Berlin - Harte Maßnahmen bei der Deutschen Bahn! Schon bald soll ein bundesweites Verbot in Kraft treten, welches den Alkoholkonsum an Deutschlands Bahnhöfen strikt unterbinden soll.
In einer Pressemitteilung informiert das Unternehmen über die neue Regulierung. Grund für dieses Verbot soll die rasant steigende Kriminalität unter Alkoholeinfluss sein. Nicht selten wurden auch Mitarbeiter des Sicherheitspersonals der Deutschen Bahn Opfer von Gewaltdelikten, wobei die Angreifer oft berauscht waren.
"Es reicht. Wir haben genug", stellte Evelyn Palla (52), die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, klar. "Wir greifen jetzt noch härter durch. Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen. Für mich zählt nur eines: der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden."
An insgesamt 30 großen Bahnhöfen wie Köln, Hamburg und München gibt es ein solches Verbot bereits.
Bis zum 15. Oktober dieses Jahres, soll die Regelung jedoch flächendeckend auf alle 5400 Bahnhöfe in Deutschland schrittweise angewandt werden.
Um das Verbot in die Tat umsetzen zu können, möchte der Konzern in Abstimmung mit den lokalen Kommunen und Behörden die Hausordnung anpassen – so kann die DB bei einem Verstoß ihr Hausrecht geltend machen.
Gastronomie bleibt von Verbot ausgeschlossen
Auf Nachfrage von TAG24 erklärt die Deutsche Bahn, dass in den Geschäften innerhalb eines Bahnhofs auch nach dem Verbot weiterhin Alkohol gekauft werden kann. In gastronomischen Einrichtungen soll auch der Konsum weiterhin gestattet bleiben.
Ob man im Zug Alkohol konsumieren darf, ist dabei Sache der Verkehrsverbünde. "Alkoholkonsumverbote in Zügen des Regionalverkehrs erfolgen auf der Grundlage von Beförderungsbedingungen der jeweiligen Verkehrsverbünde. Es gibt derzeit keine einheitliche bundesweite Regelung im Regionalverkehr", erklärt eine Bahnsprecherin.
Diese Strafen drohen bei einem Verstoß
Die Deutsche Presseagentur informiert unterdessen, dass die Bundespolizei und die DB-Sicherheit Alkoholsündern an den Bahnhöfen einen sofortigen Platzverweis aussprechen können. Wer sich mehrmals am Bahnsteig eine Flasche Bier öffnet und dabei erwischt wird, muss sogar mit einem permanenten Hausverbot rechnen.
Zahlen der Bundespolizei zeigen, dass ein solches Verbot tatsächlich zur Sicherheit in den Bahnhöfen beitragen. Nachdem im April 2024 der Alkoholkonsum im Hamburger Hauptbahnhof verboten wurde, ist die Zahl an Gewaltdelikten spürbar zurückgegangen.
"Die Erfahrung dort ist eindeutig", erklärt Palla. "Alkoholfrei heißt: weniger Gewalt und weniger Müll."
Im nächsten Schritt wird das Alkoholverbot zum 1. September an den Bahnhöfen Berlin Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig durchgesetzt. Im Anschluss daran folgen dann Schritt für Schritt weitere.
Erstmeldung von 9.20 Uhr, zuletzt aktualisiert 11.35 Uhr.