Neun Tonnen Kokain in Drogen-U-Boot: Rekordfund vor europäischer Küste

Azoren (Portugal) - Die portugiesischen Behörden haben vor der Küste der Azoren ein Halbtaucher-U-Boot abgefangen, das bis zur Oberkante mit Drogen beladen war.

Die portugiesische Polizei bestätigte, dass es sich bei dem Fund um "die größte Beschlagnahmung von Kokain in Portugal jemals" handelt.  © - / PORTUGUESE POLICE / AFP

So berichtet der britische "The Guardian", dass der Polizei aus Portugal ein echter Coup gelungen ist. Ermittler haben demnach mithilfe der US-amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde (DEA) und der britischen National Crime Agency (NCA) ein Halbtaucher-U-Boot ungefähr 230 Seemeilen vor der Küste der Azoren (einer Inselgruppe im Atlantik unter portugiesischer Verwaltung) lokalisiert.

Dieses Schiff kam ursprünglich aus Südamerika und war auf Kurs nach Europa, doch dort kam es nie an. So führten die Beamten eine Operation bei "extrem schwierigen und gefährlichen Bedingungen" durch, um das Boot zu stoppen. An Bord fanden sie neben vier Männern, drei aus Kolumbien und einer aus Venezuela, auch noch 300 Päckchen Kokain. Die Polizei schaffte es, die Männer zu verhaften und die Drogen zu sichern, doch noch ehe sie ihre Operation abschließen konnten, sank das Halbtaucher-U-Boot und riss dabei die letzten 35 Drogenpäckchen mit sich gen Abgrund.

Wie ein Sprecher der Polizei der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, handelt es sich bei dem Drogenfund um die "größte Beschlagnahmung in der Geschichte des Landes".

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Insgesamt konnten die Ermittler neun Tonnen des weißen Pulvers aus dem Halbtaucher-U-Boot bergen. Auf dem Schwarzmarkt hätte diese Menge an Drogen einen ungefähren Geldwert von 600 Millionen Euro.

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Die portugiesische Marine bekam während der Operation Unterstützung von der Luftwaffe und Behörden aus den USA und Großbritannien.  © - / FORCA AEREA PORTUGUESA / AFP

Was ist ein Halbtaucher-U-Boot?

Bei sogenannten "Halbtauchern" handelt es sich um U-Boote, die nicht komplett unter Wasser sind, sondern nur knapp an der Wasseroberfläche schweben. Drogenkuriere greifen auf dieses Transportmittel zurück, weil die Halbtaucher - anders als "normale" Boote - nur schwer von anderen Schiffen aus zu sehen sind.

Aus der Luft wiederum sind diese Halbtaucher gut erkennbar.

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