Immer mehr Krebsfälle! Experten stehen vor einem Rätsel, haben aber eine Vermutung

Großbritannien - In Großbritannien gibt es einen erschreckenden Anstieg von Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Mädchen und jungen Frauen. Die Fälle seien dort um mehr als 200 Prozent gestiegen.

Forscher vermuten, dass möglicherweise ungesundes Essen die Ursache von Bauchspeicheldrüsenkrebs sein könnte.
Forscher vermuten, dass möglicherweise ungesundes Essen die Ursache von Bauchspeicheldrüsenkrebs sein könnte.  © 123rf.com/ximagination

Führende Experten haben zugegeben, dass sie über die enorme Zunahme bei Frauen, die an einer der tödlichsten Krebsarten erkranken, verblüfft seien und "keine Ahnung" hätten, was die Ursache dafür ist, berichtet Daily Mail.

Laut den Forschern stieg die Zahl von Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Frauen unter 25 Jahren seit den 1990er Jahren um 208 Prozent. Doch auch die Erkrankungsrate bei Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren stieg um 34 Prozent und ist damit fast doppelt so hoch wie in der britischen Gesamtbevölkerung.

Dort ist die Inzidenz der Krankheit im gleichen Zeitraum um etwa 17 Prozent gestiegen.

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Die Wissenschaftler vermuten, dass es einen Zusammenhang zur ebenfalls steigenden Fettleibigkeit geben könnte. Allerdings können Onkologen den auffälligen Anstieg bei jungen Frauen nicht erklären, zumal er bei Männern im gleichen Alter nicht festgestellt wurde.

Der Onkologe Professor Karol Sikora erklärte, dass es Theorien gebe, wonach die besorgniserregende Entwicklung mit der modernen Ernährung zu tun hätte. "Es hat wahrscheinlich etwas mit der Ernährungsumstellung in den vergangenen 20 Jahren zu tun", sagte er.

Er fügte hinzu, dass Großbritannien mit diesem Trend nicht alleine sei, da Studien aus den USA auf einen ähnlichen Anstieg der Krankheit vor allem bei Frauen hinweisen und weitere Untersuchungen erforderlich seien, um die Ursache aufzudecken.

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst im Endstadium entdeckt

Eine dunkellila Schleife symbolisiert Verbundenheit mit Menschen, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind. (Archivbild)
Eine dunkellila Schleife symbolisiert Verbundenheit mit Menschen, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind. (Archivbild)  © 123rf.com/archnoi1

Aufgrund seiner unauffälligen Symptome wird Bauchspeicheldrüsenkrebs häufig erst im Endstadium entdeckt wird, weshalb er auch als "stiller Killer" bezeichnet wird.

Auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse weisen im Frühstadium zum Beispiel unerklärliche Rückenschmerzen oder auch tiefliegende Schmerzen im Oberbauch hin, informiert der Arbeitskreis der Pankreatektomierten e. V. (AdP).

"Wenn ein Arzt keinen Grund für die Rücken- oder Bauchschmerzen finden kann, sollte man unbedingt eine Zweitmeinung einholen und prüfen lassen, ob die Schmerzen mit der Bauchspeicheldrüse zusammenhängen können", erklärte Lutz Otto, Vorsitzender der bundesweiten Selbsthilfeorganisation AdP.

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Weitere typische Hinweise sind etwa Übelkeit und Erbrechen, Gelbsucht, zunehmender Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit, verstärkte Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit sowie Nachtschweiß und Fieber.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkranken jährlich rund 21.000 Menschen in Deutschland am Pankreaskarzinom. Die Chance, die Erkrankung fünf Jahre zu überleben, liege bei zehn Prozent für beide Geschlechter.

Neben Fettleibigkeit gilt Rauchen als weiterer Risikofaktor. Während Forscher mittlerweile den Anstieg von Lungenkrebs auf den Tabakkonsum zurückführen konnten, gibt es keine eindeutige Erklärung für den Anstieg von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Daten deuten jedoch darauf hin, dass heute ein Viertel der britischen Erwachsenen fettleibig ist.

Ob es einen Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung und Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt, müsste im Weiteren erforscht werden.

Titelfoto: 123rf.com/ximagination

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