Zecken-Expertin schlägt Alarm: "Können uns nirgendwo mehr richtig sicher sein"

Stuttgart - Die Winter werden im Zuge des Klimawandels milder, die Nächte sind seltener mal richtig frostig. Auch die vergangenen Monate waren ganz nach dem Geschmack von Zecken, die zunehmend die kalten Monate überstehen und vermehrt schon früh im Jahr unterwegs sind.

Klein, aber sehr gefährlich: Zeckenbisse gelten als besonders tückisch, weil sie teils nur schwer zu erkennen sind.
Klein, aber sehr gefährlich: Zeckenbisse gelten als besonders tückisch, weil sie teils nur schwer zu erkennen sind.  © Marijan Murat/dpa

"Das bedeutet auch, dass die Gefahr von Infektionen deutlich früher droht und sehr hoch ist", sagte Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim, vor Beginn des 7. Süddeutschen Zeckenkongresses (26. bis 28. Februar) in Stuttgart.

In Bayern gebe es aktuell bereits fünf erfasste Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), in Baden-Württemberg einen.

Das Risiko für eine Übertragung des Erregers durch Zecken steigt auch in den nördlichen Bundesländern deutlich, sind Experten überzeugt.

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Ein Infektionsrisiko besteht laut RKI vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, dort werden etwa 85 Prozent der FSME-Fälle erfasst. Oehme schließt aber keine Region mehr aus: Auch im Norden und Osten Deutschlands würden die Fallzahlen massiv steigen, beispielsweise in Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen oder Thüringen.

Ute Mackenstedt ist Leiterin des Fachgebiets für Parasitologie an der Universität Hohenheim.
Ute Mackenstedt ist Leiterin des Fachgebiets für Parasitologie an der Universität Hohenheim.  © Marijan Murat/dpa

Mackenstedt sprach von ganz Deutschland als "Endemie-Gebiet für FSME bei allen regionalen Unterschieden". Sie warnte: "Wir können uns nirgendwo mehr richtig sicher sein." Als Endemie-Gebiet wird eine geografische Region bezeichnet, in der eine bestimmte Erkrankung auftritt.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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