Von Daniel Josling
Magdeburg - Wegen zunehmender Störungen auf wichtigen Bahnstrecken in Sachsen-Anhalt wächst der Ärger über den Zustand der Schieneninfrastruktur.
Das Infrastrukturministerium und die landeseigene Nahverkehrsgesellschaft NASA kritisierten massive Mängel rund um den Bahnknoten Magdeburg. Betroffen seien Pendlerinnen und Pendler ebenso wie Reisende im Regional- und Fernverkehr.
Seit Mittwoch dürfen Züge auf der Hauptstrecke zwischen Magdeburg und Dessau auf mehreren Kilometern nur noch mit Tempo 20 fahren. Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (62, FDP) sprach von einem strukturellen Problem.
"Der Zustand der Schieneninfrastruktur in Sachsen-Anhalt ist an zu vielen Stellen nicht mehr akzeptabel", sagte die FDP-Politikerin.
Die Fahrgäste hätten ein Recht auf eine Infrastruktur, die einen verlässlichen und stabilen Fahrplan ermöglicht.
Nach Angaben der NASA gibt es im Raum Magdeburg zahlreiche weitere Problemstellen. Genannt werden unter anderem Einschränkungen zwischen Magdeburg und Burg wegen des Neubaus eines Stellwerks, Langsamfahrstellen bei Zielitz, Mängel im Bereich Magdeburg-Sudenburg sowie tägliche Störungen an Bahnübergängen Richtung Braunschweig.
Mehr Verspätungen und verpasste Anschlüsse
Für Fahrgäste seien die Folgen immer stärker spürbar, hieß es. Die Probleme führten zu Verspätungen, verpassten Anschlüssen und instabilen Fahrplänen.
Weil viele Störungen kurzfristig aufträten, könnten Bahnunternehmen oft nicht rechtzeitig informieren. Besonders betroffen sei die Strecke zwischen Magdeburg und Wolfsburg.
Auch die Pünktlichkeit im Nahverkehr hat laut NASA deutlich nachgelassen. Während 2021 noch 94 Prozent der Züge pünktlich gewesen seien, habe der Wert 2025 nur noch bei 84 Prozent gelegen. Dabei gelten Züge mit weniger als fünf Minuten Verspätung noch als pünktlich.
Das Land fordert nun schnelle Gegenmaßnahmen von der Bahninfrastrukturgesellschaft DB InfraGO. Besonders kritische Langsamfahrstellen müssten rasch beseitigt und Reparaturen in der Region verstärkt werden, sagte Hüskens.
Mit Blick auf die ab Oktober geplante Generalsanierung der Strecke Berlin-Hannover über Stendal warnte sie vor zusätzlichen Belastungen durch Umleitungsverkehr über Magdeburg und Braunschweig.