Vorsicht, Gift! Glyphosat in Tampons und Binden kann Krebs auslösen

Lyon/La Plata - Wisst Ihr eigentlich, was alles in Tampons steckt? Bis zu 17.000 Stück davon verwendet eine Frau in ihrem Leben. Und das kann für die Gesundheit ganz schön schädlich sein.

Der giftige Wirkstoff Glyphosat steckt auch in Tampons und Binden.
Der giftige Wirkstoff Glyphosat steckt auch in Tampons und Binden.  © 123rf.com/Daniel Jędzura

Tampons und auch Binden belasten nämlich nicht nur die Umwelt, sondern auch den weiblichen Körper. Schuld soll vor allem das Pestizid Glyphosat sein. Schon 2015 hieß es von der "Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Sitz im französischen Lyon, dass der Wirkstoff krebserregend sei.

Im selben Jahr fand ein Forscherteam der Universität La Plata (Argentinien) heraus, dass ein "Großteil der konventionellen Tampons und Binden mit Glyphosat belastet ist", berichtet das Lifestyle-Portal ecowoman. Um genau zu sein, sind es sogar 85 Prozent aller Monatshygiene-Artikel, die das gefährliche Unkraut-Vernichtungsmittel enthalten. Das konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden.

Wissenschaftler weisen seitdem zwar immer wieder auf ein Krebsrisiko für den Menschen durch Glyphosat hin (TAG24 berichtete). Trotzdem wird es in vielen Ländern einfach nicht verboten.

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Und auch wenn die kleinen Dinger praktisch sind: Wer herkömmliche Tampons benutzt, tut seinem Körper damit absolut keinen Gefallen. Doch wer hätte schon gedacht, dass sich Glyphosat ausgerechnet in einem so "sauberen" Produkt versteckt.

Aber wie kommt der gefährliche Wirkstoff da rein?

Tampons sind mit Unkrautgift verseucht

Der Wirkstoff Glyphosat ist nicht nur auf Obst und Gemüse zu finden, sondern auch in Hygieneartikeln.
Der Wirkstoff Glyphosat ist nicht nur auf Obst und Gemüse zu finden, sondern auch in Hygieneartikeln.  © Patrick Pleul/ZB/dpa

Tampons werden aus Baumwolle oder Viskose gemacht. Und die sind meistens mit Glyphosat behandelt, weil der Wirkstoff auf den Baumwollplantagen eingesetzt wird.

Gruselig: Es steckt auch noch eine ganze Reihe anderer Chemikalien drin, zum Beispiel Weichmacher oder Chlorbleiche, in Binden können auch noch Duftstoffe enthalten sein. Über die Schleimhäute gelangen all diese schädlichen Stoffe in unseren Körper und gehen direkt in den Blutkreislauf über. Das kann laut ecowoman "Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten verursachen", aber auch zu "Hautirritationen, Pilzinfektionen, Eierstockentzündungen und dem Toxischen Schocksyndrom führen".

Klingt so, als sollten wir in Zukunft die Finger davon lassen... Alternativen zu Tampons und Binden sind beispielsweise Bio-Tampons und -Binden, die aus pestizidfreier Baumwolle hergestellt werden. Noch besser als Wegwerf-Produkte sind so genannte Menstruationstassen oder -kappen aus medizinischem Silikon, die nach dem Tragen ausgewaschen und wiederverwendet werden.

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Laut ecowman soll so eine kleine Kappe rund zehn Jahre halten. Und ja, sie eignen sich auch zum Schwimmen!

Stellungnahme der Pressestelle von Johnson & Johnson vom 29.11.2018:

Die hohe Qualität von unseren und vielen anderen deutschen Tampons wurde erst kürzlich von zwei renommierten Testinstanzen bestätigt. So hat das ÖKO-Test Magazin vom November 2017 15 Tampons und 6 Menstruationstassen getestet und den Produkten o.b. Original normal und o.b. ProComfort normal die Bestnote "sehr gut" verliehen. Hier finden Sie den Test.

Der Test bestätigt, dass in unseren Tampons keine kritischen Stoffe wie Formaldehyd, optische Aufheller, Chlor oder Pestizide wie Glyphosat nachgewiesen werden konnten.

Alle o.b. Tampons sind zudem nach dem STANDARD 100 by OEKO-TEX® zertifiziert. Sie erfüllen deren höchste Sicherheitsanforderungen nach Klasse 1, wie sie auch für Textilprodukte, die in Kontakt mit (Baby-)Haut kommen, gelten. Die Zertifizierung basiert auf der Prüfung aller o.b. Materialien auf Schadstoffe, unter Verwendung der ÖKO-TEX Kriterien für (Baby-)Textilien.

In Ihrem Artikel geben Sie unter anderem an, Tampons und Binden würden den weiblichen Körper belasten: "Schuld soll vor allem das Pestizid Glyphosat sein."

Die Argentinische Studie aus dem Jahr 2015, auf die sich Ihr Artikel beruft, untersuchte Tampons und andere Produkte, die aus Baumwolle hergestellt werden. Diese Ergebnisse auf Europa zu übertragen ist falsch. Die absorbierenden Fasern von o.b. und den meisten anderen europäischen Tampons bestehen nicht aus Baumwolle, sondern aus Viskose, die wiederum aus natürlicher Cellulose hergestellt wird. Dieser Rohstoff hat sich über Jahrzehnte bewährt und entspricht den europäischen Reinheitsanforderungen für Verbandwatte.

Die weichere, äußere Hülle des o.b. Tampons besteht je nach Variante aus einer Mischung aus Polyethylen, Polypropylen und/oder Polyester. Diese Materialien erhöhen den Komfort beim Ein- und Ausführen des Tampons. Das Rückholbändchen besteht aus Polyester. Ihre Aussage, in "85 Prozent aller Monatshygiene-Artikel" sei "das gefährliche Unkraut-Vernichtungsmittel enthalten", entbehrt somit für Deutschland jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Zudem schreiben Sie, dass in Tampons "auch noch eine ganze Reihe anderer Chemikalien, zum Beispiel Weichmacher oder Chlorbleiche" enthalten seien. Diese Aussage ist ebenfalls falsch. Keiner dieser Stoffe ist in o.b. Tampons enthalten, wie der neuerliche Test von Öko-Test vom November 2017 bestätigen konnte.

Bei der Herstellung der o.b. Viskosefasern werden ausschließlich total chlorfreie Bleichprozesse eingesetzt. Elementares Chlor, das eventuell zur Dioxinbildung während des Bleichens führen könnte, wird in der Tamponproduktion schon seit Jahren nicht mehr verwendet.

Die Bewertung der Rohstoffe für Tampons basiert in Europa auf verbindlichen Vorgaben, o.b. Tampons entsprechen den europäischen Richtlinien zur allgemeinen Produktsicherheit. Dies bedeutet auch, dass o.b. Tampons keine Weichmacher enthalten.

Titelfoto: 123rf.com/Daniel Jędzura

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