Knappes Abstimmungsergebnis: Diese neue Carolabrücke ist der Liebling der Dresdner
Dresden - Über einen Monat lief die Online-Abstimmung carolaVOTE zur neuen Carolabrücke. Jetzt steht der Lieblingsentwurf der Dresdner fest. Doch mit 25.887 Teilnehmern haben weniger als fünf Prozent der Stadtbevölkerung (571.000 Einwohner) abgestimmt. Repräsentativ ist die Umfrage nicht.
Trotzdem hält Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) die Teilnehmerzahl für "sensationell", denn so viele Menschen habe man vorher bei keiner Umfrage erreicht. Auch sei wieder eine Präferenz für weniger Autospuren deutlich geworden.
Das Abstimmungsergebnis ist knapp: In einzelnen Kategorien lieferten sich die Dresdner Planungsbüros FHECOR/TSSB und LAP/Knight Architects/Querfeldeins ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Letztlich hat der Entwurf von FHECOR/TSSB die Nase vorn, 38 Prozent der Teilnehmer sehen ihn auf dem ersten Platz.
Dicht dahinter (32 Prozent) folgt der Entwurf von LAP, deutlich schlechter werden die Entwürfe von GRASSL (23 Prozent) und Schüßler-Plan/DKFS (7 Prozent) bewertet.
Tausende Umfrage-Teilnehmer kommen nicht aus Dresden
"Das Ranking ist generationenübergreifend gleich, insofern haben wir ein sehr eindeutiges Ergebnis", sagt Kühn.
Kurios: Mehr als 4100 Umfrage-Teilnehmer kamen gar nicht aus Dresden! Einige wenige Stimmen wurden sogar aus dem Ausland abgegeben. Laut STESAD-Projektleiter Steven Eichler (37) wurden manipulative Mehrfachabstimmungen aber herausgefiltert.
Das Ergebnis der Bürgerbeteiligung soll neben dem Voting des Expertengremiums - dieses kürte den LAP-Entwurf zum Sieger - in die Beschlussempfehlung des Begleitgremiums einfließen. Am 3. September entscheidet der Stadtrat, welcher Brückenentwurf realisiert wird.
Manche Fraktion wie die AfD hat sich schon klar positioniert - für den Entwurf von FHECOR/TSSB. Andere halten sich noch bedeckt. "Es bleibt spannend, wofür sich eine Mehrheit finden lassen wird", sagt FDP/FB-Fraktionschef Patrick Probst (55, FDP).
Titelfoto: Bildmontage: TSSB FHECOR, Steffen Füssel

