Pilot schmuggelt 70.000 Ecstasy-Pillen: Flog er 170 Passagiere auf Drogen?
Jakarta (Indonesien) - Ein Fall, der für Entsetzen sorgt: Ein Pilot der Malaysia Airlines soll versucht haben, mehr als 70.000 Ecstasy-Pillen nach Indonesien zu schmuggeln. Noch brisanter: Nach Angaben der Behörden soll der 39-Jährige den Passagierflug mit rund 170 Menschen an Bord zuvor selbst gesteuert und dabei möglicherweise unter Drogeneinfluss gestanden haben.
Der Pilot, der von den Behörden lediglich mit den Initialen "MS" bezeichnet wird, landete am 29. Juli mit Flug MH727 aus Kuala Lumpur auf dem internationalen Flughafen Soekarno-Hatta in Jakarta, wie die indonesische Nationalpolizei mitteilte.
Obwohl Crewmitglieder normalerweise eine beschleunigte Kontrolle passieren dürfen, wurde sein Gepäck aufgrund einer Risikoanalyse genauer untersucht.
Dabei machten Zollbeamte einen spektakulären Fund: Rund 26 Kilogramm Ecstasy - umgerechnet etwa 70.000 Tabletten - sowie vier Gramm Methamphetamin waren in seinem Koffer versteckt.
Zusätzlich entdeckten die Ermittler eine kleine Flasche mit Urin, die, nach ihrem Verdacht, dazu dienen sollte, einen möglichen Drogentest zu manipulieren.
Noch schwerer wiegt jedoch ein weiterer Vorwurf: Der Urintest des Piloten fiel laut den indonesischen Behörden positiv auf MDMA (Ecstasy), Methamphetamin und Kokain aus.
Ein Sprecher des Flughafenzolls erklärte, dies deute darauf hin, dass der 39-Jährige die Drogen wahrscheinlich bereits vor oder während des Fluges konsumiert habe.
Dem Piloten drohen nun drastische Konsequenzen
Der Beschuldigte soll den Airbus mit rund 170 Passagieren an Bord selbst nach Jakarta geflogen haben. Ob er während des Fluges tatsächlich beeinträchtigt war, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Bei seiner Vernehmung soll der Pilot angegeben haben, für den Drogentransport umgerechnet rund 12.200 US-Dollar erhalten zu haben.
Nach der Landung habe er sich in einem Hotel mit Kontaktpersonen treffen sollen. Laut Angaben aus den Ermittlungen der indonesischen Polizei soll er zudem eingeräumt haben, bereits zuvor Drogen transportiert zu haben.
Malaysia Airlines teilte mit, man arbeite eng mit den Behörden zusammen und habe eine interne Untersuchung eingeleitet. Das Unternehmen betonte, dass jegliches Fehlverhalten konsequent verfolgt werde.
Dem Piloten drohen in Indonesien nun schwerwiegende Konsequenzen. Das Land zählt zu den Staaten mit den weltweit strengsten Drogengesetzen. Im Falle einer Verurteilung könnten lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe auf ihn warten.
Titelfoto: Montage: Screenshot/Instagram/bcsoetta, NICOLAS ASFOURI / AFP

