Von Marcel Gnauck
München - Weil ein Fahrgast ohne Grund die Notbremse in einem ICE kurz vor dem Hauptbahnhof München gezogen hatte, musste der Zugverkehr zwischen Sonntag, 23.20 Uhr, und Montag, 0.43 Uhr, gesperrt werden. 98 Züge seien wegen des Zwischenfalls in der Nacht auf Montag zu spät gewesen.
Zusammen kamen die Bahnen auf über 50 Stunden Verspätung, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.
Der 56-Jährige habe nach der Betätigung der Notbremse die Türen mit der Notentriegelung geöffnet und sei über die Gleise gelaufen. Alle anderen Züge in dem Bereich seien deswegen von der Leitstelle zu einem Nothalt gezwungen worden, hieß es weiter.
Nach gut einer Stunde wurde die Sperrung von der Bundespolizei wieder aufgehoben. Die Beamten hatten den psychisch auffälligen Mann in der Nähe des Stellwerks an der Hackerbrücke gefunden.
Gegen den 56-jährigen Mann werde nun von der Polizei unter anderem wegen des Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen ermittelt.