Böller-Einsatz und offenes Feuer bei "Gen Z regelt"-Demo, Polizei muss einschreiten

Hamburg - Bei der Demonstration der Initiative "Gen Z regelt", die am Samstag durch Hamburg zog, wurden Bengalos gezündet, Böller geworfen und sogar offenes Feuer entzündet. Tausende Menschen waren auf den Straßen unterwegs, um unter dem Motto "Gegen Wehrpflicht – Gen Z regelt!" zu protestieren. Die Polizei musste schließlich einschreiten.

Während der Demonstration zündeten einzelne Teilnehmer Bengalos, zudem wurden Böller geworfen.  © TAG24/Bastian Küsel-Kanbach

Kurz nach 15 Uhr wurde es erstmals ein wenig hektisch: In der Mönckebergstraße wurden Böller geworfen, auch Pyrotechnik kam zum Einsatz. Mehrfach zuckten die Menschen vor Ort aufgrund eines lauten Knalls zusammen.

"Die Polizei hat gerade gesagt, dass ich euch sagen soll, dass Pyro verboten ist. Was sagt ihr dazu?", riefen die Organisatoren durchs Megafon. Die Menge antwortete mit Pfiffen und Buhrufen.

Die Einsatzkräfte sicherten das Geschehen ab. Vereinzelt wurden Personalien aufgenommen, zudem erhielt eine Person am Jungfernstieg einen Platzverweis, wie ein Polizeisprecher gegenüber TAG24 erklärte.

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Zur Eskalation kam es schließlich im Steindamm, wo die Beamten mit Pyrotechnik und Baustellenmaterial beworfen wurden. Zudem wurden immer wieder Baustellenbarken angezündet.

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Im Bereich des Steindamms wurde offenes Feuer entzündet. Die Polizei musste einschreiten und die Flammen mit Wasserwerfern löschen.  © Lenthe-Medien
Immer wieder entzündeten die Demonstranten neue Brände.  © NEWS5/N5 DESK

Die Polizisten reagierten darauf mit Wasserwerfern, Pfefferspray und "unmittelbarem Zwang", wie es in einer Mitteilung hieß. Unbeteiligte sollten den Bereich meiden. Gegen 17 Uhr wurde die Versammlung dann offiziell für beendet erklärt.

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Organisatoren fordern Ende der Regierung von Bundeskanzler Merz

Links: Viele der Demonstranten hatten Banner dabei, dort hieß es zum Beispiel: "Bildung statt Bomben". Rechts: Lara von den Organisatoren.  © Fotomontage: TAG24/Bastian Küsel-Kanbach

Die genaue Teilnehmerzahl ist noch unklar. Die Organisatoren sprachen vor Ort von rund 7000 Menschen, die Polizei auf TAG24-Nachfrage von einer "Zahl im mittleren vierstelligen Bereich".

Der Anmelder der ursprünglichen Demo "Gegen Wehrpflicht" hatte mit bis zu 2000 Teilnehmern gerechnet. Auf der Website der "Gen Z regelt"-Initiative hatten allerdings über 11.000 Menschen (Stand: Samstagmittag) ihr Kommen angekündigt.

Um 14 Uhr hatten sich zunächst geschätzt rund 2000 Demonstranten sowie zahlreiche Schaulustige am Jungfernstieg versammelt, die offenbar vor allem am möglichen Trubel interessiert waren. Die Zahl der Teilnehmer nahm im Verlauf immer weiter zu.

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Zu Beginn hatte Lara aus dem Organisationsteam mit einer emotionalen Rede die Teilnehmenden auf den Protest eingestimmt.

Dabei forderte sie unter anderem das Ende der Merz-Regierung und kündigte zugleich zwei weitere Protestaktionen an: Am 6. November soll ein Aktionstag an Schulen stattfinden, am 20. November ist ein internationaler Jugendprotest geplant.

Immer wieder sangen die Teilnehmenden "Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!" und "Merz muss weg!". Auch "Ganz Hamburg hasst die Polizei!" war immer wieder zu hören.

Die Demonstranten zogen vom Jungfernstieg über die Mönckebergstraße und den Steindamm.  © Marcus Brandt/dpa

Hamburger Ladenbesitzer bereiteten sich auf mögliche Krawalle vor

Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften in der Hansestadt im Einsatz.  © Marcus Brandt/dpa

Der Verfassungsschutz hatte zuletzt davor gewarnt, dass die angekündigten Jugendproteste durch Extremisten missbraucht werden könnten.

Demnach hätten linksextreme Gruppen in den sozialen Medien für eine Teilnahme mobilisiert.

Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften im Einsatz. Ein Sprecher verdeutlichte im Vorfeld, dass die Kräfte gegen gewaltbereite Teilnehmer und "Krawallmacher" sehr konsequent vorgehen werden.

Trotz dieser Androhung erwartete die Polizei aber einen weitgehend störungsfreien Verlauf. Auch die "Gen Z regelt"-Initiative selbst sprach sich vorab ausdrücklich gegen jede Form von Gewalt aus.

Darauf verlassen wollten sich einige Ladeninhaber aber nicht: Rund um den Neuen Wall, den Jungfernstieg und die Binnenalster wurden am Freitag und auch am Samstag Schaufenster und Eingangstüren mit Holzplatten gesichert. Insbesondere Boutiquen und Luxusgeschäfte, darunter Cartier, Hugo Boss und Burberry, wappneten sich gegen mögliche Krawalle.

Kurz vor dem Start der Demo am Samstag wurden an den Luxusboutiquen am Neuen Wall noch die letzten Vorbereitungen getroffen.  © TAG24/Bastian Küsel-Kanbach

Aufgrund des Feiertags haben die Geschäfte in der Hamburger Innenstadt am Samstag ohnehin nicht geöffnet.

Erstmeldung: 6.57 Uhr, zuletzt aktualisiert: 17.24 Uhr

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