Lauter Knall bei "Gen Z regelt"-Demo, Polizei im Großeinsatz
Hamburg - Lauter Knall in der Mönckebergstraße: Bei der Demonstration der Initiative "Gen Z regelt", die aktuell durch die Innenstadt zieht, sind die ersten Bengalos gezündet worden. Auch Böller sollen bereits geworfen worden sein. Seit 14 Uhr sind Tausende Menschen auf den Straßen unterwegs, um unter dem Motto "Gegen Wehrpflicht – Gen Z regelt!" zu protestieren. Bereits im Vorfeld war die Sorge vor möglichen Ausschreitungen in der Hansestadt spürbar gewesen.
Der Demonstrationszug bewegt sich aktuell in Richtung Lohmühlenpark in St. Georg. Kurz nach 15 Uhr wurde es dabei erstmals deutlich lauter: Böller wurden geworfen, auch Pyrotechnik kam zum Einsatz.
"Die Polizei hat gerade gesagt, dass ich euch sagen soll, dass Pyro verboten ist. Was sagt ihr dazu?", riefen die Organisatoren durchs Megafon. Die Menge antwortete mit Pfiffen und Buhrufen.
Die Einsatzkräfte begleiten die Demo weiterhin ruhig und sichern das Geschehen ab.
Zuvor hatte Lara aus dem Organisationsteam mit einer emotionalen Rede die Teilnehmenden auf den Protest eingestimmt.
Dabei forderte sie unter anderem das Ende der Merz-Regierung und kündigte zugleich zwei weitere Protestaktionen an: Am 6. November soll ein Aktionstag an Schulen stattfinden, am 20. November ist ein internationaler Jugendprotest geplant.
Immer wieder singen die Teilnehmenden "Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!" und "Merz muss weg!".
Zunächst war unklar gewesen, wie viele Menschen teilnehmen werden. Der Anmelder der ursprünglichen Demo "Gegen Wehrpflicht" hatte mit bis zu 2000 Teilnehmern gerechnet. Auf der Website der "Gen Z regelt"-Initiative kündigten allerdings über 11.000 Menschen (Stand: Samstagmittag) ihr Kommen an.
Um 14 Uhr hatten sich zunächst rund 2000 Demonstranten sowie zahlreiche Schaulustige am Jungfernstieg versammelt, die offenbar vor allem am möglichen Trubel interessiert waren. Inzwischen sind weitaus mehr Teilnehmende vor Ort. Ersten Schätzungen zufolge sollen rund 7000 Menschen unterwegs sein.
Hamburger Ladenbesitzer wappnen sich vor möglichen Krawallen
Der Verfassungsschutz hatte zuletzt davor gewarnt, dass die angekündigten Jugendproteste durch Extremisten missbraucht werden könnten.
Demnach hätten linksextreme Gruppen in den sozialen Medien für eine Teilnahme mobilisiert.
Die Polizei ist mit mehreren Hundertschaften im Einsatz. Ein Sprecher verdeutlichte im Vorfeld, dass die Kräfte gegen gewaltbereite Teilnehmer und "Krawallmacher" sehr konsequent vorgehen werden.
Trotz dieser Androhung erwartet die Polizei aber einen weitgehend störungsfreien Verlauf. Auch die "Gen Z regelt"-Initiative selbst sprach sich vorab ausdrücklich gegen jede Form von Gewalt aus.
Darauf verlassen wollten sich einige Ladeninhaber aber offensichtlich nicht: Rund um den Neuen Wall, den Jungfernstieg und die Binnenalster wurden am Freitag und auch am Samstag Schaufenster und Eingangstüren mit Holzplatten gesichert. Insbesondere Boutiquen und Luxusgeschäfte, darunter Cartier, Hugo Boss und Burberry, wappneten sich gegen mögliche Krawalle.
Aufgrund des Feiertags haben die Geschäfte in der Hamburger Innenstadt am Samstag ohnehin nicht geöffnet.
Titelfoto: TAG24/Bastian Küsel-Kanbach

