Frau wacht blind auf: Werdende Mutter erhält Schock-Diagnose

Chester (England) - Als Amie Bridson am Zweiten Weihnachtsfeiertag aufwachte, konnte sie nichts mehr sehen. Die werdende Mutter hatte ihr Augenlicht komplett verloren, offenbar verursacht durch die Schwangerschaft. Dahinter steckte offenbar eine sehr seltene Krankheit.

In England bekam eine werdende Mutter (36) während der Schwangerschaft heftige Sehstörungen. Ärzte stellten eine seltene Krankheit fest. (Symbolbild)
In England bekam eine werdende Mutter (36) während der Schwangerschaft heftige Sehstörungen. Ärzte stellten eine seltene Krankheit fest. (Symbolbild)  © 123rf.com/zhuravlevab

Die 36-Jährige aus Chester in England ging am Ersten Weihnachtstag 2019 ins Bett und alles sei in Ordnung gewesen. Doch als sie am nächsten Morgen aufwachte, war sie blind, berichtete das lokale Nachrichtenportal Cheshire Live.

Die zweifache Mutter habe sich verzweifelt die Augen gerieben und mit Wasser gespült, doch die Situation änderte sich nicht.

Nach den Feiertagen holte sie sich medizinische Hilfe. "Sie sagten mir, dass der Sehnerv in meinen Augen stark geschwollen sei und der Hirndruck zu Sehverlust führen würde. Aber sie wussten nicht warum."

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Bridson wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht, was letztendlich ihr Augenlicht rettete. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

Die Patientin musste sich mehreren Untersuchungen unterziehen. Tests bestätigten den hohen Druck in ihrem Schädel, ausgelöst durch überschüssige Zerebrospinalflüssigkeit, umgangssprachlich Gehirnwasser.

Die Ärzte diagnostizierten eine idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH) bei Amie Bridson, ein sehr seltenes Krankheitsbild, bei dem meist chronische Kopfschmerzen und Sehstörungen auftreten.

Die Ärzte glaubten, dass dies auf Bridsons erhöhte Hormonwerte während der Schwangerschaft zurückzuführen sein könnte, mit Sicherheit bestätigen konnten sie es allerdings nicht.

Möglicherweise sind die Auswirkungen von IIH sogar dauerhaft

Idiopathische intrakranielle Hypertension ist sehr selten. Betroffene leiden vor allem unter chronischen Kopfschmerzen und Sehstörungen. (Symbolbild)
Idiopathische intrakranielle Hypertension ist sehr selten. Betroffene leiden vor allem unter chronischen Kopfschmerzen und Sehstörungen. (Symbolbild)  © 123rf.com/fukume

Nachdem Chirurgen den Druck im Schädel der Frau reguliert hatten, konnte sie drei Tage später wieder sehen. Jedoch löste der Kaiserschnitt im April 2020 den Zustand erneut aus.

"Mir wurde gesagt, dass ich einen Kaiserschnitt brauche, weil das Pressen, das mit einer normalen Geburt einhergeht, zu viel Druck auf mein Gehirn ausüben würde." Verhindern ließ sich der Zustand trotzdem nicht. Bridson konnte wochenlang alles nur verzerrt sehen.

Erschwerend hinzu kam, dass sie und ihr Baby die Station in den nächsten zwei Wochen nicht verlassen konnten, weil gerade die Corona-Welle auch durch Großbritannien rollte.

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"Die Ärzte konnten den Druck wieder ablassen und ich wurde schließlich entlassen." Doch auch drei Jahre nach der Geburt habe Bridson noch immer Probleme. Möglicherweise seien die Auswirkungen von IIH sogar dauerhaft.

"Die Ärzte sagten mir, ich hätte diese Krankheit, über die nicht viel bekannt ist und die sich hauptsächlich auf mein Sehvermögen auswirkt, entwickelt. Seitdem muss ich mich damit auseinandersetzen", sagte die tapfere Frau, die mit Symptomen wie lautem Trommeln im Ohr, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Gleichgewichtsproblemen kämpft.

"Es ist, als würde man mit einem Gehirntumor leben, ohne tatsächlich einen Tumor zu haben, und im Moment gibt es keine Heilung."

Glücklicherweise kam ihr Sohn Oscar, der inzwischen drei Jahre alt ist, ohne weitere Komplikationen zur Welt.

Titelfoto: Montage: 123rf.com/fukume, 123rf.com/zhuravlevab

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