Krawalle und etliche Straftaten: Polizei zieht ernüchternde Bilanz und sieht sich bestätigt
Hamburg - Bürgerkriegsähnliche Zustände in der Hansestadt: Nach den Krawallen in Hamburg am Samstag und in der Nacht zu Sonntag hat die Polizei eine ernüchternde Bilanz gezogen. Die Beamten sehen sich in ihrem Vorgehen bestätigt.
Pressesprecher Sebastian Born erklärte in einer Mitteilung, dass sich Störer unter die Demonstranten gemischt hätten, "um gezielt zu provozieren und Straftaten zu begehen". Gerade in den Abendstunden hätten junge Menschen "bewusst die Auseinandersetzung mit der Polizei gesucht".
Der Sprecher weiter: "Das Verhalten solcher Krawallmacher bestätigt, dass es genau richtig war, mit einem starken Kräfteaufgebot in den Einsatz zu gehen und konsequent einzuschreiten." Demzufolge waren rund 1300 Kräfte in der Hansestadt im Einsatz.
Konkrete Zahlen zu verletzten Beamten, eingeleiteten Ermittlungsverfahren sowie Festnahmen und Verhaftungen waren zunächst noch nicht bekannt.
"Die Polizei wird die festgestellten Straftaten konsequent verfolgen und alle erforderlichen Ermittlungsmaßnahmen ausschöpfen", verdeutlichte der Sprecher allerdings.
Ausschreitungen in Hamburg: Angriffe auf Beamte und Sachbeschädigungen
Nach der Demonstration mit dem Motto "Gegen Wehrpflicht – Gen Z regelt!" war es vor allem rund um den Hauptbahnhof bis in den späten Abend zu Auseinandersetzungen gekommen. Polizisten wurden unter anderem mit Böllern beworfen und reagierten darauf mit dem Einsatz von Wasserwerfern.
Im Bereich Steintorweg/Bremer Reihe war darüber hinaus Pyrotechnik gezündet und Baustellenmaterial, Unrat sowie E-Scooter auf die Straße gezogen worden. Die Polizei konnte rund 120 Personen festsetzen und vorläufig festnehmen.
In mehreren Stadtteilen wurden Gruppen kontrolliert und Platzverweise sowie Aufenthaltsverbote erteilt. In Einzelfällen kam es zu Sachbeschädigungen, unter anderem auch durch Feuer.
Durch eine umgefallene Silvesterbatterie wurde laut der Polizei eine Beamtin verletzt, ein Kind erlitt zudem einen Schock. Es musste aber nicht ins Krankenhaus gebracht werden.
Titelfoto: Fotomontage: Marcus Brandt/dpa

