"Richten uns nicht gegen Autofahrer": Klima-Aktivisten bringen Verkehr in Dresden zum Erliegen
Dresden - Kaum war das Eis weg, schon war die Blockade da: Am Donnerstagvormittag folgten 18 Aktivisten um 8.48 Uhr einem Aufruf von "Extinction Rebellion", die Kreuzung Stauffenbergallee/Königbrücker Straße in Dresden zu blockieren. Da die Gruppe die Aktion als Kundgebung angezeigt hatte, war sie erlaubt.
"Ich würde lieber nicht stören, aber schweigen ist unverantwortlich", begründet Aktivist Christian Bläul (44) die Aktion. "Obwohl wir den Verkehr unterbrechen, richten wir uns nicht gegen Autofahrer. Wir machen sichtbar, dass politisches Zögern uns alle ausbremst."
Und so ging es zuerst auf die Königsbrücker Straße stadtauswärts. Im Uhrzeigersinn wurde dann jeder Arm der Kreuzung für sieben Minuten blockiert.
Bis auf einzelnes Hupen und drei Beschimpfungen nahmen die Autofahrer die recht kurzen Staus gelassen hin.
Straßenbahnen wurden passieren gelassen. Die Polizei hatte keinen Grund einzugreifen. Um 9.16 Uhr war die Blockade dann beendet.
Sieben Minuten pro Blockade
Aktivist Bläul fordert gezielte Unterstützung für Haushalte mit geringem Einkommen
"Der Ausstieg aus fossilem Erdgas ist überfällig - jede weitere Verzögerung macht Krisen wahrscheinlicher und treibt die Kosten für alle in die Höhe", sagt Bläul zum Grund der andauernden Proteste.
Der 44-Jährige weiter: "Wir müssen die Wärmewende hin zu Erneuerbaren jetzt beschleunigen. Dabei ist klar: Geschwindigkeit darf nicht auf Kosten der sozialen Gerechtigkeit gehen. Es braucht gezielte Unterstützung für Haushalte mit geringem Einkommen, damit niemand zurückgelassen wird."
Titelfoto: Stefan Häßler
