Infizierter Ebola-Arzt kommt nach Deutschland
Bunia/Deutschland - Er widmet sein Leben dem Kampf gegen eines der tödlichsten Viren der Welt, jetzt bangt er um seine eigene Gesundheit: In der Demokratischen Republik Kongo hat sich US-Arzt Dr. Peter Stafford mit Ebola infiziert, während er im Nyankunde-Krankenhaus nahe der Provinz-Hauptstadt Bunia Patienten behandelte.
Dort, in der ostkongolesischen Region Ituri, ist die Lage derzeit besonders dramatisch. Seit Ausbruch der inzwischen 17. Ebola-Epidemie des Landes starben bereits mehr als 130 Menschen an der Bundibugyo-Variante.
Mindestens 500 weitere Verdachtsfälle sind zu beklagen. Am Wochenende zeigte auch Stafford aus dem US-Bundesstaat Virginia selbst erste Symptome und wurde daraufhin positiv auf die seltene Virusvariante getestet.
Es gibt weder zugelassene Impfstoffe noch eine Behandlungsmethode dagegen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei bis zu 50 Prozent.
Aufgrund der kürzeren Flugzeiten und der Erfahrungen in der Behandlung von Ebola-Patienten wird der Missionarsarzt nun nach Deutschland ausgeflogen.
Auch sechs Kontaktpersonen (seine Frau, selbst im Kongo als Ärztin tätig, vier gemeinsame Kinder und ein weiterer US-Mediziner) mit hohem Ansteckungsrisiko werden verlegt. Sie stehen alle unter Quarantäne, zeigen bislang jedoch keine Symptome.
Titelfoto: dpa/Jerome Delay
