Schwänz-Ärger droht: Kriegsangst treibt Sachsens Schüler aus den Klassenzimmern
Dresden - Sachsens Schüler sind aufgerufen, sich am Donnerstag an den bundesweiten Protesten gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu beteiligen. Mehrere große Kundgebungen sind geplant. Die Demo-Schüler bekommen viel Unterstützung, es droht allerdings auch Schwänz-Ärger.
"Wir sagen Nein zur Wehrpflicht! Nein zu allen Zwangsdiensten!", lautet das Motto der Schulstreik-Bewegung. Deren Aktivisten trommeln, seitdem der Bundestag am 5. Dezember das Gesetz zur neuen Wehrpflicht (trat am 1. Januar in Kraft) verabschiedet hat.
Sie machen zudem Stimmung dagegen, dass die Bundeswehr an Schulen für sich werben darf.
"Wir werden zeigen, dass die Jugend keine Fragebögen, keine Wehrpflicht, keinen Krieg will! Am 5. März ist unser Platz auf der Straße und nicht im Klassenzimmer", so ein Sprecher der Bewegung.
In Dresden soll es morgen um 10 Uhr auf dem Postplatz eine Demo geben. In Leipzig beginnt ein Protest um 11.30 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz. In Chemnitz treffen sich die Schüler am Marx-Kopf um 11 Uhr.
Kultusministerium erinnert an geltende Schulpflicht
Der Protest der Jugendlichen wird in Sachsen unterstützt von den Linken sowie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
"Junge Menschen werden für den Pflichtdienst an der Waffe aus ihrer Lebensplanung gerissen", begründet GEW-Chef Burkhard Naumann (38) diese Haltung.
Schülern, die für den Protest den Unterricht schwänzen, droht ein unentschuldigter Fehltag auf dem Zeugnis. Naumann: "Wir empfehlen den Schulen, in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern konkrete Regelungen zur Vermeidung von Sanktionen zu treffen."
Das Kultusministerium erinnerte am Dienstag nochmals an die geltende Schulpflicht. "Das Demonstrationsrecht ist außerhalb der Schulzeit wahrzunehmen", hieß es.
Das Ministerium betont die Möglichkeit, das Wehrpflicht-Gesetz im Unterricht zu thematisieren. Es lädt ausdrücklich die Schulen ein, fundierte Debatte zu ermöglichen.
Titelfoto: Thomas Türpe

