Endometriose: So häufig kommt die Krankheit in Bayern vor
Von Elke Richter
München - Bayern liegt bei der Zahl der Endometriose-Diagnosen auf Rang fünf in Deutschland.
Die oft sehr schmerzhafte gynäkologische Krankheit wurde im Freistaat nach den jüngsten Daten von 2024 bei 1248 von 100.000 Frauen ärztlich behandelt - und damit etwas häufiger als im Bundesschnitt von 1212.
Dies geht aus dem aktuellen Arztreport der Krankenkasse Barmer hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag. Demnach gibt es große regionale Unterschiede in Deutschland: Von Berlin mit 1618 behandelten Erkrankten unter 100.000 Frauen bis Thüringen mit 939.
Die Erkrankung wird häufiger in dicht besiedelten als in ländlichen Regionen diagnostiziert. Die Dunkelziffer ist nach Einschätzung von Experten mutmaßlich sehr hoch.
"Es ist davon auszugehen, dass viele Frauen ihre Beschwerden für starke Regelschmerzen halten und deshalb nicht frühzeitig ärztliche Hilfe suchen. Die regionalen Unterschiede zeigen, dass noch weitere Aufklärungsarbeit erforderlich ist", betonte Barmer-Landesgeschäftsführer Alfred Kindshofer.
Hohe Dunkelziffer: Endometriose vor allem auf dem Land meist undiagnostiziert
Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen, die mit vielen Schmerzen und anderen Krankheiten einhergeht. Bei den Betroffenen befindet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutterhöhle - etwa am Bauchfell, an den Eierstöcken oder dem Darm.
Diese Frauen haben häufig Unterleibsschmerzen, die oft zusammen mit der Regelblutung, aber auch während oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten. Die oft krampfartigen Schmerzen können in den Unterbauch, den Rücken und die Beine ausstrahlen und von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet sein. Auch die Fruchtbarkeit kann beeinträchtigt sein.
Die repräsentative Analyse der Krankenkasse basiert auf den anonymen Abrechnungsdaten ihrer Versicherten. Für die Jahre von 2005 bis 2024 wurden rund zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland berücksichtigt.
Diese Ergebnisse wurden standardisiert und auf die Gesamtbevölkerung in Deutschland und Bayern hochgerechnet.
Titelfoto: Annette Riedl/dpa

