Anwohner leiden unter Zug-Lärm: So will die Bahn viele Strecken in Sachsen leiser machen
Dresden - Wer an Dresdens Bahnstrecken wohnt, kennt das Problem: ratternde Züge, klirrendes Geschirr in der Vitrine. Die Deutsche Bahn (DB) will nun den Lärm ausbremsen. Und zwar mit meterhohen Wänden, Gummidämpfern und neuen Schallschutzfenstern.
Seit 1999 saniert die DB eigentlich schon bestehende Bahnstrecken freiwillig gegen Lärm. Anders als bei Neubauten, wo die Lärmvorsorge gesetzlich längst vorgeschrieben ist, gibt es dafür keinen Rechtsanspruch.
"Es ist unsere Verantwortung gegenüber den Menschen, die an den Bahnstrecken leben. Wir wollen den umweltfreundlichen Schienenverkehr fördern und gleichzeitig die Belastung von Bahnlärm verringern", erklärt Regionalleiterin Lärmschutz Ost Fatima Heller (59).
Eines der größten sächsischen Projekte liegt dabei direkt vor Dresdens Haustür: Auf der Strecke bis zur tschechischen Grenze sollen bis 2029 rund acht Kilometer Lärmschutzwände entstehen.
"Hier ist aber so wenig Platz zwischen Berg und Schlucht", so Infrastruktur-Leiter Ulrich Mölke (59).
Lärmschutzwände in Sächsischer Schweiz und Dresden-Neustadt geplant
Deshalb werden auf 27 Kilometern, unter anderem in Bad Schandau, Königstein, Rathen und Wehlen, sogenannte Schienenstegdämpfer eingebaut. "Das sind Gummi-Elemente, die in die Schiene geklemmt werden, sodass die Schwingungen gedämpft werden."
Rund 1850 Haushalte profitieren dabei dann von passivem Lärmschutz. Nach Gutachten gibt es nämlich Zuschüsse von bis zu 75 Prozent für Schallschutzfenster und andere Maßnahmen.
Auch am Güterbahnhof Neustadt werden auf 500 Metern Lärmschutzwände aufgestellt. Das Besondere: "Zwei Meter werden 'normal' aussehen. Der obere Bereich ist allerdings transparent, sodass Licht durchkommt."
Wer mehr über Projekte und Förderungen erfahren möchte, kann bis 12. August die Wanderausstellung "Wir machen Deutschland leiser" im Dresdner Hauptbahnhof besuchen.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Depositphotos, Eric Münch

