Risiko für Hirnhautentzündung "dramatisch erhöht": Mehr Zecken durch Klimakrise?

Von Martin Oversohl

Stuttgart - Zecken könnten im vergangenen Jahr so viele Hirnhautentzündungen verursacht haben wie noch nie seit Beginn der Meldepflicht.

Der Biss einer Zecke kann erhebliche Gesundheitsprobleme hervorrufen. (Symbolfoto)  © Sven Hoppe/dpa

"Die Auswertungen laufen noch, aber es ist jetzt schon abzusehen, dass wir die schon sehr hohen Zahlen von 2024 übertroffen haben werden", sagte Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München zu den Fällen von Frühsommer-Meningoen­ze­phalitis (FSME).

Es sei mit weiter steigenden Zahlen zu rechnen, warnte die Parasitologin Ute Mackenstedt im Vorfeld des 8. Süddeutschen Zeckenkongresses in Stuttgart.

Zecken sind inzwischen ganzjährig aktiv, sie erobern selbst kühle Berglagen und verbreiten das FSME-Virus in ganz Deutschland. Mit der gestiegenen Verbreitung und Aktivität der Zecken nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die an der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung (FSME) erkranken.

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"Das Risiko einer Infektion hat sich dramatisch erhöht", sagte Dobler. Bislang wurde der höchste Wert mit 704 FSME-Erkrankungen im Jahr 2020 gemessen. "Aktuell haben wir 693 gesicherte FSME-Fälle in 2025", sagte Dobler.

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Ganz Deutschland ist ein Risikogebiet

Viele Zecken überleben das oftmals milde Winter-Wetter in Deutschland. (Symbolfoto)  © Marijan Murat/dpa

Hinzu kämen 100 Verdachtsfälle, die gerade geprüft würden, so Dobler, der Deutschlands nationales Konsiliarlabor für FSME leitet. Es überprüft unklare Diagnosen, beobachtet aber auch die Epidemiologie und Ökologie der Erkrankung.

Nach Angaben von Dobler und Mackenstedt stehen Baden-Württemberg und Bayern mit etwa 85 Prozent der Krankheitsmeldungen weiter an der Spitze der FSME-Risikogebiete. Ein ansteigender Trend auf niedrigem Niveau sei in allen Bundesländern zu beobachten.

"Wir müssen davon ausgehen, dass ganz Deutschland inzwischen ein FSME-Risikogebiet ist", sagte Mackenstedt. Ursache für die steigenden Zahlen ist aus Sicht der Experten vor allem der Klimawandel.

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Zecken gingen nicht mehr in die Winterpause, weil die Temperaturen einfach zu hoch seien, sagte die Leiterin des Fachgebiets Parasitologie an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Hinzu kommt, dass viel mehr Zecken die im Mittel seltener werdenden Frosttage überleben.

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