veranstaltungskonzept vorgestellt haben, entspricht absolut nicht unseren Vorstellungen."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte zuvor erklärt, dass die Vorgaben für private Feiern wie Hochzeiten und Geburtstagsfeiern gelockert würden. In geschlossenen Räumen dürften daran ab dem 1. Juni bis zu zehn Menschen teilnehmen. Im Freien seien dazu maximal 20 Menschen erlaubt. Kretschmann hatte seine Worte eingeleitet mit der Erklärung, dass dies Beschlüsse des Kabinetts seien. Ein Regierungssprecher bekräftigte dies am Nachmittag. Aus anderen Regierungskreisen hieß es, Details zu den Lockerungen für private Veranstaltungen seien nicht Teil des Kabinettsbeschlusses.

CDU-Generalsekretär Hagel bezeichnete die genannten Pläne jedenfalls als nicht praktikabel. "Wer soll das verstehen: Bei privaten Feiern dürfen nur 10 Menschen drinnen zusammenkommen und 20 draußen? Was machen die 20 Menschen im Garten, wenn es anfängt zu regnen?" Nötig seien auch Verhältnismäßigkeit und Klarheit in den Vorgaben.

Update, 26. Mai, 17.59 Uhr: Eberspächer schließt Werk mit 300 Mitarbeitern in Esslingen

Der Autozulieferer Eberspächer verlagert die Fertigung von Standheizungen nach Polen. 300 Mitarbeiter am Firmensitz in Esslingen verlieren ihre Beschäftigung. Grund für die Entscheidung seien strukturelle Probleme, das Coronavirus habe das Aus lediglich beschleunigt, teilte das Unternehmen am Dienstag in mit. Zuerst hatten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" berichtet.

Die Fertigung von brennstoffbetriebenen Fahrzeugheizungen werde bis ins Jahr 2022 aufgegeben und stufenweise in ein polnische Werk verlagert, sagte Heinrich Baumann, geschäftsführender Gesellschafter von Eberspächer am Dienstag während einer Videokonferenz. Bereits in diesem Herbst solle mit der Verlagerung begonnen werden.

In Esslingen werde es künftig noch Bereiche wie Forschung und Entwicklung sowie den Vertrieb geben. Rund 1000 Beschäftigte sollen dann noch am Standort tätig sein. Im vergangenen Jahr hatte der Autozulieferer seinen Umsatz um 7,7 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro gesteigert und einen Überschuss von 58 Millionen Euro erwirtschaftet, fast 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Wegen der Corona-Pandemie rechne man jedoch für dieses Jahr mit einem Umsatz- und Ergebniseinbruch.

Eberspächer beschäftigt weltweit an 80 Standorten rund 10.000 Mitarbeiter. Das Esslinger Familienunternehmen ist auf Abgastechnik, Fahrzeugelektronik und Klimaanlagen in Autos spezialisiert.

Update, 26. Mai, 16.40 Uhr: Mercedes-Benz fährt Produktion in Argentinien wieder hoch

Nach gut zwei Monaten Zwangspause wegen der Corona-Pandemie fährt Mercedes-Benz seine Produktion in Argentinien wieder hoch. Am Dienstag nahm der Autohersteller die Fertigung in dem Werk in Virrey Del Pino in der Provinz Buenos Aires wieder auf, wie der Konzern mitteilte. Zunächst werde nur im Ein-Schicht-Betrieb gearbeitet.

Um eine Verbreitung des neuartigen Coronavirus unter den Mitarbeitern zu verhindern, hat das Unternehmen ein Hygiene-Protokoll entwickelt: Die Mitarbeiter kommen mit einem firmeneigenen Shuttle-Service zur Arbeit, die Temperatur der Mitarbeiter wird regelmäßig gemessen, alle Beschäftigten müssen Mundschutz tragen und den Mindestabstand einhalten, Flächen werden regelmäßig desinfiziert.

Argentinien hatte am 20. März eine weitgehende Ausgangssperre verhängt und die meisten Branchen in eine Zwangspause geschickt. Zuletzt wurden die Beschränkungen in einigen Sektoren gelockert. Bislang haben sich in dem südamerikanischen Land 12 628 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 471 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Mercedes-Benz ist seit Anfang der 1950er Jahre in Argentinien vertreten. Die 2500 Mitarbeiter fertigen in Virrey Del Pino den Kleintransporter Sprinter, mehrere Modelle leichter Lkw und Chassis für Omnibusse.

Update, 26. Mai, 16.06 Uhr: CureVac will Genehmigung für klinische Studien beantragen

In der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus will das Tübinger Biopharmaunternehmen CureVac in den nächsten Tagen die Zulassung für klinische Studien beim zuständigen Paul-Ehrlich-Institut beantragen. Das teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Die klinische Phase-1-Studie mit gesunden Freiwilligen soll im Juni beginnen und einige Wochen dauern.

Die ganze Story könnt ihr hier nachlesen.

Update, 26. Mai, 15.21 Uhr: Kretschmann verteidigt Kita-Schließung: Das war kein Fehler

Die Schließung der Kitas und Grundschulen ist nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) kein Fehler gewesen. Zwar habe die aktuelle Studie der Universitätskliniken ergeben, dass Kindern unter zehn Jahren nur eine untergeordnete Rolle spielen bei der Übertragung des Coronavirus. Die Schließung bezeichnete er aber als "ein vernünftiges Handeln, im Nichtwissen vorsichtig zu sein".

Man müsse faktenorientiert handeln, sagte Kretschmann. Kenne man die Fakten nicht, müsse man vorsichtig sein. Zu Beginn der Krise habe man zu wenig über das Virus gewusst - und nach wie vor sei zu wenig bekannt zum Beispiel zu den mittel- und langfristigen Schäden des Virus.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte zuvor mitgeteilt, dass die Kitas in Baden-Württemberg spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen sollen. Für die weitere Öffnung der Grundschulen werde auch ein Konzept entwickelt.

Ministerpräsident WInfried Kretschmann.
Ministerpräsident WInfried Kretschmann.  © Marijan Murat/dpa

Update, 26. Mai, 15.11 Uhr: Weitere finanzielle Corona-Hilfe für Hotels und Gaststätten

Von der Corona-Krise schwer getroffene Hotels und Gaststätten sollen noch drei weitere Monate Geld vom Land bekommen. Das Kabinett gab am Dienstag eine "Stabilisierungshilfe" für die Branche frei, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Im Anschluss an die Corona-Soforthilfe können betroffene Betriebe einmalig weitere 3000 Euro zuzüglich 2000 Euro für jeden in Vollzeit beschäftigten Mitarbeiter bekommen. Die Regierung geht von einem Bedarf in Höhe von 330 Millionen Euro aus, die aus dem Landeshaushalt kommen sollen.

"Es gilt, den Weiterbestand von bislang gesunden Betrieben zu sichern, um so Tausende von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Land zu erhalten", sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Neben der aktuellen Situation werde die Branche auch noch den grundsätzlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung zu spüren bekommen.

Die Umsatzrückgänge lägen teils bei 80 bis 100 Prozent, was über einen längeren Zeitraum existenzgefährdend sei, hieß es. Schon in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung der Restaurants habe sich gezeigt: Die Gastronomie werde noch länger mit erheblichen Einbußen rechnen müssen, sagte Tourismusminister Guido Wolf (CDU). "Wir brauchen schnelle Hilfen, um das Überleben zahlreicher Betriebe zu sichern", betonte er.

Update, 26. Mai, 14.16 Uhr: Neues Programm zur Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen

Das Wirtschaftsministerium und die L-Bank erweitern ihr Förderangebot in der Corona-Krise. Kleinere und mittlere Unternehmen können nun einen Liquiditätskredit mit zusätzlichem Tilgungszuschuss, um gezielt das Eigenkapital in Baden-Württemberg zu stärken. 

"Viele mittelständische Unternehmen müssen aktuell massive Liquiditätsengpässe überbrücken. Deshalb erweitern wir unser Portfolio an Maßnahmen um ein wichtiges Instrument, mit dem wir unseren an sich gesunden Unternehmen mit einem Zuschuss unter die Arme greifen können. Dieser wirkt wie Eigenkapital. Damit tragen wir dazu bei, dass sie ihre Struktur auch während des coronabedingten Stillstandes aufrechterhalten und nach der Krise rasch wieder agieren können", erklärte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

Update, 26. Mai, 12.24 Uhr: Küchenspülen-Spezialist Blanco erwartet Umsatzeinbruch wegen Corona

Der Küchenspülen-Hersteller Blanco rechnet mit einem deutlich Umsatzeinbruch wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Umsätze im ersten Quartal 2020 hätten sich aber noch weitgehend nach Plan entwickelt, teilte Blanco-Chef Frank Gfrörer am Dienstag mit. 

2019 konnte das Unternehmen mit Sitz in Oberderdingen im Kreis Karlsruhe seinen Umsatz leicht um 1 Million Euro auf 395 Millionen Euro steigern. Im Inland gab es einen Zuwachs von 3,5 Prozent auf 142 Millionen Euro, im Ausland stagnierte das Geschäft bei 253 Millionen Euro. Zahlen zum Ergebnis nennt Blanco nicht. 

Das Unternehmen beschäftigte den Angaben zufolge zum Jahresende 2019 gut 1500 Mitarbeiter, davon knapp 1100 in Deutschland.

Update, 26. Mai, 11.10 Uhr: Kitas öffnen bis Ende Juni wieder

Die Kitas in Baden-Württemberg sollen spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen. 

Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart, gemeinsam mit den Kommunen und den Trägern werde zügig ein Rechtsrahmen erarbeitet, um "spätestens bis Ende Juni die Kitas wieder vollständig öffnen zu können". 

Sie stützte sich dabei auf erste Erkenntnisse aus einer Studie zu Kindern und dem Coronavirus, an der die Uniklinik Heidelberg mit Partnern arbeitet. Diese Studie gebe Signale, wonach Kinder bis zehn Jahre als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle spielen, erklärte Eisenmann. 

Deshalb werde jetzt auch ein Konzept für die weitere Öffnung der Grundschulen entwickelt. Die ganze Geschichte könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 26. Mai, 11.04 Uhr: Jetzt 34.466 Infizierte

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Corona-Infektionsfälle erneut leicht angestiegen. Bis 10.45 Uhr wurden 21 weitere Infizierte gemeldet, damit haben sich insgesamt 34.466 Menschen mit dem Erreger angesteckt.

Die Zahl der Infizierten ist weiter gestiegen.
Die Zahl der Infizierten ist weiter gestiegen.  © TAG24

Update, 26. Mai, 7.10 Uhr: Südwest-Maschinenbau zieht Bilanz

Der Maschinenbau im Südwesten zieht Bilanz - nicht nur inmitten der Corona-Pandemie, sondern insgesamt in einer Phase der Anpassung. 

Das Thema Elektromobilität und damit die umfassende Umwandlung der Branche hat viele Betriebe und Unternehmen ohnehin schon vor Herausforderungen gestellt. Nun kommt auch noch Corona hinzu. Am Dienstag (11.30 Uhr) berichtet der Südwestableger des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) über die aktuelle Situation. 

Allerdings steht es nicht bei allen schlecht - wer mit innovativen Produkten am Markt sei, arbeite in manchen Bereichen sehr erfolgreich weiter, heißt es.

Vorgelegt hatte vergangene Woche das Statistische Landesamt mit eher trüben Nachrichten: Vor allem im März habe die Corona-Pandemie deutliche Auswirkungen auf die weltweite Nachfrage nach Autos und Maschinen aus Baden-Württemberg gehabt. 

Während die Exporte aus dem Südwesten im ersten Quartal dieses Jahres nur leicht zurückgingen, mussten Autobranche und Maschinenbauer demnach einen Rückgang von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen. Das lag neben Corona auch an der schwächeren Weltkonjunktur, hieß es bei den Statistikern.

Update, 26. Mai, 6.06 Uhr: Wild Wings hoffen auf Hilfe durch Politik

Der Sportliche Leiter der Schwenninger Wild Wings, Christof Kreutzer, hofft in der Coronavirus-Krise auch auf die Hilfe der Politik. 

"Das ist ein schwieriges Unterfangen, aber letztendlich ist der Sport auch ein großer Wirtschaftszweig. Auch darauf müsste die Regierung ein Auge haben, es nutzt ja nichts, wenn Sportarten sterben", sagte der 52-Jährige am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Ich denke, das müsste die Liga geschlossen angehen. Eventuell sogar mit anderen Sportligen zusammen."

Die Wild Wings, die die Vorrunde vor dem Saisonabbruch als Letzter beendet hatten, haben wie alle anderen 13 Clubs der Deutschen Eishockey Liga bis Sonntag fristgerecht ihre Lizenzunterlagen eingereicht. Ob das notwendige Einverständnis der Spieler zum Gehaltsverzicht vorliegt, wollte Kreutzer allerdings nicht sagen.

Eine neue Lizenzbedingung ist, dass die Spieler auf 25 Prozent ihres Gehaltes verzichten. Dieser Anteil soll von einer garantierten in eine variable Zahlung umgewandelt werden. 

"Die Bedingung wird gemacht, damit die Liga auch in dem Sinne weiter bestehen bleibt, so wie sie ist", sagte Kreutzer. Auch er sei zum Gehaltsverzicht bereit. "Wir sitzen alle in einem Boot", sagte Kreutzer. "Wir können es nicht bei einem Angestellten so, beim anderen so machen."

Letztendlich ist der Sport ein großer Wirtschaftszweig, sagt Christof Kreutzer. (Archiv)
Letztendlich ist der Sport ein großer Wirtschaftszweig, sagt Christof Kreutzer. (Archiv)  © Maja Hitij/dpa

Update, 25. Mai, 19.56 Uhr: Ex-VfB-Spieler Pogrebnjak mit Corona infiziert

Der frühere VfB-Stuttgart-Spieler Pawel Pogrebnjak (36) muss wegen einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. 

Es habe sich eine beidseitige Lungenentzündung bei ihrem Mann entwickelt, schrieb Maria Pogrebnjak-Schatalowa am Montag bei Instagram. Der 36 Jahre alte Fußballprofi war zuvor bei einem Test des Teams vom Club Ural in Jekaterinburg positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. 

"Mein Mann hat hohes Fieber, Husten", schrieb Pogrebnjaks Ehefrau. Sie selbst habe Symptome wie extreme Schwäche und Halsschmerzen.

Früher beim VfB: Pawel Pogrebnjak. (Archiv)
Früher beim VfB: Pawel Pogrebnjak. (Archiv)  © Thomas Eisenhuth dpa

Update, 22. Mai, 18.07 Uhr:

Nach wie vor steigt die Zahl der Corona-Toten und -Infizierten in Baden-Württemberg an.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montagabend sind zehn weitere Menschen Opfer des Erregers geworden. Damit steigt die Zahl der Toten auf insgesamt 1707.

Zudem wurden 36 weitere Infektionsfälle gemeldet, damit steigt die Zahl der Infizierten auf nunmehr 34.445. "Davon sind ungefähr 31.217 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen", so das Ministerium. Derzeit sind geschätzt noch 1.511 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,97 angegeben.

Update, 25. Mai, 17.38 Uhr: Corona lässt sich nicht immer per Abstrich nachweisen

Eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 lässt sich Wissenschaftlern zufolge nicht immer über einen Abstrich aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum nachweisen. 

Diese gängige Form des Testens könne selbst bei einer Corona-Infektion negativ ausfallen, berichten Mediziner des Universitätsklinikums Freiburg in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" (DMW). Dies zeige ein Infizierter aus Freiburg, bei dem drei Rachenabstriche negativ ausgefallen seien. Die Experten empfehlen daher die Analyse weiterer Proben aus dem Stuhl oder aus tiefem Atemwegssekret, wenn der übliche Abstrich trotz begründetem Verdacht wiederholt negativ ausfalle.

In dem Fall geht es den Angaben zufolge um einen 46 Jahre alten Patienten, der mit Husten und Fieber an die Freiburger Uniklinik kam. Die Symptome bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits eine Woche lang. Nach den drei negativ ausgefallenen Rachenabstrichen wiesen die Mediziner die Virusgene schließlich in ausgehusteten Atemwegssekreten nach, dem sogenannten Sputum. 

Zu diesem Zeitpunkt war der Patient bereits ohne Beschwerden. Obwohl er mit Übergewicht, Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und einem erhöhten Blutzucker gleich mehrere Risikofaktoren aufwies, habe er die Infektion ohne größere Komplikationen überstanden.

Der Abstrich aus Mund, Nase oder Rachen ist gängige Praxis, um eine Corona-Infektion nachzuweisen. Zwischenzeitlich mehren sich jedoch Hinweise, dass diese Methode nicht immer zuverlässig ist, sagte der Mediziner Daniel Hornuß von der Uniklinik Freiburg. 

Wenn Laborwerte und die Befunde in der Computertomographie auf Covid-19 hinwiesen, sollte daher der Gentest an anderen Biomaterialien wie Sputum, tiefen Atemwegssekreten oder Stuhl versucht werden, raten Hornuß und seine Kollegen.

Nicht immer bringt ein Abstrich aus dem Rachen Klarheit. (Symbolbild)
Nicht immer bringt ein Abstrich aus dem Rachen Klarheit. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 22. Mai, 16.35 Uhr: Flughafen Stuttgart erarbeitet Sicherheitskonzept

Der Stuttgarter Flughafen bereitet sich auf die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen in Sachen Corona vor. Zu den einzelnen Schritten zählen unter anderem Trennscheiben für das Personal an den Check-in-Schaltern und der Bordkarten-Kontrolle, Markierungen im Gastro-Bereich und Durchsagen, die auf den Sicherheitsabstand hinweisen. 

Man wolle alles dafür tun, die Wiederaufnahme des Flugverkehrs für die Fluggäste so sicher, schnell und bequem wie möglich zu gestalten - wobei die Gesundheit der Passagiere und Mitarbeiter höchste Priorität habe, teilte die Flughafengesellschaft am Montag mit.

Dass die Fluggäste allein schon wegen der Sicherheits- und Abstandsregelungen mehr Zeit mitbringen müssen, hatte der Flughafen bereits auf seiner Website vermerkt. Außerdem müsse im gesamten Terminal nach Vorgabe der Landesregierung eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. 

Wer keinen solchen Schutz hat, kann sich in den Flughafen-Geschäften einen kaufen. Das könnte auch für den Flug selbst notwendig sein. Bei einigen Airlines sei es bereits Pflicht, auch an Bord eine Maske zu tragen, teilte der Flughafen mit. Die Passagiere sollten sich vor Antritt ihrer Reise über die geltenden Bestimmungen bei ihrer Fluggesellschaft informieren.

Nur wann es nun wieder losgeht mit den touristischen Flügen, das weiß man auch beim Stuttgarter Flughafen noch nicht. "Wir warten sehnsüchtig", sagte eine Sprecherin am Montag. Der Start der Flieger hänge weiterhin von vielen Corona-Faktoren ab, nicht zuletzt von den Reisebeschränkungen, die in den Zielländern herrschen.

Update, 25. Mai, 14.24 Uhr: Gesundheitsamt Mannheim geht mit Nachverfolgungsapp in die Praxis

Das Gesundheitsamt Mannheim wird als bundesweit erstes Gesundheitsamt ab der kommenden Woche mit einer App in den Praxisbetrieb gehen, mit der die Nachverfolgung von positiv getesteten Corona-Fällen und deren Kontaktpersonen möglich gemacht werden soll. Das teilte die Stadt mit. 

Die App, die nicht mit der aktuell diskutierten Tracing-App zur Kontaktpersonenermittlung zu verwechseln ist, wurde vom Verein quarano e.V. entwickelt. Weitere Gesundheitsämter haben bereits ebenfalls Interesse daran signalisiert.

"Der Einsatz der Software-Lösung in Mannheim - die in enger Zusammenarbeit mit unserem Gesundheitsamt entwickelt wurde - als erste Kommune bundesweit belegt erneut die Vorreiterrolle, die unsere Stadt bei der Digitalisierung einnimmt", wird Oberbürgermeister Peter Kurz in der Mitteilung zitiert.

Update, 25. Mai, 12.59 Uhr: Erste Jugendherbergen öffnen zu Pfingsten

Feldberg, Schluchsee, Bad Urach, Stuttgart und weitere mehr: Im Südwesten öffnen zu Pfingsten gemeinsam mit den Hotels und Herbergen auch acht Jugendherbergen. Insgesamt gibt es im Land 47 der Einrichtungen, doch nicht alle konnten so schnell auf die neue Corona-Schutzverordnung und die Infektionsschutzstandards reagieren. 

"Wir öffnen bisher ausschließlich Jugendherbergen, in denen die Zimmer über ein eigenes Bad und WC verfügen", sagt Pia Bah vom Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks in Stuttgart.

Maßgeblich seien neben dem Infektionsschutz auch die Nachfrage und die Überlegung, ob der betreffende Betrieb trotz Abstandsregelungen und anderen Auflagen kostendeckend arbeiten könne. "Reservierungen gibt es schon", sagte Bah. "Wir hoffen, dass wir schrittweise mehr und mehr Jugendherbergen wiedereröffnen können."

Um den Gästen in den unsicheren Zeiten ein wenig Planungssicherheit zu geben, erhalten sie neben angepassten Preisen auch flexiblere Bedingungen im Fall einer Stornierung, heißt es beim Jugendherbergswerk. Für Familien und Einzelreisende bedeute dies, dass sie 24 Stunden vor Anreise stornieren könnten. Für Gruppen gelte eine reduzierte Stornofrist von 14 Tagen vor Anreise.

Ein Blick in das Zimmer einer Jugendherberge.
Ein Blick in das Zimmer einer Jugendherberge.  © Guido Kirchner/dpa

Update, 25. Mai, 12.44 Uhr: Vor Öffnung von Sporteinrichtungen und Hotels: Wasser marsch!

Bevor Fitnessstudios, Sporteinrichtungen, Hotels und andere coronabedingt geschlossene Institutionen wieder öffnen, sollen die Verantwortlichen alle Wasserhähne aufdrehen. Dazu riet Verbraucherschutzminister Peter Hauk (59, CDU). 

Es müsse sichergestellt werden, dass das Trinkwasser aus der Leitung einwandfreie Qualität hat. Sonst könnten sich gefährliche Keime wie Legionellen vermehren, sagte Hauk. "Die wichtigste Maßnahme nach einem längeren verminderten Trinkwasseraustausch in den Leitungen lautet daher spülen, spülen, spülen."

In der Regel genüge es, alle Hähne vollständig zu öffnen und sowohl Kalt- als auch Warmwasser abfließen zu lassen, bis die Temperatur konstant bleibe, hieß es beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Die Leitungen sollten etwa eine Woche vor Wiedereröffnung gründlich und dann nochmals täglich gespült werden, damit das Wasser der jeweiligen Hausinstallation vollständig getauscht werde.

Laut Verbraucherschutzministerium vermehren sich Legionellen am stärksten bei Temperaturen von 30 Grad bis 45 Grad in stehendem Wasser. Neben einer zu niedrigen Warmwassertemperatur von unter 60 Grad begünstigt auch Stagnation durch unregelmäßige Nutzung eine Vermehrung der Keime. Wenn Legionellen über kleine Wassertröpfchen eingeatmet werden und in die Lunge gelangen, könne es zu einer ernsthaften Lungenentzündung kommen.

Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister Peter Hauk (59, CDU).
Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister Peter Hauk (59, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 25. Mai, 12.34 Uhr: 34.431 Infektionen, 1698 Todesfälle

In Baden-Württemberg haben sich mindestens 34.431 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand: 25. Mai, 11:45 Uhr). Darüber hinaus wurden 1698 Todesfälle registriert.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Baden-Württemberg.
Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Baden-Württemberg.  © TAG24

Update, 25. Mai, 10.15 Uhr: ADAC warnt: Wegen Corona-Lockerungen wieder Staus an Pfingsten

Nach mehr als zwei Monaten mit weitgehend leeren Straßen wegen der Corona-Pandemie müssen Autofahrer an Pfingsten wieder mit Staus und vollen Autobahnen rechnen. "Ein Deutschland-Urlaub mit dem Auto steht hoch im Kurs", sagte Holger Bach von der Abteilung Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg am Montag in Stuttgart. 

"Da Flugreisen ins Ausland aktuell keine Option sind, werden sich viele Deutsche für einen Kurztrip mit dem Auto innerhalb Deutschlands entscheiden."

Durch die zunehmende Lockerung der Reiseeinschränkungen und die steigende Zahl der Angebote für Touristen seien daher wieder mehr Fahrzeuge unterwegs. Außerdem beginnen in Baden-Württemberg und auch in Bayern die zweiwöchigen Pfingstferien.

Laut ADAC-Prognose dürfte es vor allem am Freitagnachmittag, am Samstagvormittag und am Montagnachmittag voller werden. Dagegen könnte am Samstagabend, am Sonntag und am Montagvormittag eher freie Fahrt herrschen. Staus drohen laut ADAC im Großraum Stuttgart (A8/A81), auf der A6 zwischen den Kreuzen Walldorf und Weinsberg, auf der A7 zwischen Kreuz Ulm und Kreuz Feuchtwangen/Crailsheim sowie auf der A8 zwischen Merklingen und Ulm.

Auf der A8 kommt es häufig zu Stau.
Auf der A8 kommt es häufig zu Stau.  © Matthias Balk/dpa

Update, 25. Mai, 7.58 Uhr: Giftnotruf hat wegen Desinfektionsmitteln mehr Anrufe

Die Mitarbeiter der landesweit tätigen Vergiftungs-Informations-Zentrale in Freiburg verzeichnen eine steigende Zahl von Notrufen und Anfragen. Mit der Corona-Krise hätten sich zudem die Themenschwerpunkte verändert, sagte die Leiterin der Einrichtung, Maren Hermanns-Clausen. 

Es gehe beim Giftnotruf nun häufiger als sonst um Desinfektionsmittel, Seifen, Geschirr- und Glasreiniger und ähnliche Substanzen. Am häufigsten seien Kinder betroffen. Haushaltsprodukte wie Reiniger oder Desinfektionsmittel würden von diesen getrunken oder gelangten in die Augen. Im April habe sich die Zahl der Notrufe wegen Desinfektionsmitteln verdoppelt.

Update, 25. Mai, 6.58 Uhr: Erdbeben-Forscher hoffen auf neue Erkenntnisse durch Corona-Lockdown

Der Corona-Lockdown könnte Erdbeben-Forschern neue Erkenntnisse unter anderem zu sogenannten Mikrobeben bescheren. Denn das durch den Menschen verursachte Rauschen in den gemessenen Signalen war zur Hochzeit der Beschränkungen deutlich reduziert, wie Joachim Ritter vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erklärt. 

"Die Abnahme der Bodenbewegung war an vielen Stationen deutlich messbar." Die Folge: Dort waren Erdbeben-Signale besser zu erkennen als vor dem Corona-Lockdown.

"Ich hoffe, dass wir an ein paar Messstellen Signale sehen werden, die wir sonst nicht entdeckt hätten", sagt der KIT-Professor. Die Forscher gehen davon aus, dass sie mehr Mikro-Beben aufspüren, die für die Vorhersage größerer Erdbeben von Bedeutung sind. 

"Normalerweise werden die Signale der kleinen Beben übertönt", so Ritter. Inzwischen rumort es mit der schrittweisen Rückkehr zum normalen Leben auf der Erdoberfläche wieder mehr.

Geräte einer seismologischen Messstation: Die Corona-Krise bietet Erdbeben-Forschern neue Chancen: Durch den wochenlangen Stillstand vieler gesellschaftlicher Bereiche ist es auf der Erdoberfläche ruhiger geworden.
Geräte einer seismologischen Messstation: Die Corona-Krise bietet Erdbeben-Forschern neue Chancen: Durch den wochenlangen Stillstand vieler gesellschaftlicher Bereiche ist es auf der Erdoberfläche ruhiger geworden.  © Joachim Ritter/dpa

Update, 24. Mai, 20.36 Uhr: Trennscheiben sollen Busfahrer vor Infektion schützen

Mit Trennscheiben sollen Busfahrer künftig vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden. Damit soll die coronabedingte Sperrung des Einstiegs und des Ticketkaufs beim Fahrer für die Fahrgäste gelockert werden. Verkehrsminister Winfried Hermann (67, Grüne) will die Schutzvorrichtung am Montag (13.30 Uhr) in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) vorstellen. Das Land Baden-Württemberg fördert deren Einbau und arbeitet laut Hermann an einer entsprechenden Richtlinie.

Trennscheiben sollen Busfahrer vor dem Coronavirus schützen. (Symbolbild)
Trennscheiben sollen Busfahrer vor dem Coronavirus schützen. (Symbolbild)  © dpa/Marijan Murat

Update, 24. Mai, 18.34 Uhr: 34.399 Infizierte, 1697 Todesfälle

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.399 gestiegen. Das waren 32 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg um einen auf 1697. Etwa 31.139 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen.

Derzeit seien geschätzt noch 1563 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es weiter. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag im landesweiten Schnitt bei 3,4 je 100.000 Einwohner.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,81 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter weniger als eine weitere Person ansteckt.

In Baden-Württemberg haben sich mindestens 34.399 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1697 starben.
In Baden-Württemberg haben sich mindestens 34.399 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1697 starben.  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 24. Mai, 17.39 Uhr: Jockeys beim Iffezheim-Grand-Prix mit Mundschutz

Der vier Jahre alte Hengst Quest the Moon hat sich auf der Galopprennbahn in Iffezheim den Sieg im Großen Preis der Badischen Wirtschaft gesichert. Im Hauptereignis der Pferde-Leistungsprüfungen gewann der letztjährige Derby-Vierte mit Jockey Rene Piechulek am Sonntag nach einem spannendem Finish gegen Durance unter Jockey Lukas Delozier. Rang drei ging an Wai Key Star unter Sibylle Vogt.

Der Münchener Rennstall von Trainerin Sarah Steinberg stellte damit neben dem Sieger auch den Dritten. Der Stall Salzburg von Hans-Gerd Wernicke ist der Besitzer der beiden. Quest the Moon gelang in dem mit 35.000 Euro dotierten Rennen beim neunten Start der dritte Sieg. Das diesjährige Frühjahrs-Meeting war aufgrund der Coronavirus-Krise auf zwei Renntage verkürzt worden.

Wie aktuell alle deutschen Leistungsprüfungen der Galopper war auch im Grand Prix die Dotierung auf 50 Prozent des Üblichen reduziert worden, da alle Veranstaltungen im Moment ohne Publikum ausgetragen werden müssen. Bis zu 15.000 Besucher wären normalerweise an diesem Renntag dabei gewesen. 

In allen zwölf Rennen der Iffezheimer Sonntag-Veranstaltung ritten die Jockeys mit Mund- und Nasenschutz, nur die Berufstätigen waren zugelassen. Deshalb mussten auch alle Besitzer den Start ihrer Pferde am TV-Gerät oder via Internet verfolgen.

Vor leeren Tribünen läuft beim Frühjahrsmeeting auf der Galopprennbahn Iffezheim eine Reitergruppe in das Ziel ein.
Vor leeren Tribünen läuft beim Frühjahrsmeeting auf der Galopprennbahn Iffezheim eine Reitergruppe in das Ziel ein.  © Uli Deck/dpa

Update, 24. Mai, 13.56 Uhr: Nach Hunderten von Coronafällen Sondersitzung zu Fleischfabrik

Nach Hunderten von Coronafällen in einer Fleischfabrik in Birkenfeld bei Pforzheim setzt sich auch der Landtag mit den Infektionen in dem Unternehmen auseinander. Auf Antrag der Fraktionen von SPD und FDP tritt der Landtagsausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Dienstag zusammen. "Die geschilderten Umstände erfordern aus unserer Sicht eine umfassende Beratung im Ausschuss", sagten die Abgeordneten Jonas Weber (SPD) und Klaus Hoher (FDP) am Sonntag. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) warfen sie vor, eine umfassende Aufklärung bislang schuldig geblieben zu sein.

Insgesamt hatte es in dem Betrieb fast 400 Infizierte gegeben. Auf Druck der Behörden musste der Betrieb Müller Fleisch einen Entwurf für einen Pandemieplan vorlegen, um die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verhindern. Hauk will sich am Montag (16 Uhr) bei einem Besuch in Pforzheim zu den Umständen in den Schlachthöfen äußern.

In mehreren Schlachthöfen in Deutschland hatte es zuletzt hohe Zahlen an Corona-Infektionen gegeben. Neben Birkenfeld waren Belegschaften in Coesfeld und Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) sowie in Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein betroffen.

Update, 24. Mai, 11.12 Uhr: Wolf fordert nach den Hotels auch Öffnungsperspektive für Bäder

Nach der angekündigten Öffnung für Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte fordert Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf auch eine Perspektive für die noch geschlossenen Bäder und Wellnessbereiche. "Aus meiner Sicht sind hier zeitnahe Wiedereröffnungen mit Abstands- und Hygieneregeln vertretbar und auch geboten", sagte der CDU-Minister der Deutschen-Presse Agentur. Zunächst könnten Hotelbäder und Freibäder sowie Außenbereiche geöffnet werden, in einem zweiten Schritt im Laufe des kommenden Monats die übrigen Hallenbäder, sagte Wolf am Sonntag.

Während zahlreiche Freibäder im Schatten der Corona-Pandemie bereits in die Sommersaison gestartet sind, wartet Baden-Württemberg noch ab. In Sachsen dürfen die Bäder dagegen schon seit dem 15. Mai wieder öffnen, in Nordrhein-Westfalen seit dem vergangenen Mittwoch. Andere Bundesländer ziehen in den kommenden Wochen nach, darunter auch Bayern. Dort dürfen Freibäder und Schwimmbadanlagen im Freien ab 8. Juni wieder Besucher empfangen.

Wolf sorgt sich vor allem um mögliche Chancen für den Tourismus. Gesundheitsschutz werde im Sommer ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl des Urlaubsorts sein, sagte er. "Das ist für den Tourismus in Baden-Württemberg nach drei furchtbaren Monaten eine echte Chance."

Tourismusminister Guido Wolf.
Tourismusminister Guido Wolf.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 24. Mai, 09.25 Uhr: Hotels und Pensionen dürfen vollständig öffnen

Jetzt steht dem Pfingsturlaub in Baden-Württemberg eigentlich kaum noch etwas entgegen: Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte dürfen vollständig wieder öffnen. Es gibt aber Auflagen.

Rechtzeitig vor den Pfingstferien in Baden-Württemberg haben Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte nach der unfreiwilligen Corona-Pause grünes Licht bekommen: Ab dem 29. Mai dürfen sie vollständig wieder öffnen. Eine entsprechende Verordnung für sogenannte Beherbergungsbetriebe, zu denen auch Ferienwohnungen, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze zählen, hat die Landesregierung beschlossen, wie das baden-württembergische Wirtschaftsministerium am Samstagabend mitteilte.

"Mit der Öffnung von Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen machen wir einen weiteren wichtigen Schritt zum Wiederaufleben des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in Baden-Württemberg", sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) appellierte an die Gäste, die Hygiene- und Abstandsregelungen konsequent einzuhalten.

Bereits seit dem 18. Mai durften in Baden-Württemberg Wohnmobilstellplätze, Campingplätze und Ferienwohnungen öffnen - allerdings mussten Sanitärbereiche und andere Gemeinschaftseinrichtungen geschlossen bleiben. Die nun beschlossene Verordnung gilt laut Regierung für alle Beherbergungsbetriebe mit Gemeinschaftseinrichtungen. Darin ist etwa ein Mindestabstand unter den Gästen vorgeschrieben. Zudem sollen alle Personen ab sechs Jahren an der Rezeption, aber auch in Fluren, Treppenhäusern und auf «sonstigen Verkehrsflächen» eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Außerdem heißt es unter anderem: «Der Kontakt und die Kommunikation der Beschäftigten mit den Gästen ist auf ein notwendiges Mindestmaß zu beschränken.»

Die Zimmer können gemäß der neuen Verordnung mit bis zu fünf Menschen aus unterschiedlichen Haushalten oder mit beliebig vielen Personen aus demselben Haushalt belegt werden. Auch zur Reinigung der Zimmer oder des Geschirrs gibt es Vorgaben.

Die Übernachtungs- und Gästezahlen in Baden-Württemberg waren im März nach Angaben des Statistischen Landesamtes so stark eingebrochen wie nie zuvor. Laut Statistik lag der Rückgang bei mehr als 60 Prozent.

Update, 24. Mai, 07.30 Uhr: Ansturm auf die Fahrradläden

Viele Menschen in Baden-Württemberg kaufen sich in diesen Wochen ein neues Fahrrad. "Wir sehen derzeit einen enormen Run auf die Fahrradläden", sagt David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). "Ohne von einem Gewinner der Krise reden zu wollen, muss man festhalten, dass das Fahrrad gerade einen besonderen Moment erlebt."

Der Experte führt den Boom unter anderem darauf zurück, dass viele Menschen in der Corona-Krise auf den Urlaub in der Ferne verzichten und das Geld stattdessen in ein Rad investieren, um Ziele in der Heimatregion anzusteuern. Zudem meiden viele Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel aus Angst vor einer Ansteckung. "Bei Fahrrädern kann man die Distanz halten", sagt Eisenberger.

Das Fahrradgeschäft Transvelo in Stuttgart hat in den vergangenen Wochen 20 Prozent mehr Umsatz gemacht, wie der Verkäufer Jonathan Hild berichtet. Auch Michael Klikar von MK-Bikes in Karlsruhe sieht eine stark gestiegene Nachfrage: "Wir machen in einer Woche den Umsatz, den wir vorher in drei Wochen hatten."

Update, 24. Mai, 07.14 Uhr: Kommunen fordern finanzielle Unterstützung vom Land

Die baden-württembergischen Kommunen fordern wegen der Coronakrise eine erhebliche finanzielle Unterstützung vom Land. Landkreistag und Gemeindetag verwiesen am Wochenende noch einmal auf sinkende Steuereinnahmen und steigende Ausgaben wegen des Coronavirus. An diesem Montag beginnen die Gespräche zwischen dem Land und den Kommunen übers Geld. Sie werden von Landesseite von Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) geleitet.

Der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Alexis von Komorowski, sagte, die Kommunen müssten weiter in Schulen, öffentliche Busse und Bahnen, Krankenhäuser und den Klimaschutz investieren können - auch, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Gemeindetagspräsident Roger Kehle fügte hinzu, wenn die Kommunen gezwungen seien, ihre Investitionen herunterzufahren, habe das schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft.

Die jüngste Steuerschätzung für Baden-Württemberg hatte ergeben, dass die Kommunen in diesem Jahr mit 3,6 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen müssen als im Herbst 2019 prognostiziert worden war. Der Einbruch sei insbesondere auf die rückläufige Gewerbesteuer zurückzuführen. 2021 müssen Gemeinden, Städte und Kreise mit einem Rückgang von rund 2,3 Milliarden Euro kalkulieren.

Das Land hat den Kommunen bereits eine Soforthilfe von rund 200 Millionen Euro gezahlt, um erste Coronakosten abfedern zu können.

Viele Kommunen gehen von weniger Steuereinnahmen aus.
Viele Kommunen gehen von weniger Steuereinnahmen aus.  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 23. Mai, 20.48 Uhr: Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen wieder öffnen

Wohnmobilstellplätze und Ferienwohnungen wurden bereits geöffnet, wenn sie ohne die Benutzung von Gemeinschaftseinrichtungen auskamen. 

Ab dem 29. Mai dürfen alle Beherbergungsbetriebe, auch mit Gemeinschaftseinrichtungen unter Auflagen wieder öffnen. Die Gäste müssen Mindestabstand einhalten und alle Personen ab 6 Jahren müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung an der Rezeption und auf den Fluren tragen.

Auch bei der Zimmerbelegen gibt es Einschränkungen: So dürfen, wie in der allgemeinen Corona-Verordnung im privaten Bereich nur fünf Menschen aus unterschiedlichen Haushalten zusammenkommen. Die Zimmer müssen unter Vorgaben speziell gereinigt werden. 

"Mit der Öffnung von Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen machen wir einen weiteren wichtigen Schritt zum Wiederaufleben des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in Baden-Württemberg. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Hygiene-Verordnung so früh wie möglich veröffentlicht wird, damit die Betriebe Planungssicherheit erhalten. So können sie sich auf das wichtige Pfingstgeschäft vorbereiten", sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. 

"Jeder Schritt zur Öffnung verlangt weiterhin erhöhte Wachsamkeit“, betonte Gesundheitsminister Manne Lucha. "Ich appelliere daher an die Nutzer von Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen, die Hygiene- und Abstandsregelungen konsequent einzuhalten."

Update, 23. Mai, 18.19 Uhr: Zahl der Infizierten steigt auf 34.367

Die Zahl der Infizierten im Land steigt auf 34.367, davon sind 30.995 Personen wieder genesen. Insgesamt gab es 1.696 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. 

Update, 23. Mai, 16.56 Uhr: Verwaltungsgerichtshof genehmigt AfD-Protest

Die AfD darf am Sonntag in Stuttgart gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren - trotz eines ursprünglichen Verbots der Stadt. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) setzte für den Protest aber strenge Auflagen fest, wie aus einer am Samstag in Mannheim veröffentlichten Entscheidung hervorgeht. 

Unter anderem dürfen nur bis zu 100 Menschen teilnehmen. Außerdem müssten die Teilnehmer in höchstens zwei Bussen anreisen und auf dem Platz der Demonstration in der Innenstadt die Mindestabstände einhalten. Damit gab der VGH einer Beschwerde der AfD gegen das Verbot in Teilen statt.

Mehr Infos dazu hier

Update, 23. Mai, 10.47 Uhr: Innenminister Strobl warnt vor Rechtsextremismus bei Corona-Protesten

Rechtsextremisten versuchen nach Einschätzung des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl (60), die Proteste gegen Corona-Auflagen für sich zu nutzen. "Die Gefahr besteht zweifellos", sagte der CDU-Politiker den "Badischen Neuesten Nachrichten". Er zeigte zwar erneut Verständnis für Kritik an den Beschränkungen, die "zum allergrößten Teil" aber von den Menschen in Baden-Württemberg akzeptiert würden.

Strobl warnte die Teilnehmer der Proteste allerdings auch davor, sich vereinnahmen zu lassen. "Bei diesen Demonstrationen sind neben ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern eben auch Extremisten, Antisemiten und Verschwörungstheoretiker unterwegs, die den demokratischen Rechtsstaat verunglimpfen, leugnen, diskreditieren", sagte der Innenminister. 

"Das muss man wissen, wenn man auf eine solche Demonstration geht." Diese Kräfte versuchten, "die Naiven zu instrumentalisieren". Extremisten, Antisemiten und Verschwörungstheoretikern dürfe nicht die Deutungshoheit überlassen werden, forderte Strobl.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).  © Uwe Anspach/dpa

Update, 23. Mai, 7.29 Uhr: ADAC kritisiert temporäre Radwege

Der ADAC Württemberg warnt vor Schnellschüssen in der Verkehrspolitik aufgrund der Corona-Pandemie. Der Regionalchef des Autoclubs, Dieter Roßkopf, kritisierte etwa die Installation von temporären Radwegen an Hauptverkehrsstraßen in Stuttgart. Die Ausnahmesituation durch Corona dürfe laut ADAC nicht als Maßstab für die künftige Verkehrsentwicklung hergenommen werden. Eine dauerhafte Umverteilung des Verkehrsraums lasse sich damit nicht rechtfertigen.

Wegen des Rückgangs des Auto-Verkehrs während der Corona-Pandemie plant die Stadt Stuttgart an der Theodor-Heuss-Straße und an der Holzgartenstraße die Installation von temporären Radwege. Für weitere temporäre Radwege lägen der Verwaltung Anträge der Gemeinderats-Fraktionen vor, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die zeitliche Dauer hänge von der künftigen Verkehrsnachfrage bei Lockerung der Corona-Maßnahmen ab, hieß es.

"Die Radfahrer sollten sich nicht mit dem temporären Abzwacken einer Pkw-Spur zufrieden geben", kritisierte Roßkopf. Auch die Emissionen seien für die Radler an Hauptverkehrsadern nicht zumutbar. Zudem werde man so Staus auslösen auf den verbliebenen Pkw-Spuren. Roßkopf forderte stattdessen Extraradwege auf Nebenstraßen. "Gebt endlich mal Geld aus für gescheite Fahrradwege", sagte er.

"Die pandemiebedingte Verkehrsreduktion wird nicht in alle Ewigkeit bleiben", sagte Roßkopf. Nach einer aktuellen ADAC-Umfrage zum Mobilitätsverhalten wollten zwei Drittel der befragten Autofahrer das Auto künftig unverändert nutzen, 16 Prozent sogar mehr als zuvor. Der motorisierte Individualverkehr sei für urbane Bereiche nicht das "selig machende Modell der Zukunft", räumte Roßkopf ein. Auch der ADAC wolle Radwege als Alternative zum Auto, aber keine Schnellschüsse. Er vermisse ein langfristiges Verkehrskonzept, das alle Verkehrsteilnehmer gleich gewichte, sagte Roßkopf.

Ein Radfahrer fährt auf der Theodor-Heuss-Straße in Stuttgart an einer grünen Fahrradampel vorbei.
Ein Radfahrer fährt auf der Theodor-Heuss-Straße in Stuttgart an einer grünen Fahrradampel vorbei.  © Gregor Bauernfeind/dpa

Update, 22. Mai, 22 Uhr: Radfahrer spuckt Fußgänger ins Gesicht

Widerlicher Vorfall in der Heidelberger Innenstadt! 

Wie die Polizei am Freitag berichtet, geschah das Ganze bereits am Mittwochmorgen um kurz vor 9 Uhr in der Vangerowstraße. Demnach war ein 26-Jähriger zu Fuß vom Hauptbahnhof zur Vangerowstraße unterwegs, als ihm in Höhe eines Hotels ein Radfahrer entgegenkam. 

 Der Unbekannte rollte dabei langsam auf den jungen Mann zu und sagte "Corona". Der 26-Jährige reagierte nicht auf die Ansprache des Mannes und ging weiter. Gleich darauf sagte der Unbekannte nochmals "Ich, Corona", spuckte dem Fußgänger ins Gesicht und fuhr dann in Richtung Stadtmitte davon. Der 26-Jährige zeigte den Vorfall kurz darauf bei der Polizei an.

Alles zu der unfassbaren Geschichte könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 22. Mai, 20.45 Uhr: AfD darf nicht demonstrieren

Eine von der Stadt untersagte Demonstration der AfD am Sonntag (15.30 Uhr) darf weiterhin nicht stattfinden. 

Das Verwaltungsgericht Stuttgart lehnte am Freitag einen Eilantrag des AfD-Landesverbandes gegen das Versammlungsverbot ab (Az.: 5 K 2478/20). Es sehe die Voraussetzungen des "sogenannten unechten polizeilichen Notstandes" als voraussichtlich erfüllt an, begründete das Gericht.

Alice Weidel sollte am Sonntag als Rednerin auftreten. (Montage)
Alice Weidel sollte am Sonntag als Rednerin auftreten. (Montage)  © Montage: CDC/ZUMA Wire/dpa, Carsten Koall/dpa

Update, 22. Mai, 18.49 Uhr: Fallen die Weihnachtsmärkte aus?

Die gesellschaftliche Ausnahmesituation wegen des Coronavirus könnte nach Einschätzung von Sozialminister Manne Lucha (Grüne) noch monatelang andauern. 

Man sei weit entfernt von jeder Normalität. "Solange es keinen Impfstoff gibt, werden wir auf vieles verzichten müssen", sagte Lucha dem "Badischen Tagblatt" (Samstag). 

Es könne auch sein, dass man dieses Mal auf Weihnachtsmärkte und die "Fasnet" verzichten müsse, sagte Lucha, der auch für Gesundheit zuständig ist.

Update, 22. Mai, 18.05 Uhr: 1692 Tote, 34.310 Infizierte

Erneut sind in Baden-Württemberg Menschen am Coronavirus gestorben, auch stieg die Zahl der Infizierten.

Wie das Gesundheitsministerium am Freitagabend mitteilt, wurden bis 16 Uhr insgesamt acht weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1692 an.

Zudem wurden weitere 98 bestätigte Infektionen gemeldet. Damit steigt die Zahl der seit Infizierten auf mindestens 34.310 an: "Davon sind ungefähr 30.780 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1.838 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Am Freitag wurden weitere Todes- und Infektionsfälle bekannt. (Symbolbild)
Am Freitag wurden weitere Todes- und Infektionsfälle bekannt. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 22. Mai, 16.15 Uhr: Corona in Muttermilch nachgewiesen

Virologen aus Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. 

Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal "The Lancet". 

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. 

Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber - ebenso wie ihr Kind - auch positiv getestet. In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf das neue Coronavirus. Das Ergebnis in den Proben der zweiten Mutter war dagegen vier Mal positiv.

Hatte sich das Kind tatsächlich beim Stillen infiziert? (Symbolbild)
Hatte sich das Kind tatsächlich beim Stillen infiziert? (Symbolbild)  © Paul Zinken/dpa

Update, 22. Mai, 11.59 Uhr: Neue Grafik mit den aktuellen Fallzahlen

Grafik mit aktuellen Fallzahlen.
Grafik mit aktuellen Fallzahlen.  © TAG24

Update, 22. Mai, 11.19 Uhr: Kampagne zur Unterstützung der Stuttgarter Unternehmen

Die Stadt Stuttgart hat eine Corona – Kampagne zur Unterstützung von Stuttgarter Unternehmen ins Leben gerufen, unter dem Motto: "Bleiben Sie uns treu!"

Oberbürgermeister Kuhn sagt: „Die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts ist derzeit wichtiger denn je. Die Einschränkungen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich werden schrittweise gelockert, immer unter der Prämisse, dass der Infektionsschutz gewahrt ist. Gerade jetzt ist es wichtig, die Stuttgarter Betriebe und Einrichtungen durch die Krise zu begleiten, um unser vielfältiges Angebot in ganz Stuttgart zu erhalten." 

Plakat der Kampagne.
Plakat der Kampagne.  © Stadt Stuttgart

Update, 22. Mai, 11.04 Uhr: Lyriktelefon in der Corona-Krise

Und wenn es klingelt, reimt es sich: Mit einem Lyriktelefon und zitierten Gedichten berühmter Literaten wollen das Deutsche Literaturarchiv Marbach und das Schauspiel Stuttgart eine kulturelle Lücke in der Corona-Krise füllen. Vom kommenden Montag (25. Mai) an werden Gedichte auf Bestellung gelesen, am Telefon und ganz persönlich, wie die beiden Veranstalter am Freitag ankündigten. Nach einer kostenlosen Online-Buchung rufen Schauspieler am Nachmittag zum vereinbarten Zeitpunkt an und lesen Werke vor, zum Start der Aktion zunächst Gedichte von Friedrich Hölderlin und der Nobelpreisträgerin Nelly Sachs.

"In Zeiten reduzierter sozialer Kontakte, in denen unsere Bühnen geschlossen sind, entdecken wir das Telefon als künstlerisches Medium wieder", teilte das Deutsche Literaturarchiv mit. "Der Fernsprecher imaginiert persönliche Anwesenheit. So werden die eigenen vier Wände zum Raum für Fantasien, ja zur Bühne."

Update, 22. Mai, 11.03 Uhr: Bauern garantieren Lebensmittelversorgung in Krise

Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg hat nach Einschätzung von Agrarminister Peter Hauk (CDU) durch die Corona-Krise bei Verbrauchern an Bedeutung gewonnen. Heimische Lebensmittel und Produzenten stünden wieder mehr im Fokus, sagte der Minister am Freitag in Neuried (Ortenaukreis). Landwirte garantierten in der Krise die Lebensmittelversorgung. "Unsere Bauern im Land sorgen täglich für unsere Ernährung, das wird den Verbrauchern gerade in diesen Tagen immer stärker bewusst", sagte Hauk. Davon profitiere die Landwirtschaft. Hauk rief Verbraucher dazu auf, regionale Produkte zu kaufen und die heimische Landwirtschaft zu unterstützen.

Der Minister hatte vor einem Monat die Kampagne "Wir versorgen unser Land" gestartet. Sie stellt landwirtschaftliche Betriebe im Südwesten vor. Unterstützt wird sie unter anderem von den Bauernverbänden.

"Derzeit wird von vielen Verbrauchern unsere vielfältige heimische Produktpalette neu entdeckt und wertgeschätzt", sagte der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Werner Räpple. "Es ist toll zu beobachten, wie Familien gemeinsam in der Küche stehen und regionale Lebensmittel zubereiten und genießen." Die Corona-Krise habe bei vielen Verbrauchern ein Umdenken gebracht. Landwirten bringe dies mehr Ansehen und einen Wettbewerbsvorteil.

Agrarminister Peter Hauk (CDU)
Agrarminister Peter Hauk (CDU)  © Bernd Weißbrod dpa

Update, 22. Mai, 10.58 Uhr: Update, 22. Mai, 10.58 Uhr: Regierungspräsidien übernehmen Zuständigkeit für Entschädigungen

Die Regierungspräsidien in Baden-Württemberg haben die Zuständigkeit für die Bearbeitung von Entschädigungsanträgen nach dem Infektionsschutzgesetz übernommen. 

Ab sofort können Anträge rückwirkend bis zum 1. Februar über das ländergemeinsame Online-Portal www.ifsg-online.de eingereicht werden. 

Die Zuständigkeit der Gesundheitsämter wurde auf vier Regierungspräsidien übertragen: "Damit entlasten wir die Gesundheitsämter, die derzeit aufgrund der Corona-Pandemie außerordentlich stark gefordert sind", so Gesundheitsminister Manne Lucha.

Update, 22. Mai, 10.07 Uhr: Handwerk mahnt Vorhalten von Reserven bei neuem Corona-Hilfspaket an

Der Handwerkstag fordert bei der Ausgestaltung des zweiten Corona-Hilfspakets, dass Gelder auch für Betriebe zur Verfügung stehen, die erst später von den Folgen der Krise betroffen sind. "Wichtig ist, dass die Landesregierung noch Reserven für die Unterstützung von Betrieben vorhält, die die Auswirkungen der Corona-Krise erst in einigen Monaten verstärkt zu spüren bekommen", sagte Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold am Freitag in Stuttgart. Besonders im Bau- und Ausbaubereich werde zwar derzeit noch häufig ungehindert weitergearbeitet und Aufträge abgearbeitet. Die Entwicklung in den kommenden Monaten sei aber völlig unklar.

Die grün-schwarze Landesregierung hatte am Dienstag ein zweites, 1,5 Milliarden Euro schweres Hilfspaket geschnürt. Geplant ist, mit rund 775 Millionen Euro, also gut der Hälfte des Volumens, betroffenen Unternehmen branchenunabhängig zu helfen. Darin enthalten sei eine Liquiditätsbrücke für kleine und mittlere Unternehmen, hatten die Koalitionspartner mitgeteilt.

Viele Betriebe stehen nach Angaben des Handwerkstags angesichts der Krise vor einem Berg aufgelaufener Verbindlichkeiten. Reichhold mahnte eine Lösung für die Tilgung der gestundeten Zahlungen an. Viele Betriebe seien nicht in der Lage, alle Forderungen zum Fälligkeitszeitpunkt vollständig zu erfüllen. "Es darf nicht zu einer zeitverzögerten Insolvenzwelle kommen."

Update, 22. Mai, 09.45 Uhr: Volkshochschulen und Nachhilfen öffnen ab 25. Mai

Ab dem 25. Mai können Einrichtungen der allgemeinen Weiterbildung wie Volkshochschulen und kirchliche Bildungsträger, aber auch Sprach- und Nachhilfeinstitute den Betrieb wieder aufnehmen. Voraussetzung ist die Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen. 

"Die Krise hat die Träger der allgemeinen Weiterbildung vor große Herausforderungen gestellt. Ich freue mich deshalb, dass wir die allgemeine Weiterbildung unter der Einhaltung von Auflagen wieder öffnen bzw. ausweiten können“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. Durch die aktuelle Situation stehen die Einrichtungen nun vor neuen Aufgaben. "Ob es um Digitalisierung, Gesundheitsinformationen, Familienbildung oder um Kurse zur beruflichen Bildung geht, Angebote wie die der Volkshochschulen und der kirchlichen Träger werden mehr gebraucht denn je", so die Ministerin.

"Auch für die Sprach- und Nachhilfeinstitute waren die vergangenen Monate nicht einfach. Wir haben viele Zuschriften und Anfragen von Sprachschulen und Nachhilfeeinrichtungen erhalten, die um eine weitergehende Öffnung gebeten haben", berichtet die Kultusministerin und fügt hinzu: "Mit der Öffnung unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregelungen können wir vielen Anbietern nun eine Perspektive geben."

Kultusministerin Susanne Eisenmann.
Kultusministerin Susanne Eisenmann.  © Bernd Weißbrod dpa

Update, 22. Mai, 09.25 Uhr: Notbetreuung in den Pfingstferien möglich

Die zweiwöchigen Pfingstferien beginnen am 2. Juni in Baden-Württemberg. Laut der Corona-Verordnung kann in den Pfingstferien bei Bedarf eine erweiterte Notbetreuung angeboten werden. 

"Wir sind uns sehr bewusst, was die Schulleiterinnen und Schulleiter sowie die Lehrkräfte in den zurückliegenden Wochen alles geleistet haben. Gemeinsam haben sie die Notbetreuung an den Schulen auf die Beine gestellt, eine reibungslose Wiederaufnahme des Unterrichts und die Durchführung der Abschlussprüfungen ermöglicht. Dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar", sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und ergänzt: "Trotz dieser enormen Belastung haben wir die Schulen gebeten, ähnlich wie bereits in den Osterferien, auch in den Pfingstferien eine Notbetreuung zu organisieren, sofern hierfür ein Bedarf besteht."

Notbetreuung ist in den Pfingstferien möglich.
Notbetreuung ist in den Pfingstferien möglich.  © DPA / Julian Stratenschulte

Update, 22. Mai, 06.22 Uhr: Gelände der Landesgartenschau bleibt bis 2021 gesperrt

Die Landesgartenschau in Überlingen ist wegen der Corona-Pandemie auf nächstes Jahr verschoben worden - auch das dazugehörige Gelände darf in diesem Sommer nicht betreten werden. "Die fünf Ausstellungsbereiche bleiben geschlossen", sagte eine Sprecherin. Grund für die Sperrung sei zum einen, dass man auf dem teils schmalen Gelände Abstände und Hygieneregeln nur schwer einhalten könne. "Wir sehen uns an dieser Stelle auch in einer großen Verantwortung dem Besucher gegenüber."

Zudem gehe es darum, Kosten zu sparen, sagte die Sprecherin weiter. Bliebe beispielsweise der Uferpark offen für Besucher, müsse man die Verweildauer und die Menge der Menschen begrenzen. Das sei aber ohne erheblichen personellen und finanziellen Aufwand nicht möglich. "Es müsste an Ein- und Ausgängen jemand stehen und zählen und im Gelände müsste auch Personal sein." Die Belegschaft gehe über Monate hinweg in Kurzarbeit, zudem könnten nicht alle Mitarbeiter beispielsweise auch Sicherheitsaufgaben übernehmen.

Das Defizit beträgt bei einer Landesgartenschau im Jahr 2021 rund 6 Millionen Euro. Das Land hat nach Angaben der Veranstalter bereits finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Die Landesgartenschau in Überlingen findet im kommenden Jahr nun vom 9. April bis 17. Oktober 2021 statt. Alle Tickets behalten für 2021 ihre Gültigkeit.

Aber was passiert eigentlich mit bereits gekauften oder gepflanzten Blumen? "Der Frühlingsflor ist verwelkt und wurde wie geplant abgeräumt", sagte die Sprecherin. "Der bereits bestellte Sommerflor wird nicht mehr gepflanzt, sondern von den produzierenden Betrieben aus der Region direkt verkauft. Sollten sie nicht alles verkaufen, müssen wir die Differenz bezahlen." Insgesamt werde die Pflege des Geländes aus Kostengründen drastisch heruntergefahren. "Erst im Spätherbst wird wieder gepflanzt."

Update, 22. Mai, 06.17 Uhr: Blutritt von Weingarten vor allem im Internet zu sehen

Der Weingartener Blutritt ist eigentlich eine der größten Reiterprozessionen Europas. Doch zu Corona-Zeiten läuft die Veranstaltung anders ab als sonst: Die Feierlichkeiten sollen vor allem im Internet übertragen werden. Aber halten sich alle daran?

Eine Art Miniaturversion des traditionellen Blutritts können Zuschauer am Freitag (7 Uhr) im Internet verfolgen. Nach Angaben der Stadt Weingarten (Kreis Ravensburg) wird die Heilig-Blut-Reliquie auf dem abgesperrten Vorplatz der Basilika an Dekan Ekkehard Schmid übergeben - und das Geschehen live auf der Plattform Youtube übertragen. Im Anschluss soll ein Festgottesdienst mit nur wenigen zugelassenen Feiernden gezeigt werden.

Der Blutritt in Weingarten ist nach Angaben der Stadt eigentlich Europas größte Reiterprozession. Am Freitag nach Christi Himmelfahrt treffen sich dabei jährlich rund 2000 Reiter, 4000 Musiker und Zehntausende Pilger. Die Heilig-Blut-Reliquie wird dann hoch zu Ross durch die geschmückte Stadt und die angrenzenden Felder getragen. Wegen des Coronavirus war die Großveranstaltung in der ursprünglichen Form aber bereits im März abgesagt worden.

Einen kurzen Weg werden wenige Reiter mit der Reliquie aber auch in diesem Jahr zurücklegen. Um zu verhindern, dass zu viele Menschen am Wegrand stehen, werde die Strecke aber nicht offiziell bekannt gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Beamten gingen davon aus, dass sich mögliche Zuschauer daher auch gut verteilen könnten. "Wir rechnen nicht mit besonderen Vorkommnissen."

Update, 22. Mai, 06.12 Uhr: Frauenärzte: Schwangerschaft während Corona-Pandemie unproblematisch

Der Berufsverband der Frauenärzte in Baden-Württemberg sieht keinen Grund dazu, von Schwangerschaften während der Corona-Pandemie abzuraten. Noch wisse man wenig über die Auswirkungen des Virus während der Schwangerschaft - bisher gebe es aber keine beunruhigenden Hinweise, sagte der Vorsitzende des Verbands, Markus Haist, der Deutschen Presse-Agentur. Er könne deshalb auch nicht von einer Schwangerschaft abraten.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sieht zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefährdung durch
das neuartige Coronavirus besonders für Schwangere. "Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist", heißt es in einer Erklärung.

Der Virus sei nach ersten Erkenntnissen nicht problematisch für Schwangere.
Der Virus sei nach ersten Erkenntnissen nicht problematisch für Schwangere.  © Mascha Brichta/dpa

Update, 21. Mai, 18.53 Uhr: Update, 21. Mai, 18.53 Uhr: 34.212 Infizierte, 1684 Todesfälle

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium teilte mit, dass am Donnerstag weitere 82 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet wurden. Somit stieg die Anzahl der Gesamt-Infizierten seit Beginn der Pandemie auf 34.212 an. Davon seien ungefähr 30.586 Menschen wieder genesen, hieß es in der Pressemitteilung. Aktuell sind geschätzt 1942 Pesonen mit dem Coronavirus infiziert. Fünf weitere Menschen starben an den Folgen von Covid-19, sodass die Todesanzahl in Baden-Württemberg auf 1684 anstieg. 

Update, 21. Mai, 16.25 Uhr: Großaspach zum Drittliga-Neustart: "Wiederaufnahme nicht fair"

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach schließt rechtliche Schritte wegen des Neustarts der 3. Fußball-Liga nicht aus. "Wir finden die Wiederaufnahme zum jetzigen Zeitpunkt nicht fair. Wir haben einen klaren Wettbewerbsnachteil", sagte Geschäftsführer Philipp Mergenthaler am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Auf einer Sitzung des Vorstands solle das weitere Vorgehen Thema sein, kündigte er an: "Inwieweit wir rechtliche Schritte prüfen, das werden wir am Wochenende besprechen."

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte zuvor mitgeteilt, dass die Saison am 30. Mai fortgesetzt wird und am 4. Juli abgeschlossen sein soll. Der Hallesche FC zieht bereits rechtliche Schritte in Erwägung.

Großaspach ist seit Montag im Mannschaftstraining und könnte vor dem ersten Spiel nach dem Re-Start gegen die SpVgg Unterhaching zwei Wochen im Team trainieren. Einheiten in kleinen Gruppen waren dem Club aus dem Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg wegen der Coronavirus-Krise allerdings erst ab dem 11. Mai möglich.

Der Club habe den Spielern freigestellt, ob sie am Neustart teilnehmen wollen, sagte Mergenthaler. "Wenn einer nicht spielen will, weil er Angst hat, kann er das anmelden und hat keine Konsequenzen zu befürchten. Die Spieler wollen aber aufgrund der schlechten sportlichen Saison etwas zurückgeben." 

Kritisch würden die Spieler insbesondere die Verletzungsgefahr angesichts der Englischen Wochen sehen. Der Club steht auf dem vorletzten Tabellenplatz und hat zwölf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsrang.

Ein Blick in das Stadion des Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach.
Ein Blick in das Stadion des Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach.  © DPA/Tom Weller

Update, 21. Mai, 14.47 Uhr: Waldhof kritisiert DFB

Mannheims Geschäftsführer Markus Kompp hält die Saisonfortsetzung der 3. Liga am 30. Mai für nicht realisierbar und übt erneut starke Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB). 

"Das kann nur im Reagenzglas funktionieren diese Planung", sagte Kompp am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird klar sein, dass es für uns auch noch mal Quarantänezeiten geben wird und Spielausfälle."

Das erforderliche Quarantäne-Trainingslager vor dem Neubeginn habe der SV Waldhof Mannheim noch nicht gebucht. "Jetzt sollen wir praktisch am Samstag ins Trainingslager mit einem Tag Zeit, das Ganze zu koordinieren. Wenn man sich an das Hygienekonzept des DFB halten möchte, ist der 30.5. faktisch nicht mehr möglich", sagte Kompp.

Für den Tabellenzweiten Mannheim soll es mit einem Heimspiel gegen den KFC Uerdingen weitergehen. Vom 15. bis 25. Juni stünde das heimische Stadion allerdings wegen Bauarbeiten für die Rasenheizung nicht zur Verfügung, sagte Kompp. In dem Zeitraum ist ein Walhof-Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach vorgesehen.

Kompp bemängelte auch den Umgang des DFB mit den Vereinen. Innerhalb weniger Tage habe es unterschiedliche Informationen gegeben. "Das ist meiner Meinung nach panisches Krisenmanagement", sagte er. Waldhof gehört zu den Clubs, die sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen hatten.

Update, 21. Mai, 12.05 Uhr: Spätestens im Juni sollen Thermen wieder öffnen

Für die 35 Thermen im Land soll es trotz Corona so schnell wie möglich eine Öffnungsperspektive geben - das forderte am Donnerstag Tourismusminister Guido Wolf (CDU) in Stuttgart. 

Spätestens in der ersten Junihälfte sollen die Thermen demnach wieder in Betrieb gehen dürfen, hieß es. Vor der Schließung wegen der Pandemie hätten wöchentlich rund 180.000 Gäste die Thermen des Landes besucht, davon rund ein Drittel ausschließlich zu rein medizinischen und therapeutischen Zwecken.

"Wir dürfen in der aktuellen Diskussion über die Wiedereröffnung von Schwimmbädern nicht vergessen, dass viele Menschen im Land die regelmäßige Bewegung im Thermalwasser aus medizinischen Gründen benötigen", sagte Wolf. 

Diesen Menschen solle man zeitnah eine Perspektive geben. "Die 35 Thermen im Land stehen mit umfassenden Hygiene- und Abstandskonzepten bereit." 

Bei den Heilbädern handele es sich um eine jener Branchen, die durch die Krise und die vollständigen Schließungen in erhebliche wirtschaftliche Probleme geraten seien. Deshalb müsse man kommende Woche auch über finanzielle Hilfe reden, sagte Wolf.

Die Therme in Beuren.
Die Therme in Beuren.  © Tom Weller/dpa

Update, 21. Mai, 7.15 Uhr: Armut und Corona-Krise

Arbeitslose sind besonders stark von Armut bedroht - es gibt aber weiter erhebliche regionale Unterschiede. In Baden-Württemberg galten 48,5 Prozent der Erwerbslosen nach jüngsten Daten für 2018 als armutsgefährdet - in ganz Deutschland 57,4 Prozent. 

Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Frage der Linke-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens hat. Für 2018 lag diese Schwelle für ganz Deutschland bei 1035 Euro im Monat für einen Einpersonenhaushalt.

Im Vergleich der Länder am höchsten war die Armutsrisikoquote unter Erwerbslosen 2018 in Sachsen-Anhalt mit 74,9 Prozent - am niedrigsten in Bayern mit 44,3 Prozent. Bundesweit galten nach Daten des Mikrozensus 57,4 Prozent aller Arbeitslosen als armutsgefährdet, nachdem es 2005 noch 49,6 Prozent gewesen waren. Zwischenzeitlich betrug der Anteil schon 59 Prozent. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung lag die Quote armutsgefährdeter Menschen 2018 bei 15,5 Prozent.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, nannte es einen Skandal, dass die Bundesregierung einer Ausbreitung und Verfestigung von Armut nicht gegensteuere. "Besonders dramatisch ist die Situation derzeit in der Corona-Krise." 

Schon bisher sei mit den Hartz-IV-Regelsätzen kaum ein Leben möglich gewesen. "Nun sind viele preisgünstige Produkte oft vergriffen oder teurer geworden." Angeschafft werden müssten etwa auch Masken. 

Zur Abfederung fordere die Linke einen Pandemie-Zuschlag von 200 Euro pro Person. Grundsätzlich müsse Hartz IV durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung ersetzt werden, die wirklich vor Armut schütze.

Kassel (Hessen): Mit Lebensmitteln gefüllte Tüten hängen am "Gabengeländer" in der Treppenstraße.
Kassel (Hessen): Mit Lebensmitteln gefüllte Tüten hängen am "Gabengeländer" in der Treppenstraße.  © Uwe Zucchi/dpa

Update, 20. Mai, 19.28 Uhr: Fahrgastzahlen bei Stuttgarts S-Bahn brechen massiv ein

Nach einem Fahrgastrekord im vergangenen Jahr sind die Zahlen bei der Stuttgarter S-Bahn wegen des Coronavirus im März und April eingebrochen. "Die Fahrgastzahlen sind in der Zeit um 80 Prozent gesunken und liegen auch Ende April deutlich unter den bisherigen Werten", teilte der Verband Region Stuttgart am Mittwoch mit.

Die Einnahmen seien seit Jahresbeginn um etwa neun Prozent zurückgegangen, für den vergangenen Monat sei ein Rückgang von 50 Prozent prognostiziert. Die gute Nachricht: "Derzeit zeichnet sich eine langsame Steigerung der Fahrgastzahlen ab", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 133 Millionen Menschen mit den S-Bahnen gefahren, das seien 2 Millionen Fahrgäste mehr als im Jahr zuvor. Gestiegen sei unter anderem die Nachfrage an Wochenenden - in den vergangenen vier Jahren an Samstagen und Sonntagen um rund 18 Prozent. Am wenigsten werde die S-Bahn in der Nacht von Montag auf Dienstag genutzt. 

"Daher wird dieser Zeitraum für Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen genutzt", teilte der Verband mit. In Stuttgart und der Region sind täglich rund 840 Züge auf sieben S-Bahn-Linien unterwegs.

Die Regionalversammlung ist das Parlament der Region Stuttgart. Der gleichnamige Verband, der die Stadt Stuttgart sowie die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und den Rems-Murr-Kreis umfasst, ist bundesweit einmalig und existiert seit 1994. Zu seinen Aufgaben gehört es, für eine einheitliche Wirtschaftsförderung und Flächennutzung im wirtschaftsstarken Großraum Stuttgart zu sorgen. Als Finanzier "bestellt" er den S-Bahn-Verkehr und baut das S-Bahn-Netz aus.

Update, 20. Mai, 19.20 Uhr: Mehr als 34.100 nachgewiesene Corona-Fälle, 1679 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.130 gestiegen. Das waren 59 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg um 6 auf 1679. Etwa 30.400 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen.

"Derzeit sind geschätzt noch 2067 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert", hieß es weiter. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag im landesweiten Schnitt bei 3,5 je 100.000 Einwohner.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,65 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter knapp weniger als eine weitere Person ansteckt.

Update, 20. Mai, 15.12 Uhr: Spitzensportler können in Karlsruhe wieder ins Schwimmbad

In Karlsruhe können Leistungssportler nun wieder im Freibad trainieren. Am Mittwoch öffnete das Sonnenbad am Karlsruher Rheinhafen erstmals seit der der Schließung im Zuge der Coronavirus-Krise am 15. März. "Es ist auf jeden Fall eine riesige Erleichterung, dass nicht jeden Tag diese Fahrerei nach Heidelberg auf dem Plan steht", sagte Olympia-Hoffnung Giulia Goerigk. Sie sei "vier Wochen überhaupt nicht im Wasser" gewesen, erzählte die 17 Jahre alte Gymnasiastin. 

"Natürlich habe ich versucht, mich an Land fit zu halten. Aber es ist natürlich etwas völlig anderes, ob ich joggen oder ins Wasser gehe." Vom Gefühl sei es jetzt wie bei einem Start in eine völlig neue Saison. Etwas Gutes konnte Goerigk der Pause aber auch abgewinnen: "Wir hatten natürlich auch ein bisschen Zeit, an der Technik zu arbeiten. Dafür bleibt normalerweise kaum Zeit." Der Geschäftsführer der Karlsruher Bäder, Oliver Sternagel, sieht das Infektionsrisiko für die Sportler in Freibädern als gering an. Er hofft, dass die Schwimmbäder bald nicht mehr nur für Leistungssportler geöffnet werden können. "Ich habe keine Glaskugel, wo ich das sehe, aber ich hoffe dass wir ab Anfang, spätestens Mitte Juni unsere Bäder öffnen können", sagte Sternagel.

Update, 20. Mai, 15.09 Uhr: Legoland beschränkt Besucherzahl

Wegen der Corona-Pandemie beschränkt der Freizeitpark Legoland in Bayern die Besucherzahl zu Beginn der Saison auf 25 Prozent der normalen Kapazität. Um eine Ansteckung innerhalb des Parks in Günzburg zu vermeiden, gelten außerdem weitere Beschränkungen. Wie der Park am Mittwoch berichtete, startet der Betrieb nach der Zwangspause durch die Coronakrise nun am 30. Mai. Normalerweise hätte der Park die Saison Mitte März eröffnet, doch die Tore blieben damals geschlossen.Zu Beginn werden nun auch keine Tickets vor Ort verkauft, die Karten müssen zuvor im Internet gekauft werden. Zudem gibt es Reservierungszeiten für den Besuch. In dem Park müssen alle Besucher ab sechs Jahren auch in vielen Bereichen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Familien sollen nach dem Hygienekonzept auch Abstand voneinander einhalten."

Update, 20. Mai, 13.47 Uhr: Rettungsschirm für ÖPNV

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will sich gemeinsam mit den Ressortchefs der anderen Bundesländer für Bundes-Corona-Hilfen an Busunternehmen einsetzen. "Mit 200 Millionen Euro für den ÖPNV und 40 Millionen Euro für die Bustouristik übernimmt Baden-Württemberg die Hälfte des Defizits der Branche im Südwesten», sagte Hermann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Baden-Württemberg sei damit das erste Bundesland, das für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Corona-Hilfen zur Verfügung stelle. «Wir haben vorgelegt - der Bund ist jetzt am Zug." Bundesweit beträgt das Defizit der Branche laut Hermann fünf Milliarden Euro, von denen der Bund die Hälfte übernehmen solle.

Die Unterstützung für die Branche im Südwesten ist Teil des 1,5 Milliarden Euro schweren Corona-Pakets, das die schwarz-grüne Koalition am Dienstagabend vereinbart hatte. Busunternehmen gehörten zu den großen Verlierern der Pandemie, sagte Hermann. Die Touristikbusse dürften gar nicht fahren, die Busse im öffentlichen Nahverkehr hingegen müssten sogar fahren, hätten allerdings so gut wie keine Fahrgäste und dadurch auch kein Einkommen. 

Das Verkehrsministerium hatte deshalb vor längerer Zeit gewarnt, dass die ÖPNV-Abdeckung in der Fläche nach Ende der Pandemie womöglich nicht mehr zu gewährleisten sei und die Bemühungen zur klimafreundlichen Mobilität beeinträchtigt würden.

Eine S-Bahn fährt in der Stuttgarter Umgebung.
Eine S-Bahn fährt in der Stuttgarter Umgebung.  © Tom Weller/dpa

Update, 20. Mai, 13.44 Uhr: Blutkonserven auch im Südwesten knapp - DRK ruft zu Spenden auf

Wegen steigender Nachfrage nach Blutkonserven drohen unter anderem in Baden-Württemberg Engpässe. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) schlägt wegen der Entwicklung bereits Alarm: Im Südwesten und auch in Hessen könne derzeit nicht einmal der Bedarf eines durchschnittlichen Tages abdeckt werden, sagte Stephan Küpper vom Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Mittwoch. Der Vorrat an Konserven reiche keine 24 Stunden.

"Corona hat das Blutspendewesen sehr deutlich durchgerüttelt", sagte Küpper weiter. Grund dafür sei nicht etwa eine mangelnde Spendenbereitschaft, sondern der Wegfall vieler Gelegenheiten zur Blutspende etwa in Firmen oder Universitäten. In Berlin und Brandenburg seien die Vorräte ähnlich knapp. Am besten sei die Situation in Bayern, wo die Konserven den Bedarf von mehr als vier durchschnittlichen Tagen decken könnten.

Die Kliniken befänden sich trotz des aktuellen Mangels aber nicht in einer dramatischen Notsituation. "Niemand muss jetzt Angst haben, dass überlebensnotwenige Maßnahmen ausbleiben", sagte Küpper. Allerdings müssten schon jetzt nicht dringende Operationen zum Teil abgesagt oder verschoben werden, um akut Blut zu sparen. Bei unvorhergesehenen Notfällen würde sich die Lage dann zwar zuspitzen, doch auch dann könnten sich die Bundesländer gegenseitig aushelfen.

Erstspender können bis zum vollendeten 65. Lebensjahr Blut spenden. Das maximale Spenderalter für Blutspender ist das vollendete 73. Lebensjahr. Blut spenden darf aktuell nicht, wer in den letzten vier Wochen aus dem Ausland zurückgekehrt ist, hieß es beim DRK. Personen, die Blut spenden möchten, können online einen Termin vereinbaren, um den Schutzmaßnahmen gerecht werden zu können.

Update, 20. Mai, 13.34 Uhr: Kretschmann meint, Corona-Krisenmanagement war erfolgreich

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sein Krisenmanagement während der Corona-Pandemie gegen Kritik verteidigt und als erfolgreich bezeichnet. "Ich kann da überhaupt kein Chaos erkennen", sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch im Landtag in Stuttgart. Die Regierung arbeite in der Krise sieben Tage durch, habe in kurzer Zeit komplexe Regelungen getroffen und diese auch verständlich erklärt. Es gebe keine Blaupausen für eine solche Krise, da laufe eben nicht alles nach Plan. Das exponentielle Virusgeschehen habe zudem ein schnelles Handeln der Regierung erfordert. Einen schlimmeren Verlauf der Pandemie habe man so abwenden können.

FPD und SPD im Landtag warfen der Landesregierung im Landtag Chaos und Versagen im Umgang mit der Corona-Krise vor.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann.  © Marijan Murat/dpa

Update, 20. Mai, 13.21 Uhr: Realschüler starten mit Abstand in die Prüfungsphase

Unter besonderen Bedingungen haben in Baden-Württemberg die schriftlichen Abschlussprüfungen an den Realschulen begonnen. Weil die Schüler zum Schutz vor dem Coronavirus mindestens 1,5 Meter auseinander sitzen mussten, hielt zum Beispiel die Leitung der Gemeinschaftsschule Tübingen West (GMS) am Mittwochmorgen sechs Räume für die 75 Prüflinge frei. In den Vorjahren seien es ein oder zwei Zimmer gewesen, sagte Rektorin Angela Keppel-Allgaier. Entsprechend mussten auch mehr Aufsichtskräfte eingeteilt werden. An der Tübinger Schule gilt Maskenpflicht in Gängen und auf dem Pausenhof. Während der Prüfung durften die Schüler ihren Mundschutz abnehmen.

Insgesamt 41.000 Realschüler und 6000 Werkrealschüler mussten am Mittwoch zunächst im Fach Deutsch ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die schriftlichen Prüfungen in Mathe, Englisch und Französisch folgen in der kommenden Woche. Auch die Abiturienten im Land schrieben am Mittwoch ihre Prüfung im Fach Deutsch.

Update, 20. Mai, 12.41 Uhr: Doch keine größere Demonstration gegen Corona-Auflagen in Stuttgart

Eine für den kommenden Samstag (23. Mai) geplante große Demonstration gegen die Coronavirus-Beschränkungen findet nach Angaben der Stadt Stuttgart nun doch nicht statt. "Die Versammlungsanmeldung wurde von den Veranstaltern zurückgezogen", sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

Für die "Initiative Querdenken 711" bestätigte deren Gründer Michael Ballweg die Entscheidung. Es habe sich lediglich um eine formale Anmeldung gehandelt, um vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Beschränkungen der Versammlungsfreiheit klagen zu können, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ballweg hatte bereits nach dem Protest von rund 5000 Menschen am vergangenen Samstag angekündigt, selbst keine Demonstration mehr organisieren zu wollen.

Nach Auskunft der Stadt soll am kommenden Samstag (15.30 Uhr) dennoch eine weitaus kleinere und privat organisierte Demonstration unter dem Titel "Wir stehen auf für unser Recht. Weg mit allen Beschränkungen" stattfinden. Es sind rund 500 Teilnehmer angemeldet.

Am vergangenen Samstag waren in zahlreichen deutschen Städten Tausende Menschen gegen Beschränkungen in der Corona-Krise auf die Straße gegangen. Es gab auch Gegendemonstrationen. In Stuttgart fand die größte Demonstration statt. Kritiker befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.

Update, 20. Mai, 12.38 Uhr: Eisenmann wirbt um Geduld wegen eingeschränkter Kinderbetreuung

Kultusministerin Susanne Eisenmann hat um Geduld mit Blick auf einen noch ausstehenden Normalbetrieb von Kitas und Schulen geworben. Natürlich bekomme sie derzeit Briefe von Eltern - in freundlichem, aber auch in unverschämtem Ton, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Landtag in Stuttgart mit Blick auf den Unmut der Eltern. Viele schrieben ihr aber auch, dass sie Angst hätten, ihr Kind derzeit in die Schule und die Kita zu schicken. "Corona ist halt leider nicht weg." Man müsse differenziert vorgehen. Zudem machten sich auch Erzieher Sorgen wegen des Virus. Die Träger gingen dabei sogar von 40 Prozent aus, die zur Risikogruppe gehörten - die könne sie nicht zwangsverpflichten, sagte Eisenmann.

Die Opposition wirft Eisenmann Versäumnisse und Chaos bei der Ausweitung der Kinderbetreuung vor. Von der schrittweisen Öffnung der Kitas seit Montag konnten längst nicht alle Eltern profitieren. Die Kommunen beraten teils noch die Aufnahmekriterien für die erweiterte Betreuung, teils sind die Kapazitäten für mehr Kinder bereits ausgeschöpft. Das sorgt für erheblichen Unmut bei Eltern, die endlich wieder Arbeit und Familie unter einen Hut kriegen wollen.

Update, 20. Mai, 12.30 Uhr: Neue Grafik mit Fallzahlen

Die aktuellen Zahlen aus Baden-Württemberg.
Die aktuellen Zahlen aus Baden-Württemberg.  © TAG24

Update, 20. Mai, 11.31 Uhr: VfB will mit Sondertrikot Danke sagen

Die Jungs von Matar Pellegrino Matarazzo werden am 28. Mai beim Heimspiel in der Mercedes-Benz Arena gegen den Hamburger SV nicht wie üblich in weiß-rot, sondern in einem schwarz-roten Sondertrikot mit verschiedenen Dankes-Botschaften auf dem Brustring auftreten. Der Verein will allen Menschen, die sich besonders in der Corona-Krise engagieren, bedanken. 

"Wir sind Fans von Euch" wird auf dem Trikot des Mannschaftskapitäns stehen. Auf den Trikots der Spieler werden die Botschaften "Danke für Eure Solidarität", "Danke an die Helden des Alltags", "Danke für Eure Nachbarschaftshilfe", "Danke für Euren Mut", "Danke für Eure Hilfe" und "Danke für Euren Einsatz" zu lesen sein.

Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzelsperger sagte: "Es gibt in und um Stuttgart so viele Menschen, die in den vergangenen Wochen an ihrem Arbeitsplatz, in der Familie, der Nachbarschaftshilfe oder in einem der vielen Hilfsprojekte große Solidarität und starken persönlichen Einsatz zeigen. Sie alle stehen mit ihrer wichtigen Arbeit nicht so im Rampenlicht, wie wir dies als VfB Stuttgart tun. Dabei haben sie mindestens die gleiche Anerkennung und Wertschätzung verdient, die wir als VfB das ganze Jahr über von unseren Fans erfahren dürfen! Ihr großartiges Engagement wollen wir mit dem Sondertrikot ins Rampenlicht rücken und von Herzen Danke sagen."

Das Sondertrikot.
Das Sondertrikot.  © VfB Stuttgart

Update, 20. Mai, 10.52 Uhr: Maskenpflicht in öffentlichen Toiletten

Auch in den öffentlichen Toilettenanlagen der Stadt muss eine Mund-Nasen- Bedeckung getragen werden. Davon ausgenommen sind Anlagen, wie Automatikanlagen, in denen sich zur gleichen Zeit keine weitere Person aufhalten kann. 

Weiterhin gilt die Mund-Nasen-Bedeckungen beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr und die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern. 

Eine Frau zieht einen Mundschutz auf.
Eine Frau zieht einen Mundschutz auf.  © Foto: Georg Wendt/dpa

Update, 20. Mai, 10.45 Uhr: Zweites Corona-Hilfspaket in Höhe von 1,5 Milliarden Euro kommt

Die Haushaltskommission des Landes hat am Dienstagabend ein weiteres Corona-Hilfspaket für die Südwest-Wirtschaft beschlossen. Das teilten am Mittwoch die Fraktionsvorsitzenden von Grünen und CDU, Andreas Schwarz und Wolfgang Reinhart, mit. Man sei zu einem sehr guten Ergebnis gekommen, mit dem die Wirtschaft Baden-Württembergs unterstützt werden könne, hieß es.

Das Volumen des zweiten Hilfspakets beträgt 1,5 Milliarden Euro. Mit gut der Hälfte davon soll betroffenen Unternehmen branchenunabhängig geholfen werden. Darin enthalten sei auch eine Liquiditätsbrücke für kleine und mittlere Unternehmen. Darüber hinaus sollen 330 Millionen Euro der Gastronomie und Hotellerie zukommen. Mit 200 Millionen Euro soll den Busunternehmen unter die Arme gegriffen werden. Auch Kunst und Kultur sowie Vereine werden diesmal bedacht. Mit 65 Millionen Euro soll zudem sichergestellt werden, dass alle Schüler im Land einen Laptop oder ein Tablet zur Verfügung haben.

Update, 20. Mai, 10.19 Uhr: Strobl ruft zur Achtsamkeit am Vatertag auf: Virus ist noch unter uns

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat angesichts der Corona-Pandemie zur Achtsamkeit am Vatertag aufgerufen. "Das Virus ist noch unter uns, die Gefahr ist noch nicht gebannt», sagte Strobl der Deutschen Presse-Agentur. Ausflüge und sonniges Wetter dürften nicht dafür sorgen, dass hart Erkämpftes riskiert werde. "Es wäre fatal, diese Erfolge nun leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Bitte bleiben Sie auch am Vatertag achtsam!" Die Mehrzahl der Menschen in Baden-Württemberg habe die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie ganz vorbildlich akzeptiert und beachtet.

Die Polizei im Südwesten will an diesem Donnerstag, an dem Christi Himmelfahrt und Vatertag gefeiert werden, laut Innenministerium die Einhaltung der Abstandsregeln und Hygienevorschriften genau im Blick behalten - so wie in den vergangenen Wochen. "Mit einer flächendeckenden hohen polizeilichen Präsenz, vor allem auch in bekannten Naherholungsgebieten, an Ausflugszielen, werden die Polizeipräsidien aufmerksam das Treiben beobachten und konsequent dort einschreiten, wo es notwendig und geboten ist", sagte ein Sprecher. Im Vordergrund stehe aber weiterhin, das Verständnis und die Akzeptanz für die Maßnahmen aufrechtzuerhalten.

Innenminister Thomas Strobl.
Innenminister Thomas Strobl.  © Marijan Murat/dpa

Update, 20. Mai, 06.19 Uhr: Corona-Tests bei der TSG 1899 Hoffenheim negativ

Zuzenhausen (dpa) - Auch nach dem ersten Geisterspieltag in der Fußball-Bundesliga sind bei der TSG 1899 Hoffenheim die Tests auf das Coronavirus bei Spielern und Betreuern negativ ausgefallen. Dies teilte der Club aus dem Kraichgau am Montag mit. Hoffenheim hatte am ersten Bundesliga-Spieltag nach der Zwangspause wegen der Coronavirus-Pandemie mit 0:3 gegen Hertha BSC verloren.

Update, 20. Mai, 06.16 Uhr: Rülke rechnet ab: Landesregierung fördere das Wutbürgertum

Die FPD im Landtag wirft der grün-schwarzen Landesregierung Chaos und Versagen im Umgang mit der Corona-Krise vor. Demonstrationen von Wutbürgern und das derzeitige Blühen von Verschwörungstheorien seien nicht verwunderlich angesichts der Widersprüchlichkeit, Zerstrittenheit und Inkompetenz des Regierungshandelns, kritisierte FDP-Fraktionschef Hans-Urich Rülke. Die FDP will die Landtagssitzung am Mittwoch (ab 10 Uhr) deshalb zu einer Generalabrechnung der Regierungsarbeit nutzen.

So sei etwa die Einzelhandelsrichtlinie nur mit zwei Tagen Vorlauf und höchst komplexen Anforderungen an Einzelhändler und Kommunen erlassen worden, kritisierte Rülke. Er bemängelte zudem einen "bemerkenswerten Eiertanz um die 800-Quadratmeter-Regelung" für Geschäfte. Der Gastronomie werde ein millionenschweres Hilfsprogramm von der CDU versprochen, das die Grünen dann blockierten - Rülke sprach in dem Zusammenhang von "Hahnenkämpfen einer zerstrittenen Koalition auf dem Rücken einer Branche". Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sei zudem für ein "Desaster" mit Blick auf die Vorbereitungen des Kita-Neustarts verantwortlich.

Am Mittwoch will der Landtag auch die Schuldenbremse in der Landesverfassung festschreiben. Dafür ist im Parlament eine Zweidrittelmehrheit nötig. Die schon im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse besagt, dass das Land grundsätzlich keine neuen Schulden aufnehmen darf. Sie sieht aber Ausnahmen für die Kreditaufnahme für Naturkatastrophen und besondere Notsituationen vor - vorausgesetzt, es gibt einen Plan zur Tilgung der neuen Schulden.

Wegen der Corona-Krise hat das Parlament das Land bereits ermächtigt, bis zu fünf Milliarden Euro neuer Kredite aufzunehmen. Die Möglichkeit der Kreditaufnahme war Ende 2019 in der Landeshaushaltsordnung festgeschrieben worden. Die jetzt geplante Verankerung der Schuldenbremse in der Landesverfassung soll den Stellenwert der Regelung unterstreichen. Baden-Württemberg ist derzeit mit rund 45 Milliarden Euro am Kreditmarkt verschuldet.

Update, 20. Mai, 06.15 Uhr: Weitere Demonstration gegen Coronavirus-Auflagen in Stuttgart

Nach den jüngsten Protesten gegen die Coronavirus-Beschränkungen werden auch am kommenden Wochenende in Stuttgart erneut Tausende Demonstranten erwartet. Die "Initiative Querdenken 711" hat nach Angaben der Stadt für Samstag um 15.30 Uhr auf dem Cannstatter Wasen eine dreistündige Demonstration angemeldet. «Es werden Stand jetzt dieselben Auflagen gelten wie beim letzten Mal», sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Teilnehmerzahl werde wegen der Infektionsgefahr auf 5000 begrenzt. Zuerst hatten die Zeitungen "Heilbronner Stimme" und "Mannheimer Morgen" (Mittwoch) über den neuerlichen Protest berichtet.

Hinter dem Stuttgarter Protest steht die Initiative "Querdenken" des Unternehmers Michael Ballweg. Nach der Veranstaltung am Samstag hatte er angekündigt, selbst keine Demonstration mehr organisieren zu wollen.

Am Samstag waren in zahlreichen deutschen Städten Tausende Menschen gegen Beschränkungen in der Corona-Krise auf die Straße gegangen. Es gab auch Gegendemonstrationen. In Stuttgart fand die größte Demonstration statt.

Kritiker befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten. Kurz vor der Demo auf dem Wasen laden linke Demonstranten auch am kommenden Samstag um 14.30 Uhr zu einer Gegenkundgebung ein.

Eine Demonstration im April.
Eine Demonstration im April.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

Update, 19. Mai, 20.35 Uhr: Noch rund 2200 Menschen im Südwesten mit dem Coronavirus infiziert

Nach Angaben des Sozialministeriums sind derzeit in Baden-Württemberg noch etwa 2200 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der bislang nachweislich Erkrankten sei im Land zwar auf mindestens 34.071 gestiegen. Das waren 65 mehr als am Vortag, wie das Ministerium am Dienstagabend in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). 

Allerdings seien auch mindestens 30.209 Menschen von ihrer Infektion wieder genesen. "Damit ist die Zahl der Genesenen weiterhin deutlich höher als jene der noch Erkrankten", sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg landesweit um 9 auf 1673. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag im landesweiten Schnitt bei 4,1 je 100.000 Einwohner.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,84 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter knapp weniger als eine weitere Person ansteckt.

Update, 19. Mai, 14.54 Uhr: Die Verteilung des Coronavirus in Baden-Württemberg in einer Grafik

Die Verteilung des Virus auf die Landkreise in Baden-Württemberg.
Die Verteilung des Virus auf die Landkreise in Baden-Württemberg.  © TAG24

Update, 19. Mai, 12.14 Uhr: Schutz vor Viren und Abschreiben: Realschüler starten in Prüfungen

Einen Monat später als vorgesehen starten am Mittwoch die Realschulabschlussprüfungen in Baden-Württemberg. Vor Ausbruch des Coronavirus war der Prüfungsbeginn für den 22. April geplant. Rund 41.000 Realschüler und 6000 Werkrealschüler müssen zunächst schriftlich und im Fach Deutsch ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Sie werden aber auch ungeachtet der Corona-Verordnungen mit Abstand zueinander sitzen, um nicht abschreiben zu können, teilte ein Sprecher des Kultusministeriums am Dienstag mit.

Unter erschwerten Bedingungen erfolgt seinen Angaben nach die Prüfungsorganisation für Lehrer und Schulleiter. Sie müssten eine sichere Ankunft der Schüler regeln und konnten an Konferenzen im Vorfeld teils nur digital teilnehmen.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) bat die Lehrer, in diesem Jahr ihren pädagogischen Spielraum zu nutzen. Die Schüler konnten ohne Angabe von Gründen zwischen Haupt- und Nachtermin wählen.

In der Deutschprüfung können die Realschüler sich eine von vier Aufgaben aussuchen. Beispielsweise können sie sich mit dem Rahmenthema "Herausforderung Digitalisierung?" befassen. Die mündlichen Prüfungen sollen am 20. Juli beginnen. 

Für die Realschüler beginnen die Prüfungen. (Symbolbild)
Für die Realschüler beginnen die Prüfungen. (Symbolbild)  © dpa/Marijan Murat

Update, 19. Mai, 6.33 Uhr: Für Prostitution gibt es keine Perspektive

Die Probleme von Kindern, Schülern und Senioren in der Corona-Krise finden große Aufmerksamkeit. Doch das Schicksal von Prostituierten während der Pandemie interessiert kaum. Eine Aktion der Mannheimer "Beratungsstelle Amalie" für Prostituierte soll den Blick auf die Not dieser Frauen richten und sie lindern. Sie verteilt "Survival"-Beutel gefüllt mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Mehl, Reis, Spaghetti sowie Zahnbürste und Tampons - darüber freuen sich Klientinnen wie Natascha, die ihren wahren Name nicht nennt, sehr. 

"Wir wollen helfen, die Zeit des coronabedingten Prostitutionsverbot zu überbrücken und den Frauen zeigen, sie sind nicht vergessen", sagt Julia Wege, Chefin der von der Stadt Mannheim und dem Sozialministerium geförderten diakonischen Anlaufstelle.

Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) bringt die Lage auf den Punkt. "Die Situation ist katastrophal, die Pandemie verschärft die Probleme wie Armut, mangelnden Gesundheitsschutz und Wohnungslosigkeit", sagt Sprecherin Susanne Bleier-Wilp. Aus einem Notfallfonds von 25.000 Euro aus privaten Spenden seien 100 Frauen unterstützt worden, die weder Grundsicherung beantragen noch aus anderen Finanzquellen schöpfen können. "Aber der Staat müsste hier auch helfen, das kann nicht an Privatleuten hängenbleiben."

Natascha ist ebenfalls gerade wohnungslos geworden und bringt die Lebensmittel ihrem Kumpel im Gegenzug für eine Schlafmöglichkeit mit. Damit geht es ihr noch besser als vielen anderen Frauen, die wegen der Corona-Krise nicht mehr arbeiten können und ihre Bleibe verloren haben. 

"Viele sitzen bei Freiern fest und müssen für einen Platz im Bett oder auf der Couch mit ihrem Körper zahlen", sagt die Mannheimer Sozialarbeiterin Wege.

Wann die Corona-Beschränkungen für die 33.000 angemeldeten und nach Schätzungen bis zu 400.000 Prostituierten in Deutschland beendet werden, ist unklar. Für sie gibt es keinen Termin, nicht mal eine vage Perspektive, wann sie ihre Arbeit wieder aufnehmen können. "Zum Teil geht die Prostitution im Verborgenen aber weiter, etwa in Fahrzeugen, im Freien oder bei Freiern", meint Wege. Und Natascha, die in den vergangenen Jahren zwischen Aushilfsjobs und Prostitution pendelte, fügt hinzu: "Wer will denn kontrollieren, was in den Bordell-Zimmern los ist?".

In Mannheim nimmt eine Prostituierte an einer Haustür eine mit Lebensmitteln und Informationsmaterial gepackte Tasche der Beratungsstelle "Amalie" entgegen.
In Mannheim nimmt eine Prostituierte an einer Haustür eine mit Lebensmitteln und Informationsmaterial gepackte Tasche der Beratungsstelle "Amalie" entgegen.  © dpa/Uwe Anspach

Update, 18. Mai, 19.53 Uhr: Polizei ermittelt nach Demo-Attacke wegen versuchten Tötungsdelikts

Nachdem bis zu 50 mutmaßlich Linksradikale vor der "Querdenken 711"-Demo am Samstag drei Demonstranten krankenhausreif geschlagen haben (TAG24 berichtete), wurde nun eine Ermittlungsgruppe eingesetzt. 

Das für Tötungsdelikte zuständige Dezernat ermittelt gemeinsam mit dem Staatsschutz wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts.

Alles dazu könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 18. Mai, 19.09 Uhr: Jetzt 1664 Tote und 34.006 Infizierte

Auch am Montag ist die Zahl der Corona-Toten und -Infizierten gestiegen.

Wie das Gesundheitsministerium am Abend mitteilt, wurden bis 16 Uhr insgesamt 11 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind in Baden-Württemberg bislang 1664 Menschen an dem Erreger gestorben.

Derweil steig die Zahl der gemeldeten Infektionsfälle um 44 auf nunmehr insgesamt 34.006 an. Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,95 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Inzwischen sind über 34.000 Menschen in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert worden. (Symbolbild)
Inzwischen sind über 34.000 Menschen in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert worden. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 18. Mai, 18.13 Uhr: Stuttgart erweitert Kita-Betreuung

Die Stadt Stuttgart öffnet Kindertagesstätten und die Kindertagespflege für einen eingeschränkten Regelbetrieb. 

Wie das rathaus am Montag mitteilt, würden die neuen Regelungen, wie sie von der Landesregierung am 16. Mai beschlossen wurden, schrittweise bis zum 25. Mai umgesetzt. 

Neben Kindern, die nach den bislang geltenden Regelungen zur Teilnahme an der erweiterten Notbetreuung berechtigt seien, könnten nun auch Kinder, die einen vom Jugendamt oder der Leitung der Einrichtung festgestellten besonderen Förderbedarf haben, wieder ihre Kita besuchen. 

Die geltende Höchstgrenze sei weiterhin die Hälfte der regulären Gruppengröße. Sollte Platz für weitere Kinder gegeben sein, könnten Kinder, die kurz vor der Einschulung stehen oder deren Eltern im Homeoffice arbeiten, betreut werden. 

Das Anmeldeformular zur Notbetreuung, die notwendigen Bescheinigungen sowie ausführlichere Informationen sind zu finden unter www.stuttgart.de/corona.

Update, 18. Mai, 14.55 Uhr: Corona-Krise drückt auf Steuereinnahmen

Die Corona-Pandemie wirkt sich deutlich auf die Steuereinnahmen Baden-Württembergs aus. 

Das geht aus der Mai-Steuerschätzung für das Land hervor, wie das Finanzministerium am Montagnachmittag mitteilt. Demnach liegen die Steuereinnahmen in diesem Jahr voraussichtlich um rund 3,3 Milliarden Euro niedriger als im Haushalt veranschlagt. Für das kommende Jahr wird ein Rückgang um circa 3,5 Milliarden Euro prognostiziert. 

Damit liegen die Steuereinnahmen in beiden Jahren um mehr als 10 Prozent niedriger als bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts im Dezember 2019 erwartet. 

"In den vergangenen Wochen haben Bund und Länder hohe Ausgaben für den Gesundheitsschutz geschultert. Zudem wurden Soforthilfen für die Wirtschaft in Milliardenhöhe ausbezahlt. Es gibt steuerliche Hilfen und Lohnersatzleistungen wie nie zuvor. (...) Diese Entlastungen und die Folgen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft werden allerdings auch einen Einbruch der Steuereinnahmen mit sich bringen, wie wir ihn in der Geschichte des Landes so gut wie nie erlebt haben", zitiert das Schreiben Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne).

Für das Jahr 2020 seien im Landeshaushalt Netto-Steuereinnahmen in Höhe von rund 31,3 Milliarden Euro veranschlagt: "Das entsprach den Prognosen der Steuerschätzung im Herbst 2019. Nach der aktuellen Steuerschätzung könnten die Einnahmen auf 28,0 Milliarden Euro sinken." 

Für das Jahr 2021 seien laut Presseschreiben 32,2 Milliarden Euro Netto-Steuereinnahmen im Haushalt vorgesehen, die Steuerschätzer gingen nun von circa 28,7 Milliarden Euro aus. 

"Der Rückgang könnte noch massiver werden", so die Ministerin. "Denn in der Steuerschätzung stecken noch sehr viele Unwägbarkeiten." Weder sei bislang abzusehen, wie sich der Fortgang und die Dauer der Pandemie gestalten. Noch gebe es eindeutige Voraussagen zur weiteren Entwicklung der Binnenkonjunktur und der internationalen Märkte, die für die exportorientierte Wirtschaft Baden-Württembergs besonders wichtig seien. 

Um mehr Gewissheit zu haben, hätten sich die Steuerschätzer darauf verständigt, dass es in diesem Jahr erstmals eine zusätzliche Steuerschätzung Anfang September geben soll.

Update, 18. Mai, 13.19 Uhr: Pharmagroßhändler Phoenix sorgt sich um Verfügbarkeit von Arzneien

Die Herstellung von Wirkstoffen für Medikamente an wenigen Orten außerhalb Europas macht dem Gesundheitsdienstleister Phoenix zu schaffen. "Die Medikamentenverfügbarkeit beschäftigt uns jeden Tag", sagte der neue Vorstandschef des Pharmagroßhändlers und Apothekenbetreibers, Sven Seidel, in Mannheim. 

Die nicht immer den Bestellungen entsprechenden Lieferungen von Medikamenten seien darauf zurückzuführen, dass in Europa verschiedene Wirkstoffe nicht mehr hergestellt werden. "Uns ist daran gelegen, Störungen unserer Basisdienstleistungen zu vermeiden und Kapazitäten wieder nach Europa zu bringen", betonte Seidel. Hersteller in China und Indien hatten in der Vergangenheit für Probleme in den Lieferketten gesorgt.

Nach Angaben des Familienunternehmens ist die Phoenix Group - bereits führender Pharmagroßhändler Europas - im Ende Januar abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 zum größten Apothekenbetreiber Europas aufgestiegen. Nach dem Erwerb von Apotheken in den Niederlanden, Rumänien, der Tschechisches Republik und Serbien betreibt Phoenix 2700 Apotheken in 15 Ländern.

In Deutschland bringt Phoenix das erste Frauenmagazin in Apotheken auf den Markt. Inhalte auch über Gesundheitsthemen hinaus wie Kochen und Reisen sollen die Bindung der Kundinnen an ihre Apotheke stärken und neue hinzugewinnen. Die für die Kunden kostenlose monatliche Zeitschrift wird im Juni mit einer Auflage von 500.000 Exemplaren an den Start gehen.

Die Gruppe mit 37.000 Mitarbeitern setzte 2019/20 mit 27,2 Milliarden Euro fast sechs Prozent mehr um. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) bewegte sich mit 470 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Für 2020/2021 rechnet das Unternehmen erneut mit einem Umsatzwachstum über den europäischen Pharmamärkten, das Phoenix bei 2,5 Prozent sieht. Beim Ergebnis will Phoenix deutlich über dem Vorjahresergebnis abschneiden.

Ein Logo des Pharmahändlers Phoenix ist in Mannheim auf dem Dach des Firmensitzes zu sehen.
Ein Logo des Pharmahändlers Phoenix ist in Mannheim auf dem Dach des Firmensitzes zu sehen.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 18. Mai, 12.56 Uhr: Bahnverkehr ab Juni wieder auf Normalmaß

Nach der coronabedingten Ausdünnung des Fahrplans im März fahren die Bahnunternehmen im Land ihr Angebot wieder auf das Normalmaß hoch. Zum Fahrplanwechsel Mitte Juni sollen im Regionalverkehr, von Ausnahmen etwa durch Baustellen abgesehen, wieder 100 Prozent der Verbindungen angeboten werden, wie Verkehrsminister Winfried Hermann (67, Grüne) und Vertreter der Betreiber Abellio, DB Regio, Go-Ahead und SWEG am Montag in Stuttgart ankündigten.

Um einen stabilen Verkehr gewährleisten zu können, war der Fahrplan im März je nach Netz um bis zur Hälfte ausgedünnt, Anfang Mai aber schon wieder etwas erweitert worden. "Wir haben die letzten zwei Monate im öffentlichen Verkehr gut gemeistert", sagte Hermann. Die Pünktlichkeit habe durchweg deutlich über 90 Prozent gelegen, die Ausfallquote unter einem Prozent. Allerdings lag auch die Auslastung der Züge anfangs bei unter 20 Prozent. Inzwischen ist auch sie wieder höher geworden, liegt aber noch weit unter den gewohnten Werten.

Was Pünktlichkeit und Ausfälle angeht, hoffen die Unternehmen, etwas aus der Krise mitnehmen und die Werte halten zu können. So seien Abläufe und Absprachen verbessert und Wartungstermine vorgezogen worden. "Wir haben nahezu unter Laborbedingungen Eisenbahn betreiben können", sagte der Chef der DB Regio Baden-Württemberg, David Weltzien. Daran gelte es anzuknüpfen. "Wir wollen nicht schlechter werden. Wir wollen das gute hohe Niveau halten", sagte Hermann.

Für die Probleme, die seit dem vergangenen Sommer im Nahverkehr aufgetreten waren, sollen betroffene Pendler wie angekündigt von Juni an eine finanzielle Entschädigung erhalten. Für die Corona-Zeit werde es zudem eine Entschädigung für Eltern geben, die das Schülerticket ihrer Kinder weiterbezahlt haben, sagte Hermann.

Die Deutsche Bahn wird ab Juni in Baden-Württemberg wieder im Normalmaß fahren.
Die Deutsche Bahn wird ab Juni in Baden-Württemberg wieder im Normalmaß fahren.  © Jan Woitas/ZB/dpa

Update, 18. Mai, 9.58 Uhr: Landesgesundheitsamt startet Antikörperstudie

Wie der SWR berichtet, will das baden-württembergische Landesgesundheitsamt zusammen mit dem Klinikum Stuttgart und dem Robert-Bosch-Krankenhaus eine Antikörper-Studie durchführen. Dabei soll erforscht werden, wie das Immunsystem auf eine Covid-19-Erkrankung reagiert: Wie schnell entstehen Antikörper und wie lange hält die Immunität an?

Update, 18. Mai, 6.20 Uhr: Abiturprüfungen beginnen

Für rund 29.500 Schüler an allgemeinbildenden Gymnasien im Land beginnen heute die Abiturprüfungen. Als erste Fächer stehen Spanisch, Italienisch und Portugiesisch auf dem Programm. Ursprünglich sollten die Prüfungen am 22. April beginnen.

Für die rund 17.900 Schüler an beruflichen Gymnasien beginnen die Prüfungen am Mittwoch. An diesem Tag werden dann sämtliche angehenden Abiturienten im Südwesten zeitgleich im Fach Deutsch geprüft. Die schriftliche Prüfungsphase endet am 29. Mai.

Von Montag an dürfen zudem berufliche Bildungseinrichtungen wie etwa Berufsschulen den Betrieb wieder aufnehmen. Allerdings gelten ähnlich wie in allgemeinbildenden Schulen strenge Regeln zu Abstand und Hygiene, hinzu kommen besondere Vorgaben zum Beispiel für Ausbildungswerkstätten oder Wohnheime.

Am Montag beginnen in Baden-Württemberg die Abiturprüfungen.
Am Montag beginnen in Baden-Württemberg die Abiturprüfungen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 17. Mai, 19.49 Uhr: Aktuell sind nur noch 2409 Menschen in Baden-Württemberg infiziert

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden weitere 50 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Damit stieg die Anzahl seit Pandemie-Beginn Infizierten auf mindestens 33.962 an, wovon 29.900 wieder genesen sind. Somit sind geschätzt nur noch 2409 Menschen in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert. Die Reproduktionszahl, also wie viel Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, liegt im Ländle bei 0,95. Trotzdem starben vier weitere Menschen an den Folgen von Covid-19, sodass die Anzahl der Verstorbenen auf 1653 anstieg. 

Update, 17. Mai, 12.55 Uhr: Droht ein Bar- und Club-Sterben?

Ohne Hilfen von Bund und Land droht aus Sicht des Mannheimer Nachtbürgermeisters ein Bar- und Clubsterben infolge der Corona-Krise. 

"Wir haben zwar noch keine Insolvenzen, aber etliche Betreiber kämpfen", sagte Deutschlands erster "Night Mayor", Hendrik Meier, der Deutschen Presse-Agentur. Mit zinslosen Darlehen, wie sie etwa die Stadt Mannheim anbietet, sei die Branche nicht zu retten - "das verschiebt die Probleme auf das nächste Jahr". Es brauche Zuschüsse. 

Und die Soforthilfe des Landes für Kleinunternehmer von 9000 Euro sei bald aufgebraucht "Viele leben von der Hand in den Mund." Außerdem wachse der Unmut der Kleinunternehmer, weil ihnen jegliche Öffnungsperspektive fehle, erläuterte Meier. 

Es werde mit zweierlei Maß gemessen: Während Restaurants ab diesem Montag in Baden-Württemberg öffnen dürfen, gebe es keine Starttermine für Bars und Clubs. Die Politik gehe hier mit zweierlei Maß vor: In der Gastronomie sei es doch auch möglich, nur etwas zu trinken - wie in Clubs. Letztere hätten aber keine Lobby und müssten deshalb geschlossen bleiben. "Viele Bars und Clubs sehen sich benachteiligt."

Die ganze Story könnt Ihr HIER nachlesen.

Nachtbürgermeister Hendrik Meyer.
Nachtbürgermeister Hendrik Meyer.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 17. Mai, 11 Uhr: Männer wollen keinen Mundschutz tragen und verprügeln Busfahrer

Zwei Fahrgäste hatten am Samstag in Herrenberg partout keine Lust auf einen Corona-Mundschutz - schließlich verprügelten sie den Busfahrer! 

Der Vorfall geschah gegen 17.15 Uhr am Busbahnhof in Herrenberg, so die Polizei. "Als der Busfahrer zwei Fahrgäste ermahnte, die sich weigerten den aktuell aufgrund der Corona-Verordnung vorgeschriebenen Gesichtsschutz zu tragen, eskalierte die Situation", schreiben die Beamten. 

 Weil die beiden Männer schließlich des Busses verwiesen wurden, rasteten sie aus und schlugen auf den Fahrer ein, sodass dieser erhebliche Gesichtsverletzungen davontrug.

Alles dazu findet Ihr HIER.

Update, 17. Mai, 9.34 Uhr: Keine Quarantäne mehr nach Einreise aus EU-Ländern

Wer aus einem EU-Land nach Baden-Württemberg einreist, muss ab sofort nicht mehr zwei Wochen in Corona-Quarantäne

Die Landesregierung hat die entsprechende Verordnung gelockert. Auch Einreisen aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Großbritannien sind nun ohne häusliche Quarantäne möglich. Ausnahme: Wenn im Herkunftsland die Zahl der Neuinfizierten bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen liegt, ist sie weiter erforderlich.

Bislang war es so, dass jeder Ausländer, der einreisen darf, und jeder Deutsche, der von einer Auslandsreise zurückkehrt, für 14 Tage in Quarantäne musste. Es gab allerdings Ausnahmen zum Beispiel für Berufspendler.

Kontrolle am Grenzübergang Kehl/Straßburg.
Kontrolle am Grenzübergang Kehl/Straßburg.  © Benedikt Spether/dpa

Update, 16. Mai, 20.26 Uhr: Michael Ballweg organisiert keine "Querdenken"-Demo mehr

Auch am heutigen Samstag kamen wieder Tausende Demonstranten auf das Wasengelände. Hinter dem Stuttgarter Protest steht die Initiative "Querdenken 711" des Unternehmers Michael Ballweg.

Nach der Veranstaltung kündigte er an, selbst keine Demonstration mehr organisieren zu wollen. Nun müssten die Teilnehmer der Bewegung eigenverantwortlich für die Grundrechte einstehen.

Ob sonst jemand aus der Initiative nun weitere Proteste organisiere, konnte er nicht sagen. Alles zur heutigen Demo findet Ihr HIER.

Vor der Corona-Demo kam es zu einem brutalen Angriff mutmaßlich linker Täter auf Demonstrationsteilnehmer. Die ganze Geschichte könnt Ihr HIER nachlesen.

IT-Unternehmer und "Querdenken 711"-Organisator Michael Ballweg am Samstag.
IT-Unternehmer und "Querdenken 711"-Organisator Michael Ballweg am Samstag.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 16. Mai, 18.25 Uhr: 1649 Tote, 33.921 Infizierte

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Corona-Todesfälle und -Infektionen erneut gestiegen.

Wie das Gesundheitsministerium am Samstagabend mitteilt, sind vier weitere Tote gemeldet worden. Damit starben inzwischen 1649 Menschen an dem Erreger.

Auch ist die Zahl der Infizierten um 56 auf nunmehr insgesamt 33.921 gestiegen. "Davon sind ungefähr 29.754 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen", schreibt das Ministerium. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,83 angegeben.

Fast 34.000 Menschen haben sich mittlerweile in Baden-Württemberg infiziert. (Symbolbild)
Fast 34.000 Menschen haben sich mittlerweile in Baden-Württemberg infiziert. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Update, 16. Mai, 17.10 Uhr: Wieder Tausende bei Corona-Demo

Tausende Menschen haben sich in Stuttgart am Samstag erneut zu einer Demonstration gegen die Coronavirus-Beschränkungen versammelt. 

Auf dem Cannstatter Wasen waren diesmal allerdings nur 5000 Teilnehmer erlaubt, zahlreiche Menschen kamen deshalb auch außerhalb des ausgewiesenen Geländes zusammen. Die Polizei wies ihnen eine weitere Fläche zu. Ordner des Veranstalters forderten die Menschen auf, sogenannte Spontanversammlungen anzumelden. 

Eine Beschwerde der Veranstalter gegen die Auflagen hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg noch am Samstag zurückgewiesen. Hinter dem Protest steht die Initiative "Querdenken 711" des Unternehmers Michael Ballweg. 

Ballweg kündigte bei der Kundgebung an, wegen der Beschränkungen der Versammlungsfreiheit erneut vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.

Teilnehmer am Samstag auf dem Wasengelände.
Teilnehmer am Samstag auf dem Wasengelände.  © 7aktuell.de/Marc Gruber

Update, 16. Mai, 14.50 Uhr: Kaum Probleme an der Grenze zu Frankreich

Nach der Lockerung der Beschränkungen im Grenzverkehr zwischen Frankreich und Baden-Württemberg hat die Bundespolizei in Offenburg nicht deutlich mehr Verkehr registriert. 

Man müsse abwarten, wie sich der Verkehrsfluss in den kommenden Tage entwickle, erklärte ein Sprecher am Samstag. Bis zum Mittag haben es an den Grenzen keinerlei Probleme gegeben. Ab Mitternacht wurden die Kontrollen zwischen Frankreich und Deutschland gelockert. Franzosen müssen für die Einreise aber nach wie vor einen triftigen Grund vorweisen. Darunter fällt beispielsweise die Fahrt zum Arbeitsplatz, der Schulbesuch oder ein wichtiger familiärer Grund.

Aus touristischen Gründen, etwa zum Einkaufen oder Tanken, dürfen die Franzosen nicht einfach nach Deutschland fahren. Am Grenzübergang zwischen Kehl und dem elsässischen Straßburg wurden am Samstag Fahrzeuge stichprobenartig kontrolliert. Fußgänger oder Radfahrer mussten alle noch ihre Papiere vorweisen. Die Tram-Verbindung zwischen Kehl und Straßburg wurde noch nicht wieder aufgenommen.

Deutsche müssen weiterhin einen französischen Passierschein bei der Einreise nach Frankreich ausfüllen. Mit der neuen Regelung können sich aber auch nicht-verheiratete Paare sehen. Dafür müsse an der Grenze ein Nachweis zum Beispiel über das Zusammenleben vorgelegt werden, hatte das französische Innenministerium erklärt.

Erleichterung wird mit den nur noch stichprobenartig durchgeführten Grenzkontrollen vor allem für die Berufspendler am Montag erwartet. Seit Einführung der Kontrollen hatten sich zu den Stoßzeiten lange Staus an den Grenzübergängen gebildet. 

Außerdem wurde ein gemeinsamer Passierschein beider Länder in Aussicht gestellt, damit Grenzgänger nur noch ein Papier mit sich führen müssen. Die Grenzen sollen am 15. Juni wieder vollständig geöffnet werden.

Update, 16. Mai, 14 Uhr: Baden-Württemberg lockert weitere Corona-Beschränkungen

Baden-Württemberg hat die Corona-Beschränkungen wie angekündigt ein weiteres Stück gelockert. So wird am Montag die Kinderbetreuung ausgeweitet, Fahrgastschiffe dürfen wieder fahren und Bildungseinrichtungen jeglicher Art wieder öffnen, wie das Staatsministerium am Samstag mitteilte. Mehr dazu erfahrt Ihr hier

Update, 16. Mai, 12.55 Uhr: Baden-Württemberg noch skeptisch bei Scholz' Finanzschirm-Plänen

Baden-Württemberg bleibt bei den Plänen des Bundes zu einem milliardenschweren Schutzschirm für wegen der Corona-Krise in Not geratene Kommunen erst einmal skeptisch. "Da kommt ein Signal vom Bund an einer wichtigen Stelle, das ist erst einmal gut", sagte ein Sprecher von Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) am Samstag. Insbesondere beim Thema Altschulden lasse sich aus den bisherigen Informationen aber nicht ablesen, was die Pläne für den Südwesten konkret bedeuteten. "Bisher lagen der Bund und wir da weit auseinander", sagte er.

Die Kommunen im Land stünden bei den Altschulden nicht zuletzt dank der Unterstützung des Landes gut da. Bei einer bundesweiten Lösung dürften die Südwest-Kommunen nicht für sparsames Wirtschaften in der Vergangenheit bestraft werden. "Grundsätzlich gilt: Über eine mögliche Co-Finanzierung muss immer erst verhandelt werden. Sie kann nicht einseitig festgelegt werden", sagte der Sprecher.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Kommunen mit fast 57 Milliarden Euro unterstützen, wie aus einem Eckpunkte-Papier seines Hauses hervorgeht, über das die "Rheinische Post" und die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) berichteten und das auch der dpa vorliegt. 

Es sieht eine akute Nothilfe vor, die wegbrechende Gewerbesteuereinnahmen ausgleichen soll, und eine Altschuldenhilfe für hoch verschuldete Städte und Gemeinden - jeweils zur Hälfte von den Ländern mitfinanziert.

Update, 16. Mai, 12.33 Uhr: Forscher untersuchen Corona-Ausbreitung in Kupferzell

Im zeitweiligen Corona-Hotspot Kupferzell im Hohenlohekreis wollen Forscher des Robert Koch-Instituts (RKI) von kommender Woche an die Verbreitung des Virus untersuchen. Dazu sollen rund 2000 zufällig ausgewählte Erwachsene zur Teilnahme an der Studie "Corona-Monitoring lokal" eingeladen werden, wie der Landkreis und die Gemeinde am Samstag mitteilten.

Den Angaben zufolge soll vor allem untersucht werden, bei wie vielen Menschen sich Antikörper nachweisen lassen und wie hoch der Anteil von Infektionen ist, die ohne Krankheitssymptome verlaufen. Außerdem gehe es darum, welche Personengruppen häufiger betroffen sind und wie viele Erkrankungen einen schweren Verlauf haben.

Kreis und Gemeinde riefen alle Eingeladenen auf, sich an der Studie zu beteiligen. Die Forscher wollen allen Probanden Blut abnehmen, einen Rachenabstrich machen und einige Fragen unter anderem zu Vorerkrankungen stellen.

Kupferzell sei für die Studie ausgewählt worden, weil es dort im März eine Vielzahl von Corona-Infektionen in kurzer Zeit gegeben hatte, hieß es. Insgesamt sollen mit der Studie den Angaben zufolge vier besonders von der Pandemie betroffene Orte untersucht werden.

Update, 16. Mai, 9.20 Uhr: Pflegeheime lockern Besuchsverbot

Begegnungen in Zelten, Zimmern oder im Freien: Um Besuche auch in Corona-Zeiten zu ermöglichen, haben sich Pflegeheime im Südwesten einiges einfallen lassen. Im Altenhilfezentrum in Isny im Allgäu zum Beispiel haben die Betreiber ein Besuchszelt aufgebaut. "So verhindern wir, dass es im Haus selbst ein großes Menschenaufkommen gibt", sagte der Leiter der Einrichtung, Frank Höfle. Die Angehörigen seien durch eine Plexiglasscheibe voneinander getrennt. Abstand müssten sie trotzdem halten. "Die Besucher tragen auch einen Mundschutz", sagte Höfle.

Um den Ausbruch von Corona-Infektionen in Pflegeheimen zu verhindern, waren Mitte März Besuchsverbote ausgesprochen worden. Nur in Ausnahmefällen wie etwa zur Sterbebegleitung durften pflegebedürftige Angehörige besucht werden. Von diesem Montag an dürfen nahestehende Personen ihre Angehörigen in Pflegeheimen und Krankenhäusern wieder regelmäßig besuchen. Abstandsreglen und Hygienevorschriften müssen nach Angaben des Gesundheitsministeriums eingehalten werden.

Wie der Besuch im Detail gestaltet wird, entscheiden die Einrichtungen. Einschränkungen gelten aber weiterhin. Ein Bewohner darf nicht mehr als einmal pro Tag Besuch empfangen. Pro Treffen sind maximal zwei Besucher zugelassen.

Pflegeheimleiter Höfle ist für 68 Bewohner verantwortlich, das Durchschnittsalter beträgt 83 Jahre. An die neue Normalität in Zeiten der Corona-Pandemie hätten sich die Menschen ziemlich schnell gewöhnt. Mit dem Zelt wolle man für die Senioren nach einsamen Wochen ein Wiedersehen ermöglichen. Besucher müssten sich zuerst anmelden. "Um das Ganze gemütlicher zu machen, haben wir das Zelt ein bisschen dekoriert", erläutert Höfle. Das Angebot werde gut genutzt.

Im Seniorenzentrum Carl-Joseph in der Nachbarstadt Leutkirch wurde extra ein spezielles Besuchszimmer eingerichtet, wie eine Sprecherin erklärte. Ein Treffen im Garten sei auch möglich. Besucher müssen sich auch hier vorher anmelden, Abstand halten und Schutzmasken tragen. Organisiert und überwacht werde alles von den Pflegekräften. Das sei natürlich ein Mehraufwand.

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) mahnt mit Blick auf die Lockerung zur Vorsicht. "Wir dürfen es nicht riskieren, dass es in den Heimen neue Ausbrüche von Infektionen gibt, die von außen eingetragen werden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel müsse sein, bei allen berechtigten Wünschen nach Lockerungen, die alten Menschen zu schützen.

Lucha appellierte an die Einrichtungen, so viel Besuch zuzulassen, wie unter den vorgegebenen strengen Hygienevorschriften vertretbar sei. Gleichzeitig forderte er von Angehörigen und Freunden Verständnis für die Situation der Pflegeheime. "Dazu gehört auch, zu akzeptieren, dass gerade in der ersten Phase der Öffnung voraussichtlich nicht jedem Besuchswunsch zum Wunschtermin entsprochen werden kann."

Pflegeheime lockern Besuchsverbot. (Symbolbild)
Pflegeheime lockern Besuchsverbot. (Symbolbild)  © DPA/Tom Weller

Update, 15. Mai, 19.35 Uhr: 33.856 Infizierte, 1645 Todesfälle

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 33.856 gestiegen. Das waren 52 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg auf 1645. Knapp 29.500 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,73 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter deutlich weniger als eine weitere Person ansteckt. Die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 5,6.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 33.856 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1645 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 33.856 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1645 starben.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 15. Mai, 18.30 Uhr: Behörde verlängert Corona-Quarantäne für Arbeiter von Fleischfabrik

Nach fast 400 Corona-Fällen in einer Fleischfabrik in Birkenfeld bei Pforzheim hat das zuständige Landratsamt die Quarantäne-Bestimmungen um drei Wochen verlängert. Sie gelten nun bis 8. Juni, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Wer sich mit dem Coronavirus infiziert habe und noch nicht als genesen gelte, müsse in häuslicher Quarantäne bleiben und dürfe nicht arbeiten.

Dies gelte für 116 Beschäftigte. Insgesamt hatte es in dem Betrieb 399 Infizierte gegeben. 283 von ihnen wurden am Donnerstag für genesen erklärt. Für sie gilt die Quarantäne nicht mehr.

Auf Druck der Behörden muss der Betrieb Müller Fleisch nun einen Entwurf für einen Pandemieplan vorlegen, um die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verhindern.

Die Fleischfabrik in Birkenfeld bei Pforzheim.
Die Fleischfabrik in Birkenfeld bei Pforzheim.  © Björn Fix/Ritschratsch-Klick.de

Update, 15. Mai, 15.57 Uhr: Schon über zwei Milliarden Euro Corona-Hilfe ausgezahlt

Im Rahmen des Corona-Hilfsprogramms hat das landeseigene Förderinstitut L-Bank Stand Freitag bereits mehr als zwei Milliarden Euro Hilfsgelder ausgezahlt. 

Seit Beginn des Hilfsprogramms wurden von den zuständigen Handels- und Handwerkskammern demnach fast 260.000 bereits geprüfte Anträge weitergeleitet. Gut 26.000 Anträge wurden abgelehnt, mehr als 220.000 Anträge seien bewilligt worden und die Betriebe hätten Auszahlungen erhalten, heißt es in einer Aufstellung der L-Bank vom Freitag, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Die bisherige Soforthilfe richtet sich nach der Zahl der Beschäftigten eines Unternehmens und beträgt für drei Monate insgesamt bis zu 9000 Euro für Solo-Selbstständige sowie Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten. Darüber hinaus gibt es Hilfen von bis zu 15.000 Euro für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten und bis zu 30.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten.

Das Land berät wegen der andauernden Corona-Krise aktuell über ein zweites Hilfspaket für die Wirtschaft. Im Mittelpunkt stehen neben der Gastronomie- und Hotelleriebranche weiterhin die Automobilindustrie, aber auch Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und die Bereiche Forschung, Entwicklung und Innovation.

Update, 15. Mai, 14.28 Uhr: Fahrgastschifffahrt ab Montag erlaubt

Ab dem kommenden Montag wird die Fahrgastschifffahrt in Baden-Württemberg wieder erlaubt. Das teilten Verkehrsminister Winfried Hermann (67, Grüne) und Tourismusminister Guido Wolf (58, CDU) heute mit. Der entsprechende Passus in der Corona-Verordnung werde heute noch eingefügt und soll ab dem Wochenende in Kraft treten. Auch bei der Schifffahrt gilt die Maskenpflicht, allerdings kann auf eine zusätzliche Abstandspflicht verzichtet werden, da die weitgehende Beförderung im Freien und die Durchlüftung das Infektionsrisiko gering halten.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: "Es ist gut, dass es mit den Lockerungen bei der Fahrgastschifffahrt wieder mehr Bewegungsfreiheit gibt. Ich appelliere an alle die das nutzen, sich an die Hygieneregeln zu halten und wie im öffentlichen Nahverkehr auch auf den Schiffen Masken zu tragen. Dies gilt auch für die Anlegestellen und die dortigen Wartebereiche."

Tourismusminister Guido Wolf: "Die Tourismusbranche ist von den Folgen der Corona-Krise mit voller Wucht erwischt worden. Die allermeisten Betriebe stehen seit fast zwei Monaten komplett still und sind in wirtschaftliche Existenznot geraten. Wir müssen nach wie vor alle sorgsam sein und die Hygieneregeln einhalten. Die Fahrgastschifffahrt ist ein Bereich, in dem das Infektionsrisiko relativ gering ist. Es ist daher richtig und wichtig ist, dass wir jetzt eine Wiedereröffnung ermöglichen. Ab Montag dürfen die Fahrgastschiffe auf dem Bodensee und andernorts im Land wieder ihre Ausflugsfahrten anbieten. Für Fahrgäste gilt, wie in anderen Bereichen aber auch, Masken tragen, um sich und andere zu schützen."

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (67, Grüne).
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (67, Grüne).  © Tom Weller/dpa

Update, 15. Mai, 12.19 Uhr: 300.000 digitale Endgeräte für Schüler!

Aufgrund des Coronavirus ist an Schulen zunächst nur stark eingeschränkter Präsenzunterricht möglich. Somit wird digitales Lernen in Zukunft weiter von großer Bedeutung sein. Dafür wurden nun die Voraussetzungen geschaffen. "Es darf nicht sein, dass ein Kind in Baden-Württemberg benachteiligt ist, weil es keinen Laptop zur Verfügung hat“, so Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und fügt an: "Daher ist es erfreulich, dass wir weitere Bundesmittel im Rahmen des DigitalPakts Schule erwirken konnten. Schülerinnen und Schüler, die zu Hause über kein digitales Endgerät wie Laptop oder Tablet verfügen, sollen sich eines ausleihen können."

Dieses Sofortausstattungsprogramm des Bundes umfasst insgesamt 500 Millionen Euro und sieht für Baden-Württemberg 65 Millionen Euro vor. "Wir wollen diese Summe verdoppeln, weil wir wissen, dass der Bedarf groß ist. Keine Schülerin und kein Schüler soll durch diese Situation benachteiligt werden", sagte Eisenmann. "Mit 130 Millionen Euro können wir ungefähr 300.000 digitale Endgeräte für die öffentlichen und privaten Schulen bereitstellen. Das hilft insgesamt etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg. Diesen Bedarf haben wir gegenüber dem Ministerpräsidenten und der Finanzministerin angemeldet", ergänzte die Kultusministerin. 

Update, 15. Mai, 12.02 Uhr: Polizei rechnet vor KSC-Geisterspiel nicht mit Fan-Ansammlungen

Die Karlsruher Polizei rechnet vor dem ersten KSC-Geisterspiel an diesem Samstag (Anpfiff 13 Uhr) nicht mit größeren Ansammlungen vor dem Wildparkstadion. 

"Wir haben keine Erkenntnisse, dass es organisierte Aktionen von Fans geben könnte - wir können es aber nicht ausschließen", sagte am Freitag ein Polizeisprecher auf Anfrage. Die Beamten sind vorbereitet auf das Spiel ohne Zuschauer und wollen mit einem kleineren Aufgebot rund um das Stadion und in der Stadt die Situation beobachten und gegebenenfalls Fans aufklären. 

Der Fußball-Zweitligist startet mit einem Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 nach der wochenlangen Corona-Zwangspause wieder in den Spielbetrieb.

Es gibt zwar keine Sperrzone um das Stadion. Rein kommen Zaungäste aber nicht. Gegen Einzelne mit Abstand habe man nichts einzuwenden. "Bei größeren Ansammlungen würden wir aber einschreiten", so der Polizeisprecher. Notfalls werden Platzverweise ausgesprochen. Es sei schwierig einzuschätzen, was einen erwarte. "Wir haben auch als Polizei mit Geisterspielen keine Erfahrung."

Ins Stadion dürfen auch Spieler und Funktionäre nur unter strengen Hygienevorschriften. Es gibt kein Einlaufen oder Händeschütteln, Trainer am Spielfeldrand müssen Mundschutz tragen.

Update, 15. Mai, 11.27 Uhr: Einbruch von "massiver Wucht" im Südwest-Tourismus

Die Gäste- und Übernachtungszahlen im Südwesten sind wegen der Corona-Pandemie massiv eingebrochen. Die Gästezahlen gingen im ersten Quartal des Jahres um 800.000 Gäste, sprich um 20 Prozent zurück, teilte das Statistische Landesamt am Freitag mit. Die Zahl der Übernachtungen sank um 16 Prozent - das bedeutet, dass es 1,6 Millionen Übernachtungen weniger gab als im Vorjahreszeitraum. Mehr dazu könnt Ihr hier erfahren. 

Update, 15. Mai, 10.19 Uhr: Stuttgart verschärft Demo-Auflagen

Die Stadt Stuttgart verschärft die Auflagen für die Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen. Bei der Kundgebung am Samstag auf dem Wasengelände seien höchstens 5000 Teilnehmer zulässig, teilte die Stadt am Freitag mit. 

Die Versammlungsbehörde fordert zudem 500 Ordner, die eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen, da sie zwangsläufig immer wieder den erforderlichen Mindestabstand unterschreiten. Zugang und Abgang zur Demo müssen außerdem so entzerrt werden, dass die Teilnehmer nicht in direkten Kontakt kämen.

"Es war eine Abwägung von Infektionsschutz und der Versammlungsfreiheit", betonte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. Bei der letzten Demonstration habe man festgestellt, dass Teilnehmer ohne vorgeschriebene Maske in Bussen und Bahnen unterwegs waren. 

Dafür werde man am Samstag 300 Euro Bußgeld verhängen.

Update, 15. Mai, 6.52 Uhr: Bei Öffnung der Gastronomien herrscht Unsicherheit

Nach wochenlanger Corona-Zwangspause darf die Gastronomie im Südwesten ab Montag jedenfalls teilweise wieder den Betrieb aufnehmen. Doch die Unsicherheit ist groß. "Wir begrüßen, dass zumindest Teile der Gastronomie wieder öffnen dürfen", heißt es beim baden-württembergischen Ableger des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga. 

"Allerdings werden die Auflagen dazu führen, dass die Betriebe keine normalen Umsätze erwirtschaften können - das ergibt sich allein schon aus den Abstandsregelungen."

Nicht zuletzt bei den Corona-Sicherheitsbestimmungen herrscht nach wie vor Unsicherheit. Was, wenn Kunden für eine Gruppe von sechs Gästen reservieren möchten? Darf man die Gruppe an einen Tisch setzen? Und was, wenn die Gäste dem Wirt die Tür einrennen - braucht er dann einen Türsteher? Ganz zu schweigen davon, dass die Wirte nicht wissen, mit welchen Mengen an Lebensmitteln sie ihre Gastronomie ausstatten sollen.

Darüber hinaus gebe es viele Betriebe, die nach wie vor keine Öffnungsperspektiven haben, heißt es beim Dehoga. "Bars, Schankwirtschaften, Diskotheken - von einem Ende der Krise und von wirtschaftlicher Normalität ist das Gastgewerbe trotz der ab 18. Mai geltenden Lockerungen noch sehr weit entfernt." 

Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe sei weiterhin bedrohlich, betont der Verband und fordert dringend die staatliche Unterstützung der Branche.

Stuttgart: Außenbestuhlung eines gastronomischen Betriebes auf dem Schlossplatz steht in Folie gepackt vor dem Königsbau.
Stuttgart: Außenbestuhlung eines gastronomischen Betriebes auf dem Schlossplatz steht in Folie gepackt vor dem Königsbau.  © dpa/Marijan Murat

Update, 14. Mai, 19.56 Uhr: 33.804 Infizierte, 1629 Todesfälle

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 33.804 gestiegen. Das waren 143 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg auf 1629. Gut 29.000 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,83 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter weniger als eine weitere Person ansteckt. Die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 6,5.

In Baden-Württemberg haben sich bislang 33.804 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1629 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang 33.804 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1629 starben.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 14. Mai, 16.47 Uhr: Länderverkehrsminister fordern einstimmig Rettungsschirm für ÖPNV

Die Verkehrsminister aller Bundesländer haben sich in einer Telefonkonferenz darauf verständigt, dem öffentlichen Verkehr in der Corona-Krise finanziell zu helfen. Das teilte das baden-württembergische Verkehrsministerium mit.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann (67, Grüne) zeigte sich zufrieden und startete eine entsprechende Initiative mit seinem NRW-Kollegen Hendrik Wüst (47, CDU) und der Vorsitzenden der Verkehrsministerkonferenz, Anke Rehlinger (44, SPD, Saarland).

Hermann sagte: "Baden-Württemberg hat bereits – wie andere Länder auch – viel dafür getan, dass Busse und Bahnen als Teil der Daseinsvorsorge auch in der Corona-Zeit stabil weiter fahren. Der öffentliche Verkehr ist weiter gefahren, aber die Ticketeinnahmen sind weitgehend ausgeblieben. Deshalb fordern die Verkehrsminister der Länder, dass jetzt auch der Bund seiner Verantwortung gerecht wird. Die Länder allein können das Defizit von rund fünf Milliarden Euro unmöglich stemmen."

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (67, Grüne).
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (67, Grüne).  © Tom Weller/dpa

Update, 14. Mai, 15.59 Uhr: Kultusministerin Eisenmann zur schrittweisen Öffnung der Kitas

Ab dem 18. Mai kann die Betreuung an Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestätten schrittweise ausgeweitet werden. Die Lenkungsgruppe der Landesregierung hat dem Vorschlag des Kultusministeriums gestern Abend zugestimmt, heißt es in einer Mitteilung. Damit sei der rechtliche Rahmen für die Umsetzung gegeben.

"Mit dem Rahmen ermöglichen wir den Einrichtungsträgern bewusst Spielräume, damit sie im Rahmen ihrer räumlichen und personellen Kapazitäten individuelle Konzepte entwickeln können, wie sie die schrittweise Öffnung der Betreuung umsetzen können. Durch den Beschluss haben nun alle Beteiligten eine gute Grundlage, um gemeinsam wieder mehr Familien im Land eine Betreuung anbieten zu können. Das Land wird den Wiedereinstieg konstruktiv begleiten", wird Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) in der Mitteilung zitiert.

Sie ergänzte: "Die Ausweitung kann selbstverständlich nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Die Träger der Einrichtungen benötigen Vorlauf für ihre Planungen und die Organisation. Wie die zeitliche Umsetzung in der jeweiligen Einrichtung vor Ort erfolgt, hängt darüber hinaus maßgeblich von der jeweiligen räumlichen und personellen Situation ab. Was die Kommunen, freien Träger und Tagespflegepersonen in dieser außergewöhnlichen Situation leisten, verdient große Anerkennung." 

Der beschlossene rechtliche Rahmen wird in der nächsten Änderung der Corona-Verordnung der Landesregierung aufgenommen, die voraussichtlich diesen Samstag notverkündet wird.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 14. Mai, 14.48 Uhr: Freiburg-Coach Streich: Keine Angst vor Ansteckungsgefahr

Trainer Christian Streich spürt bei den Spielern des SC Freiburg vor dem Re-Start der Fußball-Bundesliga keine Angst vor einer Ansteckungsgefahr. "Wenn aber ein Spieler mit Bedenken kommt, würde ich das vollständig akzeptieren und das auch in der Mannschaft so kommunizieren", sagte der SC-Coach am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz.

Er fühle sich von den Mannschaftsärzten, die auch an der Freiburger Uniklinik arbeiten, "sehr gut" vorbereitet. "Wir sind von Anfang an sehr verantwortungsbewusst damit umgegangen", sagte der 54-Jährige. Bei den vielen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen habe er sogar gedacht, "ob wir es da nicht teilweise ein bisschen übertreiben".

An diesem Wochenende startet der Spielbetrieb nach der Coronavirus-Zwangspause mit Spielen ohne Publikum, der SC Freiburg tritt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei RB Leipzig an. Streich geht nicht davon aus, dass das Niveau der Fußball-Bundesliga durch die Pause und die ungewohnten Bedingungen leiden wird. 

Allerdings könne es sein, dass es von außen "vielleicht eine Klasse schlechter beurteilt wird, weil emotional etwas fehlt", sagte er.

Christian Streich (54), Trainer des SC Freiburg.
Christian Streich (54), Trainer des SC Freiburg.  © David Inderlied/dpa

Update, 14. Mai, 12.36 Uhr: Land startet Krisenberatung für Betriebe

Von der Corona-Krise betroffene Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern können von Freitag an kostenlos eine Beratung des Landes in Anspruch nehmen. 

Experten sollen ihnen dabei helfen, die Krise bestmöglich zu überstehen. "Viele Unternehmer und Selbstständige sehen sich in ihrer Existenz bedroht", sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) am Donnerstag in Stuttgart. Mit der Beratung wolle man ihnen zur Seite stehen.

Dabei gehe es beispielsweise darum, wie die eigene unternehmerische Lage zu bewerten sei, welche Fördermöglichkeiten es gebe und welche Strategie dabei helfen könne, die Krise zu überwinden. Die Unternehmen könnten bis zu vier Beratungstage kostenlos in Anspruch nehmen. 

"Gemeinsam mit den vom Land finanzierten Beratern können die Betriebe auch eine Liquiditätsplanung durchführen und sich auf anstehende Gespräche mit Banken vorbereiten", sagte Hoffmeister-Kraut.

Für die "Krisenberatung Corona" wurden das Rationalisierungs- und Innovationszentrum Baden-Württemberg (RKW), die Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM), die Beratung des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga und die Unternehmensberatung des Handelsverbands Baden-Württemberg beauftragt. Ziel sei es, die verschiedenen Branchen passend zu unterstützen, da Corona je nach Branche andere Auswirkungen habe.

Betroffene Unternehmen können sich direkt dorthin wenden; bei einem Erstgespräch werden dann Fördervoraussetzungen abgeklärt, der Beratungsbedarf analysiert und ein geeigneter Krisen- und Sanierungsexperte vermittelt. Die Krisenberatung soll zunächst mit rund zwei Millionen Euro finanziert werden.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 14. Mai,11.37: Verdi fordert Runden Tisch zur Ausweitung der Kinderbetreuung

Die Gewerkschaft Verdi fordert einen Runden Tisch zu der geplanten Ausweitung der Kinderbetreuung in den Kitas im Südwesten. Dort müssten alle Beteiligten die noch offenen Fragen klären, teilte Verdi am Donnerstag in Stuttgart. Bislang gibt es in den Kitas eine Notbetreuung. Ab Montag sollen nach den Plänen von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) schrittweise wieder mehr Kinder in die Kitas gehen. Allerdings hatten Gewerkschaften und Kommunen bemängelt, dass viele Fragen noch nicht geklärt seien.

Verdi-Landeschef Michael Gross sagte, die Kitas sollten so schnell wie möglich öffnen. Sie müssten aber definitiv auch so sicher sein, wie es wegen Corona nötig sei. 

"Nach rund neun Wochen Schließung kommt es jetzt nicht auf einige wenige Tage an", sagte Gross. Das Kultusministerium hatte erklärt, für die schrittweise Öffnung der Kitas seien die Träger und Einrichtungen vor Ort zuständig. Weil die Situation vor Ort wegen räumlicher und personeller Kapazitäten unterschiedlich sei, gebe es bewusst Spielräume.

Update, 14. Mai, 11.22 Uhr: Neue Regeln beim Besuch von Patienten

Die Krankenhäuser in Stuttgart haben ab kommendem Montag, 18. Mai, neue Regeln zum Besuch von Patienten. 

"Die Regeln gelten einheitlich in allen Krankenhäusern, darauf haben sich das Klinikum Stuttgart, Robert-Bosch-Krankenhaus, Marienhospital, Diakonie- Klinikum, Karl-Olga-Krankenhaus, Sana Klinik Bethesda, Sana Herzchirurgie Stuttgart, Krankenhaus vom Roten Kreuz verständigt", teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Neben den bekannten Abstands- und Hygienegeboten (wie etwa das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung) lauten die neuen Vorgaben

  • Besuch ist möglich, wenn der stationäre Aufenthalt eine geplante Verweildauer von 5 Tagen übersteigt 
  • Der Besuch ist in diesen Fällen auf einen Besucher je Patient begrenzt 
  • Die Patienten benennen den Krankenhäusern vor ihrer stationären Aufnahme die Besucher 
  • Die Besuchsdauer soll eine Stunde nicht überschreiten 
  • Die Besuchszeiten sind so vorgegeben, dass Menschenansammlungen vor den Eingängen der Kliniken vermieden werden 
  • Alle Besucher müssen sich am Eingang ausweisen und werden auf Symptome einer Covid-Erkrankung befragt 
  • Besucher, bei denen eine aktive COVID-19-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen ist oder die innerhalb der Inkubationszeit Kontakt zu einem an COVID-19-Erkrankten hatten, dürfen die Einrichtung nicht betreten, um eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden 

In Einzelfällen (z.B. im Rahmen der Sterbebegleitung oder zur Begleitung eines erkrankten Kindes) könne nach telefonischer Abklärung mit den Stationsleitungen weiterhin über begründete Ausnahmen von dieser Regelung entschieden werden.

Update, 14. Mai, 10.52 Uhr: 33.670 Infizierte im Land

Die Zahl der Infizierten ist in Baden-Württemberg erneut gestiegen, auf nunmehr 33.670 Personen (Stand: 10.30 Uhr).

Update, 14. Mai, 10.40 Uhr: Bilfinger ächzt unter Corona-Krise

Die Coronavirus-Pandemie und der Ölpreisverfall belasten den Industriedienstleister Bilfinger erheblich. Im ersten Quartal ging der Umsatz im Jahresvergleich um neun Prozent auf 915 Millionen Euro zurück, wie der Konzern am Donnerstag in Mannheim mitteilte. 

Nach einem positiven Jahresauftakt seien die Erlöse in einigen Geschäftsteilen im März deutlich geschrumpft. Dies betreffe vor allem das Wartungsgeschäft von Öl- und Gasanlagen in der Nordsee sowie Aktivitäten in Ländern, die wegen des Coronavirus einen Lockdown verhängt hatten, so in Österreich, Frankreich, Belgien und Polen. Unter dem Strich blieb ein Fehlbetrag von 24 Millionen Euro nach einem Gewinn von neun Millionen Euro im ersten Quartal 2019.

Dabei rechnet der Vorstand mit den größten Belastungen durch die Krise erst im laufenden zweiten Quartal. In der zweiten Jahreshälfte soll es dann eine allmähliche Erholung geben. 

"Die Covid-19-Pandemie macht sich im gesamten Bilfinger-Geschäft bemerkbar, hinzu kommt der Ölpreisschock bei etwa einem Drittel unserer Aktivitäten", sagte Unternehmenschef Tom Blades laut Mitteilung. Allerdings steuere Bilfinger dagegen an und verfüge über eine solide Bilanz. Seinen ursprünglichen Ausblick für das laufende Jahr hatte der Vorstand bereits im Februar gestrichen.

Der Konzern will die Dividende für das Jahr 2019 wegen des unsicheren Umfelds auf den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrag von 12 Cent pro Aktie kappen. 

Ursprünglich hatte das Bilfinger-Management eine stabile Dividende von einem Euro je Aktie geplant. Laut Aktiengesetz müsse der Konzern vier Prozent des Grundkapitals an die Aktionäre ausschütten, sagte ein Sprecher. Wenn das Unternehmen dies nicht tue, hätten die Aktionäre die Möglichkeit, dies einzuklagen.

Nach Prüfung der aktuellen Situation rechnet Bilfinger für das laufende Geschäftsjahr nun mit einem Umsatzrückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,3 Milliarden Euro. 

Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebita) soll deutlich sinken, aber noch positiv bleiben. 2019 hatte Bilfinger noch einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen von 104 Millionen Euro ausgewiesen.

Update, 14. Mai, 6.52 Uhr: Diese Lockerungen gibt es ab Montag

Kranke besuchen, Kinder in die Kita bringen, Volkshochschulkurse machen: Die Corona-Lenkungsgruppe in Baden-Württemberg hat einige Lockerungen beschlossen. Demnach sollen Bürger ab Montag (18.5.) Patienten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen besuchen dürfen. 

"Pro Patient ist dann ein Besuch am Tag von maximal zwei Personen möglich", hieß es in einer Mitteilung des Staatsministeriums am Mittwochabend. Besucher müssten allerdings für eine etwaige Kontaktverfolgung persönliche Daten hinterlassen.

Auch Kitas dürfen demnach ab Montag eingeschränkt wieder öffnen. Erlaubt sind maximal 50 Prozent der Kinder, die normalweise in die jeweilige Kita gehen. Kinder in der erweiterten Notbetreuung oder mit besonderem Förderbedarf haben Vorrang. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte die schrittweise Öffnung der Kitas bereits angekündigt.

Auszubildende im ersten Lehrjahr sollen ab dem 18. Mai wieder ihrer beruflichen Bildung nachgehen können. Schrittweise sollen dann die entsprechenden Bildungsstätten wieder öffnen. Auch die Weiterbildung an den Volkshochschulen soll dann wieder eingeschränkt möglich sein.

Die Lenkungsgruppe "SARS-CoV-2 (Coronavirus)" ist die Schnittstelle zwischen Bund, Ländern und Kommunen in Baden-Württemberg. Sie organisiert Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Besuchsvorgaben in Pflegeeinrichtungen werden gelockert. (Symbolbild)
Besuchsvorgaben in Pflegeeinrichtungen werden gelockert. (Symbolbild)  © Tom Weller/dpa

Update, 14. Mai, 6.20 Uhr: Radikalisieren sich die Corona-Demos?

Das baden-württembergische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) warnt vor möglichen Radikalisierungen auf den Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen. 

"Eine besondere Problematik sehen wir aber darin, dass dort extremistische Denkmuster verbreitet werden und Anschluss bis weit ins bürgerliche Milieu finden sollen", sagte LfV-Präsidentin Beate Bube der "Südwest Presse" (Donnerstag).

Mit Blick auf solche Demos wie zuletzt am vergangenen Samstag auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart sagte Bube, dass dort teilweise der demokratische Rechtsstaat geleugnet und als diktatorisch dargestellt werde. 

Seine Organe würden diskreditiert und man argumentiere mit Verschwörungsmythen. "Es besteht auch die Gefahr, dass diese typisch extremistischen Narrative auf Personen treffen, die sich radikalisieren." Die Polizei schätzte, dass rund 5000 Menschen bei der letzten Demo waren.

Die ganze Story könnt Ihr HIER nachlesen.

Teilnehmer der Corona-Demo auf dem Wasengelände am vergangenen Samstag.
Teilnehmer der Corona-Demo auf dem Wasengelände am vergangenen Samstag.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 13. Mai, 20.17 Uhr: 33.661 Infizierte, 1613 Todesfälle

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 33.661 gestiegen. Das waren 183 mehr als am Dienstag, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg auf 1613. Gut 28.868 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,02 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter etwas mehr als eine weitere Person ansteckt. Die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 7,1.

Update, 13. Mai, 19.39 Uhr: Keine Absage der Abiturprüfung am deutsch-französischen Gymnasium

Die für die Zeit ab dem 18. Mai angesetzten Abiturprüfungen am deutsch-französischen Gymnasium (DFG) in Freiburg dürfen stattfinden. Dies entschied das Verwaltungsgericht Freiburg mit Beschluss vom Mittwoch und wies damit den Eilantrag von 37 Schülern der Abitur-Abschlussklasse des Jahres 2020 am DFG in Freiburg ab. Sie kommen für den Schulbesuch aus dem benachbarten Elsass, der Schweiz sowie aus Freiburg und Umgebung.

Neben dem DFG in Freiburg gibt es ein deutsch-französisches Gymnasium in Saarbrücken sowie eines in Buc (Frankreich). Bereits am 21. April hatte das DFG in Buc mitgeteilt, dass die schriftlichen Prüfungen des deutsch-französischen Abiturs in Frankreich abgesagt seien. Die Antragsteller hatten dann am 8. Mai beim Verwaltungsgericht einen Eilantrag gestellt, der gegen Baden-Württemberg, die Bundesrepublik Deutschland und gegen das DFG selbst gerichtet ist und mit dem sie die ersatzlose Absage der Abiturprüfungen und ein Abiturzeugnis auf Basis der Vornoten erreichen wollten.

Das Verwaltungsgericht erteilte dem nun eine Absage. Hintergrund sind Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich, darunter das sogenannte Schweriner Abkommen über die deutsch-französischen Gymnasien und das deutsch-französische Abitur aus dem Jahr 2002. Das von den Antragstellern angestrebte deutsch-französische Abitur unter völlig neuen Voraussetzungen wäre nur im Wege einer zweiseitigen Änderung des Schweriner Abkommens zwischen Deutschland und Frankreich möglich, wie das Verwaltungsgericht ausführte. Die Änderung müsste zudem in beiden Vertragsstaaten ratifiziert werden. In Deutschland sei hierfür der Erlass eines Bundesgesetzes erforderlich. Das könnten die Antragsteller jedoch vor dem Verwaltungsgericht nicht verlangen.

Der Beschluss ist nicht rechtskräftig. Die Antragsteller können Beschwerde zum Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim einlegen. Auf den 18. Mai als einheitlichen Termin für die Abi-Prüfungen hatten sich alle Landeskultusminister geeinigt.

Update, 13. Mai, 18.44 Uhr: Landesgartenschau in Überlingen wird verschoben

Die Landesgartenschau in Überlingen wird wegen der Corona-Pandemie auf nächstes Jahr verschoben und findet vom 9. April bis 17. Oktober 2021 statt. Der Gemeinderat der Stadt sowie der Aufsichtsrat der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH hatten der Verschiebung zugestimmt, nachdem es vom Land Baden-Württemberg grünes Licht gegeben hatte, wie es in einer Pressemitteilung am Mittwochabend hieß. Das Team der Landesgartenschau geht laut Mitteilung in den kommenden Monaten in Kurzarbeit. Alle Tickets behalten für 2021 ihre Gültigkeit.

Update, 13. Mai, 15.42 Uhr: Baden-Württemberg für Lockerung der Quarantäne-Regeln

Baden-Württemberg strebt eine Lockerung der Quarantäne-Regeln für Einreisen aus EU-Ländern an, will dabei aber auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen setzen. Das Thema sei derzeit in Abstimmung zwischen Bund und Ländern, sagte ein Regierungssprecher von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart. Bislang ist es wegen Corona so, dass jeder Ausländer, der einreisen darf, und jeder Deutsche, der von einer Auslandsreise zurückkehrt, für 14 Tage in Quarantäne muss.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) empfahl den Bundesländern am Mittwoch, die Quarantäne nur noch bei Menschen anzuordnen, die sich zuvor in Drittstaaten aufgehalten haben - also etwa nicht mehr für Deutsche, die aus Frankreich oder aus den Niederlanden einreisen.

Update, 13. Mai, 13.49 Uhr: Steuerzahlerbund fordert Land zum Sparen auf: "Massive Schieflage"

Der Steuerzahlerbund hat das Land angesichts der erwarteten Einbrüche bei den Einnahmen zum Sparen aufgefordert. Der Landesvorsitzende Zenon Bilaniuk teilte in Stuttgart mit: "Es zeichnet sich eine massive Schieflage im Landeshaushalt ab." Daher dürfe nur noch das ausgegeben werden, was absolut notwendig sei und der wirtschaftlichen Erholung diene. "Sonst drohen künftige Steuerzahler überfordert zu werden." 

Wegen der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Wirtschaftseinbruch rechnet auch Baden-Württemberg mit Steuereinbrüchen. Die neue Steuerschätzung für das Bundesland soll am Montag veröffentlicht werden.

Es gebe zwar derzeit wegen Corona eine Notsituation, und in der sei es richtig, dass die öffentliche Hand Kredite aufnehme, sagte Bilaniuk. "Zum Geist der Schuldenbremse gehört aber auch, dass das Land den Tilgungsplan umsetzen muss, um die neuen Schulden in den folgenden Jahren wieder abzubauen." Das Land müsse seine Ausgaben kritisch überprüfen. So sollten Personalausgaben begrenzt werden - etwa durch "maßvolle" Tarif- und Besoldungserhöhungen und die zeitweise Nichtbesetzung frei werdender Stellen.

Als das Parlament im Dezember den aktuellen Doppeletat des Landes verabschiedete, waren darin Ausgaben in Höhe von rund 51,7 Milliarden (2020) und rund 52,9 Milliarden (2021) Euro veranschlagt. Das Land war da mit 45 Milliarden Euro am Kreditmarkt verschuldet. Die Zahlen werden sich aber ändern, da das Parlament das Land ermächtigt hat, wegen der Corona-Pandemie neue Schulden aufzunehmen.

Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne) hatte eine Haushaltssperre für Landesausgaben wegen der Corona-Krise kürzlich nicht ausgeschlossen. Man müsse aber erst die neue Steuerschätzung abwarten. Generell gesagt sind bei einer Haushaltssperre zumindest teilweise die Ausgaben gestrichen, die zwar im Etat eingeplant sind, auf die aber notfalls verzichtet werden kann.

Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).
Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 13. Mai, 13.16 Uhr: Südwestverband: Genossenschaften könnten von Corona-Krise profitieren

Nach Ansicht des Genossenschaftsverbands in Baden-Württemberg (BWGV) könnte die Corona-Pandemie langfristig zu einem Aufleben der Genossenschaften führen. "Die Menschen merken jetzt, wie wichtig und wertvoll regional tätige Unternehmen sowie vor Ort erzeugte Produkte und Dienstleistungen sind", sagte der BWGV-Präsident Roman Glaser am Mittwoch. 

Für den Moment stellt sich Glaser allerdings darauf ein, dass die Corona-Einschränkungen heftige Folgen für alle genossenschaftlich organisierten Banken, Händler und landwirtschaftlichen Unternehmen haben werden. Glaser rechnet damit, dass dieses Jahr "massiv von Corona überschattet" werde.

Für das vergangene Jahr präsentierte der Verband positive Zahlen: Genossenschaften im Waren- und Dienstleistungsbereich steigerten ihre Umsätze um 2,8 Prozent auf 8,59 Milliarden Euro. Die 317 landwirtschaftlichen Genossenschaften in Baden-Württemberg legten um 4,2 Prozent auf 3,65 Milliarden Euro zu.

Neben den klassischen Bereichen in der Landwirtschaft und Dienstleistungen entstehen auch neue Genossenschaften durch die Kooperation von Arztpraxen - damit soll der drohende Mangel an Ärzten bewältigt werden. Die Genossenschaften bestehen aus Mitgliedern, die gleichzeitig Eigentümer sind und Entscheidungen treffen.

Insgesamt sind im Südwesten 3,96 Millionen Menschen Teil einer Genossenschaft. Mehr als 32.000 Menschen arbeiten hierzulande für Genossenschaften.

Update, 13. Mai, 12.53 Uhr: Gewerkschaft warnt vor schrittweiser Öffnung der Kitas

Die Kitas sind nach Gewerkschaftsangaben nicht auf eine Ausweitung der Betreuungsangebote ab diesem Montag vorbereitet. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, hielt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor, kein Konzept für die angekündigte Betreuung von bis zu 50 Prozent der Kinder zu haben. 

Daher sei es verantwortungslos, die Kitas am Montag weiter zu öffnen. Bislang gibt es in den Kitas nur eine Notbetreuung für wenige Kinder. Eisenmann hatte vor einer Woche die "schrittweise Ausweitung in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs" angekündigt. Die wegen des Coronavirus gebotenen Abstandsregeln sollen eingehalten werden, indem man die Gruppen der zu betreuenden Kinder klein hält.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz.
Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 13. Mai, 12 Uhr: Corona-Hotline samstags nicht mehr besetzt

Wie die Stadt Stuttgart mitteilte, ist die Corona-Hotline für Bürgerfragen rund um das Thema Coronavirus ab sofort samstags nicht mehr besetzt. Der Grund dafür sei die rückläufige Zahl der Anrufenden. Der Service werde aber weiterhin von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr unter der Rufnummer 0711/216-88888 erreichbar sein. 

Update, 13. Mai, 6.24 Uhr: Hoffenheim-Arzt Frölich: Bei Team-Quarantäne ist Saison beendet

Bei einer Mannschafts-Quarantäne wegen Corona wäre nach Meinung von Hoffenheims Teamarzt Thomas Frölich die Saison in der Fußball-Bundesliga gelaufen. "Über eine Quarantäne entscheidet ausschließlich das zuständige Gesundheitsamt. Es bestehen zwar klare Kriterien, zu welchen Risikogruppen die Kontaktpersonen zählen, aber es gibt immer einen Ermessensspielraum", sagte Frölich in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". 

"Aber wenn es so kommt, dass generell die ganze Mannschaft in Quarantäne geschickt wird, dann können wir diese Saison nicht fertig spielen. Mit Sicherheit nicht!", betonte der 61-Jährige der TSG 1899 Hoffenheim.

Frölich schlägt vor, dass die Gesundheitsämter "einen Spezialisten abstellen, der sich vielleicht auch im Fußball gut auskennt, der aber nicht nur mit den Verantwortlichen in den Vereinen Rücksprache hält, sondern beispielsweise anhand von Videoaufzeichnungen nach einem Spiel auch überprüft, mit wem der infizierte Spieler Kontakt hatte". 

Er würde die Gesundheitsämter auch einladen, "um die Entscheidung besser treffen zu können". Die Gesundheitsämter entscheiden, ob eine Quarantäne notwendig ist. 

Den kontrovers diskutierten Vorschlag, auch Fußballprofis sollten im Zuge der Corona-Maßnahmen während des Spiels einen Mund-Nasen-Schutz tragen, findet der Mediziner nicht abwegig. "Darüber sollten wir uns Gedanken machen", forderte Frölich. "Aktuell scheint das Thema zwar abgeschlossen zu sein, aber es wird uns noch länger beschäftigen. Es ist für mich kein gutes Beispiel, ohne sichtbare Einschränkungen einfach loszuspielen." 

Man könnte auf den Mundschutz die Nummer der Spieler schreiben - "das könnte sogar eine weitere Werbefläche sein". Die Bundesliga und die 2. Bundesliga wollen ihren Spielbetrieb am Samstag fortsetzen.

Hoffenheims Torschütze zum 1:1 Lucas Ribeiro (Mitte) jubelt mit Ihlas Bebou (links) und Sebastian Rudy (rechts) beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach.
Hoffenheims Torschütze zum 1:1 Lucas Ribeiro (Mitte) jubelt mit Ihlas Bebou (links) und Sebastian Rudy (rechts) beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 12. Mai, 20.27 Uhr: Viel Lob für die Soldaten wegen Corona-Hilfe

Essen austeilen, Handtücher und Seife aushändigen und sich um Kranke kümmern - das sind die Aufgaben von rund 80 Soldaten im Heidelberger Ankunftszentrum für Geflüchtete. Innenminister Thomas Strobl zeigte sich für die niedrigschwellige Hilfe sehr dankbar und wies Kritik des grünen Koalitionspartners an dem Einsatz zurück. "Das Zentrum ist das Herz der Flüchtlingsaufnahme in Baden-Württemberg, und die Bundeswehr trägt dazu bei, dass es schlägt", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in der Einrichtung bei einem Treffen mit Generalleutnant Martin Schelleis.

Zuvor hatte der Grünen-Innenpolitiker Uli Sckerl kritisiert, der Umfang des Einsatzes sei in der Koalition nicht abgesprochen gewesen und es würden - entgegen dem Grundgesetz - hoheitliche Aufgaben von der Bundeswehr übernommen. Strobl verwies auf den Polizeiposten auf dem Gelände, der für Sicherheit und Ordnung zuständig sei. Im übrigen berichte er regelmäßig im Kabinett über den Einsatz der insgesamt 146 Soldaten, darunter 41 Sanitätssoldaten, in der Flüchtlingsunterbringung im Südwesten.

Update, 12. Mai, 19.04 Uhr: 33.478 Infizierte, 1596 Tote

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurden 85 weitere bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Somit steigt die Anzahl der Infizierten in Baden-Württemberg auf 33.478 an. Davon sind inzwischen zirka 28.639 Menschen wieder genesen. 

Zudem starben weitere 26 Menschen an den Folgen von Covid-19, sodass die Anzahl der Todesfälle insgesamt auf 1596 stieg.

Update, 12. Mai, 14.32 Uhr: Kretschmann wegen Demos gegen Corona-Regeln "hochgradig beunruhigt"

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne) hat sich angesichts der Infektionsgefahr bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen alarmiert gezeigt. "Ich bin hochgradig beunruhigt über diese Demonstrationen", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Man werde auf Grundlage eines schriftlichen Berichts des Innenministeriums noch einmal diskutieren, wie man damit umgehe.

Mehrere Tausend Menschen hatten sich am Samstag in Stuttgart versammelt, um gegen Corona-Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen zu demonstrieren. Die Polizei berichtete am Wochenende von einem friedlichen Verlauf. Die Teilnehmer der Demo hielten sich demnach weitgehend an die Abstandsregeln.

Kretschmann nannte den Bericht des Innenministeriums am Dienstag aber "sehr, sehr beunruhigend". Demnach hätten sich viele Demonstranten nicht an die Hygienevorschriften gehalten, etwa beim Zu- und Abgang zur Demo. Zumal da Kohorten unter den Demonstranten seien, die die Regeln "eh für Blödsinn" hielten, sagte Kretschmann. Es könne nicht sein, dass man im ganzen Land harte Vorschriften wie Abstandsregeln durchsetze und bei einer solchen Demo ein Infektions-Hotspot entstehe.

Kretschmann appellierte an die Bürger mit Blick auf Verschwörungstheorien, sich in der Corona-Debatte nicht von selbst ernannten Experten oder ewigen Besserwissern beirren zu lassen. In der Wissenschaft gebe es häufig keine völlig Übereinstimmung. Er halte sich als Entscheider "an den Mainstream der Wissenschaft und nicht an irgendwelche Dissidenten". Das wäre wenig verantwortlich.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 12. Mai, 14.16 Uhr: SPD fordert branchenspezifische Hilfen für die Gastronomie

Angesichts der Debatte in der grün-schwarzen Landesregierung über eine Förderung für Gastronomie, Hotellerie und die Tourismusbranche fordert Sabine Wölfle, die tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, eine schnelle und gezielte Hilfe. 

"Wirte und Hoteliers traf die Krise härter als fast jede andere Branche. Es bleibt hier keine Zeit, um ergebnislose Gipfeltreffen aufzuführen", wird Wölfle in einer Mitteilung zitiert. Deshalb unterstütze die SPD ein branchenspezifisches Hilfspaket, wie es von Tourismusminister Guido Wolf (58, CDU) und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU) vorgeschlagen wurde.

Sabine Wölfle (SPD), tourismuspolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg.
Sabine Wölfle (SPD), tourismuspolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 12. Mai, 13.33 Uhr: Südwesten gründet Beteiligungsfonds für Mittelstand

Die baden-württembergische Landesregierung bringt wegen der anhaltenden Corona-Pandemie einen Beteiligungsfonds für den Mittelstand auf den Weg. Es gehe darum, den Unternehmen während und vor allem nach der Krise Finanzkraft zu verschaffen, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU) am Dienstag in Stuttgart. Der Fonds soll ein Volumen von einer Milliarde Euro haben, die Mindestbeteiligung je Unternehmen soll 800.000 Euro betragen. Die Beteiligung werde gemäß Vorgaben der EU-Kommission bis zum 30. Juni 2021 befristet sein.

Hoffmeister-Kraut verwies darauf, dass der Fonds eine wesentliche Förderlücke des Bundes schließe: Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes richte sich vor allem an größere Unternehmen. Der Südwest-Fonds hingegen sei gerade für das Mittelstandsland eine enorm wichtige Maßnahme. 

"Es geht nicht um den Einstieg in eine Staatswirtschaft, der Staat ist nicht der bessere Unternehmer", stellte die Wirtschaftsministerin klar. Im Lande gebe es Betriebe, an deren Produktivität extrem viel hänge, ergänzte Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne). "Wenn diese Unternehmen wegen der Corona-Krise ausfallen, stocken Lieferketten, können andere Unternehmen schwanken oder Regionen finanziell straucheln."

Für den Fonds sind noch gesetzliche Maßnahmen und die Schaffung von Gremien notwendig; es werde bis zum ersten Antrag noch etwas dauern, sagte Hoffmeister-Kraut. Der Fonds sei branchenoffen; Voraussetzungen seien ein ausgewiesener Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr sowie eine Größe von maximal 250 Mitarbeitern. Es könne im Einzelfall jedoch auch Ausnahmen geben.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU, links im Bild) und Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU, links im Bild) und Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 12. Mai, 12.59 Uhr: Verbände für Saisonende im Amateurfußball

Die baden-württembergischen Landesverbände wollen den Spielbetrieb im Amateurfußball aufgrund der Coronavirus-Pandemie abbrechen. Die Verbandsgremien haben sich auf die Empfehlung geeinigt, die Saison nicht über das reguläre Ende am 30. Juni zu verlängern. 

Das teilten der Württembergische Fußballverband, der Südbadische Fußballverband und der Badische Fußballverband mit. Die Entscheidung soll auf einem außerordentlichen Verbandstag fallen, der zwischen dem 6. und 27. Juni angesetzt werden soll.

Derzeit sei "keine Rechtslage für eine Rückkehr in den regulären Spielbetrieb in absehbarer Zeit" zu erkennen, begründeten die Verbände ihren Vorschlag. Seit Montag ist auch den Amateurfußballern in Baden-Württemberg in kleinen Gruppen wieder ein stark eingeschränktes Training unter Hygienevorschriften möglich. Körperkontakt ist dabei aber noch nicht erlaubt.

Laut dem Vorschlag der Verbandsgremien soll es in dieser Saison keine Absteiger geben. Direkte Aufsteiger würden aus einem Quotienten aus den bislang erzielten Punkten und den Spielen vor der Saisonunterbrechung ermittelt werden.

Update, 12. Mai, 11.06 Uhr: Weigern für KSC-Profi Lorenz nach Kritik an Fußball-Fortsetzung keine Alternative

Trotz seiner Kritik an der Fortsetzung der Fußball-Bundesligen will KSC-Profi Marc Lorenz nicht auf seine Einsätze in der 2. Liga verzichten. "Ich habe schon öfter gehört, ihr müsst ja auch gar nicht spielen. Aber ich habe einen Vertrag, und den will ich auch erfüllen", sagte der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler der Deutschen Presse-Agentur: "Und ich habe eine Verantwortung dem Verein und den Fans gegenüber, dass ich mein Bestmögliches in meiner Verfassung für den Verein gebe."

Dennoch befürchtet Lorenz ein erhöhtes Verletzungsrisiko aufgrund der verkürzten Vorbereitungszeit, eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit dem Virus sieht er nicht.

"Da würde ich meinem Mitspieler Daniel Gordon zustimmen. Der sagt, wir haben auf dem Platz schon ein sehr geringes Risiko, uns anzustecken", sagte Lorenz: "Denn wir sind alle getestet und ich sehe keinen Grund, dass ein Re-Start daran scheitern würde." Der Karlsruher SC startet an diesem Samstag (13 Uhr) gegen den SV Darmstadt 98 wieder in den Spielbetrieb.

KSC-Mittelfeldspieler Marc Lorenz kritisiert die Pläne der DFL zur Fortsetzung der Saison scharf. (Fotomontage)
KSC-Mittelfeldspieler Marc Lorenz kritisiert die Pläne der DFL zur Fortsetzung der Saison scharf. (Fotomontage)  © Montage: Uli Deck/dpa

Update, 12. Mai, 7.30 Uhr: Beteiligungsfonds des Landes soll Firmen vor dem Ausverkauf retten

Das Land Baden-Württemberg will einen Beteiligungsfonds auflegen, der kleinen und mittelgroßen Firmen in der Corona-Krise hilft. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll sich das Volumen des Fonds auf eine Milliarde Euro belaufen. Das Land will sich mit jeweils mindestens 800 000 Euro an den Unternehmen beteiligen. 

Damit soll verhindert werden, dass Investmentfonds oder andere Unternehmen die Corona-Schwierigkeiten der hiesigen Wirtschaft ausnutzen und auf Einkaufstour gehen. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Finanzministerin Edith Sitzmann (beide Grüne) wollen um 12 Uhr in Stuttgart Details erläutern.

Der Beteiligungsfonds soll Unternehmen, die eigentlich gesund sind, aber durch die Corona-Krise ins Wanken geraten, über die schwierige Zeit hinwegretten. Auf Bundesebene gibt es bereits ein ähnliches Instrument, den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) mit einem Volumen von neun Milliarden Euro. Er richtet sich jedoch in erster Linie an Großunternehmen wie die Lufthansa. Kleine und mittelgroße Unternehmen, wie es sie im Südwesten viele gibt, bleiben außen vor.

Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann (links im Bild) und Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann (links im Bild) und Ministerpräsident Winfried Kretschmann.  © Gregor Bauernfeind/dp

Update, 12. Mai, 6.32 Uhr: 33.393 Coronavirus-Infektionen, 1570 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 33.393 gestiegen. Das teilte das Sozialministerium am in Stuttgart mit. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg auf 1570. Knapp 28.400 Menschen sind von ihrer Infektion wieder genesen.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,21 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass ein mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierter etwas mehr als eine weitere Person ansteckt.

In Baden-Württemberg haben sich mindestens 33.393 Menschen bislang mit dem Coronavirus infiziert, 1570 starben.
In Baden-Württemberg haben sich mindestens 33.393 Menschen bislang mit dem Coronavirus infiziert, 1570 starben.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. Mai, 16.28 Uhr: Allgäu Airport nimmt Flugbetrieb wieder auf

Der Allgäu Airport ist  wieder tagsüber für den Flugbetrieb geöffnet. Seit dem 5. April wurden von dem Flughafen bei Memmingen nur Flüge nach vorheriger Anmeldung abgefertigt. Dies entfalle nun zwischen 7.30 Uhr und 16.30 Uhr, teilte der Airport mit. 

Das Terminal bleibe weiterhin nur für Passagiere mit Ticket geöffnet. Derzeit fliegt allerdings von Memmingen aus nur die Gesellschaft Wizz Air nach Sofia und Varna in Bulgarien. Weitere Ziele sollen aber in Kürze folgen, betonte der Airport.

Update, 11. Mai, 15.15 Uhr: Bischof Fürst kritisiert Aufruf gegen Corona-Beschränkungen

Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hat ein Schreiben von katholischen Würdenträgern gegen die Corona-Beschränkungen kritisiert. "Ich distanziere mich klar von diesen gefährlichen Theorien - wer die Bemühungen der Politik, Menschenleben vor dem Coronavirus zu schützen, in eine dubiose Weltverschwörung umdeutet, spielt mit dem Feuer", teilte Fürst am Montag mit.

Der Text mit dem Titel "Aufruf für die Kirche und für die Welt" stammt vom 7. Mai und kritisiert die Corona-Maßnahmen scharf. Darin wird gemutmaßt, dass geheime Kräfte in der Bevölkerung Panik erzeugen, Personen kontrollieren und eine Weltregierung schaffen wollen. Das Schreiben stammt von einer Gruppe um den ehemaligen Vatikanbotschafter in den USA, Carlo Maria Viganò. Unterzeichnet hat es auch der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

Zuvor hatte sich bereits die Deutsche Bischofskonferenz von dem Aufruf distanziert.

Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.  © Felix Kästle/dpa

Update, 11. Mai, 14.43 Uhr: In anenminister Thomas Strobl für vorsichtige Lockerungen an Grenzen

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (60) hat sich in der Diskussion über rasche Grenzöffnungen für ein langsames, schrittweises und vorsichtiges Vorgehen ausgesprochen. 

"Je mehr sich die Lebensverhältnisse, das Infektionsgeschehen und der Umgang mit der Lage in den Ländern anpassen, umso mehr kann man zu Lockerungen kommen", sagte Strobl der Deutschen Presse-Agentur in Berlin nach einer Videoschalte des CDU-Präsidiums am Montag. "Aber ich mahne weiterhin zur Vorsicht. Die Lage verändert sich nur langsam", betonte er. Das Thema müsse zudem im engen Schulterschluss mit den Nachbarländern angegangen werden.

"Deutschland steht im internationalen Vergleich bei der Bekämpfung der Pandemie sehr gut da, und der Grenzschutz ist dafür ein wichtiger Baustein", unterstrich Strobl. Dazu gehöre die Lockerung des Einkaufsverbots für Berufspendler, welches Baden-Württemberg mit Wirkung vom Montag an beendet habe. Dazu gehöre selbstverständlich auch, dass sich Ehepartner, Lebenspartner, Eltern und Kinder besuchen dürften – und zwar nicht nur am Muttertag, ergänzte Strobl.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 11. Mai, 14.37 Uhr: Rhein-Neckar-Löwen starten Dauerkartenverkauf

Obwohl noch nicht mal ein Starttermin für die neue Saison in der Handball-Bundesliga feststeht, haben die Rhein-Neckar Löwen mit dem Verkauf von Dauerkarten begonnen. "Was uns in dieser Spielzeit erwartet, ist eine absolute Wundertüte", heißt es in einer Vereinsmitteilung. 

Trotz des Risikos von Geisterspielen ermögliche man den Löwen mit dem Kauf einer Dauerkarte das sportliche Überleben. Die Liga hofft, die Saison spätestens ab September fortsetzen zu können.

Martin Schwalb, Trainer der Rhein-Neckar Löwen, coacht sein Team.
Martin Schwalb, Trainer der Rhein-Neckar Löwen, coacht sein Team.  © Axel Heimken/dpa

Update, 11. Mai, 13.51 Uhr: Videoserie "Sport @ home" endet

Heute wird das letzte Video der virtuellen Sportprogramm-Serie "sport@home" des Amts für Sport und Bewegung in Kooperation mit dem Sportkreis Stuttgart und den Stuttgarter Sportvereinen veröffentlicht. Das teilte die Stadt Stuttgart mit. Unter dem Motto "Wenn Du nicht zum Sport kannst, kommt der Sport zu Dir!" wurde seit dem 25. März jeden Tag ein Video aus den Bereichen Workouts, Yoga, aber auch Kampfsport und Trockenschwimmtraining hochgeladen.

Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, zieht eine positive Bilanz: "Mit durchschnittlich 3.100 Klicks je Folge wurden unsere Erwartungen übertroffen. Mit der Aktion 'sport@home' konnten wir in der Zeit des vollständigen Sport-Shutdowns mehrere Ziele erreichen: Den Stuttgarterinnen und Stuttgartern die Möglichkeit bieten, trotz Ausfall des Sportbetriebs aktiv zu bleiben und gleichzeitig aufzeigen, wie vielfältig das Sportangebot der Sportvereine ist. Ein großes Dankeschön an alle teilnehmenden Sportvereine und nicht zuletzt an die Stuttgarterinnen und Stuttgarter für ihr reges Interesse an diesem virtuellen Sportprogramm."

Update, 11. Mai, 13.24 Uhr: Finanzielle Unterstützung für Sportstätten auch in Corona-Krise

Sportministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) hat für den Neubau und die Sanierung von kommunalen Sportstätten in Baden-Württemberg in diesem Jahr Zuschüsse von rund 17,5 Millionen Euro zugesichert. In Abstimmung auch mit den Landesportverbänden sollen die Mittel im Rahmen des Solidarpakts Sport für 111 kommunale Projekte eingesetzt werden. Das teilte das Kultusministerium am Montag mit.

"Dass wir den Sport auch während der Corona-Krise weiter unterstützen, ist ein klares Bekenntnis zum Sport in Baden-Württemberg", sagte Eisenmann. Die Förderung soll dem Sportunterricht in Schulen und Vereinen zugutekommen.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 11. Mai, 12.17 Uhr: Landesregierung plant weiteres Corona-Hilfsprogramm

Die baden-württembergische Landesregierung plant ein weiteres Corona-Hilfsprogramm für die Wirtschaft. Das berichtet der SWR, dem ein Schreiben von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne) vorliegt. 

Demnach werde immer deutlicher, welche Bereiche besonders hart von der Krise betroffen seien, je länger diese andauere. Diese Bereiche sollen weitere Hilfen erhalten. Eckpunkte des Programms sollen in der kommenden Woche beschlossen werden, so Kretschmann laut dem SWR.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).  © Marijan Murat/dpa

Update, 11. Mai, 11.28 Uhr: Verkehrsminister Hermann: Fahrrad gewinnt in Krise an Bedeutung

Der Radverkehr erhält aus Sicht von Verkehrsminister Winfried Hermann (67) angesichts der Corona-Pandemie kräftig Rückenwind. In den vergangenen Wochen seien deutlich mehr Menschen mit dem Rad unterwegs gewesen, sagte der Grünen-Politiker am Montag in Stuttgart. 

Die Lunge werde mit dem Radfahren frei und man sei nicht so anfällig für Krankheiten. "Vielleicht ist sogar das Rad das Coronakrisen-Transportmittel." Das Land habe den Förderrahmen für Bauvorhaben für den Rad- und Fußverkehr in diesem Jahr auf 58 Millionen Euro ausgeweitet - knapp doppelt so viel wie 2019. 

In dieser Höhe können Kommunen Bauprojekte zur Förderung anmelden und, sofern diese Projekte gewisse Kriterien erfüllen, die Mittel abrufen.

Das Fahrrad gewinnt in der Corona-Krise als Fortbewegungsmittel an Bedeutung.
Das Fahrrad gewinnt in der Corona-Krise als Fortbewegungsmittel an Bedeutung.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 11. Mai, 11.04 Uhr: Tübinger Stocherkahnsaison vorerst ausgebremst

Tübinger Vereine und Institutionen dürfen ihre Stocherkähne wieder an ihre Liegeplätze ins Wasser lassen - aber nicht benutzen. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Das soll verhindern, dass die im Winter eingelagerten Holzboote austrocknen.

Fahrten über den Neckar darin bleiben wegen der Coronaverordnungen weiter verboten. Stocherkähne werden mit einer langen Stange gesteuert und bieten Platz für rund 15 Menschen. Sie gelten als Wahrzeichen Tübingens.

Die Stocherkähne dürfen aufgrund der Corona-Verordnungen nicht benutzt werden.
Die Stocherkähne dürfen aufgrund der Corona-Verordnungen nicht benutzt werden.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 11. Mai, 10.24 Uhr: Staatlicher Hochbau stellt Betrieb auch während Corona-Krise sicher

Die Staatliche Hochbauverwaltung hat auch in der Hochphase der Beschränkungen die Bauprojekte des Landes am Laufen gehalten. Das teilte das Finanzministerium mit.

Demnach ruhten vor allem die Baustellen nicht. Ein Indiz dafür seien die monatlichen Ausgaben: Im April lagen sie bei über 94 Millionen Euro und damit sogar rund 17 Millionen Euro über denen vom Vorjahr, heißt es in der Mitteilung. "Es war wichtig, dass die Baustellen nicht ins Stocken geraten sind. Wären viele Zeitpläne zugleich ins Rutschen gekommen, hätte uns das bei vielen Projekten weit zurückgeworfen", wird Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne) zitiert.

Von Januar bis April 2020 hat das Land als öffentlicher Bauherr nahezu 300 Millionen Euro an Baufirmen, Planungsbüros und Handwerkerinnen und Handwerker überwiesen. Im Vorjahr waren es in demselben Zeitraum etwa 259 Millionen Euro.

Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).
Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann (57, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 11. Mai, 8.15 Uhr: Südwest-Grüne fordern von Seehofer Öffnung der Grenzen

Die Südwest-Grünen im Bundestag fordern in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Öffnung der Grenzen zu den Nachbarn. "Wir sollten den innereuropäischen Grenzverkehr grundsätzlich wieder zulassen und regeln, wer aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht einreisen darf", erklärte Harald Ebner, Sprecher der baden-württembergischen Grünen im Bundestag. "Die Ausnahmen, die jetzt gelten, sorgen für ein heilloses Durcheinander, das die Grenzbeamten und die Menschen überfordert."

In dem Schreiben vom Sonntag, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, fordert die Landesgruppe, die Grenzkontrollen infolge der Corona-Krise zusammen mit dem jeweiligen Nachbarland durchzuführen. Als Sofortmaßnahme sollte auch nicht verheirateten oder eingetragenen Lebenspartnern sowie Grenzpendlern der Übertritt wieder gestattet werden. 

Grenzschließungen als Mittel zur Eindämmung der Pandemie seien als erste Reaktion nachvollziehbar gewesen. Doch auch in Zeiten der Krise müsse unter Wahrung des Infektionsschutzes der Grenzübertritt innerhalb eines vereinten Europas möglich sein.

Wegen der andauernden Grenzkontrollen gerät Seehofer zunehmend unter Druck. Mehrere Ministerpräsidenten verlangen, die Grenzen etwa zwischen Deutschland und Frankreich endlich wieder zu öffnen. Auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) bekräftigte seine Forderung nach einer Abschaffung der Kontrollen. "Notwendig ist nun ein Wechsel weg von ständigen Kontrollen hin zu Stichproben - und zwar gemeinsam mit der französischen Polizei", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Seehofer ließ bisher keinen Willen erkennen, den Forderungen sofort nachzugeben. Aus seinem Haus hieß es, innerhalb der Bundesregierung bestehe Einvernehmen, die Kontrollen fortzusetzen - zunächst bis Freitag.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 10. Mai, 20.40 Uhr: Vfb bereitet sich auf Geisterspiele vor

Der VfB Stuttgart will vor dem Zweitliga-Neustart die anstehenden Geisterspiele simulieren. 

"Es geht darum, das Gefühl zu gewinnen, wie es am Spieltag sein wird", sagte Trainer Pellegrino Matarazzo in einem vom Verein verbreiteten Interview nach einem Training am Sonntag in der Stuttgarter Arena. "Am Mittwoch werden wir elf gegen elf spielen", kündigte der 42-Jährige an. 

 Und weiter: "Die ganzen Maßnahmen simulieren, auch die ganze Orga drumherum. Dass die Spieler im Vorfeld wissen, was auf sie zukommt, so dass sie sich am Spieltag keine Gedanken machen müssen und es keine Überraschungen gibt."

Die ganze Geschichte könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 10. Mai, 16 Uhr: Promis helfen Stuttgarter Kickers

Jürgen Klinsmann, Julian Nagelsmann, DFB-Präsident Fritz Keller und Handball-Funktionär Bob Hannig: Auch etliche Prominente haben den verschuldeten Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers unterstützt und zu einem ausverkauften Online-Geisterderby gegen den SSV Reutlingen am Sonntag beigetragen.

"Die gute Energie, das Wohlwollen der ganzen Kickers-Familie und ein erfolgreiches Event standen für uns im Vordergrund. Wir sind überwältigt von dem Zuspruch, der sehr positiv wiegt", sagte Kickers-Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer. 

Die finanziellen Mittel seien "auch ein wichtiger Teil, um die Finanzierung sicherzustellen". 11.468 Karten waren für das Event verkauft worden, das einen virtuellen Einblick in den Verein ermöglichte.

Wie es im Zuge der Coronavirus-Krise mit der Oberliga-Saison weitergeht, ist noch offen.

Die Kickers bekamen im Vorfeld Unterstützung. (Archiv)
Die Kickers bekamen im Vorfeld Unterstützung. (Archiv)  © Norbert Försterling/dpa

Update, 10. Mai, 8.52 Uhr: FDP fordert Konjunkturprogramm, um Wirtschaft wieder anzukurbeln

Die FDP-Landtagsfraktion fordert ein umfassendes Konjunkturprogramm, um die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder anzukurbeln. Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (58) sagte in Stuttgart: "Stotternde Schlüsselbranchen und mangelnde Innovation werden Baden-Württemberg aufs Abstellgleis führen, wenn wir keine passgenauen Impulse im Land setzen." 

Neben einem Ausbau der digitalen Infrastruktur fordern die Liberalen mehr Investitionen in die Schulen sowie eine Sanierungsoffensive für öffentliche Gebäude. Zudem verlangen sie die Abschaffung des Bildungszeitgesetzes. Rülke sagte: "Das Gesetz ist eine Belastung für die Wirtschaft und verursacht Bürokratie." Es sei ein untaugliches Instrument. 

Arbeitnehmer im Südwesten können sich an fünf bezahlten Tagen im Jahr weiterbilden. Zur Unterstützung von Gastronomie und Einzelhandel fordern die Liberalen mindestens jeweils fünf zusätzliche verkaufsoffene Sonntag in diesem und im nächsten Jahr. Gemeinden im Südwesten dürfen maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr erlauben. Außerdem sollten die Gastronomie im Außenbereich in den beiden Jahren auch nach 22 Uhr geöffnet bleiben dürfen.

Verdi-Landeschef Martin Gross sagte, es sei nicht die Zeit für Vorschläge aus der Mottenkiste des Neoliberalismus, nicht jetzt und auch nicht in ein paar Monaten. "Den entgangenen Konsum der letzten zwei Monate werden wir nicht mit mehr und längeren Öffnungen im Rest des Jahres kompensieren können." Ein gutes Mittel wären dagegen Konsumgutscheine für alle Bürger: "Wir laden die FDP herzlich ein, gemeinsam mit uns dafür bei der Landesregierung zu kämpfen."

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (58).
FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (58).  © Tom Weller/dpa

Update, 10. Mai, 7.19 Uhr: Gläubige dürfen wieder Gottesdienste feiern

Nach knapp acht Wochen Zwangspause wegen des Coronavirus werden in Baden-Württemberg erstmals wieder öffentliche Sonntagsgottesdienste gefeiert. Im Freiburger Münster ist am Morgen (8 Uhr) die erste Eucharistiefeier mit Gläubigen seit Mitte März geplant. Auch andere Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften im Südwesten laden wieder zu Gottesdiensten ein.

Laut den Vorgaben des Landes müssen die Besucherzahlen begrenzt werden. Zudem muss in den Gotteshäusern ein Mindestabstand eingehalten werden. Auf gemeinsames Singen soll wegen der Corona-Infektionsgefahr zunächst verzichtet werden. Das Tragen von Schutzmasken wird von den Kirchen empfohlen, ist aber nicht Pflicht.

Während der Corona-Krise hatten viele Kirchen Gottesdienste über das Internet übertragen. Einige Gemeinden wollen dies zunächst fortsetzen und Gottesdienste mit Gläubigen erst später wieder organisieren.

Nach knapp acht Wochen Zwangspause werden erstmals wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert. (Archivbild)
Nach knapp acht Wochen Zwangspause werden erstmals wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert. (Archivbild)  © Caroline Seidel/dpa

Update, 9. Mai, 15.45 Uhr: SPD fordert Tablets und Laptops für Schüler

Die Landes-SPD fordert digitale Hilfsmittel für Schüler, die wegen geschlossener Schulen in der Corona-Krise daheim lernen müssen. Familien und Alleinerziehende seien darauf angewiesen, sagte Parteichef Andreas Stoch. So müssten Schüler, die kein Tablet oder Laptop haben, mit einem solchen Gerät ausgestattet werden. 

Sie drohten sonst, von der Schule abgehängt zu werden. Das Land müsse hierfür, zusätzlich zu Hilfen des Bundes, 65 Millionen Euro bereit stellen. Einen entsprechenden Forderungskatalog habe der Landesvorstand der Partei am Samstag beschlossen.

"Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung und Teilhabe, die wegen der Corona-Krise gerade gefährdet ist", sagte Stoch. Eine Voraussetzung für gleiche Bildungschancen sei eine gute technische Ausstattung, vor allem wenn daheim gelernt werden müsse. 

"Deswegen ist es wichtig, dass alle Schüler, deren Eltern sich kein Tablet oder Laptop leisten können, ein solches Gerät bekommen", sagte Stoch. Das Land sei bislang nicht aktiv geworden, dies müsse sich ändern. Zudem brauche es mehr Förderangebote sowie weitere Hilfen.

Die SPD fordert insbesondere für ärmere Kinder Laptops und Tablets. (Symbolbild)
Die SPD fordert insbesondere für ärmere Kinder Laptops und Tablets. (Symbolbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 9. Mai, 15 Uhr: Diese Lockerungen gibt es ab Montag

Die grün-schwarze Landesregierung hat den Weg frei gemacht für die am Mittwoch angekündigten Lockerungen der Corona-Vorschriften

Das Kabinett beschloss am Samstag die entsprechenden Änderungen. "Weil wir in den vergangenen Wochen so umsichtig waren, können wir das öffentliche Leben schrittweise weiter hochfahren", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). 

Durch die seit März geltenden Maßnahmen sei eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden, Menschenleben seien so gerettet worden. "Die Lockerungen verlangen, dass wir uns weiter verantwortungsvoll verhalten", sagte Kretschmann: "Wir sind noch lange nicht durch."

Die von der Regierung beschlossene Neufassung der Corona-Verordnung sieht unter anderem vor, dass von Montag an der Aufenthalt draußen auch mit Angehörigen eines weiteren Haushalts gestattet ist. In privaten Räumen sind nun auch Treffen mit Geschwistern und deren Familien sowie Personen aus einem weiteren Haushalt möglich. Bislang mussten Angehörige eines Haushalts unter sich bleiben.

Zudem dürfen von Montag an unter anderem auch Sonnen-, Kosmetik- und Tattoo-Studios, Spielhallen, Fahrschulen sowie Tennis- oder Golfplätze wieder öffnen. Weitere Lockerungen werde es vom 18. Mai an unter anderem für Gaststätten sowie nach Pfingsten geben.

"Ich freue mich sehr, dass wir mit der stufenweisen Öffnung des Gastgewerbes und der weiteren Lockerungen von Montag an einen weiteren wichtigen Schritt gegangen sind", sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). 

Dies sei eine große Erleichterung für Unternehmen, Beschäftigte und Bürger. Wichtig sei, dass Hygiene- und Abstandsregeln einhalten werden. Nur so könnten erneute Beschränkungen verhindert werden.

Update, 9. Mai, 11.36 Uhr: Menschen protestieren in Göppingen: "Keine Maskenpflicht"

Am Samstag versammelten sich in Göppingen Menschen am Marktplatz, um ihren Angaben zu Folge für ihre Grundrechte zu demonstrieren. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift "keine Maskenpflicht" oder "keine Impfpflicht". In Stuttgart wird am Nachmittag auf dem Wasen-Gelände ebenfalls ein Protest stattfinden. (TAG24 berichtete)

Menschen versammeln sich auf dem Marktplatz in Göppingen.
Menschen versammeln sich auf dem Marktplatz in Göppingen.  © 7aktuell.de | Christina Zambito

Update, 8. Mai, 21.23 Uhr: Baden-Württemberger weniger zufrieden mit Krisenmanagement

Die Baden-Württemberger sind mit dem Corona-Krisenmanagement ihrer Landesregierung weniger zufriedener als die Menschen in Bayern. 

Dies ergab eine repräsentative Umfrage der "Schwäbischen Zeitung" (Samstag) und des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey. Demnach gaben in Baden-Württemberg 57 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden zu sein. In Bayern waren es 67 Prozent. In beiden Ländern liegen die Werte über dem Bundesschnitt von 55 Prozent.

Die Civey-Umfrage lief vom 17. April bis zum 7. Mai. In Baden-Württemberg lag die Stichprobengröße bei 1162 Befragten, in Bayern waren es 1903.

Update, 8. Mai, 19.10 Uhr: 1535 Tote, 33.070 Infizierte

In Baden-Württemberg sind erneut Menschen am Coronavirus gestorben, ebenso ist die Zahl der Infizierten gestiegen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitagabend steig die Zahl der Toten um 18 auf nunmehr 1535. Derweil wurden weitere 202 bestätigte Infektionen gemeldet, somit haben sich 33.070 Personen infiziert, davon sind 27.291 wieder genesen.

Über 33.000 Personen haben sich inzwischen infiziert. (Symbolbild)
Über 33.000 Personen haben sich inzwischen infiziert. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 8. Mai, 18.32 Uhr: Land lockert Beschränkungen für ausländische Pendler

Auf Initiative von Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Sozialminister Manne Lucha (Grüne) werden die Einschränkungen gelockert, die derzeit für Pendler aus dem Ausland gelten. 

Das teilte das Sozialministerium am Freitagabend mit. Derzeit sei es diesen nicht gestattet, ihren Arbeitsweg zu unterbrechen, um Einkäufe zu erledigen. Diese Einschränkung soll "mit Ablauf des 10. Mai 2020 durch eine Änderung der Corona-Verordnung Quarantäne/Einreise entfallen". 

Strobl wird mit den Worten zitiert: "Wenn sich nun insbesondere das öffentliche Leben in Frankreich und Baden-Württemberg angleicht, wenn auch in Frankreich Geschäfte wieder öffnen, können wir die Einschränkungen behutsam zurückfahren."

Die Lockerungen seien für Pendler eine Erleichterung, so Lucha: "Aber ich möchte noch einmal eindringlich an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen appellieren: halten Sie sich an die Hygienevorschriften, tragen Sie Alltagsmasken und halten Sie Abstand. Nur so gelingt es uns bei all den Lockerungen, die nun nach und nach kommen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen."

Innenminister Thomas Strobl.
Innenminister Thomas Strobl.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 8. Mai, 15.30 Uhr: Metallindustrie leidet unter Krise

Die Metall- und Elektroindustrie ächzt immer stärker unter den Folgen der Coronavirus-Krise und fordert von der Politik ein umfassendes Programm zur Unterstützung der Unternehmen. 

"Der Konjunkturmotor springt nicht von alleine wieder an", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Südwestmetall, Peer-Michael Dick, am Freitag in Stuttgart. Nötig seien unter anderem Kaufanreize, um die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen - nicht nur für die Autoindustrie.

"Das alleine kann es nicht retten", sagte Dick. "Da muss viel mehr passieren." Und schnell müsse es gehen, weil die Verbraucher ihre Kaufentscheidungen sonst zu lange aufschöben. "Wer jetzt noch lange zögert, wird eher Schaden anrichten als Nutzen", warnte Dick.

Zudem müsse mehr getan werden, um die Zahlungsfähigkeit der Firmen zu erhalten, etwa durch Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen und mehr Möglichkeiten zur Verrechnung von Verlusten oder zur Senkung von Kosten etwa für das aufgestockte Kurzarbeitergeld. 

Es dürfe auch keine weiteren "kostspieligen sozialen Wohltaten" geben. Außerdem müssten mehr Menschen auf Corona getestet und Infektionen besser nachverfolgt werden.

Einer Südwestmetall-Umfrage zufolge sind mittlerweile knapp zwei Drittel der Betriebe in Kurzarbeit. Im Schnitt wird ein Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent erwartet. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen geht davon aus, dass in absehbarer Zeit Kündigungen nötig werden könnten. 

Die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg beschäftigt rund eine Million Menschen.

Die Landesregierung signalisierte Unterstützung: "Es ist mein klares Ziel, unsere mittelständische Struktur möglichst unbeschadet durch diese schwere Krise zu bringen", sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Dabei müssten vor allem auch diejenigen Betriebe mit dringend benötigtem Eigenkapital versorgt werden, die keinen schnellen Zugang zu Krediten der KfW haben.

Update, 8. Mai, 11.23 Uhr: Landkreise haben noch Luft zur Corona-Obergrenze

In Baden-Württemberg läuft derzeit kein Landkreis Gefahr, die von Bund und Ländern als Obergrenze definierte Infektionszahl zu reißen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag gibt es derzeit keinen Landkreis, der nahe an die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche herankommt. Ab dann sollen Kreise sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umsetzen. Die Obergrenze hatten Bund und Länder als "Notbremse" im Lockerungskonzept vereinbart, um unkontrollierte Corona-Ausbrüche zu vermeiden.

Der Zollernalbkreis verzeichnete nach Angaben des Landratsamts vom Freitag in der vergangenen Woche 38 Neuinfektionen - mehr als die anderen Kreise im Südwesten. Er gehört damit zu den wenigen Landkreisen in Deutschland, die innerhalb von sieben Tagen mehr als 30 gemeldete Infektionen pro 100.000 Einwohner registrierten. Diese verteilten sich über den Landkreis, es gebe keine örtlichen Schwerpunkte, sagte eine Sprecherin.

Update, 8. Mai, 10.11 Uhr: Stuttgarter Kickers benötigten Klarheit in der Krise

Die verschuldeten Stuttgarter Kickers wünschen sich schnell Klarheit über das weitere Vorgehen in der Oberliga im Zuge der Coronavirus-Krise. "Diese Unsicherheit ist eigentlich unser größtes Problem", sagte der Präsident des früheren Fußball-Bundesligisten, Rainer Lorz, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichte" (Freitag).

Aufgrund der Pandemie ist auch die Oberliga seit März unterbrochen. Derzeit ist noch unklar, ob die Spielzeit fortgesetzt wird. Für Dienstag haben die Landesverbände von Baden-Württemberg Informationen zum Amateurfußball angekündigt.

Falls die Saison annulliert wird, würden die Kickers als Tabellendritter voraussichtlich in der fünften Liga bleiben. "Auch dann würden wir unsere Ziele auf alle Fälle weiter verfolgen und einen neuen Anlauf nehmen, aber ich hoffe nach wie vor auf einen Aufstieg nach dieser Saison", sagte der 57-jährige Lorz.

Die Corona-Krise bringt weitere finanzielle Probleme mit sich, für Sonntag hat der Verein Karten für ein Geisterderby gegen den SSV Reutlingen verkauft. Eine Insolvenz sei aber kein Thema, sagte Lorz: "Ich bin überzeugt, dass wir die Krise bewältigen."

Update, 8. Mai, 8.28 Uhr: KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer erwartet Gehaltseinbußen im Fußball

Nach Meinung von KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer müssen sich Fußballprofis nach der Corona-Krise auf finanzielle Einbußen einstellen. "Die Gehälter werden überall sinken", sagte der Sportgeschäftsführer des abstiegsbedrohten Zweitligisten Karlsruher SC der Deutschen Presse-Agentur. 

Diese Entwicklung werde sich in allen Ligen bemerkbar machen. "Bei uns in der zweiten Liga vielleicht nicht so exorbitant wie im ersten Preisregal oben. Wenn ein Spieler heute acht Millionen verdient, dann wird er künftig weniger verdienen. Aber richtig weniger."

Ablösesummen wie 150 Millionen Euro für Leroy Sané, die Manchester City vor der schweren Knieverletzung des Nationalspielers gefordert haben soll, seien passé. "Das können die sich jetzt abschminken", sagte Kreuzer. 

Stattdessen sei es vielerorts an der Zeit, darüber nachzudenken, wie man künftig solche Krisen besser überstehen könne. "Keiner hat ja geglaubt, das jemals so etwas eintritt", sagte der 54-Jährige. 

"Jetzt ist der Fall aber eingetreten und deswegen kann man einmal darüber nachdenken, ob man für so einen Fall nicht künftig Rücklagen bildet."

Auch beim KSC gebe es daher Überlegungen, wie man künftig besser mit solche Situationen umgehen könne. "Zum Beispiel, dass man sagt, vom TV-Geld legt man jedes Jahr zehn Prozent weg auf ein Sperrkonto", schlug der frühere Bayern-Profi vor. 

Beim badischen Traditionsclub hatten die Verantwortlichen aufgrund der brisanten Finanzlage zunächst eine Insolvenz in Eigenverantwortung der ausgegliederten Fußballabteilung in Betracht gezogen, dann aber eine Einigung mit den Gläubigern bis 2021 angestrebt. Sollte diese scheitern, muss am 15. Mai eine außerordentliche Mitgliederversammlung über das weitere Vorgehen entscheiden.

Update, 8. Mai, 6.08 Uhr: Land hatte hunderte Soldaten angefordert

Behörden in Baden-Württemberg hatten auf dem Höhepunkt der Corona-Krise beim Verteidigungsministerium Hunderte von Soldaten für Sicherheitsaufgaben angefordert, auch in Flüchtlingsheimen. Wie aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, wurden diese Anträge später zurückgezogen.

Beispielsweise fragte das Regierungspräsidium in Karlsruhe am 1. April nach, ob die Bundeswehr 217 Soldaten "als Wachpersonal für Sicherheitsaufgaben" sowie zur Überwachung von Quarantäne-Maßnahmen und für die Kontrolle der Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen zur Verfügung stellen könne. Am 6. April habe das Innenministerium in Stuttgart dann 207 Soldaten zur "Bestreifung" einer Isolierstation und der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Ellwangen angefordert.

Die Bundeswehr hatte zuvor bereits mehrere Anträge zurückgewiesen. Dazu zählte beispielsweise ein Antrag, die Bundeswehr solle in Thüringen eine Erstaufnahmeeinrichtung selbstständig betreiben.

Laut Verteidigungsministerium gingen bei der Bundeswehr insgesamt 16 Anträge aus Baden-Württemberg, dem Saarland, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Bayern ein, die hoheitliche Aufgaben betrafen. Sechs dieser Anträge lehnte die Bundeswehr den Angaben zufolge ab. Zehn Anträge wurden wieder zurückgezogen.

"Die Antwort des Verteidigungsministeriums schockiert - weniger wegen der Bundeswehr, sondern wegen der schwarz-grünen Landesregierung in Baden-Württemberg", sagte Andrej Hunko (Linke). Man könne der Bundeswehr fast dankbar sein, dass sie einen ähnlichen Antrag aus Thüringen abgelehnt habe, wo zehn Soldaten die Polizei in Suhl bei der Bewachung einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge unterstützen sollten. 

"Dies hat wohl Baden-Württemberg zum Rückzug des eigenen Antrags bewogen", vermutete Hunko.

In den vergangenen Wochen hat die Bundeswehr bundesweit in mehr als 230 Fällen Anträge auf Amtshilfe bewilligt. In Baden-Württemberg hat sie beispielsweise in Flüchtlingsheimen medizinische Hilfe geleistet und die Verwaltung unterstützt. Die Bundeswehr kann im Katastrophenfall bei einer Überforderung der zivilen Behörden ausnahmsweise auch hoheitliche Aufgaben übernehmen - etwa zur Unterstützung der Polizei. Jedoch sind die Hürden dafür relativ hoch.

Soldaten in Baden-Württemberg: Sie sollten in der Corona-Krise aushelfen. (Symbolbild)
Soldaten in Baden-Württemberg: Sie sollten in der Corona-Krise aushelfen. (Symbolbild)  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 7. Mai, 21.45 Uhr: Datenschützer dämpft Erwartungen an Warn-App

Der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Stefan Brink hält die Erwartungen an die geplante Corona-Warn-App für übertrieben.  

"Da werden zu große Hoffnungen gehegt", sagte er den "Badischen Neuesten Nachrichten" (Freitag). Und weiter: "Gerade in der Risikogruppe haben nur die Hälfte oder ein Drittel der Menschen ein Smartphone. Erfolgreiche Apps von Google oder Facebook erreichen bei uns einen Marktanteil von 20 Prozent. Für die Corona-App wären 10 Prozent daher schon ein Erfolg." 

Brink befürchtet, dass die Regierung bei einem Misserfolg "zu Zwangsmaßnahmen umschwenkt". Alles dazu könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 7. Mai, 19.32 Uhr: 1517 Tote, 32.868 Infizierte

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 32.868 gestiegen. Das waren 138 mehr als am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag mitteilte (Stand: 16 Uhr). 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg um 20 auf 1517. Rund 26.800 Menschen sind nach ihrer Infektion mit Sars-CoV-2 wieder genesen.

Knapp 32.900 Menschen haben sich in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert. (Symbolbild)
Knapp 32.900 Menschen haben sich in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Update, 7. Mai, 17.50 Uhr: VfB-Hitzlsperger sieht Fußball in der Pflicht

Thomas Hitzlsperger sieht den deutschen Profifußball nach der Erlaubnis für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs auch in der Pflicht. 

"Wir haben hier das Privileg, wieder spielen zu dürfen und haben eine große Verantwortung", sagte der Vorstandsvorsitzende des Zweitligisten VfB Stuttgart am Donnerstag. "Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst und müssen das jeden Tag auch beweisen." 

 Zuvor hatten sich die 36 Clubs der 1. und 2. Fußball-Bundesliga auf eine Fortsetzung des Spielbetriebs ohne Zuschauer ab dem 16. Mai mit dem 26. Spieltag geeinigt. 

Die ganze Story könnt Ihr HIER lesen.

Update, 7. Mai, 15.55 Uhr: Familien bei Schüler-Abos im ÖPNV entlasten

Die Landtagsfraktionen von Grünen und CDU sowie das Verkehrs- und das Finanzministerium haben eine Lösung vereinbart, um die Familien von den Kosten für nicht genutzte Schüler-Abos während der Corona-Pandemie zu entlasten. 

Wie es am Donnerstag aus dem Verkehrsministerium heißt, sollen die Familien bis zu den Sommerferien von zwei Monatsraten ihrer selbst zu zahlenden Kostenanteile entlastet werden. Weil die Tickets von Mai bis zu den Pfingstferien von den meisten Schülerinnen und Schülern kaum oder nur wenig genutzt werden konnten. 

Vorgesehen sei, dass zwei Monatsraten der Abos nicht abgebucht werden, sofern die Abos nicht gekündigt wurden. "In welchem Monat die Abbuchung ausgesetzt wird, kann aus organisatorischen Gründen je nach Verbund variieren", so das Ministerium. 

Für diese Entlastung der Familien wende das Land bis zu 36,8 Millionen Euro auf. Mit der Maßnahme soll die Einnahmesituation im ÖPNV mit seinen zahlreichen mittelständischen Busunternehmen stabilisiert werden. 

"Denn durch diese Unterstützung kann vermieden werden, dass in den kommenden Monaten mit wenig Schultagen die Schüler-Abos teilweise gekündigt werden", heißt es weiter.

Bis zu den Sommerferien sollen die Familien von zwei Monatsraten entlastet werden. (Symbolbild)
Bis zu den Sommerferien sollen die Familien von zwei Monatsraten entlastet werden. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Update, 7. Mai, 15.30 Uhr: Online-Geschäft bei Würth boomt

Die Corona-Krise hat den Handelskonzern Würth im ersten Quartal nicht allzu sehr beeinträchtigt - und das Online-Geschäft profitierte sogar. 

"Der digitale Vertrieb hat durch Corona noch mal gewonnen", sagte Würth-Chef Robert Friedmann am Donnerstag in Künzelsau. So habe der Online-Umsatz von Würth allein im Monat März um 27 Prozent zugelegt. Im gesamten ersten Quartal lag das Online-Plus bei 9,5 Prozent.

Profitiert habe der Konzern zudem durch seine breite Aufstellung, sagte Friedmann. Von Corona betroffen seien vor allem die Bereiche Automobil, Öl und Gas, Tourismus und Luftfahrt. Dort aber ist Würth umsatzmäßig längst nicht so stark vertreten wie beim Bauhandwerk, im Elektrogroßhandel und im Do-it-yourself-Bereich. 

Diese Sparten machten im vergangenen Jahr mit zusammengenommen knapp 6 Milliarden Euro mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes aus.

Dennoch habe das Virus auch Würth in Teilen schwer getroffen, gestand Friedmann. Vor allem die Würth-Gesellschaften in den von Corona stark betroffenen Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien hätten die Auswirkungen zu spüren bekommen. Aber auch hier stieg der Online-Umsatz stark: in Italien um 29 Prozent und in Spanien um 30 Prozent.

Auch in Deutschland lief das Geschäft Friedmann zufolge trotz Corona weiter. Im Elektrogroßhandel habe man den Umsatz im ersten Quartal sogar um 9,2 Prozent steigern können; lediglich jene Würth-Gesellschaften, die im Bereich Automobil aktiv sind, hätten in Kurzarbeit gehen müssen. Aktuell befänden sich weltweit rund 21.000 der insgesamt fast 79.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Bei Würth boomt das Online-Geschäft.
Bei Würth boomt das Online-Geschäft.  © Marijan Murat/dpa

Update, 7. Mai, 13.30 Uhr: VfB wartet auf Trainingserlaubnis in Teamstärke

Die Fußball-Bundesligisten in Baden-Württemberg warten nach der Freigabe der Politik für die Fortsetzung des Spielbetriebs noch auf die Erlaubnis für das Mannschaftstraining. Die notwendige Verordnung sei noch in der Abstimmung, es werde daran «mit Hochdruck» gearbeitet, hieß es am Donnerstagmittag aus dem Sozialministerium.

Bisher dürfen der SC Freiburg, die TSG 1899 Hoffenheim, der VfB Stuttgart, der Karlsruher SC, der SV Sandhausen und der 1. FC Heidenheim aufgrund der Coronavirus-Krise nur in Kleingruppen trainieren. Clubs in anderen Bundesländern waren teils schon in das Training in kompletter Mannschaftsstärke eingestiegen.

Seit Mitte März sind Bundesliga und 2. Liga unterbrochen, ab Mitte Mai dürfen die Ligen die Saison fortsetzen. Die Clubs im Land hoffen auf eine zeitnahe Erlaubnis der Politik zur Rückkehr ins Teamtraining.

Update, 7. Mai, 12.17 Uhr: Sozialminister Lucha: "Ich habe Angst vor der Erkältungszeit"

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hat vor einer zweiten Corona-Infektionswelle im Herbst gewarnt. "Ich habe Angst vor der Erkältungszeit. Wir müssen uns darauf einstellen, dass auch wieder schnell hochgefahren wird und dass es wieder schwierige Lagen geben wird", sagte Lucha am Donnerstag im Landtag in Stuttgart. Die Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens dürften nicht zu schnell gelockert werden. "Wir reiten auf der Rasierklinge." Weitere Öffnungen gingen nur, wenn Abstand und Hygiene eingehalten werden.

Fraktionsübergreifend würdigten Abgeordnete die Helfer in der Corona-Krise. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch dankte denen, die in der Krise "ihre Frau und ihren Mann stehen". Vom Applaus alleine könne man aber nicht leben. Die Landesregierung müsse für eine bessere Finanzierung des Gesundheitswesens sorgen. Grüne und AfD hielten Stoch entgegen, die SPD sei mit ihrer jahrelangen Regierungsarbeit im Bund für Probleme im Niedriglohnsektor verantwortlich.

Sozialminister Manne Lucha.
Sozialminister Manne Lucha.  © DPA / Sebastian Gollnow

Update, 7. Mai, 11.47 Uhr: Aufträge im Maschinenbau rückläufig - Verband: Ruhe vor dem Sturm

Die heftigsten Einschläge der Coronavirus-Krise stehen dem Maschinenbau in Baden-Württemberg nach eigener Einschätzung noch bevor. "Wir erleben die Ruhe vor dem Sturm", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Dietrich Birk, am Donnerstag in Stuttgart mit Blick auf die Zahlen des ersten Quartals. Der Auftragseingang von Januar bis Ende März blieb um vier Prozent unter dem Niveau des Vorjahres und damit blass, wie Birk betonte. Dabei spiegelten sich die Auswirkungen der Krise darin noch gar nicht richtig wider.

"Der März kommt zwar ohne Kraft daher, lässt allerdings die Ausläufer der Corona-Krise noch nicht umfassend erkennen", sagte er. "Einzig der Bestelleingang aus den Euro-Ländern, im Vormonat noch klar im positiven Bereich, gibt uns mit einem Rückgang von 15 Prozent eine Ahnung davon, was kommen wird." Im ersten Quartal insgesamt hielten sich die Rückgänge im In- und Ausland die Waage. Im März allein hingegen fiel die Bilanz im Ausland deutlich schlechter aus als im Inland, wo es sogar ein leichtes Plus bei den Aufträgen gab.

Update, 7. Mai, 09.49 Uhr: FDP-Bundestagsabgeordnete aus dem Südwesten fordern Grenzöffnung

Die baden-württembergischen FDP-Bundestagsabgeordneten fordern ein Ende der wegen der Corona-Pandemie angeordneten Kontrollen an deutschen Grenzen. Geschlossene Grenzen dürften im vereinten Europa niemals zur Regel werden, heißt es in einem Positionspapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus sei in den meisten Staaten weitgehend vergleichbar geworden. Die negativen Folgen geschlossener Grenzen überwögen nun bei weitem die anfänglich positiven Effekten zur Eindämmung des Virus.

Der aktuelle Zustand müsse beendet werden, weil er mehr schade als helfe. "Die grundsätzliche Weigerung des Bundesministers des Innern, für Bau und Heimat, diese Realität anzuerkennen, ist mehr als fatal", betonten die Parlamentarier mit Blick auf Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), von dem auch einige Unionspolitiker ein Ende der Grenzkontrollen fordern.

Die Kontrollen waren erstmals Mitte März angeordnet und dann verlängert worden, um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verlangsamen. Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen seither nur noch aus einem "triftigen Reisegrund" nach Deutschland kommen.

Update, 7. Mai, 08.42 Uhr: Zulieferer ElringKlinger erwartet schwierige Zeiten

Der Autozulieferer ElringKlinger stellt sich infolge der Corona-Krise und der sich abzeichnenden Rezession auf unruhige Zeiten ein. Die Folgen werde man vor allem im zweiten und wahrscheinlich auch im dritten Quartal sehen, teilte das Unternehmen aus Dettingen/Erms am Donnerstag mit. Der Gewinn des Zulieferers betrug zwischen Januar und März diesen Jahres lediglich zwei Millionen Euro nach einem Verlust von 1,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse waren um zehn Prozent auf 396
Millionen Euro zurückgegangen. Die vorläufigen Zahlen bis auf den Gewinn unter dem Strich hatte der Konzern bereits veröffentlicht.

In Deutschland sind 4 324 Mitarbeiter beschäftigt, von denen ein Teil in Kurzarbeit sind. Genauere Angaben dazu machte das Unternehmen aber nicht. ElringKlinger ist vor allem mit Komponenten für den klassischen Verbrennungsmotor groß geworden, ist inzwischen aber
auch stark in der Entwicklung von Elektroantrieben und
Brennstoffzellen engagiert.

Update, 7. Mai, 08.36 Uhr: Am 18. Mai könnte Außengastronomie öffnen

Der baden-württembergische Tourismusminister Guido Wolf (CDU) hat im Interview mit dem SWR erstmals konkrete Termine für Öffnungen der Gastronomie und der Hotels genannt. 

Der 18. Mai kommt als Öffnungstermin für die Außengastronomie infrage, Innenbereiche könnten ab dem 25. Mai öffnen, ab dem 30. Mai dann Hotels und Freizeitparks. 

Die Landesregierung will bis zum Wochenende über die Termine entscheiden. "Ich kann versprechen, dass die Landesregierung den Zeitplan bis zum Wochenende hinterlegt, damit die Gastronomen verbindlich planen können", so Wolf gegenüber dem SWR. 

TourismusministerGuido Wolf.
TourismusministerGuido Wolf.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 7. Mai, 07.36 Uhr: Corona-Krise drückt auf Geschäfte von HeidelbergCement

Der Baustoffhersteller HeidelbergCement hat die Corona-Krise zu spüren bekommen. Der Umsatz ging im ersten Quartal im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 3,93 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Heidelberg mitteilte. HeidelbergCement begründete dies neben einem geringeren Absatz vor allem mit einem Rückgang im Handelsgeschäft. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte in den ersten drei Monaten des Jahres hingen um drei Prozent auf 405 Millionen Euro zu. Zum Ergebnis unterm Strich machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

HeidelbergCement hat wegen der Corona-Krise Ende Februar ein neues Sparprogramm aufgesetzt. Etwa mit weniger Personalaufwendungen, freiwilligen Gehaltskürzungen des Managements, Beschränkungen von Investitionen sowie geringerer Steuerzahlungen will das Unternehmen die Ausgaben um eine Milliarde Euro senken. Zudem will HeidelbergCement weniger an die Aktionäre ausschütten. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 vorschlagen. Ursprünglich betrug der Dividendenvorschlag 2,20 Euro pro Aktie.

Update, 7. Mai, 07.34 Uhr: Viele Klagen vor dem Verwaltungsgerichtshof

Nicht alle befolgen die Corona-Einschränkungen klaglos. Den Unmut mit den Regeln bekommt der Verwaltungsgerichtshof heftig zu spüren. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg wird von Corona-Fällen überschwemmt. 

Mehr Infos dazu hier

Update, 7. Mai, 06.18 Uhr: Freiburgs Oberbürgermeister: Soziale Medien helfen in der Krise

Der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) hat nach dem Ausbau digitaler Kommunikation von Kommunen und Behörden in der Corona-Krise eine positive erste Bilanz gezogen. Bürger könnten über das Internet und Social-Media-Kanäle schnell und direkt informiert werden und mit Behörden in Kontakt treten, sagte Horn in Freiburg. Das bewähre sich. Angebote der Kommunen würden dadurch verstärkt angenommen. 

Dies zeige das Beispiel Freiburg. Nahezu jeder zweite Freiburger sei im März und April von der Stadt über Instagram oder Facebook erreicht worden. In der Corona-Krise stießen dort Horns Worten zufolge Online-Sprechstunden und Videobotschaften auf eine große Nachfrage.

Horn (35) ist nach Angaben des Freiburger Rathauses einer der Oberbürgermeister in Deutschland mit den meisten Instagram- und Facebook-Followern. Laut dem Städtetag Baden-Württemberg nutzen immer mehr Kommunen Internet und soziale Medien zur Krisenkommunikation. Auch die Landesregierung hat ihre Aktivitäten ausgebaut, wie eine Sprecherin des Staatsministeriums sagte. Die Internetseite des Landes sowie Online-Dienste würden wegen Corona verstärkt nachgefragt.

Oberbürgermeister von Freiburg Martin Horn.
Oberbürgermeister von Freiburg Martin Horn.  © Patrick Seeger/dpa

Update, 6. Mai, 18.50 Uhr: 185 Neu-Infizierte, 15 Todesfälle

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden am Mittwoch weitere 185 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Somit wurden inzwischen insgesamt 32.730 infiziert, davon sind zirka 26.242 wieder genesen. Zudem sind weitere 15 Menschen an den Folgen von Covid-19 verstorben, sodass die Anzahl der Todesfälle auf 1497 ansteigt. Die Reproduktionszahl (R), die angibt, wie viel Menschen von einer infizierten Person im Durchschnitt angesteckt werden, beträgt aktuell 0,65 in Baden-Württemberg.

In Baden-Württemberg haben sich bislang insgesamt 32.730 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1497 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang insgesamt 32.730 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1497 starben.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 6. Mai, 18.19 Uhr: Hoffenheim-Geschäftsführer: Bundesliga-Re-Start "eine Verpflichtung"

Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim, hat der Politik für die Erlaubnis zur Saisonfortsetzung der Fußball-Bundesliga gedankt. "Wir bedanken uns für das Vertrauen, dass die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin dem Profifußball entgegengebracht haben und das für uns nun natürlich auch eine Verpflichtung ist", teilte Görlich am Mittwoch mit. "Jetzt freuen wir uns in interner Abstimmung mit der DFL die Details für einen Re-Start der Liga anzugehen."

Bund und Länder hatten zuvor die Erlaubnis für eine Wiederaufnahme von Spielen ohne Zuschauer in der Bundesliga ab der zweiten Mai-Hälfte erteilt. Darauf hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder geeinigt.

Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim (links im Bild) und Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München.
Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim (links im Bild) und Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München.  © Arne Dedert/dpa/POOL/dpa

Update, 6. Mai, 17.40 Uhr: SC Freiburg will Mannschaftstraining wiederaufnehmen

Der SC Freiburg plant nach der Erlaubnis der Politik zur Bundesliga-Fortsetzung am Donnerstag die Rückkehr ins Mannschaftstraining. Der Club sei in "abschließenden Gesprächen mit den zuständigen Stellen", heißt es in einer Mitteilung. Bislang haben die Breisgauer wegen der Coronavirus-Pandemie unter strengen Auflagen in Kleingruppen und ohne Zweikämpfe trainiert. Andere Fußball-Erstligisten hatten bereits Einheiten in Mannschaftsstärke absolviert.

Ab der zweiten Mai-Hälfte können die Profi-Clubs die wegen der Corona-Krise unterbrochene Saison ohne Publikum fortsetzen. "Die heutige Entscheidung der Politik ist ein ganz wichtiger Schritt für den deutschen Profifußball", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Vorstände Oliver Leki und Jochen Saier. Für Donnerstag hat die Deutsche Fußball Liga eine Mitgliederversammlung angesetzt.

Update, 6. Mai, 17.22 Uhr: Stuttgarts Oberbürgermeister Kuhn mahnt weiterhin zur Vorsicht

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (64, Grüne) mahnt auch bei sinkenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus zur Vorsicht. "Ich bin zufrieden und glücklich über die gegenwärtige Situation in Stuttgart mit zuletzt einstelligen Neuinfektionen pro Tag. Aber niemand kann heute wirklich sagen: Wir haben das Schlimmste schon hinter uns", wird Kuhn in einer Mitteilung der Stadt zitiert. "Es ist noch nichts wieder normal, die Corona-Krise bleibt eine fortdauernde Herausforderung. Deshalb ist Vorsicht das oberste Gebot und ein guter Schutz vor Ansteckung." 

Kuhn begrüßte darüber hinaus die Regelung für einen regionalen Notfallmechanismus, die in der Bund-Länder-Konferenz heute beschlossen wurde. Dieser würde in Kraft treten, sollten die Neuinfektionen in Stuttgart wieder auf über 300 in sieben aufeinanderfolgenden Tagen steigen. Der Oberbürgermeister rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, verantwortungsbewusst die Regeln zum Mindestabstand, sowie zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung einzuhalten.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (64, Grüne).
Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (64, Grüne).  © Marijan Murat/dpa

Update, 6. Mai, 16.45 Uhr: Grundrechte-Demo auf dem Marktplatz in Stuttgart

Aktuell findet auf dem Marktplatz in Stuttgart wie schon am vergangenen Samstag auf dem Gelände des Cannstatter Wasens (TAG24 berichtete) eine Grundrechte-Demonstration der Organisation "Querdenken 711 - Wir für das Grundgesetz" statt. Wie ein Polizeisprecher gegenüber TAG24 am Telefon mitteilte, sei es bislang zu keinen besonderen Vorkommnissen gekommen. Eine Schätzung, wie viele Menschen sich auf dem Marktplatz aufhalten, wurde nicht abgegeben.

Die Demonstranten auf dem Marktplatz in Stuttgart.
Die Demonstranten auf dem Marktplatz in Stuttgart.  © 7aktuell.de | Marc Gruber

Update, 6. Mai, 15.57 Uhr: Stuttgarter Philharmoniker spielen für Senioren und Menschen mit Behinderung

Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung, die in einer Pflegeinrichtung wohnen, sind von den Auswirkungen des Coronavirus besonders stark betroffen. In ihren Einrichtungen gelten strenge Regeln für die eigene Mobilität, für Angehörige und Besucher. Um Abwechslung zu bieten und den Bewohnerinnen und Bewohnern Mut zu machen, spielen die Stuttgarter Philharmoniker kurzweilige Konzerte vor oder auf dem Außengelände der Einrichtungen, teilte die Stadt mit.

Das Orchester hat bereits Einrichtungen in Birkach, Bad Cannstatt, Botnang und Zuffenhausen besucht. Am gestrigen Dienstag spielten das Blechblasensemble im Filderhof in Stuttgart-Vaihingen. In den kommenden Wochen sollen weitere Konzerte im gesamten Stadtgebiet folgen. 

Die Stuttgarter Philharmoniker spielen für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen.
Die Stuttgarter Philharmoniker spielen für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen.  © Landeshauptstadt Stuttgart, Thomas Wagner

Update, 6. Mai, 15.41 Uhr: Kabinett beschließt Mehrwertsteuer-Senkung für Gastronomie

Das Kabinett hat heute beschlossen, den Mehrwertsteuersatz auf Speisen vorübergehend auf sieben Prozent zu senken, um der Gastronomie in der Corona-Krise Unterstützung zu bieten. Tourismusminister Guido Wolf (58, CDU) und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU) begrüßten den Beschluss.

"Auch wenn die Branche in absehbarer Zeit wieder öffnen kann, wird es noch dauern, bis eine volle Auslastung möglich ist. Die Branche wird weiterhin strenge Auflagen und erhebliche Umsatzeinbußen verkraften müssen. Die Betriebe sind schwer getroffen, und trotzdem motiviert, zu ihrer Arbeit zurückzukehren", wird Wolf in einer Mitteilung des Justizministeriums, welchem er ebenfalls vorsteht, zitiert. 

"Es ist richtig und wichtig, dass wir ihnen die Möglichkeit geben, sich trotz der Einschränkungen in Zukunft aus eigener Kraft auf den Beinen zu halten. Wenn die Gastwirte nun endlich wieder etwas verdienen, muss ihnen davon auch mehr bleiben. Wir in Baden-Württemberg haben eine Senkung der Mehrwertsteuer schon seit Wochen gefordert, deshalb begrüßen wir den heutigen Beschluss des Kabinetts."

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut sagte indessen: "Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes trägt der besonderen Betroffenheit des Gastgewerbes Rechnung und ist ein wichtiger Baustein zur Unterstützung der Branche. Insgesamt muss sich diese Maßnahme aber mit konkreten Öffnungsperspektiven verbinden. Denn selbstverständlich kann sie ihre Wirkung nur entfalten, wenn die Betriebe auch wieder Umsatz machen. Deshalb müssen hier heute dringend klare Schritte beschlossen werden. Gemeinsam mit unserem Sofortprogramm für das Gastgewerbe, das wir schnellstmöglich auf den Weg bringen, ergibt das ein wirkungsvolles Maßnahmenpaket, um diese besonders hart getroffene Branche durch die Krise zu bringen."

Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (58, CDU).
Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (58, CDU).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 6. Mai, 14.43 Uhr: Ärger wegen Kretschmann-PK - Parlament will zuerst informiert werden

Streit um eine Pressekonferenz von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne): Dieser hatte eigentlich ein Statement via Videostream direkt nach dem Gespräch der Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) über Lockerungen in der Corona-Krise geplant. Nun soll er aber erst das Parlament informieren. 

Den Anstoß dafür gab SPD-Fraktionschef Andreas Stoch, der sich am Mittwoch im Landtag darüber erboste, dass die Abgeordneten hintenanstehen müssten. Dafür gab es Applaus von allen Fraktionen außer den Grünen. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz und Staatsministerin Theresa Schopper (Grüne) signalisierten daraufhin ein Entgegenkommen und erklärten, dass Kretschmann zuerst ins Parlament kommen werde.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 6. Mai, 14.20 Uhr: Corona-Psycho-Hotline gestartet

Das Sozialministerium hat eine Corona-Psycho-Hotline gestartet. Diese wurde während der Corona-Pandemie vom Ministerium und dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim und anderen Akteuren eingerichtet, um die psychischen Belastungen der Menschen etwas abzufedern. 

In der ersten Woche vom 22. bis 29. April sind 673 Anrufe eingegangen.

"Psychisch Kranke, Einsame, Alte, Familien und Kinder – manche Menschen kommen durch die Corona-Maßnahmen an ihre Grenzen. Es war richtig, die bereits bestehenden guten Angebote, wie zum Beispiel die Telefonseelsorge, zu ergänzen und Menschen in Not Hilfe und Wege aus der Krise aufzuzeigen", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Mittwoch. 

Die Hotline ist täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800 377 377 6 erreichbar. 

Update, 6. Mai, 14.04 Uhr: Fahrplan für die Öffnung der Schulen und Kitas

Kultusministerin Susanne Eisenmann hat am Mittwoch einen Fahrplan für die weitere Öffnung des Schul- und Kitabetriebs in Baden-Württemberg vorgestellt. Nach den Pfingstferien Mitte Juni sollen alle Schüler im Südwesten zumindest wieder zeitweise zur Schule gehen. Der Präsenzunterricht werde mit dem Lernen zu Hause kombiniert. 

"Die Eltern fordern zu Recht, dass wir den Schulbetrieb weiter öffnen und auch den Kitas eine greifbare Perspektive für einen Betrieb über die erweiterte Notbetreuung hinaus geben. Mir ist deshalb wichtig, so frühzeitig wie möglich über unsere Planungen zu informieren", betont die Ministerin und sagte weiter:

"Wir wollen die Schulen und Kitas zügig, aber schrittweise und besonnen öffnen. Das Corona-Virus ist immer noch da, weshalb wir bei allen Schritten viele Faktoren berücksichtigen und durch hohe Infektionsschutzstandards ein Aufflammen der Pandemie verhindern müssen. Vorschnell irgendwelche Erwartungen zu wecken, die nachher nicht erfüllt werden können, hilft niemandem. Auch nach der nun anstehenden schrittweisen Rückkehr an die Schulen und Kitas werden es keine Normalbedingungen wie vor der Corona-Krise sein.“

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 6. Mai, 13.45 Uhr: Wirtschaftsministerin will weitere Soforthilfen

Das Corona-Soforthilfeprogramm des Landes soll auch nach Mai weiterlaufen und zudem erweitert werden. Das kündigte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) am Mittwoch im Landtag in Stuttgart an. 

Das Programm solle auch für Betriebe mit 51 bis 100 Beschäftigten greifen - statt wie bisher nur für Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern. Außerdem soll der mögliche Direktzuschuss von bisher 30.000 auf 50.000 Euro erhöht werden.

"Viele Unternehmen sind weiterhin in Not", begründete Hoffmeister-Kraut die Maßnahme. Zwar seien die ersten Schritte zur Öffnung bestimmter Branchen eine große Erleichterung, Einschränkungen blieben aber dennoch bestehen und wirkten sich entsprechend negativ auf die Umsätze etwa im Einzelhandel aus.

Zudem soll laut Hoffmeister-Kraut "schnellstmöglich" ein Sofortprogramm für die weitgehend geschlossene Gastronomie und Hotellerie auf den Weg gebracht werden. "Unser Gastgewerbe leidet massiv unter der Krise. Es bedarf hier besonderer Unterstützung, um eine Insolvenzwelle zu verhindern", sagte sie. 

Deshalb werde man für Gastronomie und Hotellerie ein Sofortprogramm umsetzen. Geplant sei eine einmalige Liquiditätshilfe in Höhe von 3000 Euro für betroffene Betriebe, die um je 2000 Euro pro Beschäftigtem erhöht werden solle.

Hoffmeister-Kraut will zudem Gespräche mit Vertretern des Schaustellergewerbes und anderen betroffenen Wirtschaftszweigen führen. Sie wünsche sich etwa für die Schausteller ein bundesweites Vorgehen, wolle aber auch mit eigenen Konzepten handlungsfähig bleiben.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 6. Mai, 12.55 Uhr: Komm jetzt die Haushaltssperre?

Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) schließt eine Haushaltssperre für Landesausgaben wegen der Corona-Krise nicht aus. 

Man müsse die Steuerschätzung Mitte Mai abwarten, sagte sie am Mittwoch im Landtag in Stuttgart. Ob eine Sperre nötig sei, hänge von der Entwicklung der Konjunktur, der Steuereinnahmen und der Ausgaben ab. Derzeit sieht Sitzmann nach eigenen Worten so eine Sperre nicht. 

Generell gesagt sind bei einer Haushaltssperre zumindest teilweise die Ausgaben gestrichen, die zwar im Etat eingeplant sind, auf die aber notfalls verzichtet werden kann. Die Details hängen von der konkreten Ausgestaltung ab.

Die AfD forderte am Mittwoch im Landtag, eine Haushaltssperre zu verhängen, damit das Land einen größeren Spielraum für Ausgaben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat. Vertreter von Grünen, CDU, FDP und SPD schlossen sich dieser Forderung aber nicht an.

Update, 6. Mai, 12.30 Uhr: Stuttgart-Lauf fällt aus

Beim Stuttgart-Lauf sind jedes Jahr zig Tausende auf den Beinen. Dieses Jahr nicht.

Der Lauf fällt aus, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Alles dazu könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 6. Mai, 11.59 Uhr: Kunstmuseum und StadtPalais öffnen wieder

Die seit dem 13. März geschlossenen Einrichtungen öffnen am 12. Mai wieder ihre Türen: Kunstmuseum Stuttgart und StadtPalais. Dafür wurden auf aufwendige Maßnahmen getroffen, um die Gesundheit der Besucher wie auch des Personals zu gewährleisten. Abstands- und Hygieneregeln und eine Reduzierung der Besucherzahlen sollen zur Eindämmung des Coronavirus beitragen.

"Wir freuen uns darauf, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Häuser wieder zum Leben erwecken", sind sich Dr. Ulrike Groos vom Kunstmuseum und Dr. Torben Giese vom StadtPalais einig. 

Update, 6. Mai, 10.58 Uhr: Gaststätten sollen vor Pfingsten öffnen

Die grün-schwarze Landesregierung plant eine Öffnung von Gaststätten noch vor Pfingsten

Das geht aus dem Entwurf eines Stufenplans des Staatsministeriums hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach soll nicht nur die Außengastronomie, sondern auch der Innenbereich von Speisewirtschaften unter strengen Hygienevorgaben und Infektionsschutzmaßnahmen noch im Mai öffnen dürfen. 

Auch Freiluft-Ausflugsziele mit Einlasskontrolle sowie kontaktarme Freizeitangebote wie Minigolf sollen vor Pfingsten in Baden-Württemberg wieder erlaubt sein. Kinderbetreuung soll gegebenenfalls schrittweise öffnen. 

Ab Pfingsten sollen dann Fitnessstudios, Tanzschulen, Kletterhallen, Besucherzentren und Freizeitparks folgen.

Nicht nur außen, auch innen soll bald wieder gegessen werden können. (Symbolbild)
Nicht nur außen, auch innen soll bald wieder gegessen werden können. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 6. Mai, 10.40 Uhr: Dauerkartenbesitzer wieder im Karlsruher Zoo

Nach fast acht Wochen Schließung wegen des Coronavirus haben die ersten Dauerkartenbesitzer den Karlsruher Zoo besucht. 

Mit der Öffnung der Tore am Mittwochmorgen kamen etliche Freunde des Zoologischen Stadtgartens in die Anlage. Die Zahl der Besucher, die sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten dürfen, ist zunächst auf maximal 2000 beschränkt. 

Eine vorherige Reservierung ist erforderlich. "Wir sind sehr froh, dass wir überhaupt wieder Menschen in den Zoo lassen dürfen", hatte Direktor Matthias Reinschmidt am Montag gesagt.

Einzeltickets werden erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkauft. Im Eingangsbereich müssen Besucher eine Mund-Nasen-Maske tragen, auf dem Gelände gelten Abstandsregeln

Alle Tierhäuser bleiben zunächst geschlossen, es gibt keine Führungen oder kommentierte Fütterungen.

Update, 6. Mai, 9.22 Uhr: Stuttgart will auf Kita-Beiträge verzichten

Die Stadt Stuttgart will Eltern auch weiterhin von Gebühren für die Kinderbetreuung befreien. Wie es in einer Mitteilung vom Mittwochmorgen heißt, sehe ein Vorschlag der Verwaltung vor, im Mai und Juni auf Kita- und Essensbeiträge zu verzichten. 

Über den Vorschlag entscheidet der Gemeinderat demnach in seiner Sitzung am Donnerstag, 14. Mai. Wie bereits für den April schließe der Vorschlag der Verwaltung weiterhin auch freie Träger und die Kindertagespflege mit ein. Die Entscheidung, auf Kostenbeiträge ganz oder teilweise zu verzichten, liege in der Entscheidungshoheit des jeweiligen Trägers. Wenn sich Träger dazu entschieden, erhielten sie von der Landeshauptstadt eine Erstattung. Ein breites Bündnis von Gemeinderatsfraktionen habe ebenfalls beantragt, die Gebühren zu erlassen.

Für die Zeit des Betriebsverbots böten die Kita-Träger eine erweiterte Notbetreuung für Kinder an, deren Erziehungsberechtigte entweder im Bereich der kritischen Infrastruktur tätig und unabkömmlich seien oder die eine präsenzpflichtige berufliche Tätigkeit außerhalb der Wohnung wahrnehmen und dabei unabkömmlich seien. 

Die Erziehungsberechtigten müssten erklären, dass eine familiäre oder anderweitige Betreuung nicht möglich sei. Dies gelte jeweils für beide Elternteile und Alleinerziehende.

Update, 6. Mai, 6.16 Uhr: Öffnung von Freizeitangeboten

Ab Mittwoch dürfen viele Freizeiteinrichtungen wieder öffnen. Theoretisch - denn die meisten wollen erst in den folgenden Tagen wieder aufmachen. Gute Nachrichten gibt es für Eltern und Kinder.

Spielplätze, Museen, Zoos und andere Freizeitangebote dürfen gemäß der Corona-Verordnung von diesem Mittwoch an wieder öffnen. Nur einzelne Einrichtungen wie die Zoos in Karlsruhe und Heidelberg oder das Blühende Barock Ludwigsburg machen tatsächlich schon an diesem Tag auf. Viele wollen erst in den folgenden Tagen nachziehen.

Kinder und Eltern dürften sich besonders über die Öffnung der Spielplätze freuen. "Es darf wieder nach Herzenslust gespielt werden", sagte eine Sprecherin der Stadt Freiburg. Auch in Heidelberg, Konstanz, Karlsruhe und Stuttgart werden die Spielplätze gleich von Mittwoch an wieder zugänglich sein. Die Freiburger Sprecherin sagte, es würden die üblichen Abstandsregeln gelten. Besondere Kontrollen gebe es nicht. "Man kann nicht anfangen, Bodenmarkierungen für Kinder anzubringen. Das wird nicht hinhauen", sagte die Sprecherin.

Für die Regelungen sind die Kommunen zuständig, die Landesregierung hat aber eine Empfehlung herausgegeben. Darin wird unter anderem zu einer Zugangsbegrenzung geraten. Demnach soll sich maximal ein Kind pro zehn Quadratmetern Gesamtfläche auf einem Spielplatz aufhalten. Spielplätze dürften außerdem nur von Kindern in Begleitung von Erwachsenen genutzt werden.

Ein Besuch in den Zoos in Heidelberg und Karlsruhe ist jeweils nur mit vorheriger Online-Anmeldung möglich. Für alle außer Kinder unter sechs Jahren gilt eine Maskenpflicht, in Karlsruhe nur im Einlassbereich. Nur mit Maske kommt man auch in die Wilhelma in Stuttgart, die aber erst Montag öffnet. Erst ab Anfang nächster Woche sollen auch die meisten staatlichen Museen wieder öffnen.

Spielplätze dürfen wieder öffnen.
Spielplätze dürfen wieder öffnen.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 5. Mai, 18.31 Uhr: 32.545 Menschen infiziert, 1482 Todesfälle

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden am Dienstag weitere 88 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Somit wurden inzwischen insgesamt 32.545 infiziert, davon sind zirka 25.628 wieder genesen. Zudem sind weitere 29 Menschen an den Folgen von Covid-19 verstorben, sodass die Anzahl der Todesfälle auf 1482 ansteigt. Die Reproduktionszahl (R), die angibt, wie viel Menschen von einer infizierten Person im Durchschnitt angesteckt werden, beträgt aktuell 0,74 in Baden-Württemberg.

Update, 5. Mai, 16.24 Uhr: Südwest-Ministerien fordern Gastro-Öffnung spätestens an Pfingsten

Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) hat erneut eine schrittweise Öffnung der Gastronomie spätestens bis Pfingsten gefordert. Wolf verglich die Situation am Dienstag mit dem Vorgehen in Bayern, wo ebenfalls eine Öffnung angestrebt wird: "Die Infektionssituation in Bayern ist mit unserer vergleichbar, auch wir in Baden-Württemberg müssen der Gastronomie schnell eine Perspektive geben."

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) plädierte sogar für eine frühere Öffnung schon am Muttertag, dem kommenden Sonntag. "Ich erwarte, dass die Regierungschefs von Bund und Ländern in ihrer Sitzung morgen endlich den Weg frei machen für solche Konzepte, die in den Ländern dann in eigener Verantwortung und unter Berücksichtigung der jeweiligen Infektionslage umgesetzt werden können", sagte die Ministerin mit Blick auf die für Mittwoch geplanten Gespräche der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Wir sollten in Baden-Württemberg sehr zeitnah, aus meiner Sicht schon am Muttertag, mit der Außengastronomie starten."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich am Dienstag zuvor zurückhaltend geäußert: Man werde Entscheidungen nur Schritt für Schritt treffen und fange mit den unproblematischen und nicht mit den problematischen Bereichen an, hatte er auf die Frage nach Öffnungen im Gastronomiebereich gesagt.

Bayern hatte zuvor erklärt, die Außenbereiche von Gaststätten am 18. Mai, Speiselokale im Innenbereich am 25. Mai und Hotels am 30. Mai öffnen zu wollen.

Darauf baut auch der baden-württembergische Tourismusminister: "Wir dürfen nicht leichtsinnig werden und die bisherigen Erfolge nicht gefährden", sagte Wolf. Aber es sei auch klar, dass man noch lange mit dem Virus leben müsse. "Wir müssen daher zu einem Alltag finden, der Abstandsregeln mit Öffnungen vereint. Das gilt besonders für die Gastronomie: Sie braucht endlich einen Fahrplan und eine Perspektive."

Update, 5. Mai, 16.15 Uhr: Nicht dringliche medizinische Behandlungen sind trotz Corona-Pandemie wieder möglich

Wie das Ministerium für Soziales und Integration mitteilte, werden Ärzte und Kliniken in Baden-Württemberg zur Regelversorgung zurückkehren. Demnach sind nun wieder Behandlungen möglich, die "medizinisch notwendig, aber keine akuten Notfälle sind."  " Die Corona-Pandemie darf nicht dazu führen, notwendige medizinische Behandlungen langfristig zu verschieben. Sollte sich die Situation erneut verschärfen, sind die Arztpraxen und die Kliniken im Land aber auch darauf vorbereitet. Generell gilt: Niemand sollte aus Angst vor einer Infektion keine medizinische Hilfe im Krankenhaus oder bei einem niedergelassenen Arzt aufsuchen.", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Aufgrund der Corona-Pandemie sind nicht dringliche Behandlungen aufgeschoben worden. 

Update, 5. Mai, 16.05 Uhr: Kretschmann fordert Autokauf-Prämie und erntet Kritik

Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann erntet Kritik für seine Forderung nach einer Autokauf-Prämie, die er gemeinsam mit den beiden anderen "Autoländern" Niedersachsen und Bayern ausgesprochen hat. Die Grüne Jugend im Südwesten beispielsweise nannte den Vorstoß am Dienstag verantwortungslos. Kretschmann verteidigte sich. Er stehe solchen Maßnahmen skeptisch gegenüber, aber: "Wir sind in einer schweren Krise, und die Automobilwirtschaft spielt da eine große Rolle", sagte Kretschmann in Stuttgart.

Es handele sich um eine Schlüsselbranche mit vielen Zulieferern. "Deswegen ist die Einführung einer schnellen, niederschwelligen, zeitlich begrenzten Innovationsprämie für die Anschaffung von Neu- und Jahreswagen unserer Ansicht nach angesagt."

Update, 5. Mai, 13.21 Uhr: Umweltminister Untersteller sieht Potenzial für steigende Energiepreise

Wegen der Corona-Krise sinkt in Deutschland und auch im Südwesten der Stromverbrauch. Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne) sieht diese Entwicklung jedoch nicht nur positiv. "Es wäre positiv, wenn die niedrigen Handelspreise umgehend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden könnten. Ich befürchte aber, dass das nicht so sein wird", sagte er am Dienstag in Stuttgart. Es drohe vielmehr für das Jahr 2021 die paradoxe Situation, dass die Stromrechnung steige.

Die Gründe hierfür seien vielschichtig, erklärte Untersteller. Unter anderem gehe es um die wachsende Differenz zwischen Börsenstrom und der gesetzlich zugesicherten Vergütung für Produzenten erneuerbarer Energien, die ihren Strom ins Netz einspeisten. Er gehe davon aus, dass deshalb die EEG-Umlage, mit der diese Differenz ausgeglichen wird, stark ansteigen werde und sich der Strompreis für Mittelständler und Haushalte entsprechend erhöhe.

"Das müssen wir unbedingt verhindern", sagte Untersteller. Auf seine Initiative hin sei von den Energieministern der Länder am Montagabend beschlossen worden, dass die EEG-Umlage spürbar gesenkt werden müsse. Gegenfinanziert werde dies dann mit dem CO2-Preis, der zum 1. Januar 2021 eingeführt werden solle.

Insgesamt aber sei die Energie-Versorgung während der Corona-Krise gesichert, sagte Untersteller. Die Netzbetreiber hätten umfangreiche Notfallpläne erarbeitet, um den Schichtbetrieb vollständig aufrecht zu erhalten. Das gelte auch für den Fall, dass ein Mitarbeiter positiv auf Corona getestet werde. Der Stromverbrauch sei wegen Corona auf 80 Prozent des normalen Durchschnittswerts gesunken, sagte Untersteller. Grund dafür sei vor allem der Rückgang der Industrieproduktion wegen Corona.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne).
Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 5. Mai, 13 Uhr: Kretschmann spricht sich für bundesweit geregelte Lockerung von Kontaktverboten aus

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne) sieht das Vorpreschen einiger Bundesländer bei der Lockerung von Corona-Auflagen kritisch. Er sei für ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen, sagte Kretschmann in Stuttgart vor den für Mittwoch geplanten Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU). "Zusammenbleiben kann man nicht, wenn jeder schon vorher beschlossen hat, was er macht", kritisierte er.

Kretschmann machte klar, dass er zum Beispiel gegen eine Lockerung des Kontaktverbotes für die Bürger ist. In Sachsen-Anhalt war in der Nacht zum Montag eine neue Verordnung in Kraft getreten, mit der das Land bundesweit bei der Lockerung der Corona-Beschränkungen vorangeht. Die Menschen dort dürfen statt wie bisher mit einem Menschen abseits des eigenen Haushalts fortan zu fünft zusammen sein.

Update, 5. Mai, 12.51 Uhr: Feuerwehr trainiert online

Um trotz Corona-Pandemie weiter bestens für einen Einsatz vorbereitet zu sein, hat die Freiwillige Feuerwehr Mögglingen (Ostalbkreis) ihre Übungen ins Netz verlegt. Die Idee für das Online-Training sei Mitte April entstanden, erklärte Feuerwehr-Kommandant Florian Hofmeier am Dienstag. "Manche Kameraden hatten Entzug, weil der Übungsbetrieb eingestellt wurde."

Bei den ersten virtuellen Treffen via Skype sei es etwa um Hygienemaßnahmen und die Bedienung der Pumpe am neuen Löschfahrzeug gegangen. "Beim nächsten Videotreffen geht es dann um Gefahrenstoffe", erklärte Hofmeier. Zuvor hatte die "Gmünder Tagespost" darüber berichtet.

Online-Übungsstunden etwa zum Anziehen von Schutzkleidung, zu Einsatzbesprechungen oder zur Pumpenbedienung gebe es nicht nur in Mögglingen, hieß es vom Feuerwehrverband Baden-Württemberg. "Das machen sehr viele Feuerwehren im Land", sagte Sprecher Andreas Wersch.

Für die Kameraden im Ostalbkreis sei alle zehn Tage so ein Online-Training angesetzt, sagte Hofmeier. 18 Teilnehmer seien es beim letzten Mal gewesen. In seinem Landkreis sei der Übungsbetrieb noch bis zum 14. Juni ausgesetzt. Dann hoffe er, werde - wie in der Fußball-Bundesliga - Training in Kleingruppen erlaubt sein.

Update, 5. Mai, 12.47 Uhr: Weitere Lockerungen - Baden-Württemberg erlaubt Golf und Tennis

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat weitere Lockerungen der Corona-Regeln beim Sport in Aussicht gestellt. Man habe den Lenkungskreis der Landesregierung beauftragt, ab kommender Woche wieder "kontaktlosen Outdoorsport" zu erlauben, kündigte der Grünen-Politiker in Stuttgart an.

Damit sei Sport im Freien gemeint, bei dem die Abstandsregeln unproblematisch eingehalten werden könnten - etwa wie Golf, Leichtathletik und Tennis. Gerade Sport im Freien sei gut und stärke das Immunsystem.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 5. Mai, 12 Uhr: Innenminister Strobl zur Öffnung der Grenzen nach Frankreich

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU) hat zusammen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (70, CSU) heute besprochen, dass nach der Öffnung zweier zwischenzeitlich geschlossenen Grenzübergänge nach Frankreich gemeinsam weitere Übergänge identifiziert werden, die ebenfalls "vorsichtig und Schritt für Schritt" geöffnet werden sollen. Das geht aus einer Mitteilung des Innenministeriums hervor.

"Selbstverständlich haben wir permanent auch die Regelungen der Corona-Verordnung im Blick: Ich weiß, es gibt auch für Pendler aus Frankreich schmerzhafte Eingriffe und Beschränkungen. Für diese Regelungen gilt, wie für alle derzeit notwendigen Eingriffe und Beschränkungen: Sie gelten nur so lange, wie es unbedingt notwendig ist", wird Strobl zitiert. "Sobald wie möglich werden sie zurückgefahren. Der über allem stehende Grundsatz heißt aber: Die Ausbreitung des Virus zu bremsen, hat Priorität - weil das rettet Leben."

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 5. Mai, 11.33 Uhr: Aktuelle Spielzeit der Staatstheater abgesagt

Theaterfreunde werden in der aktuellen Spielzeit keine regulären Aufführungen der Staatstheater in Karlsruhe und Stuttgart mehr besuchen können - das bis 31. August vorgesehene Programm wurde abgesagt. Das teilte das Kunstministerium mit. Stattdessen sollen "kreative künstlerische Formate", die den Corona-Vorsichtsmaßnahmen gerecht werden, angeboten werden.

"Kulturbetriebe, Theater und musikalische Ensembles brauchen Planungssicherheit", sagte Kunstministerin Theresia Bauer (55, Grüne). Mit der Beendigung der regulären Spielzeit 2019/2020 hätten das Württembergische Staatstheater in Stuttgart und das Badische Staatstheater in Karlsruhe Klarheit. Beide Theater werden gemeinsam von Land und Kommune getragen.

Ziel ist demnach, dass es dennoch weiter Formate geben kann, bei denen der Schutz von Publikum und Mitwirkenden gewährleistet ist. Es werde an einer landesweiten Regelung zu Veranstaltungen gearbeitet, teilte das Ministerium mit. Außerdem sollen weitere Spielräume für Proben eröffnet werden. Die derzeitige Corona-Verordnung des Landes ermöglicht nur Proben mit bis zu fünf Personen.

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (55, Grüne).
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (55, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 5. Mai, 10.55 Uhr: Eins-zu-eins-Konzerte am Flughafen Stuttgart

Ein Künstler, ein Zuhörer: Konzerte, die den Abstands- und Kontaktbeschränkungen der Corona-Zeit gerecht werden, finden am kommenden Wochenende am Stuttgarter Flughafen statt. Einzelne Musiker des Staatsorchesters Stuttgart, des SWR-Symphonieorchesters und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst spielen dabei zehn Minuten lang für je einen einzigen Zuhörer. 

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Elena Graf, 1. Konzertmeisterin der Staatsoper Stuttgart, spielt während des Drehs eines Trailers für Eins-zu-Eins-Konzerte der Oper Stuttgart im Terminal 1 des Flughafens Stuttgart für einen Zuhörer auf der Violine.
Elena Graf, 1. Konzertmeisterin der Staatsoper Stuttgart, spielt während des Drehs eines Trailers für Eins-zu-Eins-Konzerte der Oper Stuttgart im Terminal 1 des Flughafens Stuttgart für einen Zuhörer auf der Violine.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 5. Mai, 8.09 Uhr: Hugo Boss rutscht wegen Corona-Krise in die Verlustzone

Der Modekonzern Hugo Boss schreibt wegen der Corona-Pandemie Verluste. Wegen der weitgehenden Schließung seiner Geschäfte brach dem Unternehmen im ersten Quartal der Umsatz weg, wie Hugo Boss am Dienstag mitteilte. Der Konzern will nun mit Einsparungen dagegen halten, Investitionen aufschieben und die Produktion zurückfahren. Erste Verbesserungen im Einzelhandelsumfeld erwartet das Unternehmen jedoch erst ab dem dritten Quartal.

So sanken die Umsätze in den Monaten Januar bis März um 16 Prozent auf 555 Millionen Euro, wie Hugo Boss berichtete. Unter dem Strich summierte sich ein Verlust von 18 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Hugo Boss noch 37 Millionen Euro verdient. Den Ausblick hat das Unternehmen bereits zurückgezogen, eine neue Prognose gab es noch nicht. Jedoch rechnet der für seine Herrenanzüge bekannte Modekonzern im zweiten Quartal nochmals mit einer deutlichen Verschlechterung im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres. So dürften die währungsbereinigten Umsätze um mindestens 50 Prozent sinken.

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Dem Modekonzern Hugo Boss brach im ersten Quartal wegen der Corona-Krise der Umsatz weg.
Dem Modekonzern Hugo Boss brach im ersten Quartal wegen der Corona-Krise der Umsatz weg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 5. Mai, 6.59 Uhr: Bergwacht beobachtet verändertes Freizeitverhalten

Nach mehreren Wochen der Corona-Zwangspause beobachtet die Bergwacht in Baden-Württemberg ein verändertes Freizeitverhalten der Menschen. Die Mobilität in der Bevölkerung nehme wieder zu, sagte eine Sprecherin der Bergwacht Schwarzwald. Immer mehr Menschen ziehe es bei frühlingshaftem und sommerlichem Wetter nach draußen in die Natur. Dieser Trend zeige sich seit Ende April und wird nach Einschätzung der Retter anhalten. Die Bergwacht Württemberg rief zu erhöhter Vorsicht auf. Freizeitaktivitäten sollten so gewählt werden, dass sie mit möglichst wenig Risiko verbunden sind. Rettungseinsätze seien für die Helfer wegen des Coronavirus mit einem höheren Aufwand verbunden.

Die Bergwacht beobachtet ein verändertes Freizeitverhalten der Menschen in der Corona-Zwangspause.
Die Bergwacht beobachtet ein verändertes Freizeitverhalten der Menschen in der Corona-Zwangspause.  © Nicolas Armer/dpa

Update, 4. Mai, 19.01 Uhr: Kabinett berät über Energieversorgung in Krisenzeiten

Die Corona-Krise ist weiter das Topthema - auch bei den Sitzungen der grün-schwarzen Landesregierung. Die widmet sich am Dienstag unter anderem der Energieversorgung in Krisenzeiten.

Wie ist es in der Corona-Krise um die Energieversorgung im Südwesten bestellt? Darüber will Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Dienstag in Stuttgart das Kabinett und im Anschluss bei einer Pressekonferenz (12 Uhr) mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Öffentlichkeit informieren. Dabei geht es etwa um die Frage, wie die Energieversorger in Corona-Zeiten die Stromversorgung gewährleisten und Sicherheitsmaßnahmen - auch für ihre Mitarbeiter - einhalten.

Zudem will sich die Landesregierung dazu äußern, wie ein vom Bund geplantes Investitionsprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft nach Corona genutzt werden sollte, um die Energiewende und den Klimaschutz voranzubringen. Auch wird erwartet, dass Journalisten Kretschmann und Sozialminister Manne Lucha (Grüne) zur allgemeinen Corona-Lage befragen. 

Am Mittwoch sprechen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Lockerungen der strengen Auflagen für Schulen, Kitas und Sport.

Der Landtag debattiert zum Thema Energieversorgung in der Krise.
Der Landtag debattiert zum Thema Energieversorgung in der Krise.  © Tom Weller/dpa

Update, 4. Mai, 18.56 Uhr: Verfassungsrichter hat Verständnis für Politik in Corona-Krise

Der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, hat Verständnis für die Politik geäußert, die in Corona-Zeiten schwierige Entscheidungen treffen müsse. "Wir sind im Augenblick in einer ganz außergewöhnlichen Krisensituation, bei deren Bewältigung es erkennbar keinen Königsweg gibt", sagte Harbarth der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstag). "Es gibt keine Blaupause aus früheren Jahren, die man einfach anlegen kann. Das ist für alle politischen Entscheidungsträger eine schwierige Situation." Harbarth war vor seinem Wechsel nach Karlsruhe 2018 selbst Abgeordneter der CDU im Deutschen Bundestag.

Im Augenblick beneide er "keinen exekutiven oder legislativen Entscheidungsträger um die große Last, die auf seinen Schultern ruht", sagte Harbarth den Zeitungen weiter. Richter sollten sich "diesen Entscheidungsdruck bewusst machen", wenn sie einzelne Maßnahmen juristisch beurteilten.

Update, 4. Mai, 18.33 Uhr: 32.457 Infizierte, 1453 Todesfälle


Die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg steigt auf 32.457. Davon sind 25.238 Personen genesen. 1453 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind bekannt. Die Verdopplungszeit beträgt 66 Tage. 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt auf 1453.
Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt auf 1453.  © DPA/ Sebastian Gollnow

Update, 4. Mai, 17.54 Uhr: Auch am langen Wochenende hielten Bürger meist Abstand

Am langen Wochenende mit dem 1. Mai hat die Polizei in Baden-Württemberg nur wenige Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt. Das Innenministerium zog am Montag eine positive Bilanz. "Die Menschen lassen weiterhin Vorsicht walten und sind umsichtig genug, um sich weitestgehend an die notwendigen Beschränkungen zu halten", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Stuttgart laut einer Mitteilung.

Zwischen Freitag und Sonntag kontrollierte die Polizei demnach mehr als 15.000 Personen, rund 940 von ihnen müssen mit einer Anzeige rechnen. Bei den Verstößen handelte es sich meistens um unerlaubte Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen.

Update, 4. Mai, 17.51 Uhr: Trotz Erlaubnis ab Mittwoch öffnen viele Museen erst kommende Woche

Erlaubt wäre eine Wiederöffnung zwar schon ab diesem Mittwoch - fast alle staatlichen Museen im Südwesten werden aber erst kommende Woche öffnen. Das teilte das Kunstministerium am Montag in Stuttgart mit. Für Besucher und Beschäftigte der staatlichen Museen wird es demnach eine Maskenpflicht geben.

Die am Samstag geänderte Corona-Verordnung des Landes erlaubt die Wiedereröffnung von Spielplätzen, Gedenkstätten, Museen, Ausstellungen, Zoos und Tierparks ab diesem Mittwoch. Die Museen müssen die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln gewährleisten können. Um das sicherzustellen und das notwendige Aufsichtspersonal engagieren zu können, öffnen laut Kunstministerium fast alle staatlichen Museen erst in der Woche vom 11. Mai an.

Auch der Vizepräsident des Museumsverbands Baden-Württemberg, Christian Glass, sagte, die Öffnung der Museen werde meist nicht ab "Tag Eins" erfolgen. Der Verband ist ein freiwilliger Zusammenschluss der Museen im Land. Er gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten zehn Tage alle wieder aufmachen, sagte Glass am Montag. Einzelne wollten aber bereits an diesem Mittwoch öffnen. Die Museen hätten unterschiedliche Vorlaufzeiten für den Neustart nach der Pause. Einige seien auf Fremdfirmen angewiesen, die etwa den Sicherheitsdienst stellen, sagte er weiter. Über dieses Personal könne man nicht so einfach verfügen.

Update, 4. Mai, 17.49 Uhr: Kretschmanns Bürstenhaarschnitt sitzt jetzt wieder akkurat

Man sah es dem Regierungschef deutlich an: Auch Winfried Kretschmann (Grüne) war wegen des Coronavirus lange nicht mehr beim Friseur. Sein markanter Bürstenhaarschnitt saß zuletzt nicht mehr ganz so akkurat. Am Montag aber durften die Friseure unter strengen Auflagen wieder öffnen - und Kretschmann ließ sich direkt bei seinem Stuttgarter Stammfriseur die Haare stutzen. 

Der Ministerpräsident trug dabei wie vorgeschrieben eine Maske vor dem Gesicht, wie ein Foto der Staatskanzlei belegt. Zuerst hatten die "Stuttgarter Nachrichten" und die "Stuttgarter Zeitung" (Online-Ausgaben/Montag) über den Friseurbesuch berichtet.

Ministerpräsident Kretschmann beim Friseur.
Ministerpräsident Kretschmann beim Friseur.  © Staatsministerium/Staatsministerium Baden-Württemberg/dpa

Update, 4. Mai, 17.09 Uhr: Daimler und Land beschaffen Masken

Am Montag hat das Ministerium für Soziales und Integration die ersten 600.000 von insgesamt 12,4 Millionen KN95/FFP2-Atemschutzmasken erhalten. Durch eine Kooperation der Daimler AG und der Landesregierung wurden diese in China beschafft. "Auch hier beweist sich einmal mehr, dass der exzellente Kontakt zwischen den baden-württembergischen Unternehmen und dem Land zu ganz konkreten Ergebnissen führt. Wir sind sehr dankbar, dass die Firma Daimler ihre Kontakte zum Wohl des Landes Baden-Württemberg nutzt. Das hilft uns sehr", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Montag.

Gesundheitsminister Manne Lucha ergänzte: "Diese großartige Nachricht verdanken wir einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Daimler und der Landesregierung in einem extrem schwierigen Marktumfeld. Die dringend benötigten KN95/FFP2-Masken werden jetzt die nächsten Wochen über in Baden-Württemberg erwartet."

Update, 4. Mai, 17.05 Uhr: Abschlussklassen kehren in Schulen zurück

Nach einer siebenwöchigen Zwangspause wegen Corona sind am Montag erste Schüler in die Klassen zurückgekehrt, um sich auf ihre Abschlüsse vorzubereiten. Der Unterricht wird unter strengen Auflagen erteilt, um die Ansteckungsgefahr mit dem Virus gering zu halten. SPD und FDP forderten von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ein Gesamtkonzept für den Unterricht in Corona-Zeiten und dazu, wie verpasster Unterrichtsstoff nachgeholt werden kann.

Ziel des Kultusministeriums ist es, dass alle 1,5 Millionen Schüler in Baden-Württemberg in diesem Schuljahr zumindest noch zeitweise Präsenzunterricht erhalten und nicht nur zu Hause lernen müssen. Rund 330 000 Schüler durften jetzt an die Schulen zurückkehren. Im nächsten Schritt sollen dann die Viertklässler wieder zurückkommen. Baden-Württemberg hatte Kitas und Schulen wegen des Coronavirus Mitte März geschlossen.

Vor allem die Berufsschullehrer sehen den Wiedereinstieg in den Präsenzunterricht als Herkulesaufgabe. Der Landesvorsitzende des Berufsschullehrerverbandes, Thomas Speck, sagte, etwa 40 Prozent der Berufsschüler gingen jetzt wieder zur Schule. Dafür stünden etwa 70 Prozent der Lehrer bereit. Es gebe trotzdem Schulen, die nicht allen Prüfungsklassen einen Präsenzunterricht anbieten könnten.

Vize-Landeschef Michael Niedoba bezifferte die Zahl der Prüflinge an den beruflichen Schulen auf mehr als 100 000. Die Prüfungen seien eine Belastungsprobe, da der Prüfungszeitraum verkürzt worden sei. Vize-Landeschefin Michaela Keinath erklärte, dass die praktischen Prüfungen für Schüler in der Altenpflege eigentlich in Pflegeheimen abgehalten würden. Das sei jetzt wegen Corona nicht möglich. Praktische Situationen sollten an Puppen nachgestellt werden.

Auch an den allgemeinbildenden Schulen startete der Unterricht unter erschwerten Bedingungen. So kehrten an der Immanuel-Kant-Realschule in Leinfelden-Echterdingen drei Klassen der Stufen neun und zwei 10er-Klassen zurück. Wegen der Abstandsregel von 1,5 Metern zwischen den Schülern sind alle Klassen geteilt und auf 12 bis 15 Schüler verkleinert worden - die restlichen Klassen der beiden letzten Jahrgangsstufen sollen im Laufe der Woche zurückkommen. In den Klassenzimmern müssen Türen und Fenster geöffnet bleiben.

SPD-Landeschef Andreas Stoch sagte der "Schwäbischen Zeitung" (Montag), es brauche zwingend einen Stufenplan, wie alle Schüler im Südwesten auch wieder an der Schule unterrichtet werden können. Zudem könne man den Eltern "noch immer nicht erklären, wie der Fernunterricht nun weiter funktionieren soll". "Dabei ist eins schon heute sicher: Einen vollen Präsenzunterricht mit vollem Stundenplan wird es auf absehbare Zeit nicht geben."

FDP-Bildungsexperte Timm Kern sagte, die Ministerin sei auch ein Konzept schuldig, wie die Schüler den verpassten Stoff aufholen und Wissenslücken schließen könnten.

Der Unterricht beginnt für die Abschlussklassen.
Der Unterricht beginnt für die Abschlussklassen.  © DPA / Julian Stratenschulte

Update, 4. Mai, 16.32 Uhr: Prozess um Gruppenvergewaltigung in Konzertsaal verlegt

Der wegen des Coronavirus unterbrochene Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disco in Freiburg wird vom Gerichtssaal in eine Halle verlagert.

Mehr Infos dazu hier.  

Update, 4. Mai, 16.17 Uhr: Autoländer fordern Auto-Kaufprämien gegen Corona-Krise

Die "Autoländer" Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg wollen die schwache Nachfrage mit Kaufprämien für Autos wieder ankurbeln: 4000 Euro zusätzlich soll es für den Kauf von Autos mit Elektro-, Brennstoffzellen- oder Plug-in-Antrieben geben, 3000 Euro für den Kauf hochmoderner Verbrenner. Auf diesen Forderungskatalog an den Bund verständigten sich die drei Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne) am Montag in telefonischen Beratungen, wie Söder anschließend sagte. Wenn jemand sein älteres Auto mit Euro-3- oder Euro-4-Norm abgibt, soll er nach Worten Söders dafür außerdem 1000 Euro sogenannte "Recyclingprämie" bekommen.

Update, 4. Mai, 15.52 Uhr: Musikschulen dürfen unter Auflagen wieder öffnen

Klavierunterricht ja, Singen vorerst nein - unter Auflagen dürfen die mehr als 200 Musikschulen in Baden-Württemberg ab Mittwoch den Betrieb wieder aufnehmen. Ebenfalls soll der Unterricht an den Jugendkunstschulen wieder starten. Das teilte das Kultusministerium am Montag in Stuttgart mit. "Auch das beste Video-Tutorial ist kein Ersatz für einen Musik- oder Kunstunterricht von Angesicht zu Angesicht", sagte Ministerin Susanne Eisenmann (CDU). Die Einrichtungen hatten wegen der Coronakrise im März schließen müssen.

Erlaubt ist demnach zunächst Unterricht zur Berufs- und Studienvorbereitung sowie Einzelunterricht, allerdings mit Ausnahmen. So müssen sich Gesangsschüler und Bläser weiterhin gedulden, weil hier das Infektionsrisiko durch eine erhöhten Abgabe verbrauchter Atemluft höher eingestuft wird. Während des Unterrichts müssen Abstandsgebot und Hygienemaßnahmen gewahrt werden.

Update, 4. Mai, 14.43 Uhr: Corona-Verordnung zu Datenschutz

Am 5. Mai tritt die Verordnung des Innen- und Sozialministeriums zur Verarbeitung personenbezogener Daten zwischen Gesundheitsbehörden, Ortspolizeibehörden und Polizeivollzugsdienst in Kraft.

"Die Verordnung ist ein großer Schritt hin zu mehr Schutz vor dem Corona-Virus für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ortspolizeibehörden sowie für unsere Polizistinnen und Polizisten. Das Wissen, dass jemand an Corona erkrankt ist, ist mit der beste Schutz vor einer Ansteckung. Dann gehen unsere Polizistinnen und Polizisten gut vorbereitet in den Einsatz und können rechtzeitig Schutzvorkehrungen treffen. Deshalb war es uns wichtig, die Weitergabe von Informationen über infizierte Personen auf eine sichere rechtliche Grundlage zu stellen – das ist jetzt geschehen", sagte Innenminister Thomas Strobl

Sozialminister Manne Luchabetonte: "Über das Landesgesundheitsamt ist ein sicherer und zentraler Datenaustausch gewährleistet. Es dürfen nur in berechtigten, geprüften Einzelfällen Daten weitergegeben werden". 

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Update, 4. Mai, 14.34 Uhr: Friseure machen Wildwuchs auf den Köpfen ein Ende

Schräge Ponys, graue Strähnen, verunglückte Tönungen ade - die Friseure schaffen nun wieder Ordnung auf den Köpfen ihrer Kunden. Nach Angaben des Fachverbandes Friseur und Kosmetik gibt es etwa 11 500 Betriebe im Südwesten, die seit Montag nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder öffnen dürfen. Allerdings sind die Auflagen streng - für die Kleinunternehmer und die Kunden gleichermaßen. Jeder Kunde muss sich telefonisch oder online anmelden, damit es keine Ansammlungen im oder vor dem Salon gibt. Wartebereiche sind teils mit rot-weißem Flatterband abgetrennt, Aushänge an den Eingängen bringen den Kunden die Regeln nahe.

Deren Wünsche sind bei der Terminvergabe abzuklären, um unnötige Kommunikation im Salon zu vermeiden. Mitarbeiter wie Kunden sind verpflichtet, Schutzmasken zu tragen. Die Arbeitsplätze müssen mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sein. Auch die sonst angebotene Tasse Kaffe und die ausliegenden Zeitschriften werden von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege kritisch gesehen.

Die von Wirtschafts- und Gesundheitsministerium erarbeitete Richtlinie sieht weiter vor, dass Kunden bei Betreten des Salons die Hände desinfizieren müssen. Nach jedem Kunden sind die Haar-Experten gehalten, Frisierstuhl und Werkzeuge zu reinigen. "Das ist viel mehr Arbeit für uns", sagt eine Stuttgarter Friseurin. Gleichzeitig kann sie weniger Kunden bedienen. In der Branche werden Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen.

Update, 4. Mai, 14.09 Uhr: Kultusministerin Eisenmann fordert zügige Lockerungen für Breitensport

Die baden-württembergische Sportministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) fordert in der Corona-Krise zeitnahe Lockerungen für den Amateur- und Breitensport. Der Beschluss der Sportministerkonferenz mit Empfehlungen zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs liege bereits seit einer Woche vor, wird die 55-Jährige in einer Stellungnahme ihres Ministeriums vom Montag zitiert. 

"Es leuchtet mir nicht ein und ist auch den Menschen nicht zu vermitteln, warum kontaktfreie Trainings- und Übungsangebote von Sportvereinen im Freien unter Einhaltung strenger Abstands- und Infektionsschutzregeln weiter nicht ausgeübt werden dürfen", sagte Eisenmann.

Die Ministerin erhöhte den Druck auf die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am Mittwoch erneut über mögliche Lockerungen beraten. "Sollte das Thema Breitensport bei der nächsten Runde zwischen den Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin am Mittwoch erneut nicht behandelt und entschieden werden, müssen wir in Baden-Württemberg einen eigenen Weg gehen", sagte Eisenmann.

"Ein Konzept für die Wiederaufnahme des Sports an der frischen Luft haben wir bereits erarbeitet. Gerade Sportarten wie zum Beispiel Tennis, Golf, Klettern, Reiten sowie Kanu- und Rudersport, aber auch andere sportliche Aktivitäten im Freien – unter Einhaltung der Vorgaben - müssen sehr zeitnah wieder möglich sein."

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 4. Mai, 13.49 Uhr: Nicht alle Einrichtungen öffnen gleich am Mittwoch

Die staatlichen Schlösser und Gärten öffnen ihre Pforten ab Mittwoch nur stufenweise nach der Corona-Zwangspause. Die Wilhelma soll erst in der kommenden Woche für Besucher geöffnet werden. Das teilte das Finanzministerium mit.

Die am Samstag geänderte Corona-Verordnung des Landes erlaubt eigentlich die Wiedereröffnung von Spielplätzen, Gedenkstätten, Museen, Ausstellungen, Zoos und Tierparks schon ab diesen Mittwoch. Manche Einrichtungen öffnen aber erst später, andere mit Besucherbeschränkungen. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, man müsse sicherstellen, dass es nirgendwo einen zu großen Andrang gebe. "Deshalb bitten wir um Verständnis, dass nicht alle Einrichtungen sofort voll durchstarten können".

Der Karlsruher Schlossgarten ist wegen seiner Bedeutung für Fuß- und Radverkehr bereits seit Montag wieder geöffnet - um abendliche Treffen zu vermeiden aber vorerst nur bis 19 Uhr. Das Blühende Barock in Ludwigsburg eröffnet am Mittwoch. Am Donnerstag folgen Außen- und Parkanlagen der Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten. Mit einer Besucherbeschränkung machen die Schlossgärten Weikersheim (400 Personen) und Schwetzingen (800 Personen) wieder auf. Die Innenräume der Monumente sind erst ab dem 12. Mai wieder offen.

Die Wilhelma empfängt laut dem Ministerium erst am 11. Mai Besucher mit einer beschränkten Anzahl. In zwei Zeitfenstern pro Tag dürfen jeweils 2000 Menschen mit Mundschutz in den Zoo. Kinder unter 6 Jahren müssen keinen Mundschutz tragen. Eine Sprecherin des Tiergartens Heidelberg sagte, man plane, schon an diesem Mittwoch aufzumachen.

Aus dem großen Seerosenbecken im Maurischen Garten der Wilhelma in Stuttgart haben die Gärtnerinnen und Gärtner Berge von Algen entfernt.
Aus dem großen Seerosenbecken im Maurischen Garten der Wilhelma in Stuttgart haben die Gärtnerinnen und Gärtner Berge von Algen entfernt.  © Harald Knitter/Wilhelma Stuttgart/dpa

Update, 4. Mai, 11.33 Uhr: Achtung gefälschter Onlineshop - Experten beraten im Live-Chat

Minderwertige Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel, das zwar bestellt und bezahlt, aber nie geliefert wird - Internetbetrüger machen mit den Sorgen der Menschen während der Corona-Krise gute Geschäfte. Wie man gefälschte Onlineshops erkennt und sich vor Betrug schützen kann, dazu beraten Experten des Landeskriminalamts (LKA) und der Verbraucherzentrale am Dienstag in einem einstündigen Live-Chat.

"Da viele Menschen derzeit ihre Einkäufe im Internet erledigen, agieren Betrüger hier ganz bevorzugt", sagte Ralf Michelfelder,
Präsident des LKA Baden-Württemberg, in Stuttgart. Auch bei der Verbraucherzentrale gehen Anfragen zum Einkauf im Netz ein, wie Vorstand Cornelia Tausch berichtet: "Dubiose Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln werben mit unzulässigen Heilsversprechen, andere verlangen Vorkasse, am Ende ist dann das Geld weg."

Ralf Michelfelder ist der Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg.
Ralf Michelfelder ist der Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 4. Mai, 10.36 Uhr: SPD-Landeschef fordert Konzept für Schulunterricht in Corona-Zeiten

SPD-Landeschef Andreas Stoch (50) fordert von Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) ein Gesamtkonzept für den Schulunterricht in Corona-Zeiten. Es brauche zwingend einen Stufenplan, wie alle Schüler im Südwesten auch wieder an der Schule unterrichtet werden können, sagte Stoch der "Schwäbischen Zeitung". 

Zudem könne man den Eltern "noch immer nicht erklären, wie der Fernunterricht nun weiter funktionieren soll". "Dabei ist eins schon heute sicher: Einen vollen Präsenzunterricht mit vollem Stundenplan wird es auf absehbare Zeit nicht geben."

SPD-Landeschef Andreas Stoch (50).
SPD-Landeschef Andreas Stoch (50).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 4. Mai, 9.42 Uhr: Handball-Coach Schwalb warnt den Fußball: "Solidarität zeigen"

Vor einer möglichen Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs hat der Handball-Coach Martin Schwalb den Profifußball zu Solidarität mit anderen Sportarten aufgefordert. 

"Ich gucke gerne Fußball und fände es auch gut, wenn es wieder losgeht. Allerdings darf es nicht dazu führen, dass der Fußball eine komplette Ausnahmestellung kriegt und noch mehr Sponsoren bekommt", sagte der Trainer des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen am Montag im "Bild"-Interview. "Der Fußball darf nicht in seinem eigenen Saft braten und alle anderen Sportarten unter sich begraben. Er sollte erkennen, dass er für den gesamten Sport eine Verantwortung trägt."

In der Handball-Bundesliga war die Saison wegen der Coronavirus-Pandemie zuletzt abgebrochen worden. Aus Sicht des 57-Jährigen wäre es "fatal, wenn der Fußball in dieser Zeit sein Monopol noch mehr ausbaut. Er muss Solidarität zeigen und kleinere Sportarten unterstützen."

Martin Schwalb ist Trainer der Rhein-Neckar-Löwen.
Martin Schwalb ist Trainer der Rhein-Neckar-Löwen.  © Michael Deines/DPA

Update, 4. Mai, 6.43 Uhr: Einige Schüler kehren in die Klassenzimmer zurück

Nach siebenwöchigen Schulschließungen kehren am Montag rund 330.000 Schüler in die Klassenzimmer zurück. Dabei handelt es sich zunächst um die Schüler, die in diesem oder im kommenden Jahr ihren Abschluss machen. 

Der Unterricht soll unter strengen Abstands- und Hygieneregeln stattfinden, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Eine Maskenpflicht wie in Bussen, Bahnen und Läden soll im Unterricht aber nicht gelten. Im nächsten Schritt sollen dann die Viertklässler wieder an die Schulen zurückkommen. 

Ziel des Kultusministeriums ist es, dass alle 1,5 Millionen Schüler im Südwesten in diesem Schuljahr zumindest noch zeitweise Präsenzunterricht erhalten.

Schüler mit Mundschutz sitzen bei der Prüfungsvorbereitung fürs Abitur in einer zum Schulraum umfunktionierten Turnhalle.
Schüler mit Mundschutz sitzen bei der Prüfungsvorbereitung fürs Abitur in einer zum Schulraum umfunktionierten Turnhalle.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. Mai, 18.55 Uhr: 32.389 nachgewiesene Corona-Fälle im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg ist auf mindestens 32.389 gestiegen. Das waren 117 mehr als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg um 9 - auf 1422. Rund 24.800 Menschen seien von ihrer Covid-19-Erkrankung wieder genesen, hieß es.

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,68 angegeben. Das bedeutet im Mittel, dass zehn mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte rund sieben weitere Personen anstecken.

Update, 3. Mai, 16.15 Uhr: Bürgermeister schreibt Brandbrief wegen Geldsorgen

Schlafstörungen wegen der Coronakrise? In einem Brandbrief an den Gemeindetag schildert der Bürgermeister von Neckargemünd, Frank Volk (Freie Wähler), die Finanzprobleme, die ihm den Schlaf rauben. 

"Inzwischen fällt es nicht nur mir angesichts der Sorge um die kommunalen Finanzen schwer, nachts einzuschlafen", schreibt Volk in dem Brief. Auf seine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis mit 13.400 Einwohnern entfalle von einer landesweit verteilten Tranche von 100 Millionen Euro lediglich ein Betrag von 86.650 Euro. 

 Dem stünden Einnahmeausfälle von monatlich 232.000 Euro gegenüber, etwa aus den Kitas, dem Hort und der Mittagsbetreuung an Grundschulen (73.350), aus Musik- (10.000 Euro) und Volkshochschule (21.000 Euro) sowie aus dem ÖPNV (72.000 Euro).

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Update, 3. Mai, 14.15 Uhr: Grüne wollen Boris Palmer loswerden

Nach umstrittenen Äußerungen zum Umgang mit Corona-Patienten (TAG24 berichtete) fordern Dutzende Grüne den Parteiausschluss des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer

Palmers parteischädigende Äußerungen zeigten, dass die Grünen "längst nicht mehr seine politische Heimat" seien, heißt es in einem offenen Brief. In dem werden der baden-württembergische Landesvorstand und der Kreisvorstand Tübingen aufgefordert, ein Parteiordnungsverfahren oder Parteiausschlussverfahren gegen Palmer anzustrengen. 

 Die Vorstände müssten als zuständige Organe alle Möglichkeiten ausschöpfen, "um diesen politischen Geisterfahrer alsbald aufzuhalten". Zunächst hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet. 

 Palmer hatte zur Corona-Krise gesagt: "Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären." Damit hatte er parteiübergreifend für Empörung gesorgt - und sich später entschuldigt, falls er sich "da missverständlich oder forsch ausgedrückt" habe.

Tübingens OB Boris Palmer.
Tübingens OB Boris Palmer.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 3. Mai, 13.39 Uhr: Bürgermeister schreibt Brandbrief an Gemeindetag

Schlafstörungen wegen der Coronakrise? In einem Brandbrief an den Gemeindetag schildert der Bürgermeister von Neckargemünd, Frank Volk, die Finanzprobleme, die ihm den Schlaf rauben. 

"Inzwischen fällt es nicht nur mir angesichts der Sorge um die kommunalen Finanzen schwer, nachts einzuschlafen", schreibt Volk in dem Brief. Auf seine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis mit 13.400 Einwohnern entfalle von einer landesweit verteilten Tranche von 100 Millionen Euro lediglich ein Betrag von 86.650 Euro. 

Dem stünden Einnahmeausfälle von monatlich 232.000 Euro gegenüber, etwa aus den Kitas, dem Hort und der Mittagsbetreuung an Grundschulen (73.350), aus Musik- (10.000 Euro) und Volkshochschule (21.000 Euro) sowie aus dem ÖPNV (72.000 Euro). Zugleich gebe es neue Belastungen etwa für Schutzmasken und die Absperrungen der Kinderspielplätze.

Volk resümiert: "Wenn sich an der finanziellen Ausstattung der Kommunen nichts ändert, werden wir uns nur noch mit Mühe gegen den Niedergang stemmen können." Alleine die Steuerkraft der Einwohner reiche bei weitem nicht aus. "Wir sehen uns mit einem immensen Problem einer Größenordnung konfrontiert, wie es sie seit den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat."

Ohne weitere Unterstützung drohe die Schließung der Bücherei, des Freibades, des Museums sowie der Musik- und Volkshochschule. Er wisse nicht, wie er das den Bürgern erklären solle. 

Vielleicht führe die Aufstellung echter Finanzdaten dazu, dass Bund und Land den Gemeinden verstärkt unter die Arme greifen, heißt es in dem Schreiben.

Update, 3. Mai, 13.02 Uhr: Kretschmann rechnet mit Ermüdungseffekten

Die Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus bergen nach Meinung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auch die Gefahr einer neuen Infektionswelle. 

Er gehe davon aus, dass Ermüdungseffekte eintreten, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ja auch nur menschlich." Es liege an der Politik, unermüdlich darauf hinzuweisen, wie wichtig die disziplinierte Einhaltung der Maßnahmen ist. "Denn sie wirken, das sieht man jetzt." 

Kretschmann warb für eine "neue Normalität" im Umgang miteinander und im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben. "Eine Normalität, in der Abstand halten und Hygienevorschriften im Mittelpunkt stehen und allen klar ist, dass manches einfach nicht geht", sagte er. 

Und weiter: "Große Veranstaltungen mit dicht gedrängten Menschenmassen, feuchtfröhliche Großparties wie der Cannstatter Wasen sind auf absehbare Zeit einfach nicht drin."

MInisterpräsident Winfried Kretschmann.
MInisterpräsident Winfried Kretschmann.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 3. Mai, 12.47 Uhr: VfB-Spieler mit "unklarem Befund" getestet

Corona-Aufregung beim VfB Stuttgart

Wie Kicker.de berichtet, ergab der Test bei einem der Spieler "einen unklaren Befund". Der Fußballer, dessen Name "aus persönlichen Gründen" nicht öffentlich werden sollte, zeige demnach keinerlei Symptome. 

Der Profi sei sofort von den Kollegen getrennt worden und befände sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Ein weiterer Corona-Test am Montag soll laut Kicker genaueren Aufschluss geben.

Update, 3. Mai, 12 Uhr: Diese Lockerungen gibt es ab Montag

Baden-Württemberg wagt nach einigen Wochen des sogenannten Lockdowns weitere Schritte zurück in die Normalität. 

Unter anderem Spielplätze, Museen und Zoos sollen kommende Woche wieder öffnen dürfen, wie das Staatsministerium mitteilte. Das grün-schwarze Kabinett habe die Corona-Verordnung am Samstag entsprechend angepasst. Ab Montag dürfen Gottesdienste wieder stattfinden. 

Ab Mittwoch können Spielplätze, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und Tierparks wieder öffnen. Einzelhandelsgeschäfte können ab Montag wieder öffnen, auch wenn ihre Verkaufsfläche größer als 800 Quadratmeter ist.

Update, 3. Mai, 9.55 Uhr: Ex-Fußballer Göhlert über das Risiko in der Bundesliga

Der Mediziner und frühere Profi Tim Göhlert sieht in der Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga ein überschaubares Risiko. 

"Grundsätzlich haben wir beim Fußball schon das Glück, dass ganz enge Kontakte relativ selten sind", sagte der 35-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". Und weiter: "Das mag man gar nicht glauben, aber die bekannte Zweikampfsituation gibt's gar nicht so oft. Anders als beim Handball oder Basketball, wo das Feld viel kleiner und so die Infektionsgefahr viel höher ist. Klar, bei Freistößen stehst du schon enger zusammen. Aber grundsätzlich bietet der Fußball Abstand." 

Spannend würde es allerdings beim Thema Rudelbildung. "Das wäre wohl ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz." Während die Handball-Saison abgebrochen ist, will die Basketball-Bundesliga ihre Spielzeit mit einem Zehner-Turnier beenden.

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Update, 3. Mai, 8.05 Uhr: Kretschmann hält Klimawandel für gefährlicher als Corona

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält den Klimawandel für gefährlicher als die Corona-Pandemie. 

"Wenn wir den nicht gebremst kriegen, wird er die Corona-Krise in den Auswirkungen noch in den Schatten stellen", sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Klimawandel habe er weit mehr Respekt. "Der Klimawandel kann die ganze Welt nachhaltig erschüttern und ihn können wir nicht irgendwann einfach wegimpfen." 

Die Folgen wären Naturkatastrophen, Ernteausfälle, Hunger- und Hitzetote, Flüchtlingsströme und ganze Landstriche, die wegen Dürre oder Überflutung unbewohnbar sind. 

"Das hat fast eine apokalyptische Anmutung", sagte Kretschmann. "Wenn das auf uns zukommt, dann gnade uns Gott."

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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