Nach Abschiebe-Drama: Student Ramzi darf nach Stuttgart zurück

Stuttgart - Die gewaltsame Abschiebung des kurdischen Studenten Ramzi Awat Nabi sorgte für bundesweite Empörung. Nun die Wende: Der 24-Jährige darf zurückkommen.

Ramzi Awat Nabi (24) wurde am Flughafen von Familie, Freunden und Unterstützern empfangen.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

Der junge Mann hatte am Donnerstag im deutschen Konsulat in Erbil (Irak) sein Visum erhalten und ist am Sonntag in Stuttgart gelandet. Möglich gemacht haben diese Rückkehr das unermüdliche Engagement seines Bruders, die Unterstützung zahlreicher Spender und die Arbeit des Stuttgarter Rechtsanwalts Roland Kugler.

Der Anwalt konnte die Zweifel der Ausländerbehörde an Ramzis Identität ausräumen, die ursprünglich zur Abschiebung geführt hatten, wie die Stuttgarter Zeitung mitteilte.

Die finanzielle Hürde für das Visum wurde ebenfalls durch hilfsbereite Menschen genommen. Dank einer Spendensammlung konnten die erforderlichen 12.000 Euro auf einem Sperrkonto hinterlegt werden, um den Lebensunterhalt des Studenten für das nächste Jahr zu sichern.

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Der Fall um Ramzi Awat Nabi schaffte es bis in die ARD-Tagesthemen und entfachte eine Debatte über die deutsche Abschiebe-Praxis. Der 24-Jährige, der in Deutschland ein Einser-Abitur ablegte und sein Studium aufnahm, wurde im August vorigen Jahres an Händen und Füßen gefesselt in den Irak abgeschoben.

Dank des Visums erhalte Ramzi eine gute Zukunft zurück. Vor seiner Rückkehr hatte er sich besonders auf einen Rückflug ohne Polizeibegleitung gefreut.

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Im vergangenen Jahr wurde eine Petition für den jungen Mann ins Leben gerufen.  © change.org

"Ich danke allen, die sich in Deutschland für mich eingesetzt haben, von ganzem Herzen", sagte er gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Schon bald wird er sein Studium gemeinsam mit seinen Kommilitonen in Stuttgart fortsetzen können.

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