Bau der Carolabrücke: Spuren-Streit durch Bündnis neu entfacht
Dresden - Risiko-Verunsicherung, Verfahrensrügen, gegenseitige Kritik: Im Streit um die neue Carolabrücke rückte die Spuren-Diskussion zuletzt in den Hintergrund. Jetzt startet ein Parteien-Bündnis einen neuen Versuch, am Donnerstag eine Brücke mit nur zwei Fahrspuren für Autos zu beschließen.
Mit der Festlegung auf vier Autospuren würden die konservativen Parteien "verkehrspolitischen Fanatismus auf Kosten der Dresdner" begehen, sagt Felix Göhler (37, SPD) für das Bündnis, dem weitere Stadtbezirksbeiräte von SPD, Grünen, Linken und Dissident:innen der Alt- und Neustadt angehören.
Die direkt gewählten Bürgervertreter beider Elbseiten betonen die dramatische Haushaltslage der Stadt. Mit einer zweispurigen Brücke könne die Stadt 25 bis 30 Millionen Euro Baukosten sparen.
Hinzu kämen circa zehn Millionen Euro weniger Zinsen für notwendige Kredite und weitere Einsparungen durch geringere Wartungskosten des schmaleren Bauwerks.
"Dresden steht vor weiteren Brücken-Problemen wie an der Budapester Straße", sagt Esther Ludwig (61, Linke). Dafür brauche man jeden Euro.
Sondersitzung am Dienstag im Fokus
Das Bündnis rief zudem die Verkehrsexperten in Erinnerung, die sich schon im Juni vergangenen Jahres gegen vier Spuren ausgesprochen hatten. Auch die städtischen Prognosezahlen rechtfertigten keine vier Spuren.
Die Verwaltung sieht maximal rund 30.500 Fahrzeuge, die künftig pro Tag über die Carolabrücke rollen.
Vier Fahrstreifen seien demnach erst ab 45.000 Autos nötig. Entscheidend für den Verkehrsfluss sei ohnehin, die Kreuzungen vor und hinter der Brücke auszubauen, so das Bündnis.
Darum fordern die Stadtbezirksbeiräte auf der Sondersitzung am Dienstag und im Stadtrat in einem Ergänzungsantrag, anstelle der vier nur zwei Fahrstreifen für Autos zu planen.
Das sei umsetzbar, egal welches Büro letztlich den Zuschlag erhalte. Ob sich das konservative Lager darauf einlässt, ist jedoch fraglich.
Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, Thomas Türpe

