Bei Ostermarsch in Hamburg: Redner spricht von "hinterhältigem Verbrechen"

Hamburg - Hunderte Menschen haben sich am Ostermontag in Hamburg am traditionellen Ostermarsch beteiligt. Die Auftaktkundgebung begann um 12.30 Uhr an der S-Bahn-Haltestelle Landwehr, bereits zuvor hatten sich Teilnehmende zu einer Osterandacht versammelt. Im Anschluss zog der Demonstrationszug durch die Stadt bis zum Carl-von-Ossietzky-Platz in St. Georg, wo am Nachmittag die Abschlusskundgebung stattfand.

Rund 2000 demonstrierten am Ostermontag in der Hansestadt für Frieden.
Rund 2000 demonstrierten am Ostermontag in der Hansestadt für Frieden.  © Citynewstv

Im Zentrum der Demonstration standen Forderungen nach einem sofortigen Ende aktueller Kriege sowie Kritik an der deutschen und internationalen Sicherheitspolitik.

Einer der Hauptredner war Andreas Grünwald von der Initiative "Nie Wieder Krieg" sowie dem Hamburger Forum. Er zeigte sich zu Beginn seiner Rede bewegt über die große Beteiligung. Von den laut Polizei 3000 angemeldeten Teilnehmenden waren rund 2000 Menschen erschienen.

Grünwald übte scharfe Kritik an der internationalen Politik, insbesondere mit Blick auf den Nahen Osten. Mit Bezug auf den aktuellen Konflikt erklärte er: "Wir erleben in diesen Tagen einen Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Dieser Krieg ist ein hinterhältiges Verbrechen."

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Die Begründung mit einer angeblichen atomaren Bedrohung bezeichnete er als unglaubwürdig und verwies darauf, dass es "absolut nichts auf ein iranisches Atomwaffenprogramm aktuell hindeutet".

Grünwald: "Es werden unsere Kinder sein, die verheizt werden."

Viele der Teilnehmenden führten Schilder mit sich.
Viele der Teilnehmenden führten Schilder mit sich.  © Citynewstv

Auch die Rolle der Bundesregierung kritisierte Grünwald deutlich. Deutschland sei in die Konflikte verstrickt und trage Mitverantwortung.

Er sprach von einer "kriminellen Komplizenschaft der Bundesregierung", insbesondere durch die Nutzung US-amerikanischer Militärstützpunkte auf deutschem Boden.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die deutsche Aufrüstungspolitik. Grünwald warnte vor den geplanten steigenden Militärausgaben und den gesellschaftlichen Folgen: "Bis zu 300 Milliarden Euro sollen dies bei Erreichung dieses Ziels 2035 dann sein." Dieses Geld fehle an anderer Stelle, etwa im sozialen Wohnungsbau, im Verkehr oder in der Bildung.

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Zugleich stellte er einen Zusammenhang zwischen sozialen Fragen und Friedenspolitik her: "Diese Frage von Krieg und Frieden ist eine Klassenfrage! Aber nicht nur Betreff der Kosten. Nein: Es sind unsere Leute, die in solchen Kriegen sterben müssen. Sie tragen unsere Namen. Es werden nicht die Kinder und Enkel von Friedrich Merz oder die des Rheinmetall-Chefs sein. Es werden unsere Kinder sein, die verheizt werden."

Zum alljährlich stattfindenden Ostermarsch hatte das Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung aufgerufen. Unter den Demonstrierenden waren unter anderem auch die Gewerkschaft Verdi, Anhänger und Anhängerinnen der Partei "Die Linke" sowie Schüler und Schülerinnen.

Unter dem Motto "Russland ist nicht unser Feind" kündigten die Veranstalter bereits weitere Aktionen an, darunter bundesweite Demonstrationen in den kommenden Monaten wie etwa am 20. Juli vor dem Bundestag in Berlin.

Titelfoto: Citynewstv

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