Alarm am Leipziger Flughafen: Das ist die Drohne, die den Sprengsatz beförderte
Schkeuditz - Eine mit Sprengstoff beladene Drohne sowie ein unbekanntes Flugobjekt sorgten am Mittwoch für einen Großeinsatz der Polizei am Flughafen Leipzig/Halle. Nun erhielt TAG24 Fotos der Drohne, mit der der Sprengsatz transportiert wurde.
Auf den Bildern ebenfalls zu erkennen: Das Paket, das an der Drohne angebracht war und in dem sich der Sprengstoff befand.
Wie die "Leipziger Volkszeitung" inzwischen berichtete, soll der Stoff bei einem Test durch Ermittler positiv auf Nitrate angeschlagen haben. Berichten von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung zufolge soll zudem PETN, auch bekannt als Pentrit, als weiterer Stoff nachgewiesen worden sein.
Nitrate seien demnach Hauptbestandteil des Sprengstoffes Semtex - einem Plastiksprengstoff, der in den 60er Jahren in der Tschechoslowakei entwickelt wurde. Von dort wurde er in den 70er Jahren exportiert, wodurch er schließlich in die Hände der IRA sowie palästinensischer Terrorgruppen gelangte. In den 1980er Jahren kam er bei mehreren Terrorakten wie dem Flugzeug-Anschlag von Lockerbie zum Einsatz. Bei der Attacke wurde eine US-amerikanische Boeing 747 mit 259 Menschen an Bord über der schottischen Kleinstadt Lockerbie zerstört. Alle Insassen des Flugzeuges sowie elf Bewohner der Stadt kamen ums Leben.
Maximal 450 Gramm Plastiksprengstoff sollen damals zur Explosion gebracht worden sein. Die Drohne am Leipziger Flughafen war laut LVZ nun mit 800 Gramm Sprengstoff präpariert.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Leipzig & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Defekter Zünder verhinderte offenbar Explosion
Brisant dabei: Entdeckt wurde die Drohne in der Nähe einer ukrainischen Antonov. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges sind die Maschinen des ukrainischen Flugzeugherstellers in Leipzig stationiert und unterstützen dort unter anderem die Nato, indem sie Militärfahrzeuge, Hubschrauber oder auch Generatoren transportieren.
Auch ein Zünder wurde an der Drohne gefunden. Einem Bericht der "Bild" zufolge soll dieser jedoch defekt gewesen sein, weshalb es glücklicherweise nicht zur Explosion kam.
Mithilfe eines Sprengstoffroboters konnten Spezialisten der Polizei den Zünder schließlich entfernen. Seitdem läuft die Untersuchung des Sprengsatzes.
Die genauen Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar.
Titelfoto: Montage: privat

