Teneriffa - Nach der Ankunft des von einem Ausbruch des Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes "Hondius" in Teneriffa hat die Aktion zur Rückführung der rund 140 bis 150 Insassen in die Heimatländer begonnen.
Live-Aufnahmen des staatlichen Fernsehsenders RTVE zeigten die Ankunft des Schiffes am frühen Morgen.
Von Granadilla aus sollen die Menschen an Bord der "Hondius", darunter mehrere Deutsche, unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu einem nahegelegenen Flughafen gebracht und sofort in ihre Heimatländer geflogen werden.
Den Transport der betroffenen Deutschen würden die Niederlande übernehmen, teilte die spanische Gesundheitsministerin Mónica García (52) vor Journalisten am Hafen Granadilla auf der spanischen Urlaubsinsel mit.
Vor der Ausschiffung der ersten Betroffenen begaben sich Ärzte an Bord der "Hondius". Das medizinische Personal führe zunächst eine epidemiologische Untersuchung durch, sagte die Ministerin. Die gute Nachricht des Tages: Nach jüngsten Informationen seien alle Passagiere und Besatzungsmitglieder weiterhin ohne Krankheitssymptome.
Spaniens Gesundheitsministerin, Innenminister Fernando Grande-Marlaska (63) und der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO waren eigens auf die Insel gekommen, um die komplizierte Aktion zu überwachen.
Nach Hantavirus-Ausbruch: So läuft die Evakuierung der "MV Hondius"
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus (61) versicherte, dass es sich beim Hantavirus nicht um einen mit dem Coronavirus vergleichbaren Erreger handele.
In einer Botschaft direkt an die Bevölkerung von Teneriffa betonte er: "Das ist nicht ein neues Covid." Das Risiko für die Menschen auf der Insel sei gering - zumal auf dem Kreuzfahrtschiff kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei.
Zunächst hatte es geheißen, das Schiff werde aus Sicherheitsgründen vor dem Hafen vor Anker gehen. Die spanische Handelsmarine erteilte in der Nacht dann aber doch die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen.
Nach der Überprüfung der gesundheitlichen Lage an Bord sollen alle Passagiere und zahlreiche der Crewmitglieder nach und nach und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen an Land und anschließend auf dem Luftwege in ihre jeweiligen Heimatländer gebracht werden.
Niederlande übernehmen Evakuierung von Deutschen
Man werde zunächst die 14 Spanier an Bord zusammen mit einem Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO ausschiffen und nach Madrid bringen, erklärte García. In der Hauptstadt sollen diese Menschen in einem Militärkrankenhaus in Quarantäne gehen.
"Der nächste Staat, der die Evakuierung übernehmen wird, sind die Niederlande. Sie werden ebenfalls Staatsbürger aus Deutschland, Belgien und Griechenland sowie einen Teil der Besatzung mitnehmen", verriet die Ministerin der linksgerichteten Regierung.
García erklärte, dass alle Flüge nach Möglichkeit bis Montagnachmittag abgewickelt werden. Als letzte soll demnach eine australische Maschine mit Menschen aus dem Land sowie aus Neuseeland und verschiedenen asiatischen Ländern abheben.
Erstmeldung vom 10. Mai, 7.42 Uhr. Zuletzt aktualisiert um 11.39 Uhr.