Von Svenja-Marie Kahl, Judith Bootsmann, Christiane Bosch, Stefan Flomm
Ludwigslust - Dramatische Szenen: Beim Brand des Dachstuhls des Helene-von-Bülow-Klinikums in Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) nahe Schwerin sind nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen ums Leben gekommen.
Bei den Toten handelt es sich um Patienten, wie eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Glücklicherweise wurden weniger Menschen verletzt als zunächst vermutet. Es gebe die zwei Toten, einen Verletzten mit Rauchgasvergiftung, teilte der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit.
Am frühen Morgen hatte die Einsatzleitstelle der Polizei zunächst von 34 Verletzten gesprochen.
Dass die Zahlen stark voneinander abweichen, hat mit den Erstmeldungen an die Leitstelle zu tun.
Dort wurden zunächst mehrere Dutzend Menschen gemeldet, welche medizinisch untersucht werden sollten und dann im Laufe der Untersuchung als unverletzt eingestuft werden konnten, wie eine Polizeisprecherin sagte.
Solche Zahlen seien zum Zeitpunkt der Abfrage stets eine Momentaufnahme und könnten sich immer auch noch ändern.
Zunächst hieß es, dass ein Mensch wiederbelebt werden müsse. Patienten und Krankenhausbeschäftigte würden aus dem Gebäude evakuiert werden. Der Dachstuhl des Krankenhauses brannte den Angaben zufolge seit 4.20 Uhr.
Das Feuer sei wohl in einem Patientenzimmer der Gefäßchirurgie-Station ausgebrochen, teilte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim mit. Laut Auskunft des Landrats lag einer der später Verstorbenen im Patientenzimmer, in dem das Feuer ausbrach, der andere im Nachbarzimmer.
Dazu hat es einen Verletzten mit Rauchgasvergiftung gegeben, teilte der Landkreis weiter mit. Die Radiologie-Abteilung sei nicht betroffen. Allerdings sei durch das Löschwasser die Technik des Herzkatheter-Labors beschädigt worden.
Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei sind seit den frühen Morgenstunden vor Ort.
Brand in Krankenhaus in Ludwigslust: Innenminister Christian Pegel spricht "tiefes Mitgefühl" aus
Innenminister Christian Pegel stehe im engen Austausch mit den Verantwortlichen. "Mit tiefer Betroffenheit begleiten wir den Einsatz nach dem Brand im Krankenhaus in Ludwigslust. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand sind zwei Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen sowie allen Verletzten."
Die zuständigen Behörden würden mit Hochdruck daran arbeiten, die Brandursache aufzuklären. Nun habe die Unterstützung der Betroffenen höchste Priorität, hieß es in einer Mitteilung vom Ministerium für Inneres von Mecklenburg-Vorpommern.
Aktuell kann es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im Bereich der Neustädter Straße sowie den umliegenden Straßenzügen kommen. Deswegen bittet die Polizei darum, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Erstmeldung: 6.58 Uhr, zuletzt aktualisiert: 10.35 Uhr