Neuss - Im nordrhein-westfälischen Neuss ist die Feuerwehr am vergangenen Wochenende zu einem tierischen Rettungseinsatz ausgerückt, nachdem Anwohner auf einen ungewöhnlichen Vogel aufmerksam geworden waren. Dankbar zeigte sich das Tier gegenüber den Einsatzkräften allerdings nicht.
Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers waren die Kameraden am Sonntagmittag gegen 11.30 Uhr in die Herzogstraße nach Neuss-Grimlinghausen gerufen worden, nachdem mehrere Zeugen dort vor einer Garageneinfahrt einen zunächst nicht näher bekannten Vogel erblickt hatten, der einen etwas deplatzierten und hilflosen Eindruck machte.
Das Tier hatte sich anscheinend verirrt und hockte vor dem Garagentor, wo es von den Kräften schließlich als Rohrdommel identifiziert wurde - eine seltene und gefährdete Vogelart.
"Deren natürliches Habitat sind Schilfbereiche und die Rheinauen - und eher weniger der gepflegte Garagenhof mit Betonoptik", berichtete der Feuerwehrsprecher, woraufhin die Kameraden den Vogel wieder in ihm bekannte Gefilde bringen wollten.
Den Rettungsversuch der Feuerwehr interpretierte das Tier allerdings gänzlich falsch, fühlte sich offenbar in seiner Tagesruhe gestört und quittierte die Unterbrechung "mit einem energischen Angriffsversuch auf unsere Einsatzkräfte", wie es hieß.
Feuerwehr Neuss setzt Rohrdommel im Rheinpark aus
Es kam zu einem kurzen "Hand-und-Flügel-Gemenge", das die Feuerwehrkräfte jedoch zum Wohlergehen der Rohrdommel gewannen und den Vogel schließlich sichern konnten. Verletzt wurde er beim Einfangen glücklicherweise nicht, wie eine Überprüfung seines Gesundheitszustandes zeigte.
Die Kameraden brachten den tierischen Ausreißer schließlich in den Rheinpark, wo er binnen kürzester Zeit im Schilf verschwunden sei.
Wie und warum der seltene Vogel zuvor in dem Garagenhof gelandet war, ließ sich nicht klären, erklärte der Sprecher abschließend.