Aktionsrat Bildung empfiehlt Altersgrenzen für Social Media
Von Elke Richter
München - Der Aktionsrat Bildung fordert eine gesetzliche Altersbegrenzung für Social-Media-Plattformen.
"Alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dürfen nur jeweils altersgerechte Inhalte konsumieren, die qualitativ hochwertig sind und die Entwicklung und soziale Teilhabe fördern. Die Nutzung muss auf eine altersentsprechend moderate Dauer beschränkt werden", fordert das Expertengremium in seinem neuesten Gutachten, das der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag.
Konkrete Vorschläge für Altersvorgaben oder Nutzungszeiten machen die Bildungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler darin aber nicht.
Sie verweisen auf die für den Sommer erwarteten Vorschläge einer von Jugendministerin Karin Prien (60, CDU) eingesetzten Expertenkommission.
In der Bundespolitik wird derzeit diskutiert, ein Verbot der Social-Media-Nutzung für unter 14-Jährige einzuführen.
Bis 16 sollen Jugendliche soziale Medien nur in einer "altersangepassten Version" nutzen dürfen, die auf "suchtverstärkende Funktionen" verzichtet.
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Der Aktionsrat fordert ebenfalls, Kinder und Jugendliche effektiv vor manipulativen und suchtfördernden Elementen sowie vor Werbung zu schützen.
Auch brauche es klare bundesgesetzliche Regelungen zum Schutz der Privatsphäre und der Persönlichkeitsrechte von Kindern in den sozialen Medien - dies gelte auch mit Blick auf das Teilen von Kinderfotos und -videos durch Eltern.
Zum Schutz der Minderjährigen gehöre des Weiteren nicht nur eine wirksame Überprüfung ihres Alters, heißt es in dem Gutachten "Social Media – Bildung – Integrität".
Der Aktionsrat Bildung wurde 2005 von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) initiiert. Deren Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt zeigte sich ebenfalls alarmiert.
Doch statt neuer gesetzlicher Beschränkungen solle zunächst im Gespräch mit den Plattformbetreibern auf eine konsequente Umsetzung der bereits bestehenden Altersbegrenzungen hingewirkt werden.
Titelfoto: Montage: Bernd von Jutrczenka/dpa + Marcus Brandt/dpa
