Flammeninferno kostet 20.000 Schweine das Leben: "Hat uns an unsere Grenzen gebracht"
Coswig (Anhalt) - Es sind Bilder, die die Kameraden der Feuerwehren aus Coswig und Umgebung wohl so schnell nicht vergessen werden: Riesige Flammen walzten den Schweinemastbetrieb in der Nacht zu Mittwoch regelrecht nieder, rund 20.000 Tiere starben. Ein Einsatz, der alle Kräfte in jeder Hinsicht an ihre Grenzen brachte.
Am Tag nach der Tragödie meldete sich Einsatz- und Ortswehrleiter David Polzin von der Feuerwehr Coswig mit bewegenden wie auch dankbaren Zeilen bei der Community im Landkreis Wittenberg.
"Ich bin stolz auf Euch. Mehr Worte braucht es eigentlich nicht, um diesen Einsatz zu beschreiben", heißt es in der bei Facebook veröffentlichten Stellungnahme. Der Großbrand im Coswiger Ortsteil Düben "hat uns alle an unsere Grenzen gebracht – körperlich, psychisch und emotional".
Und nicht nur das: Die Flammen breiteten sich so rasend schnell aus, dass die Feuerwehrleute immer wieder ihre Positionen aufgeben mussten, um nicht selbst von dem Inferno eingeschlossen oder durch einstürzende Gebäudeteile verletzt zu werden.
Dasselbe galt bei der dynamischen Lage für die Feuerwehrfahrzeuge, die in Sicherheit gebracht werden mussten. Die Drehleiter sei allerdings dennoch durch die Hitze, die von den Flammen ausging, beschädigt worden.
Außerdem wurden fünf Kameradinnen und Kameraden verletzt, denen man eine schnelle Genesung wünsche.
Einsatzleiter mit Worten des Dankes: "Trotz allem habt ihr niemals aufgegeben"
"Das zeigt eindrucksvoll, welchen extremen Bedingungen unsere Kameradinnen und Kameraden in dieser Nacht ausgesetzt waren", so Polzin weiter. "Trotz allem habt ihr niemals aufgegeben. Jeder von euch hat gekämpft – mit Mut, Professionalität, Zusammenhalt und dem festen Willen, das Menschenmögliche zu leisten. Genau das macht Feuerwehr aus."
Und genau deshalb spricht der Einsatzleiter seinen Dank aus, nicht nur den Feuerwehrleuten, sondern auch "dem Rettungsdienst, der Polizei, der Notfallseelsorge, dem Veterinäramt, dem Landkreis Wittenberg, der Agrargenossenschaft, dem Forst- und Umweltdienst Burkhard Schröter, den Hilfsorganisationen sowie allen weiteren Unterstützern, die in dieser Nacht ihren Beitrag geleistet haben".
Dass 20.000 Schweine bei dem Feuer ums Leben kamen, mache die Einsatzkräfte traurig. "Jeder Einzelne hat bis an die Grenzen seiner Kräfte gekämpft", um Leben zu retten.
Das tödliche Feuer in der Schweinemastanlage war in der Nacht auf Mittwoch gegen 1 Uhr ausgebrochen. Dutzende Kameraden waren viele Stunden im Einsatz. Der Schaden wird auf einen Betrag im Millionenbereich geschätzt.
Titelfoto: Facebook/Feuerwehr Coswig / Anhalt

