Hat Polizist Frau bei Pro-Palästina-Demo ins Gesicht geschlagen?
Von Björn Graas, Stefan Kruse
Berlin - Ein Polizist soll bei einer propalästinensischen Kundgebung in Berlin-Mitte einer Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben - nun untersucht die Polizei den Vorfall, den Internetvideos dokumentieren sollen.
Alles in Kürze
- Polizist schlug Frau bei Demo ins Gesicht.
- Vorfall wird von der Polizei untersucht.
- Frau wurde von Feuerwehr behandelt.
- Gegen die Frau wird wegen Beleidigung ermittelt.
- 94 Personen wurden vorläufig festgenommen.

Die Berliner Polizei bestätigte am Samstag, solche Aufnahmen zu kennen. Der betreffende Beamte sei identifiziert, der Vorfall werde geprüft, sagte ein Sprecher. Ein Ermittlungsverfahren gegen den Beamten wurde zunächst nicht eingeleitet. Es werde noch geprüft, "ob das Verhalten verhältnismäßig war".
Die geschlagene Frau wurde demnach von der Berliner Feuerwehr behandelt, wegen unbekannter Verletzungen. Der "Tagesspiegel" berichtet, sie habe auch einen Armbruch. Gegen sie werde wegen Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt, hieß es weiter.
Laut Polizei hatten mehrere hundert Einsatzkräfte am Donnerstagabend eine unerlaubte "Ansammlung im Kontext des Nahostkonfliktes" in der Nähe des Hackeschen Marktes aufgelöst.
Auf einem Video ist zu sehen, wie eine Frau die Beamten verbal attackiert. Ein Polizist schlägt ihr mit der Faust ins Gesicht, sie scheint danach zu bluten. Ob er sie gezielt geschlagen hat, ist nicht erkennbar.
Video im Netz zeigt Angriff
Polizei setzt 94 Personen fest
Nach Angaben der Polizei bewegten sich rund 100 Personen zwischen Rosenthaler Platz und Hackeschem Markt "hin und her". Einzelne hätten sich gegenüber Einsatzkräften aggressiv verhalten. Da keine Versammlungsleitung zu erkennen war, sei die Menschenansammlung aufgelöst worden.
94 Personen setzte die Polizei nach einer am Freitag veröffentlichten Bilanz vorläufig fest. Sie leitete 96 Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen des tätlichen Angriffes auf und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa