Von Frank Christiansen
Jülich/Bottrop/Ahaus - Vor dem zweiten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus haben Atomkraftgegner am Abend an drei Orten in Nordrhein-Westfalen gegen die Transporte demonstriert.
Die Abfahrt am Forschungszentrum Jülich wird gegen 22 Uhr erwartet. Nach dpa-Informationen wird erneut nur ein Behälter transportiert.
Am Forschungszentrum kamen laut Polizei rund 20 Demonstranten zusammen. In Bottrop gab es eine Mahnwache in der Nähe einer Brücke über die Autobahn 2. Später wollen die Demonstranten näher an die Brücke in Sichtweite der mutmaßlichen Transportstrecke gehen.
Polizei und Veranstalter sprachen von einem Dutzend Teilnehmenden. Unmittelbar über der Fahrbahn dürfen sie nicht demonstrieren. Sie dürfen aber beleuchtete Kreuze verwenden. Dies hatten die Initiatoren in einem Eilverfahren gerichtlich durchgesetzt.
Demonstriert wurde auch in Ahaus. An einer Kundgebung am Rathaus nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 300 Menschen teil. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 180. An einer Kreuzung gab es eine symbolische Sitzblockade. Anschließend zogen die Atomkraftgegner weiter zum Zwischenlager Ahaus. Bis zum Eintreffen des Transports wollen sie dort ebenfalls eine Mahnwache abhalten.
Die Polizei hatte am Abend zum ersten Mal offiziell bestätigt, dass am Abend der zweite Transport stattfindet. In einer Mitteilung war von einem "polizeilichen Großeinsatz" zum Schutz des Castor-Transports die Rede. Es sei ein Bürgertelefon geschaltet worden, an dem Fragen zum Einsatz beantwortet werden, teilte die Polizei weiter mit.
Insgesamt sollen 152 Behälter von Jülich nach Ahaus
Der erste Transport eines Atommüll-Behälters von Jülich nach Ahaus hatte in der Nacht vom 24. auf den 25. März stattgefunden. Er war ohne besondere Zwischenfälle verlaufen.
Insgesamt sollen 152 Behälter nach Ahaus gebracht werden. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, der Spezial-Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen. Theoretisch können maximal drei Spezialfahrzeuge gleichzeitig fahren.