USA - Laut einer Studie reichen bereits zwei Wochen Handy-Detox aus, um die Aufmerksamkeitsspanne zu verbessern, die Smartphone-Nutzung zu reduzieren und depressive Symptome zu lindern.
Wie die wissenschaftliche Fachzeitschrift PNAS NEXUS berichtet, wurden in einer Studie zur Social-Media-Sucht über 467 Erwachsene gebeten, den Internetzugang auf ihren Smartphones für 14 Tage komplett zu sperren.
Für die Probanden bedeutete das: kein TikTok, kein Instagram und kein Zugriff auf andere soziale Netzwerke - und damit auch kein endloses Scrollen durch Feeds.
Stattdessen verwandelte sich ihr Smartphone gewissermaßen in ein analoges Gerät von früher, bei dem lediglich Anrufe und SMS funktionierten.
Der Effekt überraschte selbst die Forscher der Georgetown University: Nach zwei Wochen sank die tägliche Bildschirmzeit von über fünf Stunden auf unter drei Stunden. Die alte Gewohnheit war durchbrochen.
Doch nicht nur das Nutzungsverhalten veränderte sich. Auch die psychische Gesundheit der Teilnehmer verbesserte sich deutlich.
Depressive Symptome gingen spürbar zurück und erreichten eine Wirkung, die mit einer kognitiven Verhaltenstherapie vergleichbar ist. Die Mehrheit berichtete von gesteigerter Lebenszufriedenheit und positiveren Emotionen.
Bei einigen Teilnehmern verbesserte sich die Aufmerksamkeitsspanne deutlich
Besonders bemerkenswert: Bei denjenigen, die die 14-tägige Social-Media-Pause konsequent durchhielten, verbesserte sich die Aufmerksamkeitsspanne deutlich - und der Effekt hielt nachhaltig an.
Dr. Kostadin Kushlev, Psychologieprofessor an der Georgetown University und Mitautor der Studie, sagte: "Auch wenn es unüberwindbar scheint, kann schon eine kleine digitale Auszeit - eine leichte Reduzierung der ständigen Reizüberflutung durch unsere Handys, sozialen Medien, Spiele usw. - uns tatsächlich helfen, unsere angeborene Fähigkeit zur Konzentrationsfähigkeit zurückzugewinnen."
Die Teilnehmenden ersetzten die Handynutzung durch gesündere Gewohnheiten: mehr persönliche Treffen, Sport, Zeit in der Natur und Lesen. Gleichzeitig nutzten sie weniger Nachrichten, Fernsehen oder Videos.
"Wenn wir darüber nachdenken, wovon wir uns eigentlich entgiften wollen, geht es uns nicht primär ums Telefonieren und SMS-Schreiben. Es geht um die sozialen Medien. [...] Es geht um all diese kurzen Dopamin-Schübe, die wir durch unsere Smartphone-Nutzung erleben", so Kushlev.