Bogotá (Kolumbien) - Eine schlecht sitzende Pilotenuniform wurde einem mutmaßlichen Drogenschmuggler zum Verhängnis. Ein Spanier soll versucht haben, als Pilot verkleidet rund zehn Kilogramm Kokain von Kolumbien nach Europa zu schmuggeln - doch die Polizei durchschaute den Plan.
Der Mann wollte am Flughafen El Dorado in Bogotá einen Flug nach Barcelona antreten und gab sich als Mitglied einer Flugbesatzung aus, wie El País berichtet.
Den Beamten fiel jedoch schnell auf, dass seine Uniform auffällig schlecht saß und mehrere Details nicht zu der Ausstattung echter Airline-Piloten passten. Daraufhin wurde der Reisende von der Anti-Drogen-Einheit genauer kontrolliert.
Bei einem Körperscan entdeckten die Ermittler mehrere mit Klebeband befestigte Kokain-Pakete unter der Uniform - verteilt über Oberkörper und Bein. Insgesamt wurden rund zehn Kilogramm Kokain sichergestellt.
Nach Angaben der Polizei hätte diese Menge auf dem internationalen Drogenmarkt etwa 25.000 Einzeldosen ergeben.
Videoaufnahmen der kolumbianischen Polizei zeigen, wie die Drogenpakete unter der Uniform freigelegt werden.
Der Verdächtige hat nie als Berufspilot gearbeitet
Die Ermittlungen ergaben außerdem, dass der spanische Staatsbürger zwar vor Jahren eine Pilotenausbildung absolviert haben soll, jedoch weder als lizenzierter Pilot registriert ist noch jemals als Berufspilot gearbeitet haben soll.
Der Mann wurde festgenommen und muss sich nun wegen mutmaßlichen Drogenhandels verantworten.
"Wir werden die Drogenbekämpfungsmaßnahmen an den Flughäfen des Landes weiter verstärken, um zu verhindern, dass kriminelle Organisationen die Flughäfen für den internationalen Schmuggel illegaler Drogen nutzen, und um damit die Sicherheit Kolumbiens und der internationalen Gemeinschaft weiterhin zu schützen", erklärte William Castaño Ramos, Direktor der Anti-Drogen-Abteilung.
Die Behörden untersuchen zudem, ob die Tarnung als Pilot bereits bei früheren Schmuggelaktionen zum Einsatz kam und wer hinter der mutmaßlichen Drogenroute nach Europa steckt.