Nach Flammen im Krankenhaus: Zwei Patienten gestorben, Notdach aufgebaut

Von Svenja-Marie Kahl, Judith Bootsmann, Christiane Bosch, Helena Dolderer, Christopher Hirsch, Stefan Flomm, Marc Fleischmann, Celine Hog

Ludwigslust - Dramatische Szenen: Bei einem Brand im Helene-von-Bülow-Klinikum in Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Nun schützt vorübergehend ein Notdach, bestehend aus einer Plane, das Krankenhaus.

In den frühen Morgenstunden brach in einem Krankenhaus in Ludwigslust ein folgenschweres Feuer aus.  © Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

Ein provisorisches Notdach über dem ausgebrannten Dach des Krankenhauses steht und wird im Verlauf des Tages fertiggestellt.

Nur wenige Stunden nach dem Brand wurde eine Plane über das Dach gespannt, sagte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim der Deutschen Presse-Agentur.

Die ersten Arbeiten am Gerüst und Plane seien bereits gegen 16 Uhr abgeschlossen worden, am Freitag soll das Notdach fertiggestellt werden.

Feuerwehreinsätze Kindergarten brennt! Menschen können sich gerade noch rechtzeitig aus Gebäude retten

Die Schnelligkeit, mit der das Dach errichtet wird, liege vor allem an dem Zusammenhalt in der Region.

"Das ist wichtig, um die Funktionsfähigkeit des zentralen Bereichs wiederherzustellen", so Stefan Sternberg, Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim. Der Brand habe ein Gebäude getroffen, "das Teil unserer zentralen Herzkammer ist. Es war ein Stich in einen unserer modernsten Gebäudeteile."

Bei den zwei Verstorbenen handelt es sich um Patienten. Bei einem der Opfer handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 85 Jahre alten Mann. Die Angehörigen seien informiert worden. Auch der zweite Tote sei ein Mann gewesen, aber zunächst nicht identifiziert worden. Eine weitere Person wurde mit einer Rauchgasvergiftung in eine Klinik nach Schwerin gebracht.

Am frühen Morgen hatte die Einsatzleitstelle der Polizei zunächst von 34 Verletzten gesprochen. Dass die Zahlen stark voneinander abweichen, hat mit den Erstmeldungen an die Leitstelle zu tun. Zum Zeitpunkt des Brandes waren etwa 100 Menschen im Gebäude - rund 80 Patienten und 20 Mitarbeitende. Die Einrichtung wurde zunächst evakuiert.

Anzeige

Tödliches Feuer brach wohl in einem Patientenzimmer der Chirurgie aus

Feuerwehrleute waren nach dem Ausbruch eines Feuers im Klinikum im Einsatz am abgebrannten Dachstuhl.  © Landkreis Ludwigslust-Parchim/dpa

Wegen des guten Brandschutzes habe die Feuerwehr nicht betroffene Stationen aber wieder freigeben können. Einige Patienten wurden in eine Partnerklinik nach Hagenow verlegt, weitere könnten folgen.

Der Dachstuhl des Krankenhauses brannte den Angaben zufolge seit 4.20 Uhr. Das Feuer sei wohl in einem Patientenzimmer der Gefäßchirurgie-Station ausgebrochen, teilte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim mit.

Laut Auskunft des Landrats lag einer der später Verstorbenen im Patientenzimmer, in dem das Feuer ausbrach, der andere im Nachbarzimmer.

Feuerwehreinsätze Autobahnzubringer zur A72 voll gesperrt: Renault komplett ausgebrannt

Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei waren seit den frühen Morgenstunden vor Ort.

Brand in Krankenhaus in Ludwigslust: Innenminister Christian Pegel spricht "tiefes Mitgefühl" aus

Zwei Menschen kamen bei dem Brand ums Leben.  © Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

Innenminister Christian Pegel stehe im engen Austausch mit den Verantwortlichen. "Mit tiefer Betroffenheit begleiten wir den Einsatz nach dem Brand im Krankenhaus in Ludwigslust. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand sind zwei Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen sowie allen Verletzten."

Die zuständigen Behörden würden mit Hochdruck daran arbeiten, die Brandursache aufzuklären. Nun habe die Unterstützung der Betroffenen höchste Priorität, hieß es in einer Mitteilung vom Ministerium für Inneres von Mecklenburg-Vorpommern.

Nach Abstimmung mit der Rettungsleitstelle Westmecklenburg konnte die Notaufnahme des Krankenhauses gegen 13 Uhr wieder in Betrieb gehen. Einzig der Bereich Herzkatheter bleibt zunächst außer Betrieb. Die Facharztpraxen sind weiterhin erreichbar, auch die Radiologie.

Erstmeldung: 2. Juli, 6.58 Uhr, zuletzt aktualisiert: 3. Juli, 7.41 Uhr

Mehr zum Thema Feuerwehreinsätze: