Gefahrguteinsatz im Erzgebirge: Auch Rettungswagen kurzzeitig unter Quarantäne

Gornsdorf - Zu einem Großaufgebot an Einsatzkräften kam es am Pfingstsonntag vor einem Mehrfamilienhaus in Gornsdorf (Erzgebirge).

Großeinsatz im erzgebirgischen Gornsdorf.
Großeinsatz im erzgebirgischen Gornsdorf.  © Bernd März

Wie der Einsatzleiter Jens Brunner von der Feuerwehr Gornsdorf berichtet, fanden Nachbarn einen verletzten Mann (70) mit verätzungsähnlichen Verletzungen in seiner Wohnung in der Straße Untere Siedlung vor.

Auch der hinzugerufene Rettungsdienst und Notarzt konnten eine Verätzung nicht ausschließen, woraufhin der Gefahrgutzug der Feuerwehr hinzugezogen wurde.

Wie die Feuerwehr Beierfeld mitteilte, war der 70-Jährige nicht ansprechbar und konnte somit keine Informationen über die Verletzungsursache geben.

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Als die Einsatzkräfte am mutmaßlichen Gefahrenort ankamen, war der Rettungswagen bereits mit dem Mann in Richtung Krankenhaus unterwegs. Da jedoch nicht ausgeschlossen werden konnte, dass das Personal bereits ebenfalls kontaminiert wurde, musste das Einsatzfahrzeug inklusive Besatzung und Patient kurzzeitig in Quarantäne versetzt werden.

"Nach der Messung und Klärung weiterer medizinischer Aspekte erfolgte die Freigabe", teilte die Feuerwehr Beierfeld weiter mit und der Patient konnte im Krankenhaus weiter behandelt werden.

Feuerwehr gibt Entwarnung

Währenddessen rüsteten sich die Kameraden in der Straße Untere Siedlung mit Chemiekalienschutzanzügen aus und richteten vor dem Mehrfamilienhaus einen Dekontaminationsplatz ein.

Anschließend gingen die Einsatzkräfte in die Wohnung und entnahmen Proben. Doch auch hier gab es Entwarnung: In der Wohnung wurden keine Chemikalien gefunden.

Die Feuerwehrleute lüfteten die Wohnung mit einem Hochdrucklüfter und beendeten anschließend ihren Einsatz.

Im Einsatz waren etwa 60 Kameraden der Feuerwehren Gornsdorf, Zwönitz, Thalheim, Beierfeld und Oelsnitz sowie der diensthabende Kreisbrandmeister und die Polizei.

Titelfoto: Bernd März

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