Angst vor dem Hantavirus? WHO mit Vorhersage nach Vorfall auf Kreuzfahrtschiff

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Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, den jüngsten Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff schnell unter Kontrolle bringen zu können.

Auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" ist das Hantavirus ausgebrochen.
Auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" ist das Hantavirus ausgebrochen.  © Misper Apawu/AP/dpa

Diese zuversichtliche Prognose begründete Abdirahm Mahamud, WHO-Abteilungsleiter für Notfall- und Reaktionsoperationen, mit den gewonnenen Erkenntnissen aus vergangenen Hantavirus-Ausbrüchen.

Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag sagte Mahamud: "Wir glauben, dass es sich um einen begrenzten Ausbruch handelt." Man sei zuversichtlich, die Infektionskette durchbrechen zu können.

Dabei bezog sich der WHO-Experte auf zurückliegende Infektionen mit dem gefährlichen Virus, etwa 2018 in Argentinien. Dort wird angesichts nach aktuellem Stand auch der Ursprung des neuesten Ausbruchs vermutet.

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Das niederländische Ehepaar, die ersten zwei der bislang drei Hantavirus-Todesopfer, war vor dem Gang an Bord der "MV Hondius" durch Südamerika gereist und hatte im Zuge von Touristenausflügen offenbar Kontakt mit infizierten Ratten.

Obwohl eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Hantavirus selten sei, erklärte Anaïs Legand, technische Leiterin der WHO-Abteilung für virale hämorrhagische Fieber, dass sich das nun festgestellte Virus nicht von den bisher bekannten Fällen unterscheide. Zuvor hatte WHO-Epidemiespezialistin Dr. Maria Van Kerkhove (49) bereits betont, dass der Menschheit keine neue Pandemie bevorstehe.

WHO-Generaldirektor: "Geringes Risiko für die Öffentlichkeit"

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus (61). (Archivfoto)
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus (61). (Archivfoto)  © Carsten Koall/dpa

Van Kerkhove untermauerte auch am Donnerstagnachmittag, dass Hantaviren lediglich durch engen Kontakt mit infizierten Personen übertragen werden.

Sie könne zwar verstehen, warum die Leute einen Vergleich zum Coronavirus ziehen und entsprechende Fragen stellen. Sie betonte aber: "Es breitet sich ganz anders aus."

Auch WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus (61) sprach auf der Pressekonferenz von einem "niedrigen Risiko für die Öffentlichkeit". Auch für die Bevölkerung auf den Kanarischen Inseln, wohin das Kreuzfahrtschiff derzeit steuert, sei das Risiko gering.

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An Bord des Virus-Schiffes sei die Moral unter den Reisenden und der Besatzung derweil wieder gestiegen, berichtete der WHO-Chef. Derzeit weise kein Passagier Symptome einer Infektion auf.

Nach aktuellem Stand wurden acht Hantavirus-Infektionen gemeldet, fünf davon sind inzwischen bestätigt. Drei Personen starben. Die Leiche einer Frau, die am 2. Mai an Bord des Schiffs verstarb, werde derzeit "sicher" auf dem Schiff gelagert.

Van Kerkhove betonte, dass es sich bei den Betroffenen immer noch um Menschen mit Familien handle. Ihre "Sicherheit und Würde" seien deshalb oberste Priorität.

Titelfoto: Misper Apawu/AP/dpa

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