"Tag der Jugend"-Demo in Leipzig: Politikerin Juliane Nagel von Polizei abgeführt!

Leipzig - Leipzig kommt nicht zur Ruhe: Bei einer Demonstration unter dem Motto "Tag der Jugend" griff am Donnerstagabend die Polizei ein – mittendrin Linken-Politikerin Juliane Nagel (44).

Die Demo "Tag der Jugend" begann am Donnerstagnachmittag am Johannisplatz in Leipzig.
Die Demo "Tag der Jugend" begann am Donnerstagnachmittag am Johannisplatz in Leipzig.  © Leipzig Livereport

Unter dem Hashtag #le0106 wurde am Abend vielfach ein Video geteilt: Dieses zeigt Nagel, Mitglied des Sächsischen Landtags, wie sie von Polizisten festgehalten wird.

Doch was war passiert? Um 17 Uhr hatten sich anlässlich der Demo "Tag der Jugend" laut Polizei "reichlich 100" junge Menschen am Johannisplatz versammelt und waren von dort durch die Innenstadt in Richtung Clara-Zetkin-Park gelaufen.

Anmelderin der Versammlung war Juliane Nagel, wie Polizeisprecher Chris Graupner gegenüber TAG24 bestätigte.

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Sie war es auch, die die in der Spitze von 170 Personen besuchten Veranstaltung gegen 20.10 Uhr beendet hat. Diese sei bis dahin relativ ruhig verlaufen, so Graupner. Nagel habe nur vereinzelt wegen Vermummung und Abbrennens von Pyrotechnik auf Teilnehmer einwirken müssen.

Doch gegen 20.45 Uhr ist die Lage in der Ferdinand-Lassalle-Straße offenbar unübersichtlich geworden. "Frau Nagel war Teil einer polizeilichen Maßnahme", bestätigte Graupner. Zuvor sei sie zu einer Identitätsfeststellung hinzugekommen.

Zu den Hintergründen dieser lagen am Abend noch keine Informationen vor.

Zahlreiche Polizisten begleiteten die Protestler durch die Innenstadt.
Zahlreiche Polizisten begleiteten die Protestler durch die Innenstadt.  © Leipzig Livereport
Im Clara-Zetkin-Park wurden polizeiliche Maßnahmen durchgeführt, unter anderem gegen Juliane Nagel (44).
Im Clara-Zetkin-Park wurden polizeiliche Maßnahmen durchgeführt, unter anderem gegen Juliane Nagel (44).  © Leipzig Livereport
Die Fassungslosigkeit über das Vorgehen der Polizei steht der Politikerin ins Gesicht geschrieben.
Die Fassungslosigkeit über das Vorgehen der Polizei steht der Politikerin ins Gesicht geschrieben.  © News5

Twitter-User kritisieren Vorgehen der Polizei

Nagel habe eigenen Aussagen zufolge zuvor einschreiten wollen, als sie eine polizeiliche Maßnahme gegen eine Minderjährige beobachtete.
Nagel habe eigenen Aussagen zufolge zuvor einschreiten wollen, als sie eine polizeiliche Maßnahme gegen eine Minderjährige beobachtete.  © Silvio Bürger

Die Empörung bei Twitter ist groß. Laut der Bewegung "Fridays for Future Leipzig" via Twitter sollen wahllos Menschen auf dem Nachhauseweg abgeführt worden sein – darunter eben auch Juliane Nagel.

"Ein was ist heute sicher: Der völlig überzogene Einsatz von @polizeiberlin und @PolizeiSachsen wird ein juristisches Nachspiel haben", heißt es in einem weiteren Tweet.

Auch zahlreiche andere User kritisieren das Vorgehen der Einsatzkräfte scharf, darunter auch Grünen-Politiker Jürgen Kasek (42).

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"Es beschleicht einen das Gefühl, dass die Situation auf Eskalation angelegt ist und man Gründe sucht damit es eskaliert", findet er klare Worte.

Juliane Nagel erklärt, wie sie in die Polizeimaßnahme geriet

In einem Video, das TAG24 vorliegt, erklärt Nagel selbst, dass sie den Polizeieinsatz als "ziemlich schikanös" empfunden habe. "Nach dem Ende der Demonstration wurden Leute herausgezogen wegen angeblicher Straftaten."

Eine Maßnahme, bei der eine Minderjährige mit Handschellen gefesselt worden sei, habe sie beobachtet und sei eingeschritten. Dabei habe ein Berliner Polizeibeamter sie zur Seite gestoßen. Dieser soll ihr daraufhin einen tätlichen Angriff vorgeworfen haben. "Dann wurde ich in Handschellen gelegt."

Im Polizeiwagen sei daraufhin ihre Identität festgestellt worden. "Mal gucken, was jetzt passiert, so die Aktivistin abschließend.

Erstmeldung von 21.49 Uhr, aktualisiert um 22.20 Uhr

Titelfoto: Leipzig Livereport

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