Von Stefan Hantzschmann
Erfurt/Nordhausen - Bahnreisende müssen sich in den kommenden Jahren auf der Strecke Nordhausen-Erfurt auf Einschränkungen einstellen.
Ab 2028 bis 2030 will die DB InfraGo abschnittsweise rund 54 Kilometer Strecke zwischen Sondershausen und Erfurt-Nord modernisieren, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Die Bahntochter DB InfraGO ist für Infrastruktur zuständig.
Den Angaben nach soll in drei Bauabschnitten gearbeitet werden.
- Juli 2028 bis Oktober 2029 auf dem Abschnitt Sondershausen-Greußen
- Ab Oktober 2029 folgen die Abschnitte Greußen-Kühnhausen und Kühnhausen-Erfurt Nord
- 2030 - Gesamtinbetriebnahme zwischen Sondershausen und Erfurt-Nord
Für die Modernisierung rechnet die Bahn mit Kosten in Höhe von 417 Millionen Euro. Das Land Thüringen steuert demnach 10,3 Millionen Euro bei.
"Wir erneuern nicht nur Gleise und Stellwerke, sondern verbessern ganz konkret das Reisen: mit modernen, weitgehend barrierefreien Bahnhöfen, zuverlässigerer Technik und besseren Voraussetzungen für einen stabilen Betrieb", erklärte Cornelia Kadatz (48), die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Bahnübergänge und Brücken sollen modernisiert werden
Dutzende Kilometer neue Schienen sollen verlegt werden, etwa 62.000 Schwellen und 34 Weichen. "Hinzu kommen Arbeiten am Unterbau sowie die Modernisierung von Bahnübergängen und Ingenieurbauwerken wie Eisenbahnbrücken", hieß es in einer Mitteilung.
Acht neue elektronische Stellwerke sollen mechanische und elektromechanische Anlagen ersetzen und damit für stabilere Betriebsabläufe sorgen. Außerdem ist eine Modernisierung folgender Bahnhöfe geplant:
- Niederspier
- Wasserthaleben
- Greußen
- Gangloffsömmern
- Straußfurt
- Ringleben-Gebesee
- Walschleben
- Kühnhausen
- Erfurt-Gispersleben
- Erfurt Nord
"Eine attraktive Bahn braucht eine leistungsfähige Infrastruktur", sagte Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz (59, Thüringen.Gerecht) laut Mitteilung. Die Modernisierungen stärkten den Schienenverkehr zwischen Erfurt und Nordhausen.
Der Streckenausbau soll laut Bahn auch die Voraussetzungen für den Einsatz batterieelektrischer Züge schaffen. In den neuen Fahrzeugen soll es mehr Sitzplätze, barrierefreie Einstiege, WLAN und Videoüberwachung geben, außerdem separate Bereiche für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen.