Anwohner leiden unter Zug-Lärm: So will die Bahn viele Strecken in Sachsen leiser machen

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Dresden - Wer an Dresdens Bahnstrecken wohnt, kennt das Problem: ratternde Züge, klirrendes Geschirr in der Vitrine. Die Deutsche Bahn (DB) will nun den Lärm ausbremsen. Und zwar mit meterhohen Wänden, Gummidämpfern und neuen Schallschutzfenstern.

Über die Sächsische Schweiz bis hin zur tschechischen Grenze ist eines der größten DB-Lärmschutzprojekte.
Über die Sächsische Schweiz bis hin zur tschechischen Grenze ist eines der größten DB-Lärmschutzprojekte.  © IMAGO/Depositphotos

Seit 1999 saniert die DB eigentlich schon bestehende Bahnstrecken freiwillig gegen Lärm. Anders als bei Neubauten, wo die Lärmvorsorge gesetzlich längst vorgeschrieben ist, gibt es dafür keinen Rechtsanspruch.

"Es ist unsere Verantwortung gegenüber den Menschen, die an den Bahnstrecken leben. Wir wollen den umweltfreundlichen Schienenverkehr fördern und gleichzeitig die Belastung von Bahnlärm verringern", erklärt Regionalleiterin Lärmschutz Ost Fatima Heller (59).

Eines der größten sächsischen Projekte liegt dabei direkt vor Dresdens Haustür: Auf der Strecke bis zur tschechischen Grenze sollen bis 2029 rund acht Kilometer Lärmschutzwände entstehen.

"Meilenstein" für Bahn-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim: Was das Projekt für Reisende und Anwohner bedeutet
Deutsche Bahn "Meilenstein" für Bahn-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim: Was das Projekt für Reisende und Anwohner bedeutet

"Hier ist aber so wenig Platz zwischen Berg und Schlucht", so Infrastruktur-Leiter Ulrich Mölke (59).

Langfristig ist außerdem eine mehr als sieben Kilometer lange Lärmschutzwand in Pieschen geplant – Baustart frühestens 2031, die Finanzierung ist aber noch offen, wissen Regionalleiterin Ost Lärmschutzsanierung Fatima Heller (59) und Leiter Infrastruktur Ulrich Mölke (59).
Langfristig ist außerdem eine mehr als sieben Kilometer lange Lärmschutzwand in Pieschen geplant – Baustart frühestens 2031, die Finanzierung ist aber noch offen, wissen Regionalleiterin Ost Lärmschutzsanierung Fatima Heller (59) und Leiter Infrastruktur Ulrich Mölke (59).  © Eric Münch

Lärmschutzwände in Sächsischer Schweiz und Dresden-Neustadt geplant

Mit diesen sogenannten Schienenstegdämpfern kann der Lärm nur um zwei Dezibel reduziert werden. Deshalb greift die DB lieber zu Lärmschutzwänden.
Mit diesen sogenannten Schienenstegdämpfern kann der Lärm nur um zwei Dezibel reduziert werden. Deshalb greift die DB lieber zu Lärmschutzwänden.  © picture alliance/dpa

Deshalb werden auf 27 Kilometern, unter anderem in Bad Schandau, Königstein, Rathen und Wehlen, sogenannte Schienenstegdämpfer eingebaut. "Das sind Gummi-Elemente, die in die Schiene geklemmt werden, sodass die Schwingungen gedämpft werden."

Rund 1850 Haushalte profitieren dabei dann von passivem Lärmschutz. Nach Gutachten gibt es nämlich Zuschüsse von bis zu 75 Prozent für Schallschutzfenster und andere Maßnahmen.

Auch am Güterbahnhof Neustadt werden auf 500 Metern Lärmschutzwände aufgestellt. Das Besondere: "Zwei Meter werden 'normal' aussehen. Der obere Bereich ist allerdings transparent, sodass Licht durchkommt."

Bahnchaos bis Donnerstag: Züge zum BER und nach Rostock betroffen!
Deutsche Bahn Bahnchaos bis Donnerstag: Züge zum BER und nach Rostock betroffen!

Wer mehr über Projekte und Förderungen erfahren möchte, kann bis 12. August die Wanderausstellung "Wir machen Deutschland leiser" im Dresdner Hauptbahnhof besuchen.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Depositphotos, Eric Münch

Mehr zum Thema Deutsche Bahn: