Von Andreas Rabenstein, Björn Graas
Berlin - Zwei rechtsextreme Demonstrationen, eine Demonstration von Verschwörungsanhängern mit prominenter Beteiligung sowie Gegenproteste sorgen am Samstag in Berlin für größere Polizeieinsätze.
1800 Polizisten sind im gesamten Stadtgebiet als Begleitung für die Demonstrationen sowie für ein Fußballspiel im Einsatz, um für einen geordneten Ablauf zu sorgen und verbotene extremistische Äußerungen zu unterbinden.
Am großen Einkaufszentrum an der Marzahner Promenade versammelten sich am Mittag nach Polizeiangaben bereits 160 Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei "Der dritte Weg".
Etwas mehr als 100 Gegendemonstranten standen in der Nähe. Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort. Zwischenfälle gab es zunächst nicht, wie ein Polizeisprecher sagte.
Parallel begann nahe der Siegessäule am Großen Stern im Tiergarten der Aufbau zu einer Demonstration von Verschwörungsanhängern, zu der der umstrittene Sänger Xavier Naidoo aufgerufen hatte.
Die Polizei zog einen Lkw der Demonstranten, der als Bühne dienen sollte, wegen fehlender Zulassung aus dem Verkehr.
Die Demonstration trug den Titel "Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex".
Mitte Februar hatte Naidoo bei einer Demonstration in Berlin mit Bezug zu den Epstein-Akten von "Menschenfressern" gesprochen und gesagt "Die fressen unsere Babys".
Aufmärsche am Potsdamer Platz
Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töten würden. Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage nicht.
Später am Nachmittag wurden noch weitere Demonstrationen zu Palästina und dem Krieg gegen den Iran erwartet.
Auch am Potsdamer Platz begann am Mittag eine Demonstration von Anhängern aus der Neonazi-Szene. Angemeldet waren 200 Menschen. Zunächst kamen nur einige Dutzend zusammen, zum Teil aus dem Umfeld der früheren NPD und jetzigen Partei "Die Heimat".
Nach Polizeiangaben versammelten sich mehr als 150 Gegendemonstranten.
Die Polizei hatte Absperrgitter aufgestellt, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen. Zudem setzte sie bei den rechtsextremen Demonstranten das Verbot von Uniformen und Vermummungen durch, wie ein Sprecher sagte.
Erstmeldung am 14. März um 7.14 Uhr, aktualisiert um 14.40 Uhr