"Endlich kostenlos Bahnfahren": Widerstands-Kollektiv bekennt sich zu Fake-Plakat
Berlin/Karlsruhe - Täuschend echt und verlockend: Auf großen Plakaten wurde im bekannten DB-Layout für das "kostenlose Bahnfahren" quer durch Deutschland geworben. Mittlerweile hat sich eine Gruppierung zu der Aktion bekannt.
Ein Reisender war im Bahnhof Karlsruhe auf die Kampagne aufmerksam geworden und hatte verwundert ein Bild davon im Netz gepostet. Denn sowohl die Aufmachung als auch der erwähnte Link ließen vermeintlich auf die Deutsche Bahn schließen.
Online hieß es in der Angebotsbeschreibung: "Von Sylt bis zum Bayerischen Wald - grenzenlose Freiheit im Nahverkehr. Mit dem 0-Euro-Ticket nutzen Sie flexibel und komplett kostenlos alle Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs."
Laut FAQs dürfe jede Person den Gratis-Fahrschein seit dem 1. März nutzen. Ticketkontrollen im ÖPNV würden entfallen, bisherige Abos automatisch gekündigt.
Dies stimmt jedoch alles nicht, wie eine DB-Sprecherin gegenüber TAG24 bestätigt: "Es handelt sich um Fake-Plakate und eine Fake-Website." Der Werbeflächen-Partner Ströer sei in den betroffenen Bahnhöfen bereits dabei, die Plakate mit den Falsch-Informationen zu entfernen.
Das Unternehmen selbst sprach auf Anfrage bei den Vorfällen von "Adbusting". Damit ist das Verfremden von Werbung im öffentlichen Raum - zum Beispiel durch Überkleben - gemeint.
Widerstands-Kollektiv steckt offenbar hinter Kampagne
Verantwortlich für die Aktion ist offenbar das Widerstands-Kollektiv, ein Nachfolgeprojekt der "Letzten Generation".
Es hatte am Mittwochnachmittag eine URL-Weiterleitung auf die eigene Homepage für den Kampagnen-Link eingerichtet.
Die Forderung der Aktivisten: "Schluss mit Verbrenner-Autos über kostenlose Bahntickets!" Lieber solle es ein 0-Euro-Ticket für alle statt SUVs für den Berufsverkehr geben.
Das "Adbusting" wurde in der Vergangenheit vermehrt von linken Gruppierungen genutzt, um Kritik an Konzernen zu üben und Diskussionen auszulösen.
Erstmeldung vom 4. März, 16.38 Uhr. Letzte Aktualisierung am 4. März, 19.17 Uhr.
Titelfoto: Montage: Jens Büttner/dpa, privat

