Xavier Naidoo tritt bei Verschwörungs-Demo in Berlin auf

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Von Andreas Rabenstein, Björn Graas

Berlin - An einer Demonstration des umstrittenen Sängers Xavier Naidoo (54) mit Verschwörungsanhängern haben am Samstag in Berlin mehrere Hundert Menschen teilgenommen.

Xavier Naidoo (54) hat am Samstag am Großen Stern in Berlin bei einer Demonstration gesprochen und gesungen.
Xavier Naidoo (54) hat am Samstag am Großen Stern in Berlin bei einer Demonstration gesprochen und gesungen.  © Fabian Sommer/dpa

Die Polizei sprach von 750 Demonstranten am Großen Stern. Auf Seite der Gegendemonstranten versammelten sich etwa 200 bis 300 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die Demonstration von Naidoo trug den Titel "Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen - Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex". Naidoo sagte mit Bezug auf den Epstein-Skandal, in Deutschland sei "der Abgrund genauso tief".

Zudem sang er mehrere seiner früheren Lieder und redete in Andeutungen über "Menschen, die furchtbare Dinge tun", über weit verbreiteten Kindesmissbrauch und über ein selbst erlebtes Ereignis als Opfer im Kindesalter. Auch andere Redner sprachen über Kinderschutz.

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Die Demonstration zog schließlich zum Kanzleramt, wo Naidoo einer Polizistin eine Petition übergab. Viele Deutschlandfahnen waren zu sehen, auf manchen Plakaten wurden Politiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) beschimpft. Eine Frau zeigte den verbotenen Hitlergruß und wurde festgenommen.

Mitte Februar hatte Naidoo bei einer Demonstration in Berlin mit Bezug zu den Epstein-Akten von "Menschenfressern" gesprochen und gesagt: "Die fressen unsere Babys." Solche Äußerungen werden von Experten unter anderem als antisemitische Andeutungen eingeordnet.

Xavier Naidoo hat einer Polizistin vor dem Kanzleramt eine Petition übergeben.
Xavier Naidoo hat einer Polizistin vor dem Kanzleramt eine Petition übergeben.  © Fabian Sommer/dpa

Rechtsradikaler Aufmarsch am Potsdamer Platz

Am Potsdamer Platz sind einige Dutzend Mitglieder aus dem Umfeld der früheren NPD zusammengekommen.
Am Potsdamer Platz sind einige Dutzend Mitglieder aus dem Umfeld der früheren NPD zusammengekommen.  © Fabian Sommer/dpa

Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töten würden. Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage nicht dazu.

Im Tagesverlauf begleitete die Polizei in Berlin außerdem in Mitte und in Marzahn zwei rechtsextreme Demonstrationen mit mehr als 200 Teilnehmern.

Mehr als 30 Demonstranten wurden laut einem Zwischenstand festgenommen, vor allem wegen Propagandadelikten, Volksverhetzung, Beleidigung und Widerstandes gegen die Polizei. 1800 Polizisten waren im gesamten Stadtgebiet als Begleitung für die Demonstrationen sowie ein Fußballspiel im Einsatz.

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Eine Demonstration von Rechtsextremisten und Neonazis zog am Nachmittag vom Potsdamer Platz aus durch die Innenstadt. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 80 Menschen teil. Zum Teil kamen sie aus dem Umfeld der früheren NPD und jetzigen Partei "Die Heimat". Unter ihnen waren als Redner auch zwei seit vielen Jahren bekannte Neonazis.

Journalist bei rechtsextremer Demo geschlagen

Die Polizei musste bei rechtsextremen Demonstrationen vorübergehend mehrere Teilnehmer festnehmen.
Die Polizei musste bei rechtsextremen Demonstrationen vorübergehend mehrere Teilnehmer festnehmen.  © Fabian Sommer/dpa

Die Polizei beschlagnahmte Sticker mit verbotenen Parolen. Zudem setzte sie das Verbot von Uniformen und Vermummungen durch, wie ein Sprecher sagte. Ein Mann wurde festgenommen, weil er einen Journalisten geschlagen haben soll.

Nach Polizeiangaben protestierten mehr als 150 Gegendemonstranten. Die Polizei hatte Absperrgitter aufgestellt, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen.

In der Nähe des Gendarmenmarktes kam es am Nachmittag zu Rangeleien zwischen linken Gegendemonstranten und Polizisten. Die Polizei sprach von versuchten Sitzblockaden der Gegendemonstranten und notwendigen Zwangsmaßnahmen.

Am großen Einkaufszentrum an der Marzahner Promenade demonstrierten ab mittags nach Polizeiangaben 160 Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei "Der dritte Weg". Etwas mehr als 100 Gegendemonstranten standen in der Nähe. Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort.

Auch zum Palästina-Konflikt und dem Krieg gegen den Iran zogen mehrere Hundert Demonstranten durch Teile Berlin.

Erstmeldung am 14. März um 7.14 Uhr, zuletzt aktualisiert um 19.17 Uhr

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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