Monatelang nur Busse statt Züge: Bahn saniert wichtige Strecke - Was das für Pendler bedeutet

Von Marc Herwig

Köln/Wuppertal - Umleitungen im Fernverkehr, Ersatzbusse für Pendler: Zwischen Köln, Wuppertal und Hagen fahren bald mehr als fünf Monate lang fast keine Züge mehr.

Die Bahnstrecke Köln-Hagen ist seit Jahren an der Belastungsgrenze und wird nun umfassend saniert. Reisende müssen während der fünf Monate Bauzeit umplanen und auf Ersatzbusse umsteigen.  © Philip Dulian/dpa

Die Bahn unterzieht eine ihrer wichtigsten Strecken in Nordrhein-Westfalen einer Generalsanierung. Das verlangt Reisenden einiges ab. Denn die Auswirkungen reichen über die Region hinaus, auch wegen einer weiteren Großbaustelle im östlichen Ruhrgebiet.

Die rund 65 Kilometer lange Strecke von Hagen nach Köln ist eine der wichtigsten Ost-West-Achsen im Zugverkehr in NRW. Im Regionalverkehr fahren dort Züge auf rund zehn Linien und verbinden Städte wie Köln und Düsseldorf mit dem westfälischen Landesteil. Im Fernverkehr fahren dort unter anderem ICE von Köln nach Hannover und Berlin oder nach Hamburg.

Die Schienen-Infrastruktur ist überaltert und war jahrelang unterfinanziert. Immer wieder gab es zwischen Köln und Hagen zuletzt Probleme mit der Infrastruktur, so dass es zu Verspätungen und Zugausfällen kam.

Deutsche Bahn Deutschen Bahn im Winter-Chaos: Zahlreiche Ausfälle bei Fernzügen

Solche Probleme soll es nach dem Ende der Generalsanierung am 10. Juli nicht mehr geben.

Anzeige

Was genau wird an der Strecke erneuert?

In Schwerte ist eine 120 Jahre alte Brücke so marode, dass sie kurzfristig abgerissen werden muss.  © Bernd Thissen/dpa

Im Zuge der Generalsanierung werden Gleise saniert, Oberleitungen erneuert und Weichen modernisiert, erläutert Projektleiter Arno Jaeger. Außerdem sollen 12 Bahnhöfe entlang der Strecke moderner und sicherer werden.

Einige von ihnen - etwa die Stationen Haan und Gruiten - werden im Stationsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) seit Jahren in der Qualitätskategorie "nicht tolerierbar" gelistet. Insgesamt plant die Bahn mit Kosten von 800 Millionen Euro.

Kurzfristig hinzugekommen ist noch eine Baustelle in Schwerte. Dort ist eine 120 Jahre alte Brücke so marode, dass sie kurzfristig abgerissen werden muss. Das ist zwar nicht Teil der Generalsanierung, führt aber dazu, dass es auch auf der Strecke von Hagen nach Dortmund und Hamm zu wochenlangen Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr kommt.

Deutsche Bahn S-Bahn-Chaos in München: Stammstrecke am Wochenende stark eingeschränkt

Die Stellwerke entlang der Strecke werden im Rahmen der Generalsanierung nicht erneuert - obwohl etwa die Hälfte in mangelhaftem oder sogar ungenügendem Zustand ist. Sie könnten erst "weit in den 2030er Jahren erneuert werden", sagte eine Bahnsprecherin.

Welche Einschränkungen gibt es während der Bauphase?

ICE-Züge von Köln nach Berlin und Hamburg fahren während der Bauphase über Düsseldorf, Duisburg und das Ruhrgebiet - dadurch dauert die Fahrt etwa 20 bis 40 Minuten länger.  © Roberto Pfeil/dpa

Fernzüge fahren während der gesamten Generalsanierung überhaupt nicht zwischen Köln, Wuppertal und Hagen. Wegen der maroden Brücke in Schwerte ist die Strecke für den Fernverkehr bis zum 15. Mai sogar bis Dortmund dicht.

ICE-Züge von Köln nach Berlin und Hamburg fahren über Düsseldorf, Duisburg und das Ruhrgebiet - dadurch dauert die Fahrt etwa 20 bis 40 Minuten länger. In Wuppertal und Solingen halten während der fünf Monate keine Fernzüge, in Hagen sollen ab 15. Mai zumindest wieder einige fahren. Auch IC-Verbindungen entfallen auf dem Abschnitt ganz.

Im Regionalverkehr sind die verschiedenen Bauphasen entscheidend. Zeitweise sind alle Gleise dicht - dann fallen alle Züge auf etwa zehn Linien in dem Abschnitt aus. Das betrifft auch Züge aus Düsseldorf wie den RE 4 (Dortmund-Aachen) oder den RE 13 (Hamm-Venlo).

Während zwei Drittel der Bauzeit sind immerhin die S-Bahngleise zwischen Düsseldorf und Hagen befahrbar - dort gilt dann ein extra Baustellen-Fahrplan.

Mit viel Geduld und rund 200 Bussen gelangen Pendler in der Region trotzdem an ihr Ziel. Die Ersatzbusse sollen teilweise im Zehnminuten-Takt kommen. Am besten sehen Reisende in der Online-Auskunft, wie die eigene Verbindung trotz der Bauarbeiten funktioniert. Dort seien alle Änderungen während der Bauphase bereits eingepflegt, so die Bahn.

Mehr zum Thema Deutsche Bahn: