Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen: Bringt DNA-Spur den Durchbruch?

Leipzig - Großeinsatz der Polizei am vergangenen Mittwoch auf dem Leipziger Flughafen: Auf dem Gelände des Airports wurde in der Nacht zuvor eine mit Sprengstoff präparierte Drohne entdeckt. Ein Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten Flugobjekt. Die Ermittlungen in dem Fall laufen. Gleichzeitig fordern immer mehr Stimmen aus der Politik Verbesserungen beim Schutz vor Drohnen.

Zahlreiche Einsatzkräfte eilten in der Nacht zum Leipziger Airport, wo der Flugverkehr zunächst komplett stillstand.  © EHL Media

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CDU) hatte diesbezüglich bereits erklärt, dass Deutschland sein Netz an Sicherungsmaßnahmen ausbauen werde. "Diese Bedrohungen sind ganz oben auf der Agenda und haben bereits in den vergangenen Monaten unser politisches Agieren bestimmt", sagte er nach dem Vorfall.

Zusammen mit Kollegen anderer europäischer Länder wolle er den Schutz künftig besser koordinieren, hieß es einen Tag nach dem Vorfall.

Der Sicherheitsrat unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) tagte. Gleichzeitig sprechen sich immer mehr Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer für einen besseren Schutz aus.

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Die mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Mittwoch nahe einer ukrainischen Antonov entdeckt worden. Mithilfe eines Sprengstoffroboters sicherten Spezialisten schließlich das Objekt.

Wer hinter dem Vorfall steckt, ist bislang unklar. Dem Bundesinnenminister zufolge laufen die Ermittlungen aktuell in alle Richtungen.

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10. August, 14.10 Uhr: DNA an Drohne gefunden - Zusammenhang mit Brandanschlag auf DHL?

Ist das der Durchbruch in den Ermittlungen, nachdem eine Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen gefunden wurde? Wie die Bild berichtete, sollen an dem Flugobjekt DNA-Spuren gesichert worden sein.

Diese stimme wohl mit dem Genmaterial überein, das im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf das Leipziger DHL-Logistikzentrum im Juli 2024 gefunden wurde. Einer bestimmten Person sei die Probe aber noch nicht zugeordnet worden.

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Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch gibt es eine neue Spur.  © Hendrik Schmidt/dpa

10. August, 12.04 Uhr: KI-generierte Videos von Drohnenvorfall kursieren offenbar im Netz

Im Internet kursieren offenbar KI-generierte Fotos und Videos des Drohnen-Vorfalls am Leipziger Flughafen. Zu sehen sei unter anderem der Fußtritt, mit dem ein Mitarbeiter des Airports das Flugobjekt stoppte.

Laut Deutscher Presse-Agentur sind die Aufnahmen an gleich mehreren Mekrmalen als KI-Produkt erkennbar. So würden Video und Foto das Wasserzeichen von Gemini, dem KI-Chatassistent von Google, in der rechten unteren Ecke tragen. Die Aufnahmen seien am Tag, der Vorfall ereignete sich in der Nacht. Beschriftungen und Schriftzeichen sind falsch oder verschwommen.

Zudem treffe der Mitarbeiter im Video die Drohne nicht einmal mit seinem Fuß. Es gebe keinen ersichtlichen Grund, warum sie abstürzt.

10. August, 9.07 Uhr: Ministerpräsident will Bundeswehr zur Drohnenabwehr im Inneren einsetzen

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (53, CDU) hat sich einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge dafür ausgesprochen, dass Bundeswehreinsätze zur Drohnenabwehr auch im Inneren ermöglicht werden sollten.

"Weil man bei Drohnen kaum unterscheiden kann, ob es sich um eine außenpolitische oder innenpolitische Bedrohung handelt. Und deswegen, glaube ich, müssen wir auch über eine Änderung des Grundgesetzes sprechen, und ich hoffe auch, dass wir da zu Ergebnissen kommen", soll Günther gegenüber Deutschlandfunk gesagt haben.

Generell sei der Ministerpräsident überzeugt, dass beim Thema äußere und innere Sicherheit die strikte Trennung zwischen Bund und Ländern nicht mehr zeitgemäß sei. Stattdessen sollten angesichts der aktuellen Bedrohungslage die Kompetenzen von Bund und Ländern noch stärker gebündelt werden. 

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (53, CDU).  © Frank Molter/dpa

9. August, 19.29 Uhr: Vorerst keine Besucherführungen mehr auf dem Flughafengelände

Eigentlich bietet der Besucherservice des Flughafens Leipzig/Halle verschiedene Führungen an. Die beliebte Airport-Tour beinhaltet etwa eine zweistündige Busrundfahrt über das Flughafengelände. Der Betreiber kündigte nun jedoch an, diese vorerst einzustellen.

"Vor dem Hintergrund des aktuellen Vorfalls am Flughafen Leipzig/Halle und der weiterhin laufenden Untersuchungen haben wir uns entschieden, Besucherführungen vorsorglich vorübergehend auszusetzen", heißt es auf der Internetseite des Airports. "Wir bedauern sehr, dass gebuchte Touren daher derzeit nicht wie geplant stattfinden können."

8. August, 19.05 Uhr: Kam die Drohne doch aus Russland?

Gibt es nach dem Fund der Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen eine Verbindung zu Russland? Das berichten US-Medien wie das Wall Street Journal und CNN.

Demnach soll die Drohne der russischen Regierung gehören, heißt es unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute US-Beamte. Die Vereinigten Staaten seien laut einem Verteidigungsbeamten zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Drohne des russischen Geheimdienstes handele.

Während die Ermittlungen andauern, gibt es nach wie vor verschiedene Vermutungen, wer hinter dem Drohnen-Vorfall stecken könnte.  © Sebastian Willnow/dpa

7. August, 20.33 Uhr: Russische Botschaft wirft Ukraine vor, für Drohnen-Vorfall verantwortlich zu sein

Die russische Botschaft in Berlin sieht die mit Sprengstoff ausgestattete Drohne als gezielte Provokation gegen Moskau. Es sei "offensichtlich, dass diese hastig zusammengeschusterte Provokation ausschließlich den Zielen Kiews und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse dient", heißt es auf Telegram.

Die diplomatische Vertretung vermutet demnach die Ukraine hinter dem mutmaßlichen Anschlagsversuch. So wolle man in den Medien Stimmung gegen Russland machen.

"Wir möchten hinzufügen, dass die größte Gefahr für Deutschland heute nicht in den vielbeschworenen "Hybridangriffen" Moskaus liegt - die es gar nicht gibt -, sondern von den Politikern ausgeht, die mit Begeisterung Szenarien für einen baldigen Krieg gegen Russland ausarbeiten und den deutschen Bürgern vorschlagen, daran teilzunehmen", hieß es weiter.

Die russische Botschaft in Berlin scheint überzeugt davon, dass die Ukraine für den Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen verantwortlich ist.  © Soeren Stache/dpa

7. August, 17.20 Uhr: Neue Drohnenabwehr auf dem Dach des Leipziger Flughafens

Auf der Besucherplattform des Leipziger Flughafens wurde nun eine mobile Drohnenabwehr installiert. Ein dort aufgebautes EchoShield-Radarsystem soll auf größere Distanzen anfliegende Drohnen erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen.

Indes konnte die Polizei offenbar ein Funksignal der zweiten Drohne lokalisieren. Die Suchmaßnahmen nach Teilen des Flugobjekts wurden bis nach Sachsen-Anhalt ausgedehnt.

Alle Informationen dazu findet Ihr im TAG24-Artikel "Nach Sprengstoff-Angriff: Leipziger Flughafen hat jetzt Drohnen-Abwehr auf dem Dach".

Polizeibeamte der Drohnenabwehr sitzen auf dem Dach vor Monitoren, rechts daneben steht das EchoShield-Radar.  © Michael Strohmeyer

7. August, 15.57 Uhr: Chef der Münchner Sicherheitskonferenz fordert Vereinheitlichung der Schutzmaßnahmen

Wolfgang Ischinger (79), Ex-Botschafter und Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, fordert eine Vereinheitlichung und Konzentration der Schutzmaßnahmen gegen Drohnen-Vorfälle wie in Leipzig.

"Es ist jetzt keine Zeit mehr zu verlieren", sagte Ischinger am Freitag dem TV-Sender "phoenix". "Es darf jetzt nicht mehr eine ein- oder zweijährige Debatte zwischen Ländern und Bund geben. Hier muss endlich mal klar Schiff gemacht werde."

Er zeigte sich darüber verwundert, dass man in Teilen von Politik und Medien über den Angriff auf den Flughafen Leipzig/Halle erstaunt sei: "Die Tatsache, dass so etwas stattfindet, ist überhaupt keine Überraschung, sondern war zu erwarten."

Deutschland sei seit Jahren Ziel von hybriden Aktivitäten aus dem Ausland, "insbesondere aus Russland", so der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz.

7. August, 13.30 Uhr: Polizei durchkämmt Nordpiste am Flughafen

Am Freitag rückte eine Hundertschaft der Polizei auf das Gelände nahe der nördlichen Start- und Landebahn des Flughafens an. Laut einem Reporter der dpa bildeten die Beamten eine Kette und suchten so zu Fuß das Areal ab. Wonach sie konkret suchen, wurde zunächst nicht offiziell mitgeteilt. 

Nach Angaben des Flughafens musste die Nordpiste aufgrund der Suchmaßnahmen um 10 Uhr gesperrt werden, die Sperrung dauert an. Der Passagierflugverkehr sei davon aber nicht betroffen.

Die Polizei durchkämmte am Freitag das Gelände an der Nordpiste.  © Sebastian Willnow/dpa

7. August, 12.11 Uhr: 13 Drohnenvorfälle über kritischer Infrastruktur in Sachsen

Wie das sächsische Innenministerium auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Rico Gebhardt mitteilte, verzeichnete das Land im ersten Halbjahr 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über kritischer Infrastruktur und anderen besonders schützenswerten Einrichtungen.

Der Schwerpunkt lag mit acht Überflügen im Verkehrs- und Transportsektor, gefolgt von vier Vorfällen im Energiebereich und einem bei staatlichen Einrichtungen. Besonders betroffen waren demnach Leipzig und Nordsachsen mit jeweils vier Vorfällen.

Weitere Angaben machte das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht.

In Sachsen sind im ersten Halbjahr 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über kritischer Infrastruktur und anderen besonders schützenswerten Einrichtungen registriert worden. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa

7. August, 11.47 Uhr: Sicherheitsrat tagt zu Drohnen-Vorfall

Unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat der Nationale Sicherheitsrat getagt. Nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius hat sich das Gremium am Freitag telefonisch beraten.

Merz stehe demnach im dauerhaften Austausch mit Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) und anderen Regierungsmitgliedern. 

Der Sicherheitsrat um Friedrich Merz (70, CDU) hat inzwischen getagt.  © Michael Kappeler/dpa

6. August, 21.38 Uhr: Bundesverkehrsminister sieht trotz Drohnenschutz "Restrisiko" für Flughäfen

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (47, CDU) verwies im Gespräch mit dem TV-Sender "Welt" darauf, dass es trotz aller Anstrengungen keinen absoluten Schutz vor Anschlägen mit Drohnen an den Flughäfen der Bundesrepublik geben könne.

"Die Menschen, die mit Drohnen den Flugverkehr stören wollen, wissen scheinbar genau, wie auch die Vorkehrungen mittlerweile sind, die getroffen werden können", sagte Bilger. Bei den jüngsten Ereignissen habe man es nun mit einer "besonderen Eskalationsstufe" zu tun, weil dort Sprengstoff eingesetzt werden sollte.

Die Bundesregierung habe bereits viel unternommen: "Aber klar, man muss auch immer wissen: Da besteht ein Restrisiko, weil Flughafengelände sehr groß und weitläufig sind und natürlich auch die Technologie derer, die den Flugverkehr stören wollen oder Schlimmeres sogar noch im Schilde führen, auch besser wird", so der Bundesverkehrsminister.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU, 47) bezeichnete die Situation als "besorgniserregend".  © Oliver Berg/dpa

6. August, 19.28 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt zu Drohnen-Vorfall in Leipzig

Die Bundesanwaltschaft hat wegen der besonderen Bedeutung mittlerweile die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Demnach bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Es gebe Hinweise, dass auf dem Flughafengelände am späten Dienstagabend eine Explosion herbeigeführt werden sollte. "Hierzu waren an der Drohne professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht worden."

"Es handelt sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland", so die Bundesanwaltschaft. "Damit ist die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen." 

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen.  © Christoph Schmidt/dpa

6. August, 17.50 Uhr: Flugverkehr in Leipzig ohne Einschränkung

Nach dem Drohnenvorfall am Mittwoch läuft der Flugverkehr am Airport Leipzig/Halle laut Deutscher Presse-Agentur ohne Einschränkungen. Zwar sei die nördliche Start- und Landebahn wegen eines Polizeieinsatzes seit dem frühen Nachmittag gesperrt, der Betrieb laufe jedoch unbeeinträchtigt über die "Südpiste" weiter.

Beim Passagierverkehr gebe es seit dem frühen Mittwochmorgen bereits keine Beeinträchtigungen mehr.

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