Kap Verde - Virus-Ausbruch auf der "MV Hondius". Während der Schiffsreise von Argentinien nach Kap Verde sind mehrere Passagiere am Hantavirus erkrankt. Einige von ihnen sind bereits tot. Wie gefährlich ist das Hantavirus für die Menschen in Deutschland?
Das Virus ist bereits weltweit aufgetreten, wurde auch schon mehrfach in Mitteleuropa nachgewiesen.
Normalerweise sind Nagetiere (Mäuse oder Ratten) die Überträger, zum Beispiel die auch in Deutschland lebende Rötelmaus.
Durch deren Kot, der als Staub eingeatmet werden kann, infizieren sich Menschen.
Theoretisch können sich Menschen auch durch Tierbisse oder durch den Verzehr von mit Tierkot kontaminierten Lebensmitteln infizieren, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist für die in Europa und Asien aktiveren Viren eher unüblich.
Beim in Südamerika hochvirulenten Typ ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.
Dieser Fakt lässt aufhorchen, weil das Kreuzfahrtschiff von Argentinien in Südamerika aus aufbrach.
Was sind die Symptome einer Hantavirus-Erkrankung?
Die Inkubationszeit von Hantaviren beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen. Laut RKI kann sie im Ausnahmefall auch zwischen fünf und 60 Tagen betragen.
Typische Symptome, die dann auftreten können, sind Fieber über drei bis vier Tage sowie Kopf-, Rücken,- und Gliederschmerzen.
Möglich seien dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zufolge auch ein schaumiger oder blutiger Urin beziehungsweise erhöhte Nierenwerte.
Erkrankte klagen häufig auch über Übelkeit und Erbrechen.
Hantavirus: Diagnose, Behandlung, Impfung
Im Verdachtsfall wird Blut abgenommen und im Labor untersucht, ob Antikörper gegen das Virus vorliegen.
Diese seien allerdings erst zwei bis drei Wochen nach Ansteckung im Blut zu finden.
Eine direkte medikamentöse Behandlung für eine Hantavirus-Infektion gibt es nicht. Oft werden fiebersenkende Mittel verschrieben, um die Symptome zu lindern.
Bisher gibt es keine zugelassene Impfung in Deutschland gegen Hantaviren.
Deutscher Fußball-Trainer erkrankte am Hantavirus
Laut BMG schwankt die Häufigkeit des Auftretens von Hantavirus-Erkrankungen in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot für Wirtstiere. Beispielsweise wurden 2022 nur 140 Erkrankungen gemeldet.
2021 waren es etwas mehr als 1700 Fälle. In diesem Jahr erkrankte mit Ralph Hasenhüttl (58) auch ein Ex-Bundesliga-Trainer und fehlte seinem Team mehrere Tage. Laut RKI wurden Ende des Jahres 2025 knapp 300 Hantavirus-Fälle in Deutschland gemeldet.
Am Montag veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation eine Info und gab zumindest für den europäischen Raum Entwarnung.
"Das Risiko für die Allgemeinheit ist weiterhin gering. Es besteht kein Grund zur Panik oder zu Reisebeschränkungen", heißt es in der Mitteilung.