Nürnberg - Schwerer Chemieunfall am Freitagmittag in einem Industrieunternehmen in der Thurn-und-Taxis-Straße im Nürnberger Nordosten! Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken bekannt gab, starb ein Mitarbeiter an den Folgen des Unfalls im Krankenhaus.
Nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) gegenüber TAG24 wurden insgesamt rund 30 Menschen verletzt, zwei davon schwer.
Zunächst gingen die Behörden von sieben Verletzten aus. Inzwischen wurde die Zahl jedoch nach oben korrigiert.
Wie eine Sprecherin des Nürnberger Klinikums mitteilte, wurden dort sechs Verletzte behandelt, zwei weitere Patienten sollten am späten Nachmittag eingeliefert werden.
Unter den Betroffenen waren auch zwei Mitarbeiter, die in Folge des Chemieunfalls sofort das Bewusstsein verloren. Einer der beiden Männer starb später im Krankenhaus.
Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, handelt es sich um eine Firma, die routinemäßig mit Chemikalien arbeitet. Die gesamte Anlage sei zunächst evakuiert worden.
Kriminalpolizei beginnt kommende Woche mit den Untersuchungen
Den Angaben zufolge waren die Chemikalien auf dem Areal im Stadtteil Schafhof gegen 11.30 Uhr ausgetreten. Die Berufsfeuerwehr war daraufhin mit einem Großaufgebot sowie einem spezialisierten Gefahrstoffzug im Einsatz. Zwischenzeitlich waren laut Feuerwehr insgesamt etwa 100 Rettungskräfte vor Ort.
Die ersten Einsatzkräfte fanden demnach "eine dramatische Lage" vor, da sie mehrere Verletzte retten und ins Freie bringen mussten. Zahlreiche Mitarbeitende wurden anschließend medizinisch untersucht und psychologisch betreut.
Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken erklärte, dass die Ermittlungen bislang noch nicht aufgenommen werden konnten, da das Gebäude derzeit nicht betreten werden kann. Deshalb sei bislang unklar, wie es zu dem Unglück kam – etwa ob der Stoff aus einer defekten Maschine oder Anlage austrat oder menschliches Fehlverhalten eine Rolle spielte. Die Nürnberger Kriminalpolizei werde die Untersuchungen voraussichtlich erst in der kommenden Woche beginnen.
Laut Feuerwehr besteht jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung, da die freigesetzten Stoffe im Gebäude verblieben. Die Ursache des Vorfalls ist bislang unklar.
Erstmeldung, 15.51 Uhr. Update, 19.29 Uhr.