Steht uns die nächste globale Pandemie bevor? WHO äußert sich zu Hantavirus

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Genf (Schweiz) - Nach dem Ausbruch des Hantavirus' auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" im Atlantik und dem Tod von bisher drei Personen, geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer möglichen Mensch-zu-Mensch-Übertragung aus. Eine Epidemiespezialistin sieht aber keine Gefahr, dass sich die Lage zu einer Covid-19-ähnlichen Situation zuspitzen wird.

Maria Van Kerkhove (49), Epidemiologin für Infektionskrankheiten bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erklärt: "Dies ist nicht das nächste Covid".
Maria Van Kerkhove (49), Epidemiologin für Infektionskrankheiten bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erklärt: "Dies ist nicht das nächste Covid".  © Fabrice COFFRINI / AFP

"Dies ist nicht das nächste Covid", gibt WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerkhove in einem Statement Entwarnung. "Aber es ist eine ernstzunehmende Infektionskrankheit. Wenn Menschen sich infizieren – wobei Infektionen selten sind –, können sie daran sterben."

Die Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes seien zu Recht verängstigt, fügt die Expertin hinzu. "Auch die breite Öffentlichkeit mag verängstigt sein. Präzise Informationen sind von entscheidender Bedeutung."

Dabei sei wichtig zu wissen, wie hoch das tatsächliche eigene Expositionsrisiko ist. "Die meisten Menschen werden diesem Virus niemals ausgesetzt sein", so Kerkhove.

Immer mehr Krebsfälle bei jungen Menschen: Das könnte ein Hauptgrund sein
Gesundheit Immer mehr Krebsfälle bei jungen Menschen: Das könnte ein Hauptgrund sein

Der erste infizierte Passagier habe sich das Virus wahrscheinlich beim Landgang geholt und anschließend an seine Frau weitergegeben. Beide sind daraufhin verstorben. Bei den drei Toten soll es sich neben der Person aus Deutschland um zwei Niederländer handeln.

Ein großer Teil der Hantavirus-Infektionen in Deutschland verläuft laut Robert Koch-Institut (RKI) symptomlos oder mit unspezifischen Symptomen.
Ein großer Teil der Hantavirus-Infektionen in Deutschland verläuft laut Robert Koch-Institut (RKI) symptomlos oder mit unspezifischen Symptomen.  © Hans R. Gelderblom/RKI/dpa

Evakuierte Deutsche mittlerweile in Düsseldorfer Klinik

Einsatzkräfte der Feuerwehr Düsseldorf hatten die evakuierte Person am Flughafen in Amsterdam übernommen.
Einsatzkräfte der Feuerwehr Düsseldorf hatten die evakuierte Person am Flughafen in Amsterdam übernommen.  © Peter Dejong/ap/dpa

Das Virus wird normalerweise durch den Urin und den Kot von Nagetiere übertragen. Mittlerweile vermutet die WHO, dass eine Ansteckung auch bei sehr engem Kontakt von Mensch-zu-Mensch möglich ist.

Am Mittwoch wurden drei Menschen von Bord des Schiffes, was derzeit vor Kap Verde ankert, evakuiert. Darunter befinden sich zwei kranke Besatzungsmitglieder, ein Brite (56) und ein Niederländer (41), sowie eine deutsche Frau (65). 

Letztere wurde am Mittwochabend nach der Landung nach Düsseldorf in eine Klinik gebracht. Sie hat keine Virus-Symptome, stand aber in engem Kontakt mit der deutschen Frau, die an Bord des Kreuzfahrtschiffes möglicherweise am Hantavirus gestorben war.

Hantavirus: Wie hoch ist die Gefahr einer Infektion in Deutschland?
Gesundheit Hantavirus: Wie hoch ist die Gefahr einer Infektion in Deutschland?

Zu einer anderen Infizierten, die mittlerweile ebenfalls tot ist, hatte auch eine Stewardess direkten Kontakt, die mittlerweile in ein Krankenhaus in Amsterdam eingeliefert wurde. Wie das Gesundheitsministerium in Den Haag mitteilte, hätte die Flugbegleiterin leichte Symptome und befindet sich in Isolation. Sie soll jetzt auf das Hantavirus getestet werden.

Die Frau war in Johannesburg an Bord des KLM-Flugzeuges, auf dem auch für kurze Zeit auch eine 69-jährige Niederländerin war. Sie starb später am Virus.

Titelfoto: Bildmontage/FABRICE COFFRINI / AFP,Hans R. Gelderblom/RKI/dpa,Peter Dejong/AP/dpa

Mehr zum Thema Gesundheit: