Friedlicher 1. Mai: Zehntausende feiern in Berlin ohne große Krawalle
Von Theresa Held
Berlin - Der 1. Mai in der Hauptstadt ist in diesem Jahr weitgehend ruhig verlaufen. Trotz zehntausender Menschen auf den Straßen spricht die Polizei von einem weitgehend friedlichen Verlauf.
Rund 50.000 Menschen waren laut Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) am Tag der Arbeit in der Stadt unterwegs. Während einige ausgelassen feierten, gingen andere bei Demonstrationen auf die Straße – etwa gegen hohe Mieten, Stellenabbau oder soziale Ungleichheit.
Besonders im Fokus stand erneut die traditionelle "Revolutionäre 1. Mai"-Demo. Rund 10.000 Teilnehmer zogen durch Kreuzberg und Neukölln. Die Stimmung war teils angespannt, vereinzelt wurden Böller gezündet und Gegenstände geworfen.
Dennoch blieb es bei wenigen Zwischenfällen. Nach ersten Angaben gab es nur drei Festnahmen im direkten Zusammenhang mit der Demo, insgesamt bewegten sich die Zahlen im mittleren zweistelligen Bereich.
Auch die Einsatzkräfte kamen vergleichsweise glimpflich davon.
Einige Polizisten wurden leicht verletzt, größere Ausschreitungen blieben jedoch aus. Insgesamt waren rund 5300 Beamte im Einsatz.
Protest im Görli
Parallel verwandelten sich viele Kieze in Partyzonen. Besonders in Kreuzberg drängten sich die Menschenmassen.
Im Görlitzer Park protestierten Tausende gegen die geplante nächtliche Schließung. Wegen Überfüllung musste der Park am Abend zeitweise geschlossen werden.
Auch umliegende Straßen wurden gesperrt, mehrere U-Bahnhöfe dichtgemacht.
Nach dem Vergnügen, kommt die Arbeit: das große Aufräumen. Die Stadtreinigung wird wieder in Sonderschichten unterwegs sein, nachdem in den vergangenen Jahren teils über 100 Kubikmeter Müll zusammenkamen.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

