Atom-Alarm bei Eiersuche: Männer finden Fläschchen mit "Polonium 210"-Aufschrift
Von Aaron Klein, Stefanie Järkel
Vaihingen an der Enz - Zwei Männer haben bei der Ostereiersuche im Garten in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart ein Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium 210" gefunden und damit einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst.
Polonium 210 sei ein potenziell tödliches Strahlengift, teilte Kreisbrandmeister Andy Dorroch mit.
Zunächst seien allerdings alle Messungen im Umfeld des Fläschchens negativ gewesen. Es sei keine Radioaktivität gemessen worden. Die Männer seien unverletzt. Es blieb zunächst unklar, welcher Stoff sich in dem Fläschchen befindet.
Laut Polizei sollte das Umweltministerium das Fläschchen noch am Abend übernehmen und gesichert abtransportieren. Das Ministerium sei im Sinne der Gefahrenabwehr zuständig.
Das Ministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Polizeipräsidium Ludwigsburg übernahm die Ermittlungen zu dem Gegenstand.
Feuerwehr schätzt Fläschchen mit "Polonium 210"-Aufschrift als echt ein
Die Männer hatten in dem Garten am Ortsrand Ostereier gesucht und dabei das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel entdeckt, wie Kreisbrandmeister Dorroch sagte. Weitere Angaben zu den Männern machte er nicht. Die beiden hätten nach dem Fund den Notruf gewählt.
Die Feuerwehr schätzte nach eigenen Angaben das Fläschchen als echt ein. "Das Behältnis passt zum Stoff", sagte Dorroch. "Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet." Zudem sei das Fläschchen mit geschätzten 200 Gramm Gewicht relativ schwer, was wiederum dazu passe, dass Polonium 210 ein relativ schwerer Stoff sei. "So dass wir schon davon ausgehen, dass es sich um den Stoff tatsächlich handelt."
Der Fund führte in Vaihingen an der Enz im Kreis Ludwigsburg zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 138 Einsatzkräften und 41 Fahrzeugen vor Ort - darunter ein Strahlenschutzzug und Gefahrgutzug sowie einer Fachberaterin Strahlenschutz, die beruflich im Kernkraftwerk arbeitet, wie der Kreisbrandmeister sagte.
Der Bereich um den Fundort wurde den Angaben zufolge weiträumig abgesperrt. Nach dem Abtransport des Fläschchens sollte der Bereich wieder freigegeben werden, sagte der Polizeisprecher.
Titelfoto: 7aktuell.de | N R

