Leipzig - Rund 2000 Menschen demonstrierten am Donnerstagabend gegen die Rodung des Auwalds in Leipzig.
Hintergrund der Protestaktion sind die Pläne der Stadtverwaltung, RB Leipzig ein Waldstück für die Erweiterung des Trainingsgeländes zuzusprechen.
Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich daraufhin kritische Stimmen zu Wort, die von sämtlichen Umweltverbänden der Stadt gebündelt wurden und schließlich in der Demonstration am Donnerstag mündeten.
Auch der ehemalige sächsische Umweltminister Wolfram Günther (52, Grüne) beteiligte sich sowohl an der Waldbegehung als auch den Kundgebungen. In den Augen des Juristen ist der Auwald "das Wichtigste, das die Stadt Leipzig hat".
Die Pläne der Stadtspitze, ausgerechnet das ohnehin schon ausgedünnte Verbindungsstück zwischen dem südlichen und nördlichen Auwald am RB-Gelände weiter zu schwächen, sorgt für Unmut, so Günther gegenüber TAG24: "Das muss ein absolutes Tabu in der Stadtpolitik sein."
Eine Zukunftsfähigkeit der Messestadt - insbesondere in Zeiten des Klimawandels - halte er ohne Leipzigs grünes Herz demnach für nicht möglich. Immerhin wird in dem Gehölz wertvolles Wasser gespeichert, die Luft kühlt sich ab und Menschen sowie Tiere finden Erholung und Zuflucht.
Rodung des Auwalds droht: In Leipzig regt sich Protest
Noch ist das letzte Wort in der Sache nicht gesprochen, der Stadtrat muss bald final darüber entscheiden.
Die Demo am Donnerstag sieht Günther als "machtvolles Zeichen" in der Debatte: "Die Chancen entstehen genau dadurch, dass Menschen so laut auf die Straßen gehen. (...) Dass das gelungen ist, macht mich total hoffnungsvoll."
Sollte tatsächlich grünes Licht für die Rodung gegeben werden, ist sich der 52-Jährige sicher: "Das werden die Leute sich nicht gefallen lassen."
Die Demonstration und die damit verbundenen Kundgebungen am Donnerstag verliefen nach ersten Erkenntnissen friedlich und ohne Zwischenfälle.